TALAS = verstellbarer Federweg

Wie ich in meinem Zwischenbericht nach 100 Stunden Fahrzeit mit dem Santa Cruz Tallboy geschrieben habe, war ich bis anhin mit dem Bergauf-Fahrverhalten meines neuen Bikes noch nicht ganz glücklich. Die lange Federgabel (120mm Federweg) in Kombination mit den kurzen Kettenstreben verlagern das Gewicht weit nach hinten und wenn es nun steil berghoch geht wird das Vorderrad schnell leicht. Ich muss dann jeweils nach vorne auf die Sattelspitze rutschen und mich stark nach vorne lehnen, damit ich diese Stellen meistern kann.

Seit letzten Herbst bietet der Federgabelhersteller FOX nun auch für 29er eine Federgabel mit verstellbarem Federweg an, welche mich natürlich sofort interessierte. Der Haken an der Sache war natürlich der Preis. Ich wollte nicht nach nur einem halben Jahr eine schon teure Federgabel durch eine noch teurere ersetzen und dann die bisherige Gabel mehr schlecht als recht verkaufen. Nach einigen Internet-Recherchen und Gesprächen mit Simon von mainstreet42 zeigte sich dann, dass man meine aktuelle Fox F29 FiT RL zu einer TALAS umbauen kann. Man muss dafür lediglich die Innereien der linken Gabelseite austauschen.

Nachdem ich nun feststellte, dass das Januarloch zum Glück nicht ganz so tief ist, brachte ich das Bike am Dienstag Simon für den Umbau und konnte es heute Abend wieder abholen. Nun bin ich natürlich gespannt, wie sich das auswirkt. Die Reduktion von 120 auf 95 Millimeter Federweg kann während der Fahrt rasch vorgenommen werden. Dafür braucht man nur die fotografierte, blaue Abdeckkappe eine halbe Umdrehung zu drehen und die Gabel taucht dann um 25 Millimeter ein. Somit kommt der Lenker und damit die gesamte Sitzposition mehr nach vorne. Berghochfahren sollte somit einfacher sein. Ich bin gespannt und werde bestimmt wieder darüber berichten.

auf's Hörnli

Um 10 Uhr war ich mit Peter in Uster verabredet um mit ihm eine Tour auf das Hörnli zu fahren. Meine anderen Bikekollegen hatten schon andere Pläne und deshalb waren wir heute nur zu zweit. Peter überlegt sich, ein 29er Mountainbike anzuschaffen und um die Fahreigenschaften etwas genauer abschätzen zu können bat er mich, neben dem Santa Cruz auch das Intense mitzubringen. Damit ihm dies etwas besser passt montierte ich zuhause einen etwas kürzeren Vorbau und er hatte eine passende, gerade Sattelstütze, so dass der Abstand von Sattel zu Lenker für seine Körpergrösse in etwa passt.

Das Wetter war ausgezeichnet und sehr mild für Mitte Januar. Die warmen letzten Wochen haben fast allen Schnee weggeputzt und auch heute sollte das Thermometer auf über 10° Grad klettern. Ideal also für eine solche Bikerunde, auf der der Strassenanteil doch recht hoch ist. Ich habe übrigens kurz geblättert. Vor ziemlich genau drei Jahren sind wir fast die gleich Tour gefahren.

Die letzten Kilometer vor dem höchsten Punkt sind teilweise sehr steil und kräftezehrend. Gerade in diesen Passagen lernte dann Peter einen der 29er Vorteile kennen. Durch die grössere Reifenauflagefläche hat man einfach mehr Traktion und auch das Fahrverhalten bleibt stabiler. Oben angekommen machten wir natürlich ein paar Gipfelfotos, bevor wir uns ins Restaurant begaben um uns zu stärken. Draussen windete es ziemlich stark und auf knapp 1'100 Metern über Meer war es natürlich auch nicht so warm wie im Flachland.

Auf dem Rückweg nahmen wir dann doch noch ein paar Wanderwege in unsere Route auf und so wurden wir und unsere Bikes dann auch entsprechend dreckig. Das hat Spass gemacht und nach ein, zwei kniffligen Passagen war dann Peter vom 29er Feeling doch ziemlich begeistert. Ich denke das braucht nicht mehr lange, bis er sich zum Kauf eines neuen Bikes entscheidet.

