mehr Grip

Mein TREK 1120 ist original mit leichten und kleinem Profil versehenen Reifen ausgerüstet. Die Bontrager XR2 sind gute Sommerreifen mit geringem Rollwiderstand. Für die nun kommenden Herbst- und Wintermonate wollte ich aber einen griffigeren Pneu, mit grösseren Stollen, der auch im Matsch noch gut funktioniert. Natürlich habe ich mich in verschiedenen Bikeforen schlau gemacht und zum Schluss standen noch der Maxxis Minion DHR und der Bontrager XR4 zur Auswahl. Oben sieht man nun, welcher es geworden ist.

Die Reifen sind heute angekommen und als erstes legte ich sie auf die Waage. Jeder wiegt 1'120 Gramm. Im Vergleich zu den XR2 mit 860 Gramm, wird also mein Bike nun gleich ein halbes Kilo schwerer :-O. Egal. Mehr Grip ist mir das wert und mehr Gewicht steigert zudem den Trainingseffekt ;-).

Am Nachmittag verzog ich mich in die Werkstatt und wechselte die Reifen. Links sieht man die blaue Tubeless-Sauce, die nach 9 Monaten Gebrauch im Vorerreifen übrig geblieben ist. Natürlich musste ich alles zuerst mal sauber putzen und da vertraute ich dem Herstellerhinweis "umweltschonend und biologisch abbaubar". Also habe ich Reifen und Felgen mit Wasser und Geschirrspüler ausgewaschen. Die neuen Reifen habe ich danach auch wieder Tubeless montiert.

Diesmal verwende ich jedoch eine andere Dichtflüssigkeit. Das blaue Zeug war Finish Line Tubeless Tire Sealant. Die Flasche war sowieso leer und weil ich doch einige negative Erfahrungsberichte darüber gelesen habe, wechselte ich nun zu Effetto Mariposa Caffélatex. Während Finish Line mit "hält ein Reifenleben lang" Werbung macht, soll/muss man Latex-basierende Dichtmilch nach etwa 6 Monaten wechseln, da sie auszutrocknen beginnt. Das spielt bei mir keine wirkliche Rolle, da ich spätestens im Frühling die Reifen wieder zurück auf die XR2 wechsle.

Nach der erfolgreichen Montage wollte ich natürlich noch eine kleine Testrunde drehen. Das hat auch den Vorteil, dass sich die neue Dichtmilch gleich gut im Reifen verteilt. Das grobe Profil erzeugt auf Asphalt doch deutlich höhere Abrollgeräusche. Doch für Asphalt sind Stollenreifen ja auch nicht gedacht :shame:. Ich wählte absichtlich eine ziemlich steile und matschige Auffahrt durch den Wald, wo ich früher schon mal Probleme hatte um den nötigen Halt zu finden. Diesmal ging es viel besser. Heute ist wirklich spürbar mehr Grip vorhanden, das Profil beisst sich fest und ich kann den ganzen Anstieg in einem Zug hochfahren. Der erste Eindruck ist also wirklich gut. Ich freue mich deshalb schon auf weitere, kommende Touren. :heart:

Edeltuning...

Rational kann ich das nicht wirklich begründen. Doch ist das bei einem Hobby wirklich nötig? Da spielen Emotionen eine wichtige Rolle. Man kann sich an Kleinigkeiten erfreuen, die für Andere völlig bedeutungslos sind. So ist das auch beim heutigen Thema.

Nachdem ich die schwarzen Gepäckträger ans TREK 1120 schraubte fiel mir sofort auf, dass die silbernen Befestigungsschrauben nicht wirklich passen. Besser wären schwarze oder blaue Schrauben. Perfekt wären dementsprechend farbige Titanschrauben. Der einzige Nachteil: Titanschrauben sind ziemlich teuer. Eigentlich unverschämt teuer. Doch das hat natürlich auch seine Gründe. Titan ist sehr zäh und fest, korrodiert nicht und ist vergleichsweise leicht. Das sind wichtige Gründe, weshalb vor allem in der Medizinaltechnik Titanschrauben eingesetzt werden. Diese exklusiven Eigenschaften braucht es an einem Velo nicht. Es ist also reiner Luxus...

