Schächental

Bereits um 06:15 Uhr fuhr ich mit dem Auto zu Jürg um mit ihm zusammen eine schöne Mountainbiketour in Angriff zu nehmen. Ich wählte eine Tour von Vital Eggenberger aus und suchte den entsprechenden GPS-Track im Internet. Ich wurde auch schnell fündig und habe die Schächentaltour auf mein Garmin GPS geladen.

Kurz vor acht Uhr sind wir beim Bahnhof in Altdorf/SZ in Richtung Klausen gestartet. Es war noch angenehm frisch, doch die lange Steigung heizte uns schon bald kräftig ein. Wir entschieden uns, bis zum Pass der Hauptstrasse zu folgen um die Belastung gleichmässig halten zu können. Kurz vor der Passhöhe zweigte dann unsere Strecke auf eine kleine Schotterstrasse ab und es folgte -wie in der Tourenbeschreibung versprochen- ein wunderbarer Höhenweg mit toller Aussicht und vor genauso tollem Hintergrund.

Wir fuhren bis zum Restaurant Edelweiss (passend zu Jürgs Edelweiss-Bike), wo wir genau mittags um 12:00 Uhr ankamen. Das war genau richtig für eine Monsterportion Älplermagronen. Die Anstrengungen lagen nun zu 80% Prozent hinter uns und wir konnten uns auf ein schönes Finale freuen.

Nach dem Essen folgte der letzte Abschnitt des Höhenwegs bis hoch zum Fleschseeli, einem malerischen Tümpel und von da weg ging es dann nur noch bergab. Und zwar steil bergab. Alles technisch einfach, auf Schotter aber immer mit einer Traumaussicht. Kurz vor den Eggbergen dann das Aussichts-Highlight des Tages. Unten sieht man den Vierwaldstättersee, dahinter der Seelisberg und liks davon der Surenenpass (der auch noch auf meiner Wunschliste steht). Eigentlich sind wir da runter gefahren, doch für's Foto habe ich kurz gewendet.

Es folgte eine rassige Schlussabfahrt auf der man die Scheibenbremsen ausglühen konnte und schon bald waren wir wieder zurück beim Auto. Kurz nach 14:00 Uhr machten wir uns schon wieder auf den Heimweg und kamen so, noch ohne Berufsverkehr, zügig nach Hause. Es war ein sehr schöner Tag und eine sehr schöne Tour. Im Gegensatz zu letzter Woche musste ich Null Meter schieben oder tragen und das fand ich ganz angenehm. Die 2'000 Höhenmeter absolvierten wir auf durchwegs gutem Untergrund und hatten dabei fast immer ein Superaussicht. Das Schächental ist wirklich eine Reise wert und wer eine schöne Tour ohne grosse technische Schwierigkeiten fahren will, dem kann ich diese Tour wirklich sehr empfehlen. Das GPS sagt: 54 km., 4:06 Std., 2'010 Hm.

Seblengrat

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Glarner sind beinharte Typen! Was für viele Biker als unfahrbar gilt, ist für Glarner immer noch ein schwarz gepunkteter Trail. Doch schön der Reihe nach.  

Ich war wie geplant sehr früh unterwegs und wie man an der GPS-Aufzeichnung ablesen kann, startete ich schon um 07:41 Uhr beim Bahnhof Schwanden, im Kanton Glarus. Ich bin die rote Linie im Uhrzeigersinn gefahren. Anfangs war es mit 15° Grad noch ziemlich frisch, doch der wolkenlose Himmel kündigte einen schönen Sommertag an.

Die etwa 10 Kilometer bis nach Linthal steigen nur ganz leicht an und sind ideal um etwas einzurollen. Es gibt einen meist asphaltierten Radweg, welchen ich vor drei Wochen auf der Klausen-Pragel-Strassentour in die entgegengesetzte Richtung fuhr, doch ich hatte in der Karte gesehen, dass direkt entlang der Linth ein Wanderweg angelegt ist und mit dem Mountainbike wollte ich natürlich da entlang fahren. Das war eine super Idee. Wunderschön führt der Weg immer direkt am Wasser nach hinten ins Tal und ehe man sichst versieht, ist man schon am Fusse der Klausenpassstrasse.

Es folgen 600 Höhenmeter auf etwa acht Kilometer direkt auf der Passstrasse und ich bin froh, dass nur wenig Fahrzeuge unterwegs sind. Kurz vor Urnerboden zweigt dann eine kleine Nebenstarsse ab. Nebst vielen Wanderwegweiser ist da auch gut sichtbar ein Bikeschild. Strecke Nr.7. Da bin ich richtig. Die Strasse wird immer steiler, ich schalte auf das kleine 20er Kettenblatt und kurble die knapp dreihundert Höhenmeter bis zum ersten Bergpreis des Tages eher gemütlich hoch. Die Morgensonne knallt richtig an den Hang und ich bin wirklich froh, so früh unterwegs zu sein. Dann folgt ein erster schwarz gepunkteter Downhill. Was auf den ersten Metern noch gemütlich beginnt, wird unvermittelt sehr steil und steinig. Ausserdem ist der Weg enorm von Kühen zertreten und hat teils tiefe Löcher. Ich musste anhalten und den Sattel absenken um etwas mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit zu erhalten. Ja, nicht schlecht der Weg! Das war doch schon mal was. Vor der Hauptsteigung des Tages wollte ich in Braunwald eine Pause einlegen und schon von weit her sah ich die schöne Aussichtsterasse des Hotels Tödiblick. Ideal. Ich setze mich in den Schatten und bestelle ein zwei Rivella. Dazu esse ich ein Gipfeli und geniesse die tolle Aussicht. Quizfrage: Wie heisst der Berg im Hintergrund?