Kurz vor Tourende machten wir einen Abstecher zu einer Auto-Waschstelle, wo wir die dreckigen Bikes gleich abspritzen konnten, damit ich danach nicht den ganzen Schmodder im Auto hatte. Peter spendierte zum Tourabschluss noch einen feinen Kaffee und gegen 16 Uhr stieg ich zufrieden ins Auto und machte mich auf den Heimweg. Diese Tour gefällt mir immer wieder. Die etwas über 60 Kilometer und 1'000 Höhenmeter sind ein guter Formtest in einer sehr schönen Umgebung. Ja, das war super. Das GPS sagt: 64 km., 3:44 Std., 1'080 Hm

Ende September

Am späten Nachmittag bin ich doch noch zu einer kurzen Bikerunde gestartet. Vorher habe ich das Santa Cruz auf Winterbereifung umgerüstet. Nun fahre ich hinten einen Schwalbe Nobby Nic in 2,25 und vorne den Kenda Nevegal in 2,2 Zoll Breite, den ich schon letzten Winter am Intense gefahren bin. Hinten fuhr ich ja schon länger wieder mit einem Schlauch im Reifen und heute habe ich nun auch vorne wieder einen Schlauch eingelegt. Das Schlauchlos-mit-Dichtmilch-Experiment ist somit vorerst mal beendet.   Vielleicht versuche ich es im Frühling nocheinmal. Vorne hat es ja tip-top funktioniert. Diese Änderungen haben mein Bike nun fast 600 Gramm schwerer gemacht. Ausserdem rollen die Reifen nicht mehr so leicht wie die zuvor montierten Schwalbe Racing Ralph. Alles in allem erhöht es also den Trainingseffekt.   ;-)

Obwohl es lauter und schwerer rollt, hat die Runde auf meinen Standardsingletrails die Richtigkeit dieser Aktion bestätigt. Der Grip am Vorderrad ist um Welten besser und hinten merke ich vor allem, dass der Reifen ein deutlich besseres Bremsverhalten hat, als der Racing Ralph mit seinen Minimalstollen. Vor allem in der feucht-kalten Herbst- und Winterzeit bietet diese Reifenkombination deutliche Vorteile. Trotzdem mag ich die rasenden Rälphe und ich kann mir gut vorstellen,   im nächsten Frühling wieder Schwalbe-Reifen aufzuziehen. Der Tacho sagt: 31 km. 2:12 Std. 860 Hm.

Am Abend habe ich dann meine Aktivitäts-Statistik nachgeführt und hier abgespeichert. Mit dem Monat September bin ich sehr zufrieden. Über 660 Kilometer auf dem Velo, das schaffte ich noch nie in einem September. Die durchschnittliche Aktivitätsdauer liegt mit einer Stunde und 37 Minuten Bewegung am Tag ziemlich genau im Jahresschnitt. Soweit also alles super!

Im Oktober werden wohl gleich zwei magische Werte überschritten. Einerseits werde ich den 5'000sten Velokilometer im laufenden Jahr verbuchen und das angestrebte Ziel von 100'000 Höhenmetern wird auch schon bald fallen. Sehr gut.

mal wieder: Lägern Hochwacht

Ich bin heute zeitig aufgestanden, denn ich wollte einen grossen Teil des Tages für eine Bikerunde nutzen. Abends stand noch ein geschäftlicher Termin auf dem Programm und dazwischen sollte ich mal noch Lebensmittel einkaufen. Keine Zeit also um bis nach neun Uhr liegen zu bleiben...

Nach einem ausgedehnten Zeitungs-Frühstück zog ich mich um und machte mich abfahrfertig, um 09:17 Ur startete ich die Aufzeichnung am GPS. Es war noch ziemlich kühl und deshalb fuhr ich mit Knielingen und einer leichten Jacke, was durchaus angebracht war.

Wie schon öfters dieses Jahr entschied ich mich für die Rheinufer-Wanderwege. Moment, ich suche kurz. Ja. Hier! Am 25. Mai bin ich praktisch die gleiche Tour gefahren. Eine eher lange, denn schwere Bikerunde, die aber vieles zu bieten hat. Vor allem bietet sie an einem unbedeutenden Donnerstagmorgen durchaus auch Ruhe und Einsamkeit.

