mit Verzögerung

Ich wollte eigentlich schon zeitiger auf's Bike, doch erstens entwickelte sich das Wetter nur langsam und dann entschied ich mich auch noch dazu, vor der Tour am Kish beide Schaltkabel zu ersetzen. Dies, weil diese durch den neuen Lenker nun etwas zu kurz sind und sich so der Lenker nicht voll einschlagen lässt. Bis alles tip top war, war auch schon wieder eine Stunde um. Dann montierte ich mal wieder einen anderen Sattel. Ich kaufte mir gestern bei Veloplus dieses Ding und das wollte ich natürlich auch gleich ausprobieren. So wurde es gegen halb drei Uhr am Nachmittag, bis ich endlich losfuhr.

Wenn ich nicht so genau weiss wo ich hin fahren soll, entscheide ich mich meist für eine Fahrt an's Zürcher Seebecken. Hin und zurück sind das "easy" 40 Kilometer und das lässt sich nach Lust und Laune verlängern. Je nach Gusto. Heute führte meine Anfahrt über zwei Hügel, um auch den Kreislauf etwas anzuregen. Das hatte ich auch nötig, denn die knapp neun Grad fühlten sich durch die Wolken und den Wind eher kälter an. Ich hielt sogar kurz an um mir ein Stirnband anzuziehen. Im Flachen oder bergab begann ich nämlich an die Ohren zu frieren.

Die heutigen Fotos gefallen mir sehr gut. Das Titelbild mit Statue machte ich in der Nähe des Bürkliplatzes. Wunderschön, wie die Krokusse blühen. Das macht richtig Lust auf Frühling! Die zwei Bilder oben machte ich am Bucheggplatz. Geschwungene Füssgängerbrücken bedienen die Tramstation und führen sicher über die Strasse. In einem der wenigen Momente, wo die Sonne schien, reizten mich die kräftigen Farben des 70er Jahre Stahlbetonlooks.

Die Fahrt an sich war meditativ. Wie meistens mit dem Kish. Oft rolle ich völlig geräuschlos durch die Welt. Wunderbar, wie dieses Fahrrad funktioniert. Da habe ich viel Freude daran. Zum neuen Sattel kann ich nicht sehr viel sagen. Ich finde, er fährt sich ziemlich ähnlich wie der bisherige Selle Italia SLR Gel Flow. Vielleicht ist der Veloplus-Sattel eine Spur breiter. In der Mittelzone fand ich den SLR aber eine Spur komfortabler (wegen dem Loch?), aber das sind nur Nuanchen und daran gewöhnt man sich rasch. Ich lasse den Sattel mal drauf und werde nach einer +100km Tour entscheiden, welchen Sattel ich für die Ferien montiere. Das GPS sagt: 55 km., 2:48 Std., 570 Hm.

Strassentour Anfang März

Ich hatte heute den ganzen Tag frei und konnte tun und lassen, was ich wollte. Schlafen bis kurz nach Neun. Ausgiebig frühstücken mit Tageszeitung, dann ein erster Wettercheck so gegen Zehn. Es war sonnig aber kalt. Gerade so um Null. Es verspricht ein sonniger Biketag zu werden mit Temperaturen bis gegen sechs, sieben Grad. Das lässt mir eine Stunde Zeit um mich auf dem Yogateppich etwas einzubewegen. Hallo, lieber Körper...

Gegen halb zwölf Uhr fuhr ich dann mit dem Kish Titanrad los. Ich hatte einen klaren Plan. Zuerst flach bis nach Uster, dann über den Pfannenstiel nach Meilen, von da mit der Fähre nach Horgen. Dem See entlang bis nach Zürich, quer durch die Stadt nach Höngg und via Dielsdorf und Bülach wieder nach Hause. Und genau so, bin ich dann auch gefahren. Oben auf dem Pfannenstiel machte ich eine kurze Bananen-Pause und nach einer rasanten Abfahrt gönnte ich mir am Kiosk bei der Fährstelle einen feinen Kaffee mit Mandelgipfel.

