LIDL - lohnt sich

lohnt sich - für wen?
lohnt sich - für wen?

Heute war mein erster Arbeitstag 2020 als Magaziner/Lagerist. Wenn ich von 06:00 bis 12:00 Uhr arbeite, dann steige ich ziemlich hungrig auf's Velo für den Nachhauseweg. Da überlege ich schnell mal, wo ich rasch, einfach und nach Möglichkeit auch günstig zu ein paar Kalorien komme. Direkt an meiner Strecke liegt in Kloten eine Filiale von LIDL - bietet sich ja förmlich an...

Ein paar Bemerkungen vorneweg. Erstens: Ich meide ALDI und LIDL ziemlich konsequent. Seit deren Markteintritt in der Schweiz (ALDI = 2005, LIDL = 2009) bin ich vermutlich noch keine zehn Mal in einem der beiden Geschäfte gewesen. Zweitens: Ich misstraue Werbung (und das ist vor allem das, was ich von ALDI und LIDL mitkriege). Und Drittens, eine meiner Thesen: Alles was gesagt wird oder geschrieben steht, ist nur eine Geschichte. Das genaue Gegenteil könnte genau so wahr sein.

Man merkt, ich bin gegenüber diesen beiden Discountern ziemlich negativ eingestellt. Was mich am allermeisten ärgert und was mein Hauptgrund ist, weshalb ich diese Geschäfte meide, ist dies: Die Schleuderpreise (Entschuldigung: Tiefstpreise) die für die Produkte aufgerufen werden, entwerten einfach alles. Vielfach ist die angebotene Ware derart billig günstig, dass man sich fragt, wie sich das wirtschaftlich überhaupt rechnet. Man darf aber ganz getrost davon ausgehen, dass es sich rechnet, sonst würden die Erben des ALDI-Gründers heute wohl nicht zu den reichsten Deutschen gehören. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Also, ich betrete heute den LIDL in Kloten und kaufe einen warmen Cheeseburger, ein Schinken/Käse-Gipfeli und eine Käsebrotstange. An der Kasse bezahle ich für alles (lächerliche) Fr. 4.25... ("nöd emal en Schnägg"). Dafür kriege ich an einer Tankstelle oder in einer Bäckerei nicht ein einziges Sandwich... Der Cheeseburger alleine kostete Fr. 1.99 - Ja, siehst Du: LIDL - lohnt sich! Das sagt ja schon die Werbung...

Ich frage mich blos: Für WEN lohnt sich mein gekaufter LIDL-Cheeseburger wirklich? Für den Getreidebauern, den Brotproduzenten, den Viehbauern, den Metzger, den Gemüse-, Käse- oder den Saucenproduzenten? Für die Zwischenhändler, den Verpackungshersteller die Transportunternehmer oder die LIDL-Mitarbeiter die diesen Burger erhitzen, verpacken, einsortieren und an der Kasse verrechnen? Und das alles für Fr. 1.99 ??? Und ehrlich: Dieser Burger schmeckte noch nicht mal schlechter als einer bei McDonalds, wo er rund das Doppelte kosten würde... das ist eine verrückte Welt!

Diese absolute Entwertung aller Produkte und jeglicher Arbeit die dahintersteckt, das ist es, was mich so masslos aufregt. Es gibt nur zwei Gewinner: Herr LIDL und ich als Kunde, der Geld spart... Wie heissen doch gleich zwei andere Werbeslogans? "Ich bin doch nicht blöd!" oder "zuviel bezahlen können Sie wo anders!"

Also: ich habe es getan. Nur lassen mich meine inneren Stimmen nun nicht mehr los. Ich befürchte, dass ich zukünftig wieder so blöd sein werde und an LIDL vorbeifahre um anderswo (mehr) Geld auszugeben... :-P

Voice Assistant

"Hallo Swisscom"
"Hallo Swisscom"

Alexa, Siri, Cortana, Google Assistant oder neuerdings "Hello Swisscom": Immer mehr Menschen unterhalten sich mit ihnen und interagieren damit mit künstlichen Intelligenzen (KI), welche sich in den sogenannten "Smart Speakern" finden lassen. Dank immer besser werdender Systeme zur Spracherkennung sowie der Verarbeitung und Interpretation der Informationen, dienen "Voice Assistants" den Nutzern als persönliche, digitale Helfer im Alltag.