Bei der Tössegg, wo die Töss in den Rhein fliesst, machte ich dann die ersten Fotos. Einige Schwäne schwammen Tössaufwärts und suchten nach Futter. Als ich das Bike ansah, fielen mir die Tau-Tropfen auf, die von den Reifen hochgeschleudert wurden und nun wie kleine Diamanten in der Sonne glitzern... Deshalb dieses Bild des Tages. Generell finde ich die orange Farbe und die fliessende Rahmenform schon ziemlich SEXY!

Auf der Lägern-Hochwacht machte ich dann ein Selbstauslöserfoto, welches belichtungsmässig jedoch nicht so der Hit ist. Deshalb versuchte ich noch ein Selbstportrait mit Blitz... Na ja, ich bin halt nicht schöner... links von mir die Kugel der Flugraumüberwachung vom Flughafen Zürich.

Ich nahm es gemütlich und gönnte mir auf dem Heimweg noch eine Kaffepause mit Kuchen. Wiedereinmal bei der Imbisbude am Pistenende bei Oberglatt. Alles war war wie gewohnt. Meine Welt ist noch gleich wie vor den Ferien. Schön, das mag ich. Das GPS sagt: 65 km., 3:45 Std., 1'220 Hm

Seblengrat

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Glarner sind beinharte Typen! Was für viele Biker als unfahrbar gilt, ist für Glarner immer noch ein schwarz gepunkteter Trail. Doch schön der Reihe nach.  

Ich war wie geplant sehr früh unterwegs und wie man an der GPS-Aufzeichnung ablesen kann, startete ich schon um 07:41 Uhr beim Bahnhof Schwanden, im Kanton Glarus. Ich bin die rote Linie im Uhrzeigersinn gefahren. Anfangs war es mit 15° Grad noch ziemlich frisch, doch der wolkenlose Himmel kündigte einen schönen Sommertag an.

Die etwa 10 Kilometer bis nach Linthal steigen nur ganz leicht an und sind ideal um etwas einzurollen. Es gibt einen meist asphaltierten Radweg, welchen ich vor drei Wochen auf der Klausen-Pragel-Strassentour in die entgegengesetzte Richtung fuhr, doch ich hatte in der Karte gesehen, dass direkt entlang der Linth ein Wanderweg angelegt ist und mit dem Mountainbike wollte ich natürlich da entlang fahren. Das war eine super Idee. Wunderschön führt der Weg immer direkt am Wasser nach hinten ins Tal und ehe man sichst versieht, ist man schon am Fusse der Klausenpassstrasse.

Es folgen 600 Höhenmeter auf etwa acht Kilometer direkt auf der Passstrasse und ich bin froh, dass nur wenig Fahrzeuge unterwegs sind. Kurz vor Urnerboden zweigt dann eine kleine Nebenstarsse ab. Nebst vielen Wanderwegweiser ist da auch gut sichtbar ein Bikeschild. Strecke Nr.7. Da bin ich richtig. Die Strasse wird immer steiler, ich schalte auf das kleine 20er Kettenblatt und kurble die knapp dreihundert Höhenmeter bis zum ersten Bergpreis des Tages eher gemütlich hoch. Die Morgensonne knallt richtig an den Hang und ich bin wirklich froh, so früh unterwegs zu sein. Dann folgt ein erster schwarz gepunkteter Downhill. Was auf den ersten Metern noch gemütlich beginnt, wird unvermittelt sehr steil und steinig. Ausserdem ist der Weg enorm von Kühen zertreten und hat teils tiefe Löcher. Ich musste anhalten und den Sattel absenken um etwas mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit zu erhalten. Ja, nicht schlecht der Weg! Das war doch schon mal was. Vor der Hauptsteigung des Tages wollte ich in Braunwald eine Pause einlegen und schon von weit her sah ich die schöne Aussichtsterasse des Hotels Tödiblick. Ideal. Ich setze mich in den Schatten und bestelle ein zwei Rivella. Dazu esse ich ein Gipfeli und geniesse die tolle Aussicht. Quizfrage: Wie heisst der Berg im Hintergrund?