Zum heutigen Geburtstag schenke ich mir jedoch diesen Luxus. Der Verstand liess bei der Online-Bestellung den Finger über dem Bestell-Button zwar noch etwas zucken, die Unvernunft Leidenschaft hat sich dann aber doch durchgesetzt. ;-)

neuer Reifen, 29x3,0"

Heute konnte ich meinen neuen Hinterreifen beim freundlichen Bikehändler abholen. Ich war ganz überrascht, als mir der Reifen als kostenloser Ersatz für den defekten Reifen angeboten wurde. Super! Damit habe ich echt nicht gerechnet und wie man vielleicht am Preisschild erkennen kann, habe ich somit Fr. 85.00 gespart. Tja, manchmal lohnt es sich eben doch, den lokalen Handel zu unterstützen...

Der Original-Reifen hiess ja Chupacabra und dessen Nachfolgemodell heisst nun XR2. Das Profil ist gleich geblieben. Die Änderung die mir auffiel ist, dass der neue Reifen nun mit einer 120TPI-Karkasse gebaut ist, während der Chupacabra noch mit 60TPI aufgebaut war. TPI heisst Threads Per Inch und beschreibt, wieviele Aramidfäden pro inch (2,54cm) in den Reifenaufbau verwoben wurden. Je dichter dieses Gewebe, desto stabiler der Reifenaufbau und desto geringer die Gefahr eines Durchstichs. Der Originalreifen ist ja direkt an der Felgenflanke eingerissen und ich kann mir schon vorstellen, dass ein dichteres Gewebe auch an der Stelle stabiler ist. Man wird sehen.

Als ich nach der Arbeit nachhause gekommen bin wollte ich den Reifen natürlich gleich montieren. Zuerst legte ich ihn aber auf die Küchenwaage um zu überprüfen, ob der Pneu wirklich nur 850 Gramm schwer ist. Meist schummeln die Hersteller bei Gewichtsangaben und die Reifen wiegen effektiv dann mehr. Das war hier aber nicht der Fall. Die Küchenwaage zeigte 848 Gramm. Passt also. Ich montierte den Reifen vorerst einmal mit Schlauch. Am Sonntag werde ich dann wohl wieder auf Schlauchlos umrüsten. Bis dann kann sich der aufgepumpte Reifen an die Felge anpassen.

Anpassungen

Wenn ich ein neues Bike kaufe, dann brauche ich ein paar 100 Kilometer, bis ich wirklich damit zufrieden bin. Damit meine ich, bis ich es auf meine Körpermasse, Bedürfnisse und Vorlieben angepasst habe. Auch diesmal fing es mit Sattel, Lenker, Griffen und Pedalen an. Also alle Kontaktpunkte zwischen Rad und Mensch. Da weiss ich mittlerweile recht gut, was ich mag und was für mich funktioniert.

Am letzten Samstag merkte ich dann, dass ich doch noch etwas kleinere/kürzere Gänge gebrauchen könnte. Auch im Hinblick auf die geplante Radreise, da ich dann ja noch mit Gepäck unterwegs bin und so noch mehr Gewicht berghoch treten muss. Auf Grund des schlechten Wetters hatte ich auch genügend Zeit um in Internet nach Möglichkeiten und Alternativen Ausschau zu halten und mir dann die benötigten Teile zu bestellen. Ich kaufte mir ein neues/kleineres Kettenblatt und eine etwas anders zusammengestellte 11fach-Kassette. Auf dem untenstehenden Bild kann man es kaum erkennen, doch das neue Kettenblatt hat 28 Zähne (vorher 30) und es ist oval, also nicht ganz rund. Die dickste Stelle des Kettenblatts erreicht man bei waagrechter Pedalstellung (also dort wo man die meiste Kraft erzeugt) und die dünnste Stelle erreicht man bei senkrechter Pedalstellung, wo man eben kaum Druck aufs Pedal kriegt. Wer sich dafür interessiert, kann die (pseudo-)wissenschaftlichen Hintergründe hier nachlesen.

Die hintere Kassette ist -wie auch schon die original verbaute- vom schnellsten Gang mit 11 Zähnen bis zum langsamsten Gang mit 46 Zähnen gefächert. Der Unterschied liegt allein in den Abstufungen dazwischen. Die sind bei der neuen Kassette einfach gleichmässiger verteilt. Vereinfacht könnte man sagen, dass im vorher/nachher Vergleich die langsamen Gänge etwas näher beisammen liegen, dafür die schnellen Gänge etwas weiter auseinander.