Das ist ein technologischer Trend, mit dem man sich wohl in Zukunft ernsthaft befassen muss. Meine bisher ablehnende Haltung ist wohl ein Altersreflex. Ich sehe schlicht keine Notwendigkeit, weshalb ich mit leblosen Dingen sprechen soll. Ich drücke lieber Knöpfe, schiebe oder drehe irgendwelche Regler oder bediene eine Tastatur. Ich will auch nicht alles "aus der Ferne" mit meinem Smartphone erledigen. Ja, ich werde wohl wirklich alt (und bin etwas von gestern). :sik:

Natürlich sehe auch ich ein paar Vorteile, die solche Systeme mit sich bringen. Zum Beispiel beim Autofahren kann es hilfreich sein, per Sprachsteuerung einen Telefonanruf zu starten (und natürlich dann über eine Freisprecheinrichtung zu telefonieren). Oder die Musik lauter oder leiser zu stellen, ohne die Hände dafür vom Lenkrad nehmen zu müssen.

Bei mir überwiegen derzeit aber vor allem die negativen Gefühle bezüglich Abhör- und Datenschutz. Vielleicht bin ich etwas paranoid, doch seit den Veröffentlichungen von Edward Snowden habe ich die Kameras an TV und Laptop abgeklebt. Es geht niemanden etwas an, was in unseren vier Wänden geschieht und gesprochen wird. Das ist privat und soll es auch bleiben.

Hinzu kommt ein ganz persönlicher Grund. Meine Vorliebe für Stille. Wenn ich alleine zuhause bin, ist es meist still. Ich höre praktisch nie Radio und der TV als Hintergrundberieselung kann ich mir echt nicht vorstellen. Ich mag es ruhig und still. Das Leben draussen, im öffentlichen Raum, ist laut genug. Zuhause spreche ich mit meiner Frau, mit Gästen oder ab und zu mit einer unserer Katzen. ;-)

Natürlich verfolge ich diese Entwicklung und wer weiss, vielleicht nutze ich ja irgendwann auch einen solchen Voice Assistant. "Hallo Swisscom - bring mir den Rollator!" :grins:

Mimimi

kurze Frischluftrunde
kurze Frischluftrunde

Ich habe ziemlich schlecht geschlafen und bin deshalb eher schlecht gelaunt aufgestanden. Es kommt selten vor dass ich schlecht schlafe, doch das erste Fondue des Jahres, welches ich gestern Abend mit Freunden gegessen habe, hat meinen Magen ziemlich beschäftigt. Dann hat auch noch eine der Katzen mitten in der Nacht eine Maus nach Hause gebracht...

Um elf Uhr war ich für eine Stadtrundfahrt gebucht. Eine junge Mutter mit ihrem ca. 5jährigen Sohn. Sie war hübsch, gut gelaunt, sehr kommunikativ und freundlich. So ging die Stunde schnell vorbei und das hat meine Stimmung zumindest etwas aufgehellt. Doch das hielt nicht lange an... Ich trieb mich fast zwei Stunden in der Stadt herum, ohne auch nur eine einzige Fahrt an den Mann oder die Frau zu bringen... Frust. :-(

Es war zwar kalt, aber die Sonne schien und deshalb bin ich mit dem Motorrad nach Hause gefahren, habe ein paar Bikekleider gewechselt und nahm das TREK aus dem Schuppen um meine schlechte Laune mit frischem Sauerstoff zu kurieren. Auch das hat nur bedingt funktioniert. Es war zu windig, zu kalt, zu dreckig, zu... Irgendwie war ich heute echt Mimimi... hatte immer etwas auszusetzen und zu jammern... habe wohl nicht nur schlecht geschlafen sondern bin auch noch mit dem falschen Fuss aufgestanden. :-P

Eigenlob

Eigenlob stinkt - doch ich mag den Geruch
Eigenlob stinkt - doch ich mag den Geruch

Ich bin wirklich sehr zufrieden, wie sich dieser Blog im Laufe des Jahres entwickelt hat. Vieles davon geschah im Hintergrund, also für den "Durchschnittsbesucher" unsichtbar. Kleine Unstimmigkeiten oder Fehler wurden beseitigt, es wurden mehr Stichworte angefügt (um die Sortierung und Suche effizienter zu machen) und viele geteilte Beiträge (Anfang + erweiterter Beitrag) wurden zusammengefasst. Auch viele alte, interne Links wurden korrigiert und nun läuft alles wieder wie geschmiert.

