Regentag

Ich bin schon fast geneigt zu sagen: ENDLICH wieder einmal ein Regentag, an dem ich guten Gewissens zuhause bleiben kann. Der letzte freie Tag unter der Woche war der 17. Mai. Seither war ich immer 6 von 7 Wochentagen mit der Rikscha in Zürich unterwegs.

Natürlich gäbe es nun genügend Dinge, die ich fürs Geschäft machen könnte/müsste. Die neue Datenschutzverordnung verlangt nach Anpassungen an der Homepage und auch sonst gibt es noch einige Arbeiten, die ich angehen könnte/sollte.

Doch ich geniesse lieber diesen freien Tag. Am Morgen liess ich mir die Haare schneiden und ging kurz einkaufen. Seither sitze ich am PC und am Tablet und update beides auf den aktuellen Stand. Zwischendurch lese ich etwas und denke daran, einen Blogeintrag zu schreiben. Und da ist dann wieder diese Leere oder Unsicherheit. Was soll ich nur schreiben?

Ich könnte einige Dinge nacherzählen. Am letzten Sonntag waren wir z.B. mit Freunden mit einem kleinen Boot auf dem Rhein unterwegs, genossen den herrlichen Tag und badeten im Fluss. Das war ein wirklich sehr schöner Tag. Ich habe das Handy zuhause gelassen, deshalb habe ich keine Bilder davon.

Ansonsten setzt sich die, schon seit längerem stattfindende Veränderung zu mehr Stille fort. Das ist sehr schwierig zu beschreiben. Ich werte und beurteile Erlebtes immer weniger und deshalb erfahre ich mehr Stille und Akzeptanz. Ich mag nicht mehr alles benennen und somit Etiketten ankleben, will mich auch nicht allzu lange mit Erlebtem/Gesehenem/Gehörtem/Gelesenem aufhalten, denn schon zeigt sich der nächste Augenblick, den ich auch wieder mit Frische erleben möchte. Da stören allzu viele Gedanken und Worte nur. So erscheint mir das Leben intensiver. Ich habe das Gefühl, mehr bei "der Sache" zu sein und weniger Gedanken und Vorstellungen nachzuhängen.

Und was das Schreiben anbelangt stecke ich immer noch in meinem Sprach-Dilemma... Sprache ist Teil dieser relativen Welt... Sprache ist dualistisch, wie ein zweischneidiges Schwert. Alles was ich sage oder schreibe schliesst das nicht-gesagte und das nicht-geschriebene aus. Es teilt die eine Wirklichkeit in einen sichtbaren und einen unsichtbaren Teil. Es ist also immer nur eine Beschreibung und nicht die volle Wirklichkeit. Das ist einfach eine Realität und an sich kein Problem. Doch es verunsichert mich, weil ich oft denke: "ich könnte das genaue Gegenteil denken/schreiben und es wäre genau so wahr." Ich will mich dann nicht für eine Seite entscheiden... und bleibe still.

Grobmotoriker

Mit dem Training des Zehnfingersystems werden meine bescheidenen motorischen Fähigkeiten schonungslos aufgedeckt. Obwohl grundsätzlich ein Bewegungsmensch, bin ich ziemlich grob gestrickt. Meine früheren Yoga-Aktivitäten zeigten, dass ich sehr ungelenk und wenig elastisch bin. Vor etwa 20 Jahren versuchten meine Frau und ich Klavier zu spielen und besuchten zu diesem Zweck etwa ein Jahr lang Klavierstunden. Auch da hatte ich schon das Problem, dass es mir grosse Mühe bereitet, einzelne Finger, unabhänging von den danebenliegenden Fingern, zu bewegen.

Daumen und Zeigfinger sind nicht das Problem. Die braucht man ja immer um etwas zu greifen und zu halten. Mittelfinger geht auch noch so einigermassen. Ganz schlimm ist die gezielte Bewegung des Ringfingers. Da zieht es oft den Mitterfinger mit, oder der kleine Finger zuckt. Es scheint, als sei ich nervlich nicht richtig verdrahtet oder zumindest eingerostet. Es braucht Anstrengung und Zeit, bis die Verbindung von Hirn zu Finger wieder flüssiger läuft. Da hilft wohl nur Übung.

mehr Finger auf die Tastatur!

Ich kann es nicht. Ich konnte es nie. Ich habe es nie gelernt. Das Zehnfingersystem.

Das habe ich schon immer an meiner Frau bewundert. Sie kann am PC sitzen und so schnell schreiben, wie ich höchstens denken kann. Ihre Finger fliegen flink über die Tastatur und ihr Blick bleibt ruhig auf dem Bildschirm. Das ist Maschinenschreiben in Perfektion!

Ganz anders bei mir. Ich tippe mit drei, vier, vielleicht einmal mit 5 Fingern. Dabei blicke ich meist auf die Tastatur um die gesuchten Tasten zu finden und zu treffen. Natürlich funktioniert das auch und überraschenderweise gar nicht mal so langsam. Ich habe mir mein eigenes System nun ja auch schon über 20 Jahre lang antrainiert. Es ist aber schlicht und ergreifend ineffizient. Auch das abwechseld auf die Tastatur oder den Monitor schauen ist doof.