Zu guter Letzt habe ich aus den Reifen die Schläuche entfernt und durch Dichtmilch ersetzt. Das soll besseren Pannenschutz bieten und ein paar Gramm leichter sein. Tubeless (also: Schlauchlos) wird schon seit Jahren bei Mountainbikes propagiert, doch bis anhin war ich noch nie genügend motiviert um das wirklich ein- oder umzusetzen. Das hat verschiedene Gründe. Hauptsächlich lag es daran, dass ich wirklich selten Plattfüsse einfange und einen Schlauch zu wechseln oder zu flicken ist nun wahrlich keine grosse Sache. Zudem schreckte mich der Umgang mit klebrigen Flüssigkeiten (Dichtmilch) doch noch etwas ab. Na ja, nun hat mich die Marketing-Maschine also auch gekriegt ;-)

Nach der Bastel- und Umbaustunde bin ich dann natürlich auch eine Bikerunde gefahren um alles auszuprobieren. Die veränderte Schaltung ist tip top! Das hat sich gelohnt. Nun fühlen sich die Gangwechsel doch gleichmässiger an und das ist berghoch doch einiges angenehmer. Vom ovalen Kettenblatt habe ich nichts gespürt. Was aber klar war und sich so auch zeigte: Durch das kleinere Kettenblatt haben sich die grossen/schnellen Gänge noch einmal verkürzt. Auf einer flachen Strasse trete ich nun Gang 9 oder 10 und wenn es nur schon leicht bergrunter geht, schalte ich auf den höchsten, den 11ten Gang. Über 30km/h kann ich nicht mehr mittreten. Tja, das ist der Preis einer 11fach Schaltung mit nur einem Kettenblatt. Entweder es funktioniert gut berghoch (wie jetzt bei mir) oder es funktioniert gut bergrunter. Beides gleichzeitig geht nicht.

Die Anpass- und Bastelarbeiten sind nun abgeschlossen. Im Hinblick auf die geplante Reise werde ich mich darum kümmern müssen, welches und wieviel Gepäck ich mitzunehmen gedenke und wo am Rad das dann untergebracht wird. Das hat aber noch Zeit. Jetzt würde ich mich über ein paar trockene Tage freuen, an denen ich das TREK 1120 noch etwas durch die Wälder und Hügel der Umgebung fahren könnte.

alles was schief gehen kann...

An Arjuns Rikscha gab es am linken Hinterrad immer stärkere Geräusche und deshalb wollten wir uns das letzte Woche mal ansehen. Das Rad wird von aussen mit einer Zentralschraube, die direkt in die Achse geschraubt ist festgehalten. Diese Schraube wollte sich aber einfach nicht lösen lassen und so begann das Unheil...

Es braucht schon etwas Gewalt, bis man eine Innensechskantschraube (Imbus) rund dreht, doch das schafften wir. Die Schraube wollte sich einfach nicht lösen lassen und auch Kriechöl half nicht weiter. Natürlich befürchtete ich, dass wir die Schraube rund drehen, doch was soll man machen? Irgendwann war es dann soweit und damit war klar, dass man den Schraubenkopf wegbohren muss, damit man das Rad abkriegt. Da das Wochenende vor der Tür stand und Arjun fahren wollte, liessen wir es also mal dabei bewenden und Arjun quitschte sich durch die Stadt...

Am Dienstag brachte ich dann den Akkuschrauber mit verschiedenen Bohrern sowie eine Feile mit in die Garage. Zuerst ein kleines Loch in der Schraubenmitte vorbohren. Gar nicht so einfach, bei einer Chromstahlschraube (Inox). Pling! Bohrer abgebrochen... Nächster Versuch... Dann ein grösserer Bohrer... und noch eine Nummer grösser und siehe da: Der Schraubenkopf fällt ab und das Rad lässt sich demontieren. So weit so gut, doch wie kriegt man nun den festsitzenden Schraubenstumpf aus der Achse?

Ich hoffte, dass vor dem Gewinde genügend Schraube übrig sei, damit ich die Schraube anfeilen könnte um dann mit einem Gabelschlüssel versuchen kann, sie rauszudrehen. Doch die Hoffnung war von kurzer Dauer, denn da war kaum ein Millimeter Schraube sichtbar. Also was nun? Die Schraube anbohren und mit einem Ausdrehwerkzeug den Stumpf herausdrehen. Gute Idee, doch ein solches Werkzeug habe ich nicht und Christoph, vom Bikeshop Flamme Rouge, ist erst ab Mittwoch im Shop. Also bohre ich die Schraube mal an und warte...