Die ersten 1'000 Höhenmeter waren geschafft und ich wusste, dass nun der schwere Teil noch kommen wird. Von Braunwald bis zur Bergstation auf dem kleinen Gumen sind es etwas über 500 Höhenmeter, alles auf kleinen Schotterwegen. Zwar steil, doch durchwegs fahrbar. Von der Bergstation weg, bis zum Höhepunkt des Tages, dem Seblergrat sind es dann noch etwa 100 Höhenmeter, die ich fast vollständig schieben muss. Es ist einfach zu steil und zu ausgesetzt. Als ich dann direkt am Seblergrat stand musste ich natürlich ein Gipfel-Foto machen. Schon während des fotografierens fragte ich mich, wie es denn dahinter weitergehen wird, denn irgendwie blickte man in ein leeres Nichts und dann bereits wieder an die Felswände des Glärnischmassivs. Geht man ein paar Schritte weiter und blickt nach rechts, kann man sich den weiteren Tourenverlauf vorstellen. Ich habe dafür eine rote Linie in das Foto gezeichnet. Es geht gleich furchtbar steil bergrunter und Steinstufen wechseln sich mit tiefen Kuhtritten ab. Heftig. Ich muss ein paar Mal absteigen, einmal davon unfreiwillig. In einer tiefen Wanderwegrinne bin ich mit dem Pedal an einer Wurzel hängengelieben, worauf das Bike unvermittelt stehen blieb und ich mich nicht oben halten konnte. Ein langsamer Überschlag ohne Bike nach links war die Folge. Zum Glück traf ich einen Busch mit Alpenrosen und nicht einen grossen Stein. Es war nichts passiert und ich konnte gleich weiterfahren.

Kurz vor dem Oberblegisee, da wo das Profil von bergab nach bergauf wechselt, kam ich an einer schmucken Alphütte mit Bewirtung vorbei. Es sassen bereits ein paar Wanderer unter den Sonnenschirmen und da es mittlerweile schon nach zwölf Uhr war, nutzte ich den Moment für eine längere Pause. Ich bestellte mir einen Glarner-Hirsch-Salsiz mit Brot und trank dazu 1 1/2 Liter Mineralwasser.

Mir war schon aufgefallen, dass der offizielle Bikeweg hier talwärts nach Luchsingen führt, doch ich hatte ja noch weitere Pläne. Ich wollte am Oberblegisee vorbei hoch bis zum Leuggelstock, wieder etwas runter und dann bis zum oberen Guppen. Dabei stellte ich fest,dass meine Einschätzung vom Seblergrat gestimmt hatte. Das war unfahrbar. Das heisst: Bis zum Oberblegisee konnte ich noch abschnittsweise fahren, dann war schieben und später auch tragen angesagt. Lange und heftig! Eineinhalb Stunden schieben und tragen, mittags von 13 bis etwa 14:30 Uhr, ohne Schatten, ohne Wind. Das fand ich hart (was man mir wohl auch ansieht). Das Bild rechts ist ein Blick zurück, vom Leuggelstock über den Oberblegisee zum Seblengrat. Noch härter fand ich dann jedoch die Tatsache, dass ich auch die ersten etwa 100 Höhenmeter bergrunter das Bike tragen musste. Hier fragte ich mich dann, wer auf die Idee gekommen ist, diesen Weg in der Swiss Singletrail Map einzuzeichnen. Ein Wanderer? Sicher gibt es technisch bessere Biker als mich, doch unter einer Stunde schieben/tragen, kommt da auch ein Crack nicht weg. Wie auch immer. Endlich folgte der Schlussdownhill, auf dem 900 Höhenmeter innert vier Kilometer vernichtet werden, was theoretischen 25% Gefälle entspricht. Also richtig steil und demzufolge fast permanent auf der Bremse.

Die Scheibenbremsen begannen zu glühen und zu quitschen und ich glaube, dass auch das Öl in den Federelementen kräftig warm gekriegt hat, doch es hat alles tip-top gehalten. Fast alles, denn irgendwann hatte ich das Gefühl, hinten Luft zu verlieren. Ich habe angehalten und tatsächlich, da war vielleicht noch etwa 1 bar drin, mehr nicht. Ich drehte das Rad und sah, wie an einer Stelle der Reifenflanke, die Dichtflüssigkeit nach aussen drückt und Blasen bildet. (Simon hat mich davor gewarnt. Der Racing Ralph Reifen hat papierdünne Seitenwände und schrammt man damit an einem scharfkantigen Stein entlang, gibt es schon mal Plattfüsse). Einem Schlauch hätte das vermutlich nichts ausgemacht. Ich überlegte, was ich tun konnte. Soll ich gleich den Reifen öffnen und einen Reserveschlauch montieren oder soll ich erst einmal nachpumpen und schauen, wie lange es hält? Eigentlich sollte die Dichtmilch das Loch verschliessen können (wünsche ich mir). Ich pumpe also kurz nach und fahre weiter. Das klappt recht gut und erst am Fusse des Downhills pumpe ich ein zweites Mal. Das hält dann locker noch bis zum Auto.