Sichtbar war vor allem das Redesign mit dem Wechsel vom Skeleton- zum Next-Theme. Das Original-Next-Theme habe ich ziemlich weit an meine Ideen und Bedürfnisse angepasst und auch die Ansicht für Smartphones verbessert. Und nicht zuletzt die Neuorganisation, mit einer Begrüssungsseite und den Menüpunkten BLOG, Kategorien und Stichworte finde ich recht ansprechend. Zufrieden bin ich auch mit den nun endlich eingebauten rechtlichen Hinweisen und der Linkliste, die ich ja auch schon lange im Hinterkopf hatte. Das alles ist nun integriert, getestet und für gut befunden. Dafür klopfe ich mir auf die Schultern. :applaus:

Für mich selber habe ich aber auch den Wert dieses Blogs wieder schätzen gelernt. Da steckt schon sehr viel Zeit, Aufwand und auch Liebe drin. Und: je älter der Blog wird, desto umfangreicher (und wertvoller) wird dieses elektronische Gedächtnis (zumindest für mich). Deshalb bemühe ich mich auch wieder vermehrt, um Beiträge zu schreiben. Es ist oftmals gar nicht so wichtig, was man schreibt, ob es gehaltvolle oder eher oberflächliche und kurze Beiträge sind. Sie transportieren immer ein Stück Zeitgeschichte, welches ohne Blogeintrag halt einfach verloren geht (oder eben nicht existiert).

Es gibt nicht viele Blogs, die schon länger als 10 Jahre bestehen und immer noch aktiv gepflegt werden. Wenn ich z.B. auf Links von anderen Blogs klicke, die ich in früheren Beiträgen mal erwähnt habe so stelle ich fest, dass die Meisten davon entweder nicht mehr existieren oder schon seit langer Zeit keine neuen Beiträge mehr veröffentlicht wurden. Ja, es ist ein Fakt: traditionelle Blogs sind out.

Viele ursprüngliche Blogger sind zu Facebook und/oder Instagram abgewandert. Ganz einfach, weil dort die Audienz viel grösser ist und man so natürlich deutlich mehr Beachtung findet und auch mehr Feedback erhält. Man ist dort Teil einer Millionen-Community und die Vernetzung mit Freunden oder Followern ist viel einfacher. Zudem braucht man sich nicht um die Technik zu kümmern. Man braucht weder eigenen Webspace, noch URL noch Know-How. Die Systeme sind so gut und einfach aufgebaut, dass auch Technikscheue spielend leicht ein Benutzerkonto eröffnen und loslegen können. Die Kombination aus einfachst möglicher Bedienung und grösstmöglicher Audienz ist das durchschlagende Erfolgsrezept.

Es ist schon längst kein Geheimnis mehr, dass man für diesen «kostenlosen» Service mit seinen Daten und Bildern bezahlt, aber ist das wirklich so wichtig? Meine Texte und Bilder sind ja genauso öffentlich (und bringen mir auch kein Geld)… ob sie jetzt direkt von Facebook und Co. oder indirekt von Google und anderen Datensammlern ausgewertet und vermarktet werden, spielt wohl keine sehr grosse Rolle. Das Internet ist die grosse Glaskugel, an dessen Inhalt sich alle bedienen können. Die Frage, weshalb ich immer noch einen eigenen Blog betreibe und nicht meine Inhalte in Facebook und Co. einbringe ist deshalb berechtigt.

Meine Antwort ist relativ simpel: Mangelndes Vertrauen.

Für Marketingzwecke betreibe ich für Bike Butler seit 2012 eine Facebookseite, in die ich ziemlich regelmässig Einträge poste. Schon vor Jahren stellte ich fest, dass Facebook teilweise alte Einträge löscht. In der Zwischenzeit kann man auch nicht mehr per Link in frühere Jahre zurückspringen und wer scrollt schon 10 Minuten lang nach unten um einen 5 Jahre alten Beitrag anzusehen? Eine Suche gibt es auch nicht. Also stellt sich die Frage: Gibt es denn überhaupt noch die Bike Butler Einträge aus 2013 oder 2014?

Aus meiner Sicht sind also Facebook und Co. nur für kurze Zeitspannen interessant (bis ca. ein Jahr Vergangenheit). Das ist ja auch o.k. Nur taugt das nicht als «elektronisches Gedächtnis». Höchstens als Kurzzeitgedächtnis… ;-)

Solange ich selber einen Blog betreibe und hoste, habe ich die Kontrolle -und natürlich auch die Verantwortung- über dessen Inhalt. Hier wird nichts zufällig gelöscht oder soweit versteckt, dass es niemand mehr findet. Hier bestimme ich die Regeln und nicht ein weit entfernter Techgigant, der sich keinen Deut um meine Meinung schert.

DESHALB werde ich auch weiterhin diesen Blog betreiben. Und für diesen Aufwand klopfe ich mir heute auf die Schultern! :beer:

(alles) FAKE

Zuerst: HAPPY NEW YEAR!