Die ersten 1'000 Höhenmeter waren geschafft und ich wusste, dass nun der schwere Teil noch kommen wird. Von Braunwald bis zur Bergstation auf dem kleinen Gumen sind es etwas über 500 Höhenmeter, alles auf kleinen Schotterwegen. Zwar steil, doch durchwegs fahrbar. Von der Bergstation weg, bis zum Höhepunkt des Tages, dem Seblergrat sind es dann noch etwa 100 Höhenmeter, die ich fast vollständig schieben muss. Es ist einfach zu steil und zu ausgesetzt. Als ich dann direkt am Seblergrat stand musste ich natürlich ein Gipfel-Foto machen. Schon während des fotografierens fragte ich mich, wie es denn dahinter weitergehen wird, denn irgendwie blickte man in ein leeres Nichts und dann bereits wieder an die Felswände des Glärnischmassivs. Geht man ein paar Schritte weiter und blickt nach rechts, kann man sich den weiteren Tourenverlauf vorstellen. Ich habe dafür eine rote Linie in das Foto gezeichnet. Es geht gleich furchtbar steil bergrunter und Steinstufen wechseln sich mit tiefen Kuhtritten ab. Heftig. Ich muss ein paar Mal absteigen, einmal davon unfreiwillig. In einer tiefen Wanderwegrinne bin ich mit dem Pedal an einer Wurzel hängengelieben, worauf das Bike unvermittelt stehen blieb und ich mich nicht oben halten konnte. Ein langsamer Überschlag ohne Bike nach links war die Folge. Zum Glück traf ich einen Busch mit Alpenrosen und nicht einen grossen Stein. Es war nichts passiert und ich konnte gleich weiterfahren.

Kurz vor dem Oberblegisee, da wo das Profil von bergab nach bergauf wechselt, kam ich an einer schmucken Alphütte mit Bewirtung vorbei. Es sassen bereits ein paar Wanderer unter den Sonnenschirmen und da es mittlerweile schon nach zwölf Uhr war, nutzte ich den Moment für eine längere Pause. Ich bestellte mir einen Glarner-Hirsch-Salsiz mit Brot und trank dazu 1 1/2 Liter Mineralwasser.

Mir war schon aufgefallen, dass der offizielle Bikeweg hier talwärts nach Luchsingen führt, doch ich hatte ja noch weitere Pläne. Ich wollte am Oberblegisee vorbei hoch bis zum Leuggelstock, wieder etwas runter und dann bis zum oberen Guppen. Dabei stellte ich fest,dass meine Einschätzung vom Seblergrat gestimmt hatte. Das war unfahrbar. Das heisst: Bis zum Oberblegisee konnte ich noch abschnittsweise fahren, dann war schieben und später auch tragen angesagt. Lange und heftig! Eineinhalb Stunden schieben und tragen, mittags von 13 bis etwa 14:30 Uhr, ohne Schatten, ohne Wind. Das fand ich hart (was man mir wohl auch ansieht). Das Bild rechts ist ein Blick zurück, vom Leuggelstock über den Oberblegisee zum Seblengrat. Noch härter fand ich dann jedoch die Tatsache, dass ich auch die ersten etwa 100 Höhenmeter bergrunter das Bike tragen musste. Hier fragte ich mich dann, wer auf die Idee gekommen ist, diesen Weg in der Swiss Singletrail Map einzuzeichnen. Ein Wanderer? Sicher gibt es technisch bessere Biker als mich, doch unter einer Stunde schieben/tragen, kommt da auch ein Crack nicht weg. Wie auch immer. Endlich folgte der Schlussdownhill, auf dem 900 Höhenmeter innert vier Kilometer vernichtet werden, was theoretischen 25% Gefälle entspricht. Also richtig steil und demzufolge fast permanent auf der Bremse.