Die Fahrt mit der Fähre über den Zürichsee ist jedesmal speziell. Heute war ich der einzige Fahrgast, der den geheizten Aufenthaltsraum aufsuchte. Da machte ich die Fotos des Tages. Sonst fühlte ich mich heute irgendwie unsichtbar... unscheinbar... unfotografierbar. Die Welt tat sich vor mir auf und verschloss sich hinter mir. Ich schlüpfte hindurch ohne wirklich Anteil daran zu nehmen. Als Beobachter der eigenen Situation. Die Erde rollt unter einem durch...

Auf dem Rückweg wurde ich zusehens müde und da dachte ich an die 107 Kilometer vom 3. April. Dieses Granfondo-Velorennen, wo ich mich angemeldet habe. 107 Kilometer sind viel... das wird richtig anstrengend werden. Vor allem dürfte es schwierig sein, die Kräfte richtig einzuteilen und nicht am Anfang zu schnell loszufahren. Ich muss schauen, dass ich im März noch eine lange Trainingsfahrt von +107 Kilometer fahren kann. Heute waren es etwas mehr als 90 und zum Schluss war ich doch ziemlich platt. Da brauche ich noch etwas Training. Das GPS sagt: 92 km., 4:37 Std., 860 Hm.

nocheinmal die gleiche Runde

Heute bin ich genau die gleiche Strassenrunde gefahren, wie am 8. Januar. Nur war heute das Wetter etwas kälter (+3° Grad statt +10° Grad) und die Wolken- respektive die Hochnebeldecke blieb geschlossen.

Der einzige Unterschied war, dass ich vor der Abfahrt den Lenker am Kish wechselte. Bis anhin bin ich einen fast geraden Lenker (3° Biegung) in 60cm Breite in Kombination mit Lenkerhörnchen gefahren. Nun montierte ich einen 66cm breiten und 17° nach hinten gebogenen Lenker ohne Hörnchen. Die Theorie sagt, dass die stärkere Lenkerbiegung soviel Komfort bringt, dass man auf die Hörnchen verzichten kann. Ausserdem würden diese bei einem so stark gebogenen Lenker wohl nach aussen abstehen, was eventuell gefährlich wäre, ganz bestimmt aber scheusslich aussehen würde.

Die Erfahrungen damit waren recht gut. Ich sitze nun etwas aufrechter und die Griffposition ist wirklich deutlich entspannter. Ich werde das mal ein paar Monate so lassen, denn nach nur einer Fahrt lässt sich noch nicht wirklich urteilen. Dass ich heute für die 75 Kilometer 11 Minuten weniger lang brauchte hat vermutlich nichts mit dem Lenker zu tun. Eher mit der Aussentemperatur, denn ich musste etwas mehr kurbeln um warm zu bleiben. Interessanterweise lag der Durchschnittspuls nur um einen einzigen Schlag höher als am 8. Januar (damals 135, heute 136).

Da ich erst im Laufe des Nachmittags losfuhr, packte ich die Beleuchtung in den Rucksack, weil ich ja wusste wie lange die Runde dauert und somit klar war, dass ich erst nach Einbruch der Dunkelheit zurück sein werde. So durch die Dämmerung zu fahren und dann mit Licht nach Hause zu kommen, fand ich ganz interessant und irgendwie angenehm. Nur wegen der kalten Füsse war ich froh zu Hause zu sein, von der inneren Haltung und Stimmung wäre ich gerne noch etwas weitergefahren... Das GPS sagt: 75 km., 3:29 Std., 780 Hm. Komisch. Wieso zeigt das GPS heute 80 Höhenmeter mehr?...

erste Velokilometer 2011

Das tolle Wetter hatte sich ja bereits gestern angekündet und so plante ich für heute eine erste Velotour. Gestern Nachmittag war ich in der Umgebung etwas spazieren und bemerkte dabei, wie nass und morastig hier alles ist. Der Regen und die Schneeschmelze durch die warmen Temperaturen haben alles gut aufgeweicht und deshalb dachte ich von Anfang an an eine Strassenrunde mit dem Kish.