War "Fake News" das Unwort des Jahres 2018 oder 2017? Ich weiss nur, dass "Fake News" zwei Wörter sind und nicht nur eins. ;-)

However. Es wird in letzter Zeit viel über Filterblasen und zurechtgeschneiderte Internet-Information geschrieben und gesprochen. Je ausgefeilter die Algorithmen von Google, Facebook, Twitter und Konsorten werden, desto genauer wissen Sie, was wir lesen, wo wir klicken/tippen und demzufolge, was uns interessiert. Und so zeigen Sie uns vorwiegend Dinge und Informationen, die "zu uns passen". Das hilft mir natürlich um meine Meinung zu festigen. Positiv ausgedrückt.

Ein anderes Dilemma erkenne ich bei SPAM-EMails. Seit 1994 verfüge ich über eigene E-Mail-Adressen. Natürlich über mehrere. Privat, Halbprivat, Geschäft, etc. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis SPAM zunimmt. Auf meinem ältesten EMail-Account den ich noch nutze, kriege ich am meisten SPAM/Schrott. Wer kennt es nicht? Ein Bankmanager aus Afrika will mit meiner Hilfe XX Millionen Dollar eines verstorbenen Kunden nach Europa transferieren. Dafür braucht er meine Hilfe und entlöhnt mich dabei mit X Millionen... Die neuste Pille verspricht einen Waschbrettbauch innert 30 Tagen ohne Sport und ohne zu hungern... oder eine Dauererektion für 10 Stunden Nonstop-Sex... oder einen Lottogewinn für dessen Auszahlung ich nur noch meine Bankverbindung angeben soll... oder Bitcoin-Millionen... oder 100%ige Börsentipps... oder... you name it! Über die Jahre stumpft einem das Ganze langsam aber sicher ab...

Und man stellt zudem fest, dass all die SPAMer, SCAMMer, PHISHer immer cleverer und perfider werden. Aus purem Eigenschutz kann man gar nicht anders, als gegen alles Unbekannte und Fremde misstrauisch zu werden. Ja. Mittlerweile lösche ich eigentlich alle EMails, deren Absender ich nicht persönlich kenne. - Nur: so lerne ich auch nichts Neues mehr kennen und bewege mich in meiner bekannten Blase.

Im Grossen kommt der Verdacht auf, dass es gar keine uninterpretierte Wahrheit mehr gibt. Noch schlimmer: Vielleicht hat es die gar nie gegeben... Es kommt alles als eine Meinung daher, die uns irgendwie beeinflussen will. Vielleicht hat das auch mit der unglaublichen Schnelllebigkeit des Mediums Internet zu tun. Eine Wahrheit ist so schnell erzählt, dass noch viel Zeit und Platz bleibt um diese Wahrheit auszuschmücken, zu analysieren und zu interpretieren. Irgendwie muss man Alles aufpeppen und dem möglichen Leser schmackhaft machen, weil jeder Schreiber/Autor/Journalist/Publizist heutzutage von Klicks/Likes/Shares und Followern lebt... und nicht davon, wie wahr und informativ seine Story ist.

Vor ein paar Wochen vermeldete DER SPIEGEL, dass einer ihrer bestdekorierten und mit vielen Auszeichnungen gewürdigter Journalist zumindest Teile seiner Stories erfunden hat. Man muss fast annehmen, dass eben diese erfundenen Ausschmückungen sehr gut angekommen sind und er genau deswegen diese Preise gewann... Was soll man dazu sagen? Wem kann man denn noch glauben?

Der amerikanische Lügen-Präsident treibt das alles noch auf die Spitze. Man kann es wirklich niemandem mehr verübeln der sagt: "Ich glaube nichts mehr! Das ist alles Fake-News! Alle wollen mich nur beeinflussen und mir so letztendlich das Geld aus der Tasche ziehen!"

Tja... Finden wir denn überhaupt noch ein gemeinsames Fundament von dem aus wir konstruktiv diskutieren können? Wenn wirklich alles in Frage gestellt ist braucht es auch keine Diskussion mehr, weil eh keiner mehr dem Anderen glaubt. Man will auch nicht mehr dazulernen, denn somit würde man sich ja beeinflussen lassen. Man sucht nur noch Bestätigung und die braucht keine Diskussion. Eine Wiederholung des Bekannten und ein Kopfnicken reicht. Alles andere ist FAKE!

 

Ich glaube, dass ich schon früher einmal in diesem Blog darüber geschrieben habe. Das grösste Problem von Algorithmen besteht darin, dass sie aus einer Vergangenheit eine gleichartige Zukunft errechnen. Das erzeugt diese Blasen des immer gleichen. Das Alte holt uns immer wieder ein und bestärkt uns darin. Egal ob die Vergangenheit gut und richtig war oder schlecht und falsch...

OBike und so...