Heute machte ich mich dann auf den Weg zu Christoph und leihte mir das Werkzeug aus. In der Garage setzte ich den Ausdreher an und schraubte ihn mit Linksgewinde in die Schraube. Dann wurde es hart. Klar. Die Schraube steckt fest, so einfach geht das nicht... Etwas mehr Kraft... Pling! Der Ausdreher bricht aussen bündig ab... Nein! So ein Mist! Gehärteter Stahl, in der Mitte einer Inox-Schraube...

Ich steckte das Rad auf und fuhr mit der Rikscha zu Christoph. Wir beäugten das Ganze. Ausbohren geht nicht, da der Bohrer nicht in den Ausdreher bohren kann, weil beides gleich harter Stahl ist. Irgendwie müssen wir also zuerst den Ausdreher aus dem Schraubenstumpf kriegen, bevor wir dann die Schraube ausbohren können. Mit kleinen Meisseln und Hammer versuchen wir den Ausdreher herauszuschlagen, was aber ohne Erfolg bleibt. Zuwenig Angriffsfläche. Hmmm... Mit einem sehr kleinen Bohrer an der Aussenseite des Ausdrehers kleine Löcher in die Schraube bohren, damit man etwas Luft kriegt um den Stumpf des Ausdrehers rauszukriegen. Könnte klappen...

Ich fahre also zu einem Metallwarenhändler und kaufe vorsichtshalber gleich 3 Bohrer a 1,5mm denn ich weiss ja, wie schnell die abbrechen. Und tatsächlich, schon bei der ersten Bohrung bricht der erste Bohrer... Nur nicht fluchen... Vorsichtig und konzentriert weiterarbeiten... Beim Bohren des dritten Lochs bricht dann auch der dritte Bohrer, doch nun gelingt es uns endlich, den Stumpf des Audrehers rauszugrübeln. Immerhin. Nun vorsichtig die Schraube Schritt für Schritt aufbohren und das Gewinde in der Achse möglichst wenig beschädigen. Das sagt sich so einfach... Natürlich ist die Bohrmitte nicht genau in der Mitte der Schraube und so kann man bald auf einer Seite das Gewinde sehen und auf der anderen Seite noch gar nichts ausser die angebohrte Schraube, die im Loch steckt... Es vergeht wohl noch fast eine Stunde bis wir soweit sind, dass wir den M8-Gewindeschneider ansetzen können um das Gewinde in der Radachse nachzuschneiden. Es sieht nicht schön aus, doch es sollte funktionieren, respektive halten...

Alles in allem habe ich in diese Zangengeburt gegen fünf Stunden Arbeit investiert. Weil das Gewinde nun etwas lose ist (resp. leichtes Übermass hat), schmierten wir Loctite (Schraubensicherungsungflüssigkeit) auf die neue Schraube, bevor wir das Rad festschraubten. Wobei: Nur nicht zu fest anziehen, sonst kriegen wir die Schraube später nicht mehr auf, was ja der Anfang allen Übels war. Immerhin: Auf der Rückfahrt konnte ich mich davon überzeugen, dass die Geräusche weg sind, somit ist das Ziel erreicht...

Töff-Überziehhose

Das ist nun die Hose, welche ich gestern gekauft habe. Heute habe ich mir das gute Stück etwas genauer angesehen und ein paar Änderungen gemacht. Zuerst entfernte ich den Schneeschutz unten in den Hosenbeinen. Dann begutachtete ich die Isolation der Hose. Da ist nicht viel drin...  

Im Bastelfundus fand ich eine Filzfolie, die einseitig kuststoffbeschichtet ist. Das entspricht meinen Vorstellungen. Durch die Plastifizierung (aussen) wind- und wasserdicht und durch den Filz (innen) isolierend. Ich schnitt zwei so grosse Stücke, dass ich die Front der Beine, übers Knie, bis mitte Oberschenkel damit abdecken konnte. Diese Stücke nähte ich dann zwischen Aussenhose und Innenfutter ein. Das hat recht gut funktioniert und so war ich natürlich auf das Resultat gespannt. Rasch zog ich auch die übrigen Motorradkleider an und machte mich auf eine etwa halbstündige Testfahrt (bei etwa 5° Grad). Sehr gut! Die Beine sind nun gut geschützt! Nach der Testfahrt fror ich an die Finger und an die Zehen, doch nicht an die Beine. Ziel erfüllt! Dieser Kauf überzeugt mich. Vermutlich werde ich in den kommenden Wochen diese Hose oft tragen.

an der Nebelgrenze

Heute machte ich seit längerem wieder einmal Bikkleider bereit um ein paar Stunden an der frischen Luft zu verbringen. Ich merkte das daran, dass ich echt überlegen musste, was man denn so bei 5° - 8° Grad alles anziehen muss. Windstopper-Unterleibchen, Langarmtrikot und darüber die Bikejacke, das war dann meine Wahl.