Kurz nach elf Uhr stieg ich aufs Rad. Der Himmel war nur leicht bewölkt und das Thermometer zeigte unglaubliche +10° Grad. Perfekt. So startete ich also gut gelaunt und weil im Osten mehr Sonne als Wolken zu sehen waren fuhr ich ostwärts, immer der Nase nach. Ich kenne da einige schöne und verkehrsarme Strassen, auf denen man eine solche Frühjahrestour gut geniessen kann. Schon bald war ich in Uster und überlegte ob ich "nur" um den Greifensee fahren wollte oder ob ich über den Pfannenstiel Richtung Zürichsee und via Stadt Zürich nach Hause fahren soll. Es war erst kurz vor ein Uhr Mittags und das Wetter war wirklich so herrlich, dass ich gut noch etwas fahren konnte. Deshalb entschied ich mich für die längere Variante über den Pfannenstiel.

Auf der Abfahrt vom Pfannenstiel hat man eine fantastische Aussicht über den Zürichsee, die Albiskette und die dahinterliegenden Berge. Als ich die zwei Fähren (Meilen-Horgen) auf dem See sah hielt ich kurz an um ein erstes Foto zu schiessen. Die Strecke via Herrliberg und Erlenbach nach Zollikon geht meist leicht bergab und man kann da herrlich rollen, geniessen und sich entspannen. Ausserdem führt der Veloweg durch tolle Villenquartiere und dabei wird einem schnell klar, weshalb man hier von der Goldküste spricht. Die Population von SUVs, hohen Zäunen, Videoüberwachungskameras und Gärtnern die die Umgebung pflegen ist echt beeindruckend.

Vom Zürcher Seefeldquartier entschliesse ich mich der Uferpromenade entlang bis zur Quaibrücke zu fahren. Natürlich wimmelt es nur so von Spaziergängern was mir nichts ausmacht, denn ich habe ja keine Eile und fahre deshalb langsam und vorsichtig. Auf der Quaibrücke halte ich dann nochmals um ein Foto zu wiederholen. Dieses Sujet gab es bereits 2007, 2008, 2009 und auch 2010. Danach verspürte ich leichten Hunger und deshalb fuhr ich nicht mehr weit bis zu einer Imbissbude, wo ich mir einen Falafel mit einem Red Bull einverleibte.

Den Heimweg fuhr ich dann wie gewohnt und ich muss wirklich sagen, dass mir die heutige Tour sehr gut gefallen hat. Fast einen Monat Veloabstinenz, da war ich doch schon fast etwas auf Entzug. Und auch wenn ich es schon dutzendmal geschrieben habe, so geniesse ich auf solchen Strassentouren immer wieder die Gleichmässigkeit, das stille dahinrollen und gleichmässige kurbeln, das atmen der frischen Luft, die immer wieder tollen Ausblicke und die innere Ruhe, die mich dabei überkommt. Ja, diese erste Velotour hat mir wirklich gut getan. Das GPS sagt: 75 km., 3:40 Std., 700 Hm.

biken am Knabenschiessenmontag

Am Morgen, auf dem Weg ins Büro, hat es noch leicht geregnet doch schon bald zeichnete sich eine Wetterbesserung ab. Heute profitierte ich von einem lokalen Feiertag, respektive von einem freien Nachmittag und nach dem ruhigen Sonntag wollte ich nach Möglichkeit heute schon noch auf's Velo.

Kurz vor 15 Uhr nahm ich dann das KISH Strassen Titan 29er Hardtail (geile Bezeichnung :-) ) aus der Garage und startete die Aufzeichnung am GPS. Leider waren nun wieder Wolken aufgezogen, doch ich konnte noch trocken losfahren. Mein Ziel war, etwa zwei Stunden lang den Kopf durchzulüften und frischen Sauerstoff ins System zu kriegen. Es gab da so ein paar Punkte, über die ich mal in Ruhe nachdenken wollte...