Seit etwas über einem Jahr gibt es in Zürich den OBike-Veloverleih aus Singapur. Der öffentliche Raum wurde geflutet mit 2'000 dieser hässlich gelben Fahrräder. Seit Beginn dieses Jahres gibt es ein Vergleichsangebot. Diesmal heissen Sie Lime-Bike und sind grün (aber genauso hässlich). Ich stehe dem Ganzen ziemlich ambivalent gegenüber. Einerseits finde ich es begrüssenswert wenn mehr Velo gefahren wird und zudem musste ich schmunzeln, mit welcher Kaltschnäuzigkeit dieser Veloverleih eingeführt wurde. Ohne Bewilligung, ohne Bikestationen, ohne Absprache mit Behörden oder Polizei. Einfach so. Dabei gibt es in Zürich schon seit Jahren den Plan, dass man ein Velo-Verleihsystem anbieten will, doch die Politik machte alles furchtbar kompliziert und so zog sich das Projekt über Jahre hin, ohne dass irgendetwas Nützliches geschah. Und PENG! Plötzlich waren diese OBikes da.

Als ich im letzten Jahr einmal mit einer Rikscha nach Winterthur zu einer Hochzeit fuhr, ist mir der OBike-Sammelpark das erste Mal aufgefallen und auf der heutigen Velorunde habe ich dann ein paar Fotos gemacht. Ich weiss nicht wie viele Fahrräder rund um den Schuppen gestapelt werden, doch es sind bestimmt mehr als 1'000 Stück. Viele davon rosten schon oder sind bereits beschädigt. Welche Ressourcenverschwendung!

Zuhause habe ich dann die Fotos auf den PC geladen und noch etwas gegoogelt. Dabei bin ich auf die nachfolgenden Bilder aus China gestossen. So sieht es dann also aus, wenn ein paar Millionen Menschen mit diesen Verleihbikes gesegnet werden...

Da kann man dann schon mal über Sinn und Unsinn dieser Veloverleihsysteme nachdenken. Oder darüber, worum es denn in Tat und Wahrheit wirklich geht? Lässt sich so mit einem Veloverleih wirklich Geld verdienen? Oder sind diese Firmen Händler von Kundendaten? Das Verleihsystem funktioniert ja vollelektronisch, über Internet und Mobile-App. Man muss sich registrieren und bezahlt via Mobile-Abo oder Kreditkarte. Man kommt also gar nicht umhin um Daten preis zu geben. Ich weiss ehrlich nicht, wie das wahre Geschäftsmodell dieser Firmen aussieht. Wenn man kurz recherchiert erfährt man auch, dass bis anhin gar kein Geld verdient wird, sondern einfach mal zig Millionen in den Geschäftsaufbau investiert werden, die dann irgendwann zurückfliessen sollen. Etwas dubios...

Nachdenklich stimmt mich dieser extreme Einsatz von Ressourcen aber schon. Wenn ein einzelnes dieser Velos bis zu seiner Verschrottung nur ein paar wenige Kilometer fährt, dann ist die ganze Ökobilanz zur Sau. In der Schweiz sollen dieses Jahr sogar neue Räder eingesetzt werden (die eine 3-Gang-Schaltung haben. Die aktuellen haben ja nur einen Gang). Was geschieht denn mit den oben gezeigten Fahrrädern? All die Energie, die für die Produktion, den Transport und die Verschrottung aufgewendet wird... unglaublich... mal ganz abgesehen vom Rohstoffverbrauch...

Hinzu kommt die optische Verschandelung von Stadtzentren. All die wild abgestellten und oftmals defekten Leihräder sind kein schöner Anblick. Hier wird der öffentliche Raum, den andere aufgebaut und bezahlt haben, ganz einfach für die eigenen Zwecke gebraucht (oder missbraucht). Ohne jegliche Rücksicht oder Verantwortungsbewusstsein.

Die nächsten Jahre werden zeigen, wie es diesbezüglich weitergeht. Vermutlich werde ich wieder einmal darüber bloggen.

Geld...

Am Schluss geht es immer nur ums Geld... ganz egal, wie viel man davon hat.

Geld ist DER zentrale Wert unserer Gesellschaft und der EINZIGE gemeinsame Nenner, den jeder Trottel versteht und der für ALLE gilt (Frau/Mann, jung/alt, weiss/schwarz, etc.). Die Geldmenge wird durch simple und eindeutige Zahlen dargestellt. Da gibt es nichts Schwammiges. Man kann sehr wohl zu wenig Geld haben, doch man hat nie zu viel, denn für Geld gilt: Genug ist nie genug! Geld ist der Steigbügel zu Anerkennung und Macht.

