wofür?

Natürlich ist die Frage berechtigt, weshalb und wofür ich mir ein neues Fahrrad kaufe. Die kurze und einfache Antwort ist: Einfach so! Zum Spass! Weil ich mir wieder einmal etwas Neues gönnen will. Es braucht nicht immer eine lange und sinnvolle Antwort.

Aber Ja, es gibt natürlich schon zugrundeliegende Gedanken weshalb ich mir nun genau dieses Rad bestellt habe. Klar ist, auch in Zukunft werde ich Radreisen unternehmen. Und weil man jedesmal etwas dazulernt, entwickelt man auch eine zunehmend konkretere Vorstellung davon, wie diese zukünftigen Radreisen aussehen sollen. Ich habe es ja im letzten Beitrag schon erwähnt: Ich mag Mountainbiken und ich mag Radreisen. Das neue Fahrrad soll nun eine Kombination aus beidem ermöglichen. Denn: je kleiner und schmaler der Weg, desto weniger andere Verkehrsteilnehmer sind anzutreffen, ergo: desto grösser ist das Naturerlebnis und die Ruhe.

Dem gegenüber steht mein Komfort- und Hygienebedürfnis. Zelten in freier Wildbahn dürfte kaum ein neues Hobby von mir werden. Ich glaube nicht, dass ich wochenlang draussen schlafen und notdürftig kochen werde oder Touren fahre, auf denen ich 10 Liter Wasser mitschleppen muss. Derart abgelegene und einsame Gegenden stehen nicht auf meiner Wunschliste. Was ich mir aber vorstellen kann ist, abwechselnd zu zelten und in Hotels zu übernachten, je nachdem, was die Gegend hergibt oder wie ich mich aktuell dann gerade fühle. Es erweitert einfach das Spektrum. Es bietet ein stückweit Freiheit um spontan zu entscheiden.

Was ich auch super spannend finde ist, dass es in der heutigen Zeit gar nicht mehr so schwierig ist, eine solche Reise zu planen. Es gibt immer mehr solche "unsupported bicycle adventures" wie z.B. 540km durch die Toskana (Tuscany Trail) oder 1'100km von Neapel an den Gardasee (Italy Divide) und viele, viele andere mehr. Etwas zum träumen zum Beispiel der Colorado Trail in den USA. Das tolle daran ist, dass man von eigentlich allen diesen Strecken irgendwo im Netz die entsprechenden GPS-Daten findet und man so die Strecke ganz einfach abfahren, respektive nachfahren, kann. Zu genau der Jahreszeit in der man Zeit findet und ohne den ganzen Trubel einer offiziellen Veranstaltung mitmachen zu müssen. Bei diesen GPS-Tracks weiss man, dass sie funktionieren und man nicht im Nirgendwo stecken bleibt. Und man kann sie ja auch ganz einfach noch an eigene Bedürfnisse anpassen.

Im Moment denke ich, dass ich vor dem Beginn der Rikscha-Saison 2019 eine erste solche Bikepacking-Tour unternehmen werde. Mal sehen...

neues Spielzeug

Habe mich heute ziemlich spontan dazu entschieden, mir ein neues Fahrrad zu kaufen. Nachmittags bin ich zum freundlichen Bikehändler gefahren und habe gleich bestellt. Es wird ein TREK 1120

Es ist eine Kreuzung aus Mountainbike und Tourenrad. Modern ausgedrückt nennt man diese Kategorie "Bikepacking" und darunter versteht man mehrtägige Mountainbiketouren, wofür man zwangsläufig etwas Gepäck mitführen muss. Speziell dafür sind die auffallend orangen Gepäckträger an diesem Rad.

Wie es dazu kam? Gute Frage... ich sitze gerade schmunzeld vor dem PC... das ist eine lange Geschichte... Die Kurzform davon geht in etwa so: Früher war ich lange Zeit begeisterter Mountainbiker. Dann begann ich mich für Fahrradreisen zu interessieren und fuhr (wie man in diesem Blog ja nachlesen kann) im Jahr 2011 durch Italien und im Winter 2017 durch Deutschland. Mit dem normalen Reiserad ist man auf festen Untergrund -um nicht zu sagen auf Strassen- angewiesen. Somit ist man zwangsläufig dem motorisierten Verkehr ausgesetzt, was nicht immer lustig und zeitweise auch gefährlich ist. Zudem bewegt man sich so ausschliesslich in bevölkerten Gegenden, wo jeder Trottel hinkommt oder hinfahren kann. Und letztendlich ist das Naturerlebnis kleiner, als wenn man auf schlechten Wegen, abseits von Strassen unterwegs ist.

Wie auch immer... In den letzten Jahren kam nun diese Bikepacking-Geschichte auf und die Hersteller begannen dieses neue Marktsegment zu erschliessen. Speziell an diesem Rad ist noch zu erwähnen, dass es ziemlich dicke Reifen haben wird. Das nennt sich 29+ (Neunundzwanzig Plus) und bezeichnet 29 Zoll grosse Laufräder mit überbreiten Reifen (ca. 7,5cm breit). Das grössere Luftvolumen dient einerseits der besseren Traktion und andererseits ersetzt es in minimaler Form die Federung. Wie man sehen kann, ist das Velo an sich völlig ungefedert, hinten keine Federung, vorne keine Federgabel. Das Konzept ist also "keep it simple" -> alles was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen.

Anyway. Letztendlich war es eine -rasch gefällte- Bauchentscheidung. Ich wollte mir einfach wieder einmal etwas Gutes tun und mich für die sparsamen letzten paar Jahre entschädigen. So in zwei Wochen sollte das Bike beim Händler eintreffen und dann gibt ein paar Live-Bilder.

Natürlich freue ich mich gerade richtig... aber: Der Platz im Fahrradschuppen wird knapp. Ich werde mich wohl von dem einen oder anderen Fahrrad trennen. Es macht einfach keinen Sinn zuviele Fahrräder rumstehen zu haben. Vermutlich werde ich das SANTA CRUZ Fully und das NÖLL Rennrad verkaufen. Das trägt dann auch ein Stückweit zur Finanzierung dieses neuen Spiezeugs bei.