Die Wolken wurden dunkler, der Wind nahm zu und schon bald fielen erste Tropfen. Ich hielt an um die Regenjacke anzuziehen und den Rucksack einzupacken. MOMENT! Nach dem Kameratod durch Regen während der Top of Graubünden Tour habe ich dazu gelernt. Ich nahm die neue Digicam aus der undichten Fronttasche und packte sie in eine kleine Plastiktüte und dann in den Rucksack. Somit ist auch erklärt, weshalb es heute keine aktuellen Bilder gibt.

Eine Viertelstunde später war es wieder trocken und an der nächsten Steigung begann ich zu schwitzen. Also wieder anhalten, Regenjacke ausziehen und im Rucksack verstauen... Vielleicht zwanzig Minuten später folgen die nächsten Spritzer und ich ziehe zum zweiten Mal die Regenjacke an. Und das auch nur, um sie fünf Minuten später wieder auszuziehen. Es blieb bei ein paar Tropfen, richtig regnen wollte es zum Glück nicht. Irgendwie war mir das aber alles ziemlich wurst, ich achtete gar nicht sonderlich darauf.

Ich fahre einfach so vor mich hin, fahre diesem Asphaltstreifen entlang und atme tief durch...

Die kühle und frische Luft hat mir gut getan. Nach einer kurzen Dusche schrieb ich den untenstehenden Blogbeitrag, bevor ich mich für die Pilateslektion von 20 Uhr bereit machte.

Pilates bis 21 Uhr, wieder duschen, nach Hause fahren, kochen, essen und nochmals bloggen... stressig, diese Feiertage... ;-)   Das GPS sagt: 50 km., 2:17 Std., 530 Hm.

Klausen und Pragel bei starkem Föhn

Morgens um sechs Uhr bin ich aufgestanden und habe mir eine Portion Spaghetti aufgewärmt und gegessen. Ich wollte Kohlenhydrate bunkern, denn auf der heutigen Tourwürde ich sie verbrennen können. Danach fuhr ich nach Brunnen an den Vierwaldstättersee, wo ich das Auto beim Bahnhof parkte. Um 08:17 startete ich die GPS-Aufzeichnung und rollte los, in Richtung Axenstrasse und Kanton Uri. Heute war es extrem windig. Föhn - Südwind. Der Urnersee ist ein bekanntes Föhntal und so hatte ich zu Beginn heftig Gegenwind. Vor allem in den Tunnels war's wie ein Kampf gegen ein riesiges Gebläse. Zudem war der Wind sehr böig, mal stark und schwer, dann wieder fast flau. Interessant. Ich war gespannt, wie sich weiter entwickelt.

Am Ortsausgang von Altdorf fotografierte ich dann diese Infotafel für Radfahrer. Man weiss also, dass es nun bergauf geht. Von der Steigung war ich angenehm überrascht. Nie wirklich steil und sehr gleichmässig windet sich die Strasse entlang des Schächentals in die Höhe. Ich kann alles im mittleren Kettenblatt hochfahren und brauche ziemlich genau zwei Stunden, bis ich oben auf der Passhöhe ein obligates Gipfelbild schiessen kann. Erwähnen will ich noch die Windsituation. Der Föhn bliess stark talaufwärts und teilweise kriegte ich spürbare Windunterstützung und konnte schneller fahren, als ohne Wind. Zudem war der Wind sehr warm und so war es auf über 1'900 Metern über Meer noch immer angenehm. Der Himmel war meist bewölkt, was aber während des Anstiegs ganz angenehm war.

Nach einem Schoggigipfel mit Latte Macchiato im Restaurant auf der Passhöhe machte ich mich auf die Abfahrt in Richtung Urnerboden und Linthal. Ich war froh, die Tour in diese Richtung zu fahren, denn die Glarner Seite der Klausenpassstrasse war deutlich coupierter (was ich kräftezehrender finde). Es folgten schöne und leichte Kilometer entlang der Linth, bis zum Kantonshauptort Glarus (480 M.ü.M.), alles auf speziellen Radwegen.