Wir werden schon als Geld-Sklaven geboren. Selbst wenn ich als Selbsternährer auf einer gratis geliehenen Alp leben würde, so schulde ich dem Staat (und der Krankenkasse) Geld. Keinen Zehnten meiner Ernte, kein Gemüse, kein Brennholz, keine Kunst, keine Philosophie, sondern Geld. Wir müssen uns immer verkaufen um unsere Freiheit zu erkaufen (was für ein Irrsinn). Ergo: rennen wir alle dem Geld hinterher. Ein einziger Tanz um das goldene Kalb.

So ist das nun mal. Da gibt es kein Entrinnen! Das eigentlich Perverse an der heutigen Zeit ist, dass es nicht mehr wirklich interessiert, wie jemand zu Geld kommt oder gekommen ist. Ausser offensichtlicher Diebstahl oder Raub ist eigentlich alles erlaubt. Andere übers Ohr hauen, Ausnutzen, Lügen und Betrügen ist ganz normal und spätestens nach dem globalen Justizversagen nach der Finanzkrise 2008 anscheinend auch gesetzlich legitimiert. Es gibt wohl keinen Milliardär auf dieser Welt, der seinen Reichtum ohne Ausbeutung von Natur ohne Menschen erwirtschaftet hat...

Frau Merkel würde sagen: "Es ist alternativlos..."

Traurig ist, dass wir trotz x-tausend Jahren Marktwirtschaft wirklich keine Alternative finden können...

ernüchternd

Irgendwie hofft man ja, dass die Menschheit dauernd schlauer wird. Dass wir nicht die Fehler unser Eltern wiederholen und unsere Kinder (falls man denn welche hat) nicht die Unserigen. Hofft man...

Im Laufe des heutigen Nachmittags hatte ich ziemlich kalte Füsse und deshalb besuchte ich ein Restaurant um mich bei einem Kaffee etwas aufzuwärmen. Am Nebentisch sassen zwei Jugendliche. Ich wollte die zwei nicht belauschen, doch die junge Frau sprach so laut, dass ich halt gar nicht anders konnte. Zuerst sprachen sie über die kommende Maturaprüfung (die zwei sind also intelligent und knapp 20 Jahre alt). Sie sprach ihm ins Gewissen, dass er mit dem Lernen frühzeitig beginnen soll und mit Party und Drogen sich zumindest bis nach den Prüfungen etwas zurücknimmt. Wohl kein schlechter Rat. Danach wechselte das Thema zu ein paar Mitschülern und dann sprachen sie über Politik...

Vielleicht muss ich noch vorausschicken, dass sie perfekt Hochdeutsch sprach. Dem Gespräch entnahm ich, dass sie in Tschechien geboren wurde, ihre Kindheit wohl in Deutschland verbrachte und nun eben hier in Zürich vor der Matura steht. Er hat einen amerikanischen Vater, schien aber von hier zu sein, mit eindeutigem Zürcher Dialekt.

Zum Glück kann ich mich nicht an den genauen Wortlaut erinnern, doch die Kernaussagen waren in etwa diese:

Die Menschen sind so dumm und lassen sich so leicht manipulieren. Alle Mainstreammedien sind von links manipuliert, da wird einem nur Wohlfühlmist erzählt. Nur schlecht informierte Menschen haben bei No-Billag Nein gestimmt, weil sie zu doof sind die richtigen Quellen zu suchen. Die wollen nur dumm bleiben und deshalb wünschen sie sich Staatsmedien die ihnen sagen, was sie zu denken haben. Unfassbar und ein Armutszeugnis, dass sich all die Dummen durchsetzen konnten. Kennst Du übrigens den YouTube-Channel von xxx?. Der sagt mal richtig und ungefiltert, wo es langgeht. Warte ich schicke Dir den Link. Und übrigens: Es ist ja klar, dass Donald Trump gewählt wurde. Er war der Einzige, der auf die Misstände des Establishments aufmerksam machte und echte Lösungen für den kleinen Mann anbot. CNN und andere US-Medien haben ihn immer verdreht dargestellt und verunglimpft, nur weil er ohne stattliche Förderung erfolgreich wurde und auch nicht auf deren Meinung angewiesen ist. Die amerikanischen Waffengesetze haben nichts mit den Schulmassakern zu tun, denn Waffen sind einfach geil. Es sollte sowieso jeder ein Knarre haben. In Amerika gibt es einfach mehr Unfälle mit Waffen, deshalb mehr Tote durch Schusswaffen. Schweden und Norwegen sind sozialistische Höllen, die nur die gesetzliche Unterdrückung des freien Willens und die Gleichmacherei anstreben. Angela Merkel treibt die Islamisierung Deutschlands voran und wird voraussichtlich 2040 ihr Ziel erreichen. Dann werden nämlich die Muslimen in der Mehrheit in Deutschland sein. Das ist einfach ein Skandal und Verrat am eigenen Volk. Rechtsradikalität hat rein gar nichts mit Nazis zu tun, sondern strebt grösstmögliche persönliche Freiheit mit möglichst geringer staatlicher Kontrolle an. (Sie:) Ich überlege mir echt, ob ich nach der Matura zurück nach Deutschland gehen soll um Politikwissenschaft zu studieren. Danach in der Politik Karriere machen und die Sache mal aufmischen... usw... usw...

oh my god...