Die Scheibenbremsen begannen zu glühen und zu quitschen und ich glaube, dass auch das Öl in den Federelementen kräftig warm gekriegt hat, doch es hat alles tip-top gehalten. Fast alles, denn irgendwann hatte ich das Gefühl, hinten Luft zu verlieren. Ich habe angehalten und tatsächlich, da war vielleicht noch etwa 1 bar drin, mehr nicht. Ich drehte das Rad und sah, wie an einer Stelle der Reifenflanke, die Dichtflüssigkeit nach aussen drückt und Blasen bildet. (Simon hat mich davor gewarnt. Der Racing Ralph Reifen hat papierdünne Seitenwände und schrammt man damit an einem scharfkantigen Stein entlang, gibt es schon mal Plattfüsse). Einem Schlauch hätte das vermutlich nichts ausgemacht. Ich überlegte, was ich tun konnte. Soll ich gleich den Reifen öffnen und einen Reserveschlauch montieren oder soll ich erst einmal nachpumpen und schauen, wie lange es hält? Eigentlich sollte die Dichtmilch das Loch verschliessen können (wünsche ich mir). Ich pumpe also kurz nach und fahre weiter. Das klappt recht gut und erst am Fusse des Downhills pumpe ich ein zweites Mal. Das hält dann locker noch bis zum Auto.

Kurz vor halb vier Uhr bin ich dann zurück beim Auto. Ich war gesamthaft sechseinhalb Stunden unterwegs, wovon das GPS fünfeinhalb Stunden Bewegung registrierte. Ich denke mir, dass ich etwa dreieinhalb Stunden fahren konnte und fast zwei Stunden geschoben und getragen habe... Dieser hohe Schiebe-Anteil führt dazu, dass ich diese Tour wohl kaum wiederholen werde. Bis zum Seblengrat ist die Tour wirklich sensationell schön und empfehlenswert. Danach sollte man besser auf der offiziell ausgeschilderten Bikestrecke bleiben. Die Variante Leuggelstock oberer Guppen lässt man besser sein. Landschafts- und Panoramamässig hat diese Tour aber wirklich die Note 1A verdient. Das GPS sagt: 49 km., 5:42 Std., 2'200 Hm.

Noch ein paar Worte zum Tallboy. Berghoch auf Asphalt fährt es sich super. Auf der Passstrasse hatte ich Dämper und Gabel blockiert und konnte so recht effizient hochkurbeln. Extreme Singletrail-Steigungen, wo ich die kleinsten Gänge fahre, sind nicht so der Hit. Das Vorderrad will deutlich rascher abheben, als am Spider29. Ich muss zudem ganz kosequent nach vorne auf die Sattelspitze rutschen, sonst bin ich einfach zu hecklastig und so lassen sich zum Beispiel Serpentinenkehren berghoch fast nicht bewältigen. Wie gesagt. Es ist nicht schlecht, doch ich muss mich daran gewöhnen. Bergrunter fährt es sich dafür wirklich sicherer als das Intense. Dabei merke ich vor allem die deutlich steifere Front. Das Tallboy-Vorderrad lässt sich punktgenau steuern und auch beim starken Bremsen oder in engen Bergab-Sepentinen verwindet sich nichts. Das ist wirklich ein Unterschied. Wäre also noch das Schlauchlos-Thema. Hmm... Was soll ich sagen? Eigentlich finde ich schlauchlos gut, doch der Racing Ralph Reifen ist dafür weder gebaut, noch sonderlich geeignet. Ich muss morgen mal schauen, wie ich das wieder richtig dicht kriege.

you can get it, if you

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Heute bin ich nach Feierabend rasch nach Hause um den schönen Abend für eine Bikefahrt in den Sonnenuntergang zu nutzen. Unterwegs bin ich eher zufällig an einer Mauer mit Graffities vorbei gekommen und die Zeichnungen haben mich zu zwei Fotos animiert. Das Bild oben gefällt mir, doch werde ich ein ander Mal da wieder hinfahren und das Bike in die andere Richtung hinstellen. Etwas weiter nach links, so dass man den Schriftzug vollständig lesen kann. Das wäre vermutlich noch besser.
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Dieser freundliche Kobold scheint zum ersten Mal einen Twentyniner in der Hand zu halten. "Was sollen denn diese grossen Räder?" oder "ist das ein Trekking-Rad?" Haha... immer die selben Sprüche... Immerhin, bei dem orangen Rahmen fällt es etwas besser auf, als beim weissen Intense Spider29.
Ja, ich genoss den herrlichen Abend in nahen Wäldern und Hügeln.
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Vor der letzten Abfahrt machte ich noch eine kurze Pause. Ich kramte einen Apfel aus dem Rucksack und blinzelte in die tiefstehende Abendsonne. Es war schon nach 21 Uhr und der gerötete Abendhimmel verstärkte die Rottöne noch mehr. Man sieht, dass die Kamera Mühe hat, mit so viel rotem Licht umzugehen. Es war fast kitschig schön. Ich geniesse diese warmen und langen Sommertage sehr... Das GPS sagt: 33 km., 2:15 Std., 830 Hm