Da ich wegen des schlechten Wetter ja derzeit oft zuhause bin und in Zukunft vermehrt etwas schreiben will, kann ich die Zeit auch nutzen um mich mal an das Zehnfingersystem zu wagen. Kurz gegoogelt und dann gleich für einen kostenlosen Onlinekurs registriert (diesbezüglich ist das Internet einfach super!).

Ich gebe es ganz offen zu: Über die ersten Fingerübungen bin ich noch nicht hinausgekommen. Es fällt mir schon schwer, die Finger auf die richtigen Tasten zu legen ohne gleich zu verkrampfen (vielleicht wäre dafür eine externe Standardtastatur besser als die etwas kleinere und flachere Laptop-Tastatur). Es wird vermutlich nicht ganz einfach werden um ein über Jahre antrainiertes Fehlverhalten zu korrigieren. Dazu werde ich wohl einige Zeit und vor allem viel Übung investieren müssen. Vorgeschlagen wird ein- bis zweimal täglich je 15-30 Minuten. Das sollte machbar sein.

Als Schlussbemerkung vielleicht noch: Ich habe Jahrzehnte in Büros und vor Computern verbracht und dabei festgestellt, dass die grosse Mehrheit meiner Berufskollegen genauso mit einem eigenen Wenigfingersystem arbeiteten. Nur ein paar Wenige konnten blind schreiben. Irgendwie erstaunlich. Und auch wieder nicht, denn eigentlich kamen alle aus technischen Berufen, ohne kaufmässische Grundausbildung. Und ein korrektes Zehnfingesystem erlernen wohl die meisten Menschen da.

O.K. Ich nehme mir vor, dass ich bis Ende Jahr in der Lage bin, mit geschlossenen Augen einen Blogeintrag zu schreiben. Bin gespannt, ob ich das schaffe!

bessere Texte

Schreiben lag mir schon immer irgendwie. Ansonsten wäre ich vor über 12 Jahren ja nicht auf die Idee gekommen um dieses Weblog zu starten. In dieser Zeit habe ich mich nie sonderlich um meinen Schreibstil gekümmert. Genauso wenig wie ich mich um die potentiellen Leser gekümmert habe. Damit verfolgte ich also kein konkretes Ziel, sondern legte das Ganze als ein Ego-Projekt an, wo vielleicht ab und zu mal jemand anders als ich selbst darin rumstöbert.

Mit der neuen Bike Butler Homepage habe ich auch dort eine Kategorie "News&Blog" eingeführt. Der Hintergrund war rein praktischer Natur. Damit man bei Suchmaschinen gut bewertet wird, muss sich der Seiteninhalt möglichst regelmässig ändern. Da unser Rikscha-Angebot selbst ziemlich statisch ist, kann ich dieses Ziel eigentlich nur durch neuen, sich ändernden, Inhalt erreichen.

Im Internet findet man ganz viele Tipps zur Suchmaschinenoptimierung und fast überall steht zuoberst: Content first. Das heisst: möglichst regelmässig neuen und interessanten Inhalt zu veröffentlichen. Möglichst Inhalt, der dem Leser/Zielpublikum einen gewissen Mehrwert bringt, ihn z.B. hinter die Kulissen schauen lässt oder, der zumindest unterhaltsam ist. Natürlich immer in Bezug auf das eigene Angebot, damit man die nötigen Keywords (Schlüsselwörter, die Suchmaschinen lieben) locker integrieren kann.

Auf der Geschäftshomepage schreibe ich also nicht für mich. Der Text muss demzufolge nicht mir gefallen, sondern einem unbekannten Leser. Im optimalen Fall verleitet der Blogeintrag jemand dazu, um selbst eine Rikschafahrt zu buchen. Denn primär geht es ja nicht um die Suchmaschinen, sondern um die Menschen die durch diese Suchmaschinen auf unsere Internetseite kommen. Der Text muss also ganz bestimmte Kriterien erfüllen und Ziele verfolgen.

Das bedeutet letztendlich: Jeder News&Blog-Eintrag ist wie ein kleiner Werbebrief. Also: Die Überschrift muss Appetit machen um weiterzulesen. Ein paar Bilder (aber nicht zu viele) helfen in der Veranschaulichung. Dann muss der Text interessant und einfach lesbar sein. Nicht zu kurz und nicht zu lang. Und zum Schluss soll der Leser möglichst sanft zu einer Aktion/Buchung aufgefordert werden.

Hier kann ich nun an die letzten Beiträge in diesem Blog anknüpfen. Ich muss lernen und üben. Das hat nichts mit Talent zu tun. Man findet genügend Infomaterial im Netz, welches einem hilft um ansprechende Texte zu schreiben, die letztendlich auch funktionieren. Sowohl für Menschen/Interessenten, wie auch für Suchmaschinen. Also: Mach mal und lerne etwas Neues!