Zeitweise dachte ich, ich sei bei "Verstehen Sie Spass" oder dass ich etwas falsch verstanden habe. Doch sie sprach so laut und so deutlich, dass dabei nichts falsch zu verstehen war... Sie redete weit mehr wie er. Doch er widersprach nicht. Im Gegenteil. Er freue sich schon, wenn er nach der Maturaprüfung wieder nach Texas reisen werde. Als erstes werde er dann auf einer Shooting-Ranch wieder einmal so richtig rumballern. Denn er habe von einer neuen Waffe gelesen, die grössere Kaliber als Magnum verschiessen könne.... das müsse er unbedingt austesten...

Beim letzten Schluck aus meiner Kaffeetasse überlegte ich mir, ob ich die zwei ansprechen soll um ihnen mal richtig meine Meinung zu sagen. Doch ehrlich gesagt wusste ich gar nicht wo ich anfangen und wo ich aufhören sollte. Es war ein viel zu breites Spektrum und mein Gedankengut stand praktisch allem diametral gegenüber. Eine kurze Ansage hätte nichts gebracht. Man hatte schon eingehender über einzelne Punkte diskutieren sollen. Doch dafür hatte ich keine Lust und die zwei wohl auch nicht. So prallten halt einfach zwei verschiedene Weltanschauungen aufeinander und voneinander ab... Ich ging also ohne ein Wort zu sagen nach draussen. Aber, ich war wirklich beeindruckt und auch enttäuscht.

Ist das die junge Elite, die unsere Zukunft prägen wird??? Nein. Das war nur eine kurze Momentaufnahme von zwei jungen Menschen. Nichts davon darf man überbewerten und schon gar nicht auf die grosse Mehrheit übertragen. Irritiert hat es mich aber schon. Sogar so stark, dass ich darüber noch diesen Beitrag schreibe...

Ich bin ein INFP-A

Wenn es draussen schneit und ich deshalb zu Hause vor dem Computer und nicht in der Stadt auf der Rikscha sitze, dann habe ich schon mal einfach freie Zeit und surfe ziel- und planlos durch die Weiten des Internets. Ich surfe von einer Seite über einen Link auf die Nächste und so weiter. Heute landete ich dann irgendwann auf 16personalities.com. surprise

Einschub: Ich glaube genau so wenig an Persönlichkeitstests wie an Horoskope. Ich will nicht sagen, dies sei alles Humbug, doch ich mag halt generell diese Schubladisierungen nicht. Ob es nun 12 Horoskop-Schubladen oder 16 Persönlichkeits-Schubladen sind, ist mir dabei ziemlich egal. Die Resultate oder Vorhersagen sind eigentlich immer positiv verfasst und so formuliert, dass sich jede und jeder irgendwie darin wiederfindet und deshalb glaubt, dass dies richtig und wahr ist. Und wer auf Facebook registriert ist begegnet ja immer wieder solchen Kurztests über die man nur den Kopf schütteln kann.

Egal. Ich hatte also zu viel Zeit und deshalb konnte ich mir auch die 15 Minuten nehmen, um die geschätzten 60 Multiple-Choice-Fragen zu beantworten. Und nun weiss ich es also. Ich bin ein Mediator, ein INFP-A. In Kurzform bedeutet diese Abkürzung: Ich bin mehr Introvertiert als extrovertiert, mehr iNtuitiv als sensorisch, mehr Fühlen als denken und eher sPontan als entschieden. Zudem neige ich eher zu -Aktion als zu Zurückhaltung.

Nach dem Test kann man sich durch mehrere Erklärungsseiten durchlesen und natürlich wird man dabei gebauchpinselt und die Vorzüge des jeweiligen Typen werden blumig beschrieben. Und klar will uns die Seite zum Schluss auch noch etwas verkaufen. Nach der gelesenen Analyse kann uns ein umfangreiches e-Book für knappe 30 Dollar den Weg aufzeigen, wie wir zu einem ausgefüllten, glücklichen und unserem Typ entsprechenden Leben finden... so schön... laugh