Dann stand der Anstieg zum zweiten Pass des Tages auf dem Programm. Diese Steigung besteht aus zwei Teilabschnitten. Zuerst 400 Höhenmeter bis zum Klöntalersee und danach noch 700 Höhenmeter bis zur Passhöhe. Ich hatte schon früh einen Verpflegungshalt am Klöntalersee eingeplant und freute mich zu Beginn der Steigung schon darauf. Doch das musste ich mir erkämpfen. Die Strasse war zeitweise so steil, dass ich auf's kleine Kettenblatt runterschalten musste und so ganz frisch waren meine Beine mittlerweile ja auch nicht mehr.

Ich bestellte mir zuerst ein Salamibrot und danach einen Coupe Romanoff, zugegeben, eine etwas komische Kombination, doch was soll's. Es sollte mir einfach noch den nötigen Treibstoff für die letzte Steigung geben, denn es warteten noch ein paar steile Rampen auf mich. Was ich zum Glück nicht schon vorher wusste... Ich war nun ziemlich müde und fuhr deshalb oft ganz kleine Übersetzungen. Einfach dranbleiben war mein Motto und dies hat mich dann auch bis zur Passhöhe gebracht. Da machte ich das schöne Bild des Kish vor imposantem Hintergrund. Auf der Abfahrt vom Pragel machte ich bei einer kleinen Molkerei/Käserei einen Halt und genoss die feine Buttermilch. Weil es von da bis zum Auto fast nur noch bergab geht, kaufe ich noch frischen Jogurt und eine zweite Flasche Buttermilch und verstaue alles im Rucksack. Sehr fein, das mag ich wirklich gerne. So quasi als Erinnerung.

Die Fahrt durchs Muotatal und die letzten flachen Kilometer waren dann wieder gegen den Wind, was ich nun nicht mehr wirklich gebraucht hätte... ich musste beissen und war letztendlich froh wieder in Brunnen und zurück beim Auto zu sein. Die Uhr zeigte 16:40 Uhr. Heftig. Das GPS sagt: 131km., 7:13 Std., 2'900 Hm. Tja, für 3'000 Höhenmeter hat es also doch nicht ganz gereicht. Egal, ich war platt! Es war eine schöne, lange und anstrengende Tour. Wie erwartet. Das Wetter war perfekt zum Radfahren. Meist bedeckter Himmel, doch immer angenehm warm. Ja, das war gelungen!

Ibergeregg

Gestern Abend entschied ich mich, heute mit dem Kish eine schöne Strassenrunde zu fahren. Ich suchte mir im Internet eine Rennradrunde heraus, in der es einen Anstieg von mehr als 700 Höhenmeter am Stück gibt. Das heisst, ich wollte mal länger als eine Stunde lang nur berghoch fahren und somit meinen Organismus stetig belasten, ohne Ausruhzeiten bei Flachstücken oder Abfahrten. Für diese Tour habe ich mich dann entschieden.

Ich fuhr also am Morgen mit dem Auto nach Zug und versuchte da mein Auto gebührenfrei abzustellen, was gar nicht so einfach war, denn in Zug gibt es Parkhäuser aber keine Parkplätze und Parkhäuser kosten nun mal. Das hat ein paar Minuten gedauert, doch ich fand bald ein geeignetes Plätzchen, packte das Bike aus dem Kofferraum und machte mich abfahrbereit.

Zuerst ging es flach entlang des Zugersees und von da via Art und Golda nach Lauerz, an den Lauerzersee. Nach etwa 20 Kilometern machte ich dieses Bild von der Insel Schwanau im Lauerzersee. Am Ende des kleinen Sees, bei Seewen (Sz) war dann Schluss mit flach und gemütlich. Ab Schwyz startete die Strasse hoch zur Ibergeregg und unten ist eine Hinweistafel für Radfahrer angebracht. Darauf steht: "Strasse steigt um 870 Meter auf 9,5 km". Et voilà! Ich habe es so gewollt...