In den letzten Wochen, Monaten, bin ich für meine Verhältnisse sehr wenig Velo gefahren. Seit ich mit dem Töff mobil bin, entscheide ich mich halt meist für den Töff, weil ich damit einfach super schnell von A nach B komme. Die Tage waren mit dem Gartenhaus-Bau ausgefüllt und irgendwie hatte ich einfach nie so den wirklichen Drang um aufs Velo oder aufs Mountainbike zu steigen. Zeit, Gelegenheit und Wetter wären durchaus vorhanden gewesen.

Heute nun wollte ich ein paar Besorgungen machen und dafür eignet sich an einem Samstag das Velo einfach perfekt. Man kann den Autokolonnen gut ausweichen und jeweils direkt vor das Geschäft der Wahl fahren und kostenfrei parkieren. Zuerst fuhr ich nach Winterthur, weil ich noch "Schmuck für mein Gartenhaus" kaufen wollte. Farbige Windspiele und Schleifen. Danach fuhr ich nach Dübendorf zu einem Sport-Outlet-Markt, wo ich mir eine Überziehhose zum Motorradfahren kaufen wollte.

Diese Geschichte geht eigentlich so: Je kälter es nun draussen wird, desto mehr friere ich auf dem Motorrad. Oben rum bin ich einigermassen wintertauglich ausgerüstet, doch an den Beinen und vor allem an den Knien friere ich ziemlich rasch und anhaltend. In den letzten Tagen zog ich mir jeweils die Veloregenhose über die Jeans an, was den Wind zwar recht gut abhält, die Kälte jedoch kaum. Natürlich gibt es spezielle, gefütterte Motorradhosen, doch die haben alle den gleichen Nachteil: Sie sind nicht gedacht um über Jeans getragen zu werden. Entweder trägt man sie direkt auf der Haut, oder an kalten Tagen trägt man darunter eine lange Unterhose. Für Hosen wie eine Jeans ist da kaum Platz. Ausserdem sind sie meist mühsam an- und auszuziehen. Hinzu kommt, dass ich eine Testhose probierte, die satte 449.-- Franken kosten sollte. Das fand ich dann doch etwas gar viel.

Meine Idee ist: Ich will eine gefütterte Windschutzhose, die ich einfach An- und Ausziehen kann, damit ich mit vernünftigem Aufwand wie eine halbwegs normale Zivilperson herumlaufen kann. Lange Reissverschlüsse an den Seiten, um möglichst mit den Schuhen/Stiefeln einsteigen zu können, sind bestimmt auch eine gute Idee. Cowboys trugen so Lederschützer an den Beinen, so etwas in der Art, stellte ich mir vor.

So kommt man rasch auf die Idee, dass Ski- oder Snowboardhosen ähnliche Anforderungen erfüllen müssen (Wind- und Nässeschutz, Isolation, Reissverschluss an den Beinen wegen den Skischuhen) und man deshalb in einem Sport-Outlet unter Umständen ein Schnäppchen schiessen kann. So war es dann auch. Ich fand eine passend grosse Hose, die sich seitlich an den Beinen vollständig öffnen lässt. Ideal! Die Hosenbeine sind auch für die Töffstiefel weit genug. Die Fütterung finde ich zwar etwas dürftig, doch da könnte ich relativ einfach noch nachbessern. Der Neupreis der Hose lag bei 320.-- abzüglich 50% Outlet-Rabatt macht netto 160.-- Franken. Ja, so in etwa der Preisregion habe ich mir das vorgestellt!