Natürlich gefällt mir auch die auf das eine Wort Mediator reduzierte Typisierung. Wer wäre nicht gerne ein guter Zuhörer, der andere Meinungen respektiert und eine harmonische Lösung für Alle anstrebt? Ist doch toll, oder? Wer weiss, vielleicht sollte ich mich wirklich in diese Richtung vertiefen. Irgendwann mag ich nicht mehr mit der Rikscha Menschen durch die Gegend strampeln. Da käme mir eine ruhige, sinnvolle und harmoniestiftende Tätigkeit doch sehr entgegen. Ein Mediator ist bestimmt auch besser bezahlt als ein Rikschafahrer. Vom höheren gesellschaftlichen Status ganz zu schweigen... smiley

PS: Damit ich mich nicht nur lustig mache. Falls es jemanden interessiert, Wikipedia beschreibt diese Testreihe, welche auf den Psychologen C.G.Jung zurückgehen soll ziemlich detailliert. Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Verlässlichkeit dieser Methode nicht erwiesen werden konnte.

happy new year!

Am gestrigen Silvester waren wir mit Freunden in der Stadt Zürich. Nach einem feinen Eseen und einem kurzen Disco-Abstecher entschieden wir uns, ans Seebecken zu pilgern um das Neujahrsfeuerwerk anzusehen. Das war dann auch wieder grandios, auch wenn der Nebel die am höchsten gezündeten Raketen (und somit auch die Grössten) etwas verdeckte. Dem grossartigen Erlebnis und der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.

Heute verlebten wir dann einen ruhigen Tag zu Hause. Ich habe gelesen, etwas im Internet gesurft und dann noch die Jahresstatistik fertig gemacht. Für mich selbst habe ich dann das Jahr 2010 auch geistig abgeschlossen. Natürlich könnte ich die Zahlen noch etwas analysieren, doch dazu habe ich nicht wirklich Lust. Nur so viel: Der Durchschnitt von 1:30 Std. Sport pro Tag lag so hoh wie nie zuvor, auch wenn ich schon mehr Velokilometer gefahren bin, so hat demgegenüber der Anteil an alternativen Tätigkeiten zugenommen und das hat mir mehr verschiedene Eindrücke vermittelt, was ich bestimmt als Plus in Erinnerung behalten werde.

Nun ist das neue Jahr angebrochen und naturgemäss richtet man am 01.01. den Blick etwas nach vorne. Was mag dieses Jahr wohl bringen? Dabei liegt mein diesjähriges Augenmerk etwas mehr auf der beruflichen Seite. Ich weiss, dass Änderungen kommen werden und weil ich diese noch nicht einschätzen kann oder auch, weil ich sie noch bewusst weit offen lasse, weiss ich noch nicht genau, was ich darüber denken soll. Es ist ein Gemisch aus Vorfreude und Unbehagen. Denn, wer verlässt schon gerne die Komfortzone? Dazu noch freiwillig? Und  ohne konkreten Plan? Ja, das wird spannend.

Ich umschreibe die Ausgangslage mal so: Das erarbeitete Fundament bietet nun viele Möglichkeiten und Freiheiten. Dieses Fundament erarbeitete ich mir durch Tätigkeiten die mir persönlich (leider) nicht entsprochen haben, deshalb will ich etwas ändern. Das kitzekleine Problem dabei ist, dass mich die Schaffung dieses Fundaments von mir selbst entfernt hat und ich deshalb heute kaum mehr weiss, was mir denn wirklich entspricht. Ich muss also erstmal zum Stillstand kommen, in mich gehen und all den geistigen Schutt der letzten Jahrzehnte abwerfen. Nach der Befreiung brauche ich eine Phase der Reinigung und Läuterung. Dies erscheint mir sehr wichtig und bevor ich da durch bin, will ich mich nicht festlegen.

Natürlich drängt mein Geist/Verstand dazu, sofort die Zukunft zu planen und möglichst keine Unsicherheiten einzugehen, doch wenn man nur noch im Nebel steht ist es halt schwierig, eine neue (und richtige) Richtung zu erkennen. Man braucht etwas Zeit, muss etwas aufsteigen und die Wolken hinter sich lassen um den Überblick zu erlangen. Dann kann man wählen und entscheiden. Natürlich birgt dies Risiken und natürlich bewege ich mich auf unbekannten Terrain, doch auch mir bleibt nicht ewig Lebenszeit. Nur zu funktionieren reicht einfach nicht mehr. Ich habe in den letzten Jahren auf einiges verzichtet, habe Abhängigkeiten abgebaut und nun beschleicht mich das ungute Gefühl, dass ich Handeln muss, dass ich den Sprung ins Ungewisse wagen muss, weil ich sonst irgendwann den Mut und die Kraft nicht mehr aufbringe um überhaupt noch zu springen. Also werde ich 2011 springen!

Ich wünsche allen Lesern ebenfalls ein gutes und ereignisreiches neues Jahr! Möge uns das Vertrauen in uns selbst und in die Zukunft an neue Ufer führen!