Ich halte kurz an und verstaue die leichte Jacke im Rucksack. Der Himmel ist ziemlich stark bewölkt, doch es ist mit über 20° Grad angenehm warm. Die Steigung beginnt recht angenehm und ich finde rasch einen guten Rhythmus. Ich halte den Puls unter 140 Schlägen und kurble gleichmässig hoch. Ich versuche den Mund zu schliessen und nur durch die Nase zu atmen, doch es gelingt mir nicht. Die Anstrengung ist zu gross. Bald tropft der Schweiss in regelmässigen Abständen vom Kinn. Ich fahre in einem Stück hoch bis zur Passhöhe und brauche dafür etwa 75 Minuten. Das ist für mich normal schnell und entspricht den angenommenen 700 Höhenmeter Steigleistung pro Stunde.

Ab etwa der Mitte der Steigung kriegte ich langsam Hunger und mir war klar, dass ich im Restaurant auf der Passhöhe der Ibergeregg eine Pause machen und im Restaurant etwas Essen werde. Zu meiner Überraschung war ich der einzige Gast, als ich das Restaurant betrat und die Bedienung fand es ziemlich mutig, dass ich draussen auf der Terasse sitzen wollte. "Das kommt bestimmt bald regnen." meinte sie, doch als prinzipieller Optimist blieb ich Draussen und bestellte mir heissen Käsekuchen mit einem grünen Salat. Dazu einen halben Liter Apfelschorle und zum Abschluss ein Caffé Crème.

Die Wolkendecke wurde wirklich immer dichter und es sah vor allem auf der Nordseite, da wo ich hin wollte, gar nicht gut aus. Ich wollte nicht mehr länger zuwarten, bezahlte und schwang mich in den Sattel für die rasante Abfahrt bis nach Oberiberg. Doch der Zeitpunkt war schlecht gewählt, denn nach ein paar ersten, zaghaften Regentropfen kam ich in ein richtiges Gewitter. Rasch zog ich die Regenjacke an und packte den Rucksack in die Regenhülle. Mehr hatte ich nicht dabei und so spritzte mir auf der schönen Abfahrt immer mehr Wasser in die Schuhe und schon bald war ich völlig durchnässt. Das hätte nicht unbedingt sein sollen. Egal. Schon wenige Kilometer später hellte sich der Himmel wieder auf und die Strassen waren wieder trocken. Das war wirklich nur ein lokaler Schauer. Also wieder anhalten und die Regenjacke einpacken, damit ich die Kleider an der Luft trocknen konnte. In den Schuhen stand das Wasser...

Die Übung mit den Regenkleidern musste ich dann kurz nach Biberbrugg nochmals durchziehen. Wieder regnete es zwar kurz aber heftig. Diesmal beschloss ich unter einem Vordach Schutz zu suchen und zu warten, bis der gröbste Schauer vorbei ist. Kaum zehn Minuten später konnte ich dann weiterfahren und ich freute mich, schon bald zurück beim Auto zu sein. So langsam spürte ich ein Ziehen in den Kniekehlen und die Beine wurden auch zunehmend müde. Als ich beim Auto dann die Tourdaten angesehen habe, war alles wie geplant. Mein GPS zeigte bis auf ein paar wenige Meter genau die selbe Streckenlänge und Höhendifferenz an, die der Track auf gpsies.com angegeben hatte. Das GPS sagt: 86 km., 4:08 Std., 1'400 Hm.

Abends um sechs Uhr war ich dann noch mit Andrea, eine Vitaltrainer-Kammeradin, auf eine Rund Nordic Walking verabredet. Nach der Dusche zu Hause blieb also nicht viel Zeit und ich machte mich auf zum Treffpunkt. Andrea hat dann ein knackiges Tempo angeschlagen und obwohl die Strecke mehrheitlich flach war, war ich gut gefordert. Ich genoss die Schulterbewegung und den Armschwung. Wir haben die Belastung gemäss Richtlinien gewählt: So, dass man noch reden kann. ;-) So konnten wir uns während des Laufens gegenseitig etwas informieren über all die Dinge, die derzeit so los sind. Das war sehr angenehm und die schöne Abendstimmung trug auch noch ihren Teil dazu bei. Das war wirklich eine schöne Stunde. Das GPS sagt: 6,1km., 1:00 Std., 80 Hm.