Kurz vor halb vier Uhr bin ich dann zurück beim Auto. Ich war gesamthaft sechseinhalb Stunden unterwegs, wovon das GPS fünfeinhalb Stunden Bewegung registrierte. Ich denke mir, dass ich etwa dreieinhalb Stunden fahren konnte und fast zwei Stunden geschoben und getragen habe... Dieser hohe Schiebe-Anteil führt dazu, dass ich diese Tour wohl kaum wiederholen werde. Bis zum Seblengrat ist die Tour wirklich sensationell schön und empfehlenswert. Danach sollte man besser auf der offiziell ausgeschilderten Bikestrecke bleiben. Die Variante Leuggelstock oberer Guppen lässt man besser sein. Landschafts- und Panoramamässig hat diese Tour aber wirklich die Note 1A verdient. Das GPS sagt: 49 km., 5:42 Std., 2'200 Hm.

Noch ein paar Worte zum Tallboy. Berghoch auf Asphalt fährt es sich super. Auf der Passstrasse hatte ich Dämper und Gabel blockiert und konnte so recht effizient hochkurbeln. Extreme Singletrail-Steigungen, wo ich die kleinsten Gänge fahre, sind nicht so der Hit. Das Vorderrad will deutlich rascher abheben, als am Spider29. Ich muss zudem ganz kosequent nach vorne auf die Sattelspitze rutschen, sonst bin ich einfach zu hecklastig und so lassen sich zum Beispiel Serpentinenkehren berghoch fast nicht bewältigen. Wie gesagt. Es ist nicht schlecht, doch ich muss mich daran gewöhnen. Bergrunter fährt es sich dafür wirklich sicherer als das Intense. Dabei merke ich vor allem die deutlich steifere Front. Das Tallboy-Vorderrad lässt sich punktgenau steuern und auch beim starken Bremsen oder in engen Bergab-Sepentinen verwindet sich nichts. Das ist wirklich ein Unterschied. Wäre also noch das Schlauchlos-Thema. Hmm... Was soll ich sagen? Eigentlich finde ich schlauchlos gut, doch der Racing Ralph Reifen ist dafür weder gebaut, noch sonderlich geeignet. Ich muss morgen mal schauen, wie ich das wieder richtig dicht kriege.

Tour-Vorbereitungen

Die letzten zwei Abende habe ich mir eine schöne Biketour für morgen Donnerstag gesucht und für die Verwendung auf dem GPS am PC gezeichnet. Der Wetterbericht ist schon lange gut und ich will richtig in die Berge. Eine schöne Mountainbiketour mit allem, wovon man auf kalten Wintertrainingsrunden träumt: Panorama, blauer Himmel, Hitze, Sonne, Berge, Wälder, Seen, Einsamkeit, Wanderwege, Singletrails, schieben/tragen, technische Downhills...

All das wird es morgen geben. Ich habe mir aus der Swiss Single Trail Map Glarus-Heidiland eine knackige Tour zusammengestellt. Ich starte in Schwanden im Kanton Glarus und fahre zuerst der Linth entlang und dann später die Klausenpassstrasse hoch, bis etwa Höhe Urnerboden. Dann wendet die Strecke und führt via Braunwald, den Seblengrat zum Oberblegisee, wo ich bestimmt einen Halt machen werde. Man befindet sich hier direkt südlich des Glärnisch-Massivs und ich freue mich auf diese Umgebung. Dann folgt nochmals eine Wanderweg-Steigung über den Leuggelstock bis zum mittleren Guppen. Da beginnt dann der 1'000-Höhenmeter-Schlussdownhill nach Schwändi und das Ausrollen nach Schwanden. Das PC-Programm errechnete nach dem Zeichnen der Tour eine Distanz von knapp 47 Kilometer und eine Höhendifferenz von etwas mehr als 2'200 Höhenmeter. Der höchste Punkt wird der Seblengrat sein, etwa 1'920 m.ü.m. Auf der Karte sind etwa 15 Kilometer schwarz gepunktet eingezeichnet was soviel bedeutet wie "schwieriger Singletrail" das heisst, ich muss mich unter Umständen auf längere Schiebe- und Tragepassagen gefasst machen.

Ich habe nun schonmal das Bike ins Auto gepackt und die Kleider für morgen bereit gelegt. So um etwa sechs Uhr will ich mit dem Auto losfahren, damit ich vor dem grossen Berufsverkehr an Zürich vorbei in Richtung Glarnerland komme. Wenn alles klappt, bin ich schon um etwa acht Uhr auf dem Bike und habe den ganzen Tag Zeit um alles zu geniessen. Ich freue mich riesig und ich bemühe mich, ein paar schöne Bilder mitzubringen.

Diese Tour wird eine erste echte Prüfung für das neue Bike. Ich bin gespannt, wie sich der Tallboy in schwierigem Gelände fährt und auch, wie ich damit die über 2'000 Höhenmeter berghoch verkrafte. Stay tuned.