Geometrievergleich Intense Spider29 zu Santa Cruz Tallboy

Am Nachmittag versuchte ich dem unterschiedlichen Fahrverhalten meiner zwei 29er MTBs etwas auf die Spur zu kommen. Auf dem Papier sind die zwei Bikes ziemlich gleich, doch sie fahren sich ziemlich unterschiedlich. Am einfachsten erkennt man die Unterschiede anhand von Vergleichsfotos. Ich stellte den Fotoapparat auf ein Stativ um beides Mal den gleichen Bildausschnitt zu erhalten. Beide Räder stehen vorne bündig an dem aufgestellten Brettchen. Die gelbe Wasserwaage steht senkrecht, direkt hinter dem Lenker des Tallboys.

Sofort sieht man, dass die Intense-Gabel deutlich steiler steht und dadurch der Lenker deutlich weiter vorne an der Wand liegt (die Distanz bis zur Wasserwaage beträgt fast 6cm). Das heisst, die gesamte Sitzposition ist auf dem Intense weiter vorne und so erklärt sich auch, weshald das Spider29 besser bergoch fährt, als der Tallboy. Auch die kürzeren Kettenstreben am Tallboy bringen die Sitzposition weiter nach hinten. Der Tallboy hat eine 120mm Gabel im Vergleich zur 100mm Gabel am Spider29 und auch dies trägt dazu bei, dass der Tallboy das insgesamt längere Bike ist. Weitere Masse und Details kann man rechts ablesen.

So wird mir immer klarer, weshalb ich den Tallboy als etwas träge empfinde. Das schreibe ich nun ohne negative Gedanken. Das Intense Spider29 lag an der nervösen Grenze und eine etwas ruhigere Front kann wirklich nicht schaden. Es gibt kein aktuelles Bike mehr, das einen solch steilen Lenkwinkel (73°) aufweist, wie das Spider29. Der Tallboy ist mit 71° Grad Lenkwinkel laut Papier auf der agilen Seite. Ich brauche scheinbar noch ein paar Kilometer, doch ich werde mich bestimmt mit den neuen Fahreigenschften anfreunden.

Nachtrag: Ich habe die beiden Bilder oben noch etwas zurechtgeschnitten und dann als Animation abgespeichert. Nun wechselt das Bild jede Sekunde und man kann die verschiedenen Positionen auf den jeweiligen Bikes gut erkennen. (Achtung, der Download könnte etwas dauern, 640KB).

heisse Woche

Am Montagabend schwänzten Karin und ich die Pilatesstunde. Es war uns zu heiss und wir wollten das erste Mal in diesem Jahr in's örtliche Freibad. Das hat mir sehr gut gefallen und ich hatte richtig Spass im Wasser rum zu plantschen und von den verschiedenen Sprungbrettern zu springen, denn in jedem Manne steckt noch ein Kind... Dabei habe ich Wasser in die Ohren gekriegt, was an sich kein grosses Thema ist, wenn ich spätabends nicht versucht hätte, meine Ohren mit Wattestäbchen zu trocknen. Dabei habe ich mir nämlich rechts Ohrenschmalz direkt in den Gehörgang, vor das Trommelfell geschoben und so hörte ich fast nichts mehr. Es war mir sofort klar, was das bedeutet. Arzttermin und Ohrenspühlung. Ziemlich doof.

So besuchte ich am Dienstagmorgen seit langem wiedereinmal meinen Hausarzt und innert zehn Minuten war das Problem gelöst. Von der Dienstagabendrunde habe ich ja bereits berichtet.

Am Mittwoch waren Karin und ich dann artig und waren pünktlich um 18:30 Uhr bereit für eine Stunde Power-Yoga. Power-Yoga bei fast 30 Grad... Wer mich kennt, kann sich vorstellen, wie bei mir der Schweiss in Strömen floss... Ich habe kein Problem damit und das ganze toppte ich noch mit einem zehnminütigen Gang in die Sauna, zur Entspannung und Regeneration. Dafür trank ich dann fast zwei Liter Wasser, bis ich zu Bett ging.