Heute erlebte ich einen schönen Sporttag und ich werde bestimmt gut schlafen...

Tösstal + rechtes Zürichseeufer

Am Morgen musste ich Lebensmitteleinkäufe für die Ostertage erledigen und ich rechnete schon mit sehr vielen Leuten, was sich dann auch bewahrheitete, denn schon in der Parkplatzeinfahrt stockte der Verkehr. Ah, da fährt gleich Einer weg, sehr gut. Ich parke und mache mich auf den Weg. Mit der Einkaufsliste komme ich gut voran und immer wo ich hinwill, hat es gerade keine Leute. Irgendwie interessant. Ich brauche nicht länger, als wenn der Laden leer wäre. An der Kasse sitzt dann auch noch die freundliche Lieblingsverkäuferin und alles geht ganz flott von der Hand. Das brauchte kaum eine halbe Stunde. Super - irgendwie magic!

Das überraschend gute Wetter machte Lust auf eine Kish-Strassentour und nach ein bisschen Haushalt war ich dann kurz nach elf Uhr auch schon abfahrbereit. Ich startete in Richtung Winterthur, weil ich heute einmal das ganze Tösstal, von Sennhof bis nach Wald hochfahren wollte. Man darf sich dabei von der Grafik nicht täuschen lassen. Der Anstieg entlang der Töss ist nahezu flach und die etwa 350 Höhenmeter verteilen sich auf lange 40 Kilometer. Sehr schön daran ist, dass es fast auf der ganzen Strecke einen gut ausgebauten Radweg gibt und man so sehr gleichmässig fahren kann.

Als ich dann durch die Ortschaft Wald fuhr, sah ich einen Wegweiser mit der Angabe Rapperswil, 15 km., was ich eine gute Idee fand. Zumal nun eine längere Abfahrt folgte, auf der man gut die Beine etwas lockern konnte. Ja, von Rapperswil nach Zürich, entlang des Seebeckens stufte ich als interessanten Rückweg ein. So langsam machte sich Hunger breit und ich musste richtig kämpfen, bis ich nach Meilen zum Kiosk an der Fährstation kam. Dafür haute ich dann da kräftig rein. Zuerst ein Salamibrötchen mit einem Red Bull, dann einen Kaffee mit Negerkuss. Lecker! Das gibt wieder Saft!

Ich hatte während der ganzen Fahrt noch kein einziges Foto geschossen und so langsam überlegte ich mir, ob ich überhaupt noch ein Foto machen werde. Ja, doch, für den Blog. Wieder ein Bild mit Erkennungscharakter. Ich fuhr am Zürcher Seebecken auf die Quaibrücke und fotografierte Limmat-aufwärts in die Stadt. Wie schon öfters. Dann machte ich mich auf den Heimweg. Die Verpflegung hat mir gut getan, ich kann relativ entspannt heimfahren und steige auch nicht völlig ausgepumpt vom Rad.

Das war eine sehr schöne Trainingstour, auch wenn es rund um Zürich natürlich viel Strassenverkehr hat und man ziemlich aufpassen muss, dass man da heil durchkommt. Wieder sind es zum Schluss etwas über 110 Kilometer. Wie schon am letzten Donnerstag, oder eine Woche zuvor, am 18 März. Das scheint im Moment so in etwa meine Reichweite zu sein. Auffallend vielleicht noch die recht hohe Durchschnittsgeschwindigkeit von 24,2 km/h was zeigt, wie flach die Runde war. Ach ja: Mit dieser Tour fiel heute der 1'000ste Kilometer im aktuellen Jahr. Das GPS sagt: 114 km., 4:43 Std., 520 Hm.

schöne Frühlingsstrassentour

Kurz nach neun Uhr schwang ich mich in den Kish-Sattel und machte mich auf den Weg für eine schöne Frühlingstour. Als ich losfuhr zeigte das Thermometer 8° Grad und im Laufe des Tages wurden auch die angesagten 15.16° Grad erreicht. Gerade richtig für eine etwas längere Trainingstour. Ich fühlte mich gut und so bin ich über zwei Stunden gefahren, bis ich mich mal für einen Bananenhalt entscheiden konnte. Kurz vor Fischental fand ich ein schönes Plätzchen in der Sonne. Der erste Hügel "Ghöch" liegt schon hinter mir und bald beginnt der Anstieg zur Hulftegg. Ein guter Moment also um etwas Treibstoff zu futtern.