Rapperswil - Chrüzegg

Die heutige Tour hatte ich schon lange im Visier. Ich sah eine Variante davon schon lange in der Swiss Singletrailmap Nr.6 und wollte diese oder eine ähnliche Tour "bei Gelegenheit" mal fahren. Diese Gelegenheit gab es also heute. Im Internet suchte ich einen entsprechenden GPS-Track und wurde hier auch prompt fündig. Die Tourdaten, knapp 60km, knapp 1'600 Hm, klangen doch recht vielversprechend. Also los, downloaden und auf's GPS kopieren.

Kurz nach acht Uhr morgens fuhr ich mit dem Auto zu Jürg, wo wir sein Bike einluden und dann nach Rapperswil zum Tourstart fuhren. Das Wetter war perfekt. Ein Sommertag ohne eine Wolke am Himmel. Kurz nach neun Uhr, als wir auf die Bikes stiegen, war es schon über 20° Grad und im Laufe des Tages sollte es nahe an 30° Grad geben. Ein echter Sonnencreme-Tag.

Wir starten in Richtung Osten und lassen schon bald die Auto-Zivilisation hinter uns. Die Strecke führt leicht ansteigend durch ein Waldgebiet und ist ideal um Körper und Geist etwas anzuwärmen. Die Natur im Schweizer Voralpenraum strotzt nun voller Energie. Überall grün. Das Gras steht teils einen Meter hoh und viele Wiesen werden gemäht, oder das schon trockene Heu wird eingebracht. Entlang der Strecke treffen wir immer wieder auf Bikeschilder, was uns ein gutes Gefühl gibt. An einem Tag wie heute sind natürlich viele Wanderer und andere Wegbenutzer unterwegs und da hilft es, wenn man auf offiziellen Strecken unterwegs ist. Trotz einiger Begegnungen gab es auch überhaupt keine Probleme.

Die Steigung von Wattwil hoch zum Chrüzegg kannten wir schon von einer Tour, die wir vor fünf oder sechs Jahren mal gefahren sind und wir erinnerten uns, dass ein paar ganz fiese und supersteile Abschnitte dabei sind. Man erkennt diese rasch. Sobald betonierte Abschnitte kommen, wird es richtig steil. Ich war heute überaus froh, am Santa Cruz auch ein 20er Kettenblatt angebaut zu haben, denn ich musste wirklich in den allerkleinsten Gängen fahren. Der Lohn für diese Schinderei war dann die traumhafte Aussicht von der Chrüzegg und die leckere Karte im Aussichtsrestaurant. Es war kurz nach zwölf Uhr mittags und wir gönnten uns frisch geschnittenen Bauernspeck und kohlensäurehaltige Getränke.

Die Abfahrt in Richtung Atzmännig war dann kürzer als gedacht und die Gegensteigung die dann folgte war steiler als erwartet. Wieder war das kleine Kettenblatt im Einsatz und der Puls lag längere Zeit an der oberen Grenze. Diese 200 Höhenmeter waren richtig schwer und ich hatte langsam leere Beine. Ich war froh, dass danach fast nur noch bergrunter ging. Und das war dann wirklich sehr schön. Die Route führte wunderschön entlang eines Baches, immer wieder über kleine Brücken, wirklich ein traumhafter Weg.

Auf dem letzten Wegabschnitt haben wir uns dann trotz GPS verfahren und kreuzten dann plötzlich unsere Anfahrtsstrecke. Wir wollten nicht mehr umdrehen und fuhren deshalb die letzten Kilometer genau die gleiche Strecke zurück, die wir hergekommen sind. Zum Schluss belohnten wir uns an der Seepromenade von Rapperswil mit einer Portion Gelati. Die Tour war super, wir waren müde und zufrieden. Das GPS sagt: 61km., 4:24 Std. 1'800 Hm.

Klausen und Pragel bei starkem Föhn

Morgens um sechs Uhr bin ich aufgestanden und habe mir eine Portion Spaghetti aufgewärmt und gegessen. Ich wollte Kohlenhydrate bunkern, denn auf der heutigen Tourwürde ich sie verbrennen können. Danach fuhr ich nach Brunnen an den Vierwaldstättersee, wo ich das Auto beim Bahnhof parkte. Um 08:17 startete ich die GPS-Aufzeichnung und rollte los, in Richtung Axenstrasse und Kanton Uri. Heute war es extrem windig. Föhn - Südwind. Der Urnersee ist ein bekanntes Föhntal und so hatte ich zu Beginn heftig Gegenwind. Vor allem in den Tunnels war's wie ein Kampf gegen ein riesiges Gebläse. Zudem war der Wind sehr böig, mal stark und schwer, dann wieder fast flau. Interessant. Ich war gespannt, wie sich weiter entwickelt.

Am Ortsausgang von Altdorf fotografierte ich dann diese Infotafel für Radfahrer. Man weiss also, dass es nun bergauf geht. Von der Steigung war ich angenehm überrascht. Nie wirklich steil und sehr gleichmässig windet sich die Strasse entlang des Schächentals in die Höhe. Ich kann alles im mittleren Kettenblatt hochfahren und brauche ziemlich genau zwei Stunden, bis ich oben auf der Passhöhe ein obligates Gipfelbild schiessen kann. Erwähnen will ich noch die Windsituation. Der Föhn bliess stark talaufwärts und teilweise kriegte ich spürbare Windunterstützung und konnte schneller fahren, als ohne Wind. Zudem war der Wind sehr warm und so war es auf über 1'900 Metern über Meer noch immer angenehm. Der Himmel war meist bewölkt, was aber während des Anstiegs ganz angenehm war.