Von da machte ich mich erstmal auf den Weg zu einer schönen Bäckerei, wo ich mich etwas stärken und belohnen wollte. Ein heisser Kaffee, ein Käsebrot und zum Dessert ein Spitzbueb, das war formidabel. Bis ich dann wieder zu Hause war, lagen etwas über 50 Kilometer hinter mir, die ich wirklich sehr genossen habe. Das Velo ist wirklich der beste mobile Untersatz! Bei aller Freude die ich am neuen Motorrad habe, etwas besseres als Velofahren mir dem Kish gibt es fast nicht. Das läuft so ruhig und es bleibt nichts ausser Natur und Du. Gerade wenn man im Nebel fährt, der alle Restgeräusche verschluckt und man fast nur noch sein eigenes Herz schlagen hört, ist das kaum zu toppen. Das ist gleiten. Emissionsfreies dahingleiten. Unbeschreiblich...

zu kurze Arme?

Vor einem Jahr kaufte ich mir das Kurzarmtrikot "The good" von biciclista und für den kommenden Herbst und Winter leistete ich mir nun auch noch eine Langarmvariante. Diesmal "The ugly". Orange passt einfach super zum Santa Cruz Tallboy.

Nun bin ich ab des kuriosen Schnitts des Trikots doch ausserordentlich enttäuscht. Die Ärmel sind viel zu lang! Wie man oben sehen kann, deutlich über 10 Zentimeter. Ausserdem finde ich die Ärmel zu eng (und das bei der Länge?). Ich kann mir kaum jemand vorstellen, der die richtigen Masse für dieses Trikot hat. 10 Zentimeter längere und noch dünnere Arme? Ich weiss ja nicht... das Trikot werde ich vermutlich zurücksenden und sehen, was biciclista dazu sagt.

neue HR-Felge

Letzte Woche kaufte ich bei www.mainstreet42.ch eine neue Hinterradfelge für das Kish. Nachdem ich ja einen fast durchgängigen Riss im Felgenbett entdeckt hatte, war es an der Zeit, die Felge zu tauschen, bevor es zu einem Bruch kommt.

Nach etwas diskutieren waren wir der Meinung, dass eine etwas stabilere und breitere Felge wohl sinnvoll sei und so entschied ich mich für eine Stan's ZTR Flow. Die gleichen Felgen fahre ich auch am Santa Cruz Fully und die halten ganz ordentlich was aus. Dazu noch 32 neue Speichennippel aus Messing.

Heute Morgen baute ich dann das Hinterrad aus dem Rahmen, entfernte Reifen und Schlauch und speichte dann von der alten auf die neue Felge um. Das war nicht allzuschwer und ging auch ziemlich flott. Richtig gut zentrieren kann ich Räder nicht, dafür fehlt mir auch ein Zentrierständer, doch es gelang mir auch so, das Rad ziemlich gerade aufzubauen. (Für einen Feinschliff werde ich mich am kommenden Donnerstag mit Peter treffen).

Da es heute schon wieder ziemlich schönes Wetter war, nutzte ich dann den Nachmittag für eine Testfahrt und einen schönen Sonntagsbummel an das Zürcher Seebecken. Die Luft war nach dem gestrigen Regen ganz klar und glasig, die Berge waren zum greifen nah, richtiges Postkartenwetter. Sehr schön. Ganz gemütlich genoss ich einen schönen Sonntagmittag und rundete den tag mit einem kurzen Besuch bei meinen Eltern ab.

Feintuning

Vor ein paar Wochen kaufte ich mir einen Satz neue Reifen, die ich heute montieren wollte. Eigentlich wollte ich nächste Woche mit zwei neuen Reifen losfahren, doch heute habe ich mich umentschieden. Der vordere Pneu sieht noch aus wie neu und es gibt wirklich keinen Grund ihn auszutauschen. Deshalb wechselte ich heute nur den Hinteren. So habe ich nun noch einen Ersatzreifen, den mir Karin bei Bedarf zusenden könnte.

Dann wollte ich noch die hintere Bremsanlage entlüften und neue Bremsbeläge einsetzen. Dafür studierte ich zuerst das Anleitungsvideo von Avid auf youtube. So hat dann auch alles sehr gut geklappt. Nachdem ich das letzte Mal die Bremsleitung kürzte, habe ich durch die heutige Entlüftungsprozedur nun Gewissheit, dass keine Luft im System ist und die Bremse perfekt funktioniert. Vorne setzte ich auch gleich noch ein paar neue Bremsbeläge ein und eine abschliessende Kontrollfahrt zeigte, dass alles perfekt funktioniert. Sehr gut.

Dann putzte ich das schöne Rad noch gründlich und betrachtete es abschliessend zufrieden. Es gibt nun wirklich nichts mehr am Velo zu tun. Es ist bereit. Ich auch.