Gestern Donnerstag war ich dann mit Jürg auf eine Feierabendrunde verabredet. Nun war es 30° Grad und ich spürte deutlich, dass die Ozonwerte weit über den eigentlichen Grenzwerten lagen. Die Luft ist heiss und stickig und reizt zu husten. Zwar schön und sonnig, doch nicht das ideale Bikewetter. Wir entschieden uns deshalb, ganz locker zu einem schönen Aussichtsrestaurant zu fahren, etwas zu paudern und lecker zu essen. Das war auch mal ganz nett. Es müssen ja nicht immer 50 und mehr Kilometer sein.

Heute war dann Haushalt angesagt. Abstauben, putzen, staubsaugen, Müll entsorgen, einkaufen... das Übliche halt, man kennt es ja. Erst im Laufe des Nachmittags entschied ich mich, doch noch eine kurze Runde Velo zu fahren. In der Zwischenzeit weiss ich nun, welche Länge und Steigung der Vorbau am Santa Cruz braucht und diesen wollte ich bestellen. Ausserdem wollte ich das Gabelschaftrohr auf das richtige Mass kürzen lassen. Das bedeutete also, dass ich zu mainstreet42 nach Zweideln fuhr. Ganz locker. Es war wirklich heiss, über 30° Grad und wieder (oder noch mehr) Ozon! So fuhr ich auch heute eher gemütlich und genoss während der Fahrt den herrlichen Sommertag.

Als ich vorhin nun meine Velokilometer in die Statistik übertrug bemerkte ich, dass ich gestern wir heute je 33 Kilometer und etwa 400 Höhenmeter gefahren bin. Gestern brauchte ich dafür 1:40 Std, heute 1:37 Std. Eine Art Doublette.

Zu berichten gibt es noch, dass ich heute 3x Scherben produzierte! Das erste Mal während dem Einkaufen. Ich nahm ein Sixpack San-Bitter aus dem Gestell und wollte es in den Wagen legen, da fällt eine der kleinen Flaschen aus der Verpackung und die Sauerei ist perfekt. Zum Glück muss man im Geschäft nicht selber putzen und das Personal bleibt dabei erst noch freundlich.

Das zweite Mal war nachmittags, als ich zuhause mit putzen fertig war. Ich füllte mir ein Glas mit Sirup, stellte es auf den Tisch und wollte noch etwas Zeitung lesen. Als ich diese dann aufschlug, streifte ich mit der Hand das Glas, dieses kippt um und geht gleich kaputt. Drei Deziliter Sirup ergiessen sich über den Tisch, über zwei Stühle, auf den kurz zuvor geputzten Boden. Hier kam kein Personal... ich musste selber putzen.

So auch beim dritten Mal, als ich während des Kochens ein Gewürzstreuer aus dem Oberkasten nehmen wollte, dabei ein Glas mit Spargeln touchierte, welches aus dem aus dem Kasten herausfällt und auf der Granitarbeitsfläche in 1'000 kleine Teile zersplittert. Super! Glassplitter im Essen stelle ich mir nicht wirklich gut vor... also sehr vorsichtig alles aufräumen und putzen... (ich hätte vermutlich Lotto spielen sollen. Soviel Schwerben müssen doch Glück bringen)...

Sommer-Feierabendrunde

Direkt nach Arbeitschluss hatte ich einen privaten Termin wahrzunehmen und so war es schon fast 19 Uhr, bis ich zu Hause war. Ich wollte dennoch eine Feierabendrunde fahren, denn der herrliche Abend mit fast 30° Grad wollte einfach noch etwas ausgekostet werden...