Nach einem Schoggigipfel mit Latte Macchiato im Restaurant auf der Passhöhe machte ich mich auf die Abfahrt in Richtung Urnerboden und Linthal. Ich war froh, die Tour in diese Richtung zu fahren, denn die Glarner Seite der Klausenpassstrasse war deutlich coupierter (was ich kräftezehrender finde). Es folgten schöne und leichte Kilometer entlang der Linth, bis zum Kantonshauptort Glarus (480 M.ü.M.), alles auf speziellen Radwegen.

Dann stand der Anstieg zum zweiten Pass des Tages auf dem Programm. Diese Steigung besteht aus zwei Teilabschnitten. Zuerst 400 Höhenmeter bis zum Klöntalersee und danach noch 700 Höhenmeter bis zur Passhöhe. Ich hatte schon früh einen Verpflegungshalt am Klöntalersee eingeplant und freute mich zu Beginn der Steigung schon darauf. Doch das musste ich mir erkämpfen. Die Strasse war zeitweise so steil, dass ich auf's kleine Kettenblatt runterschalten musste und so ganz frisch waren meine Beine mittlerweile ja auch nicht mehr.

Ich bestellte mir zuerst ein Salamibrot und danach einen Coupe Romanoff, zugegeben, eine etwas komische Kombination, doch was soll's. Es sollte mir einfach noch den nötigen Treibstoff für die letzte Steigung geben, denn es warteten noch ein paar steile Rampen auf mich. Was ich zum Glück nicht schon vorher wusste... Ich war nun ziemlich müde und fuhr deshalb oft ganz kleine Übersetzungen. Einfach dranbleiben war mein Motto und dies hat mich dann auch bis zur Passhöhe gebracht. Da machte ich das schöne Bild des Kish vor imposantem Hintergrund. Auf der Abfahrt vom Pragel machte ich bei einer kleinen Molkerei/Käserei einen Halt und genoss die feine Buttermilch. Weil es von da bis zum Auto fast nur noch bergab geht, kaufe ich noch frischen Jogurt und eine zweite Flasche Buttermilch und verstaue alles im Rucksack. Sehr fein, das mag ich wirklich gerne. So quasi als Erinnerung.

Die Fahrt durchs Muotatal und die letzten flachen Kilometer waren dann wieder gegen den Wind, was ich nun nicht mehr wirklich gebraucht hätte... ich musste beissen und war letztendlich froh wieder in Brunnen und zurück beim Auto zu sein. Die Uhr zeigte 16:40 Uhr. Heftig. Das GPS sagt: 131km., 7:13 Std., 2'900 Hm. Tja, für 3'000 Höhenmeter hat es also doch nicht ganz gereicht. Egal, ich war platt! Es war eine schöne, lange und anstrengende Tour. Wie erwartet. Das Wetter war perfekt zum Radfahren. Meist bedeckter Himmel, doch immer angenehm warm. Ja, das war gelungen!

Vorbereitung

Der Wetterbericht für morgen ist prächtig und deshalb habe ich eine grosse Velo-Strassentour geplant. Ich will mit dem Kish zuerst über den Klausenpass und dann noch über den Pragelpass. Die GPS-Daten habe ich von hier.

Ich bin noch nie zuvor eine Tour mit über 3'000 Höhenmetern gefahren und 130 Kilometer Distanz ist für mich auch heftig viel. Das wird super anstrengend. Ich rechne mit etwa 7 Stunden Fahrzeit plus 2 Stunden für Pausen. Wenn ich also um 09:00 Uhr mit dem Velo losfahren kann, sollte ich gegen 18:00 Uhr wieder beim Auto sein... Uff...

Ibergeregg

Gestern Abend entschied ich mich, heute mit dem Kish eine schöne Strassenrunde zu fahren. Ich suchte mir im Internet eine Rennradrunde heraus, in der es einen Anstieg von mehr als 700 Höhenmeter am Stück gibt. Das heisst, ich wollte mal länger als eine Stunde lang nur berghoch fahren und somit meinen Organismus stetig belasten, ohne Ausruhzeiten bei Flachstücken oder Abfahrten. Für diese Tour habe ich mich dann entschieden.

Ich fuhr also am Morgen mit dem Auto nach Zug und versuchte da mein Auto gebührenfrei abzustellen, was gar nicht so einfach war, denn in Zug gibt es Parkhäuser aber keine Parkplätze und Parkhäuser kosten nun mal. Das hat ein paar Minuten gedauert, doch ich fand bald ein geeignetes Plätzchen, packte das Bike aus dem Kofferraum und machte mich abfahrbereit.

Zuerst ging es flach entlang des Zugersees und von da via Art und Golda nach Lauerz, an den Lauerzersee. Nach etwa 20 Kilometern machte ich dieses Bild von der Insel Schwanau im Lauerzersee. Am Ende des kleinen Sees, bei Seewen (Sz) war dann Schluss mit flach und gemütlich. Ab Schwyz startete die Strasse hoch zur Ibergeregg und unten ist eine Hinweistafel für Radfahrer angebracht. Darauf steht: "Strasse steigt um 870 Meter auf 9,5 km". Et voilà! Ich habe es so gewollt...

Ich halte kurz an und verstaue die leichte Jacke im Rucksack. Der Himmel ist ziemlich stark bewölkt, doch es ist mit über 20° Grad angenehm warm. Die Steigung beginnt recht angenehm und ich finde rasch einen guten Rhythmus. Ich halte den Puls unter 140 Schlägen und kurble gleichmässig hoch. Ich versuche den Mund zu schliessen und nur durch die Nase zu atmen, doch es gelingt mir nicht. Die Anstrengung ist zu gross. Bald tropft der Schweiss in regelmässigen Abständen vom Kinn. Ich fahre in einem Stück hoch bis zur Passhöhe und brauche dafür etwa 75 Minuten. Das ist für mich normal schnell und entspricht den angenommenen 700 Höhenmeter Steigleistung pro Stunde.

Ab etwa der Mitte der Steigung kriegte ich langsam Hunger und mir war klar, dass ich im Restaurant auf der Passhöhe der Ibergeregg eine Pause machen und im Restaurant etwas Essen werde. Zu meiner Überraschung war ich der einzige Gast, als ich das Restaurant betrat und die Bedienung fand es ziemlich mutig, dass ich draussen auf der Terasse sitzen wollte. "Das kommt bestimmt bald regnen." meinte sie, doch als prinzipieller Optimist blieb ich Draussen und bestellte mir heissen Käsekuchen mit einem grünen Salat. Dazu einen halben Liter Apfelschorle und zum Abschluss ein Caffé Crème.

Die Wolkendecke wurde wirklich immer dichter und es sah vor allem auf der Nordseite, da wo ich hin wollte, gar nicht gut aus. Ich wollte nicht mehr länger zuwarten, bezahlte und schwang mich in den Sattel für die rasante Abfahrt bis nach Oberiberg. Doch der Zeitpunkt war schlecht gewählt, denn nach ein paar ersten, zaghaften Regentropfen kam ich in ein richtiges Gewitter. Rasch zog ich die Regenjacke an und packte den Rucksack in die Regenhülle. Mehr hatte ich nicht dabei und so spritzte mir auf der schönen Abfahrt immer mehr Wasser in die Schuhe und schon bald war ich völlig durchnässt. Das hätte nicht unbedingt sein sollen. Egal. Schon wenige Kilometer später hellte sich der Himmel wieder auf und die Strassen waren wieder trocken. Das war wirklich nur ein lokaler Schauer. Also wieder anhalten und die Regenjacke einpacken, damit ich die Kleider an der Luft trocknen konnte. In den Schuhen stand das Wasser...

Die Übung mit den Regenkleidern musste ich dann kurz nach Biberbrugg nochmals durchziehen. Wieder regnete es zwar kurz aber heftig. Diesmal beschloss ich unter einem Vordach Schutz zu suchen und zu warten, bis der gröbste Schauer vorbei ist. Kaum zehn Minuten später konnte ich dann weiterfahren und ich freute mich, schon bald zurück beim Auto zu sein. So langsam spürte ich ein Ziehen in den Kniekehlen und die Beine wurden auch zunehmend müde. Als ich beim Auto dann die Tourdaten angesehen habe, war alles wie geplant. Mein GPS zeigte bis auf ein paar wenige Meter genau die selbe Streckenlänge und Höhendifferenz an, die der Track auf gpsies.com angegeben hatte. Das GPS sagt: 86 km., 4:08 Std., 1'400 Hm.

Abends um sechs Uhr war ich dann noch mit Andrea, eine Vitaltrainer-Kammeradin, auf eine Rund Nordic Walking verabredet. Nach der Dusche zu Hause blieb also nicht viel Zeit und ich machte mich auf zum Treffpunkt. Andrea hat dann ein knackiges Tempo angeschlagen und obwohl die Strecke mehrheitlich flach war, war ich gut gefordert. Ich genoss die Schulterbewegung und den Armschwung. Wir haben die Belastung gemäss Richtlinien gewählt: So, dass man noch reden kann. ;-) So konnten wir uns während des Laufens gegenseitig etwas informieren über all die Dinge, die derzeit so los sind. Das war sehr angenehm und die schöne Abendstimmung trug auch noch ihren Teil dazu bei. Das war wirklich eine schöne Stunde. Das GPS sagt: 6,1km., 1:00 Std., 80 Hm.

Heute erlebte ich einen schönen Sporttag und ich werde bestimmt gut schlafen...

an die Küste

Nach den gestrigen Anstrengungen war klar, dass wir heute eine etwas gemütlichere Tour fahren werden. Aufgrund des Wetterberichts wollten wir in Küstennähe bleiben und so schlug ich eine Tour an zu den Ortschaften Spotorno und Varigotti vor.

Vor dem Start pflegten wir noch kurz unsere Bikes und dabei wechselte ich gleich die hinteren Bremsbeläge mitsamt einer neuen Feder, womit sich mein gestriges Problemchen gleich erledigte. Kurz vor zehn Uhr legten wir dann los und begrüssten den Biketag mit dem gleichen Downhill wie gestern, runter nach Calvisio. Es hatte über Nacht leicht geregnet und so waren die Trails heute etwas feuchter und stellenweise leicht rutschig, etwas dreckiger, aber soweit harmlos.