Zum neuen Bike hier noch ein paar Gedanken. Wie immer wenn ich ein neues Bike erhalte, habe ich Mühe, die für mich korrekte Sitzposition zu finden. Mühe insofern, dass ich Fehlstellungen nicht sofort merke, sondern erst nach einiger Zeit im Sattel. Eine Stunde kann ich mit fast jeder Geometrie fahren, doch ab 3 Stunden zeigt sich, ob ich gut sitze oder nicht. Es gibt so viele Punkte, die Schmerzen können oder in die andere Richtung, die gefühllos und taub werden können. Nach den zwei langen Touren vom Donnerstag und Samstag war mir klar, dass ich nicht optimal sitze. Ich kriegte Bauchmuskelkater und mein Hintern schmerzte mehr also üblich. Der Sattel war wohl eine Spur zu weit nach hinten geneigt und so drückte mir die Sattelnase stärker auf das Schambein. Dies vielleicht auch deshalb, weil ich steil bergauf öfters mal das Gefühl hatte, am Lenker zu hängen. Genaues messen und vergleichen mit dem Intense zeigte dann, dass ich eher zu lang positioniert bin. In meiner Teilekiste fand ich noch einen 80mm, 5° Vorbau, den ich anstelle des 110mm, 0° Vorbaus montierte. Das verkürzt die Sitzposition gleich um 3cm, was mir bei einer kurzen Testfahrt vor dem Haus als etwas kurz vorkam. Ich konnte den Sattel noch 1cm nach hinten schieben und nun stimmt die Sitzlänge genau mit dem Intense überein. Ich war zudem gespannt, wie der kürzere Vorbau das Lenkverhalten beeinflusst.

In der herrlichen Abendsonne bin ich dann viele meiner Lieblingstrails abgefahren und endlich habe ich auch wieder einmal ein paar Bilder (mit Selbstauslöser) gemacht. Das erste Bild entand um 20 Uhr, das Zweite, oben beim Irchelturm um 21 Uhr. Wieder finde ich interessant, wie die verschiedenen Lichtverhältnisse das Orange des Carbonrahmens verschieden erscheinen lassen. Übrigens, die Bilder sind farblich nicht nachbearbeitet, denn zusätzliche Farbsättigung ist bei dem knalligen Rahmen völlig unnötig. ;-)

Die Erfahrungen mit dem kurzen Vorbau waren ziemlich positiv. Ziemlich deshalb, weil ich 80mm nun als zu kurz empfinde. 90mm wäre wohl richtig. Mal sehen, ob ich bei Simon einen entsprechenden Vorbau zum testen ausleihen kann.

Noch was: Am Samstag fuhr ich mit ca. 2,2 bar Reifendruck und hatte oft das Gefühl, zu hart zu fahren. Heute reduzierte ich den Druck hinten wie vorne auf 1,8 bar, was eindeutig richtig war. Der Rollkomfort auf Schotterwegen ist gleich deutlich besser geworden. Es sieht also so aus, dass man ohne Schlauch, mit dieser Tubless-Milch mit weniger Luftdruck fahren kann, ja fast fahren muss. Obwohl ich mir nicht erklären kann weshalb, fühlen sich 2 bar mit Schlauch im Reifen weicher an, als 2 bar mit dieser Milchgeschichte. Ist eigentlich unlogisch, doch ich konnte ja direkt mit dem Intense vergleichen und spürte den Unterschied. Im Moment denke ich, 1,8 bar Schlauchlos entsprechen etwa 2 bar mit Schlauch. Ich werde diesbezüglich sowieso noch etwas experimentieren und dann hier wieder berichten.

Die gefahrene Runde hat mir viel Spass gemacht und ich konnte mich richtig gut entspannen dabei. Bis ich wieder zu Hause war, war es kurz vor zehn Uhr. Herrlich. Ich liebe diese langen und warmen Tage. So könnte es noch länger sein. Das GPS sagt: 28km., 1:52 Std., 810 Hm

ruhiger Freitag

Morgens hatte ich noch heftig müde Beine und so liess ich den Tag ruhig angehen. Diese Tage ist richtig schönes Wetter und endlich ist es auch entsprechend warm. Sehr, sehr angenehm.

Später putzte ich das neue Bike und bemerkte dabei, dass die Kette bergrunter scheinbar gegen den kleinen Verbindungssteg zwischen Ketten- und Sitzstrebe schlägt und da die orange Lackierung beschädigt. Ich baute also das Hinterrad aus, reinigte die Stelle und klebte etwas Schutzfolie auf. So um Bike zu schleichen machte natürlich Lust auf eine kleine Runde... und das Wetter war wirklich einladend. Zeit hatte ich auch. Sehr gut. Ich entschied mich für eine erholsame Strassentour und rollte gemütlich durch den schönen Nachmittag... dabei legte ich den dreitausendsten Kilometer im aktuellen Jahr zurück. Der Tacho sagt: 43 km., 1:58 Std., 400 Hm.