Im Tal zweigten wir heute aber nach rechts ab und es folgte die Steigung des Tages bis auf knapp 500 Meter über Meer. Zuerst eine gemütliche Asphaltstrasse, die immer schmaler und steiler wurde und die letzten Kilometer waren dann auf Schotter und ziemlich kräftezehrend. Oben angekommen hatten wir dann eine ansprechende Aussicht. Wieder war es leicht neblig oder wolkig, wenig kontrastreich, doch immerhin besser als gestern. Es folgte eine längere Schotterpiste auf dem Hügelrücken, bevor dann die letzen Kilometer immer steiler hinunter zur Küste führten. Die Wege waren wieder super und die gewählte Strecke war nicht sehr schwer, so dass man auch mal Zeit hatte um die immer wieder schönen Ausblicke zu geniessen.

An der Seepromenade von Spotorno machten wir dann einen Verpflegungshalt und genossen in der Sonne nochmals Brötchen mit Speck und Käse. Diese spühlten wir dann mit einen Cappuchino runter, bevor wir uns wieder in den Sattel schwangen. Es galt nun wieder einen etwa 350 Höhenmeter hohen Hügelrücken zu erklimmen und auf der anderen Seite dann runter nach Varigotti zu fahren. Von da fuhren wir dann gemütlich im Sonnenschein der Küste entlang und kehrten nun schon zum dritten Mal im selben Caffee an der Piazza in Finale Ligure ein. Nun war es angenehm warm und man konnte gut noch etwas sitzen und schwatzen.

Später sind wir dann die bekannte Schlusssteigung zum Hotel hoch gefahren und haben dann die Bikes gründlich gewaschen, geputzt und für Morgen vorbereitet. Dann die geliebte Dusche und nun freue ich mich auf das bestimmt wieder sehr feine italienische Essen. Das GPS sagt: 45 km., 3:55 Std., 1'320 Hm

Königstour in Finale Ligurie

Als wir uns nach acht Uhr zum Frühstück trafen, schien die Sonne an einem meist blauen Himmel. Die Temperatur sollte im Laufe des Tages bis gegen 17° Grad ansteigen. Der Wetterbericht sagte voraus, dass es im Tagesverlauf immer mehr Bewölkung und Nebel geben würde und dass gegen Abend auch vereinzelt ein paar Regentropfen fallen könnten.

Wir besprachen während des Frühstücks die Optionen und einigten uns auf die "Königstour". Ich hatte auf GPSies.com eine sehr interessante Tour gefunden, welche Pian dei Corsi (alte Nato-Basis) und Passo di Melogno beinhaltet. Mit Start und Ziel im Zentrum von Finale Ligure lagen etwa 67 Kilometer und 1'700 Höhenmeter vor uns. Jürg hatte Speck und Käse dabei und der sehr nette Hotelier hat uns acht frische Brötchen mitgegeben, damit wir genügend Proviant für unterwegs dabei hatten. So konnten wir kurz vor halb zehn Uhr gut gerüstet und motiviert starten.

Nach dem "Morgendownhill" runter nach Finale Ligure folgte eine erste Asphaltauffahrt zum warm werden, bevor ein ausgedehnter Singletrailabschnitt folgte. Der Wanderweg führt durch einen dichten Wald und am Boden gibt es immer wieder sehr steinige Abschnitte. Hier sind die Steine jedoch sehr gross und flächig, so dass man gut darüber fahren kann. Ausserdem ist die Steinoberfläche nicht rutschig sondern etwas porös und dadurch sehr griffig. Das macht wirklich Spass und auch steile berhoch-Rampen lassen sich so fahren.

Die Wolken haben sich an den höheren Hügel festgesetzt und etwa ab 800 Meter über Meer war dann Schluss mit Aussicht. Wir fuhren mitten in einer dichten Wolke hoch zum Pian dei Corsi und von da weiter zum Passo di Melogno. Dort machten wir im Bergrestaurant einen Mittagshalt und verdrückten eine Portion Lasagne. Wir hatten schon ziemlich Kilo- und Höhenmeter hinter uns und so waren wir auch entsprechend hungrig. Nach einem Kaffee machten wir uns dann wieder auf den Weg und etwa eine halbe Stunde später waren wir am höchsten Punkt unserer Tour, auf 1'200 Metern über Meer angelangt. Von letztem Jahr weiss ich, was für ein fantastisches Panorama sich einem bieten kann, doch heute war alles grau in grau, eine dichte Wolke. Wir waren schon froh, dass keine Regentropfen fielen.

Die nachfolgenden eineinhalb Stunden gehörten der Adrenalin- und Serotonin-Ausschüttung. Der gewählte Downhill war absolute Spitzenklasse. Teils schnell und einfach und teils technisch schwierig, steinig, mit Stufen und engen Kehren. Ein paar Mal mussten wir kurz absteigen und etwas schieben, doch 99% war fahrbar und sensationell! Zweimal wurden wir gestoppt. Zuerst machte meine hintere Scheibenbremse komische Geräusche, was sich beim untersuchen als eine verbogene Feder zwischen den Bremsbelägen herausstellte. Ich demontierte kurz den Bremssattel und nahm die Feder heraus, womit sich das Problem erledigte. Später fuhr sich dann Geri den ersten Plattfuss dieser Ferien, ansonsten verlief alles problemlos und einfach perfekt.

Trotz all den vielen tollen Singletrails wurden wir doch langsam müde und so sehnten wir uns den Cappuchino auf der Piazza gegen Tourende doch noch ziemlich herbei. All die vielen Eindrücke dieser Tour mussten auch irgendwie verarbeitet werden und die vielen Höhenmeter zeigten nun schon ihre Wirkung.

Die Stärkung im Ortskern von Finale Ligure hat uns gut getan und so sind wir zum Schluss gut gelaunt die letzten 150 Höhenmeter hoch bis zu unserem Hotel geradelt, wo wir die Bikes nur schnell in die Garage stellten und uns dann in Richtung Dusche verzogen.

Es war eine superschöne, doch auch sehr anstrengende Tour. Natürlich wäre noch besseres Wetter wünschenswert gewesen, doch wir mussten so oder so meist vor das Vorderrad schauen und dafür spielt die Aussicht eine untergeordnete Rolle... Das GPS sagt: 75 km., 6:27 Std. 2'180 Hm.

lange Oberlandtour

Nach einem ausgiebigen Frühstück packte ich meinen Rucksack und machte mich gegen halb zehn Uhr auf den Weg zu der geplanten Zürich-Oberland-Tour. Das Wetter war perfekt. Blauer Himmel, den ganzen Tag Sonne und Temperaturen bis gegen 26° Grad, einfach super! Die Wanderwege waren nach wie vor staubtrocken und perfekt fahrbar. Ideale Bedingungen.

Ich liess es gemütlich angehen, weil ich ja wusste, dass es eine lange und anstrengende Tour geben wird. Die Vögel zwitscherten im Wald und viele kleine Waldblumen versprühten ihren Frühlingsduft. Da heisst es tief durchatmen und geniessen. Nach den ersten drei Hügeln machte ich eine erste Pause und verspeiste einen Apfel. Bald schon fuhr ich weiter und der Tourverlauf erinnerte mich an die Feststellung, die ich schon vor zwei Jahren gemacht habe. Es folgen immer wieder sehr steile bergauf-Rampen, die ich entweder nur in den kleinsten Gängen schaffe, oder wo ich dann wirklich schieben muss. Der Fussweg nach Manzenhueb ist so ein Beispiel. Anfangs wird es immer steiler und ich kämpfe mich im kleinsten Gang so weit hoch wie möglich. Dann absteigen und schieben. Es wird so steil, dass selbst schieben schwer fällt. Das macht man ja alles nur dafür, dass man auf der Rückseite des Hügels dann einen prächtigen Wanderweg runter fahren kann. ;-)

Ich plante beim Tierpark Bruderholz einen Verpflegungshalt einzulegen und auf dem Weg da hin, ging mir auch das Wasser im Rucksack aus. Leider musste ich dann feststellen, dass das Restaurant geschlossen war, obwohl viele Leute und Familien den Tierpark besuchten. "Heute Ruhetag". Schade. Damit hatte ich nicht gerechnet. Am Brunnen läuft auch kein Wasser... in ein paar Kilometern komme ich an einer Tankstelle vorbei, da kann ich im Shop bestimmt etwas kaufen. Doch leider klappt auch das nicht. Die Tankstelle wird derzeit umgebaut und ist geschlossen... Mist. O.K. Noch ein Hügel weiter, da komme ich zu einem schönen Restaurant. Da muss es doch klappen. Nein, leider auch da Fehlanzeige "14:00 - 16:30 Uhr geschlossen". Es ist 15:30 Uhr... Immerhin kann ich am nahen Brunnen meinen Trinkrucksack wieder auffüllen... Ich habe Hunger und bin müde... den letzten Hügel umfahre ich deshalb und endlich finde ich eine Energietankstelle, eine offene Bäckerei mit Kaffee. Ein Schokogipfel mit Rivella und danach ein Erdbeertörtchen mit Kaffee. Mmmhhh... das habe ich wirklich gebraucht.

Ich überlege wirklich nur sehr kurz, ob ich auf direktem Weg nach Hause fahren soll, oder ob ich jetzt, nochmals gestärkt, noch ein paar Kilometer anhängen soll. Die Hundertergrenze wäre vielleicht noch ein mögliches Ziel... Nein. Heute nicht. Ich habe genug. Genug Anstrengung, genug Sonne, genug Hitze... ich will nach Hause und mich auf dem Gartensitzplatz etwas erholen. Als ich dann vor der Garage das GPS durchklicke bin ich zufrieden. 88 km., 6:00 Std., 2'040 Hm. Das war wirklich sehr schön. Wie ein vorweggenommener Sommertag. Wenn die Geschichte mit der Verpflegung etwas besser geklappt hätte, hätte ich das Tourende wohl etwas mehr geniessen können. Doch was soll's? Das wäre Jammern auf höchstem Niveau und das muss wirklich nicht sein. Es war ein perfekter Biketag und die heutige Tour hat sehr gut dazu gepasst. Danke!