Auf der sogenannten Passhöhe der Hulftegg machte ich dann dieses Foto. Der Himmel wurde etwas diesiger und hohe Schleierwolken erzeugten ein leicht diffuses Licht. Man sieht, es liegt allenthalben noch viel Schnee, der jetzt ziemlich rasch schmilzt. Die Bäche haben derzeit viel Wasser und an manchen Stellen läuft auch Schmelzwasser über die Strasse. So wurde ich bergrunter mehrmals von aufspritzendem Wasser kalt abgespritzt. Nach der rassigen Abfahrt nach Fischingen zweigte ich gleich am Orteingang links Richtung Sternenberg ab und werde gleich von einer heftigen Steigung erwischt. Vor allem der erste Abschnitt geht mir gleich voll in die Beine, so dass ich lange im Wiegetritt fahre und somit mein ganzes Körpergewicht mit einsetzen kann.

Ich beschliesse auf dem Sternenberg in ein Restaurant zu gehen und eine vollwertige, warme Mahlzeit zu mir zu nehmen. An dieser Position steht der Cursor in der nebenstehenden Gesamtansicht. Die Pause war also bei Kilometer 71, es war ziemlich genau 13:00 Uhr, etwas über 1'200 Höhenmeter... Die Stärkung hat mir wirklich gut getan und so machte ich mich gut gelaunt auf den Rückweg. Ja, mittlerwile lag die Temperatur wirklich im angenehmen Bereich und ich habe die Abfahrt vom Sternenberg runter nach Tablat sehr genossen. Weil es auf dem Radweg entang der Töss so gut rollt, der Mittag noch jung ist und ich mich noch halbwegs fit fühle, biege ich in Kollbrunn ab und fahre noch hoch zur Kyburg. Natürlich wurde ich zusehens langsamer, doch was soll's? Solange es mir Spass macht...

Vor der Schlussabfahrt belohne ich mich für die heutige Leistung mit einem Abstecher in eine Bäckerei. Einen schönen Latte Macchiato und dazu ein frischer Nussgipfel... hmm - fein... das habe ich wirklich verdient. Der Tacho zeigt nun 104 Kilometer und etwa so fühle ich mich auch... Ich bin froh, dass es fast nur noch bergab geht und ich bald zu Hause eine warme Dusche nehmen und mich danach etwas hinlegen kann. Ja, nun bin ich doch ziemlich müde.

Diese Tour hat mir sehr gut gefallen. Im Zürcher Oberland kann man sehr schöne Strassentouren fahren und muss dabei nur mit sehr wenig Autoverkehr rechnen. Es ist eine sehr schöne Gegend und die vielen verstreuten Bauernhöfe sind immer wieder schön aunzusehen (auch wenn heute gar mancher Bauer die stinkende Jauche auf die Felder führte). Mir gefällt diese Gegend einfach sehr gut, da fahre ich immer wieder gerne hin. Das GPS sagt: 112 km., 5:30 Std., 1'600 Hm.

doch ganz anders

Um acht Uhr morgens fühlte ich mich wie vom Zug überfahren und deshalb verschob ich meine Biketour auf den späteren Vormittag und drehte mich nochmals um. Ich musste mich noch besser erholen und Schlaf ist dazu eine ausgezeichnete Möglichkeit. Um halb zehn Uhr bin ich dann wirklich aufgestanden und stellte mich erstmal unter die heisse Dusche. Ich fühlte mich leer und ausgelaugt. Nur schon rasieren fiel mir schwer. Die letzten Wochen waren etwas gar anstrengend und die Vorstellung einer 100 Kilometertour motivierte mich überhaupt nicht. Muss das wirklich auch noch sein?

Nein, muss es nicht! Überhaupt "muss" an diesem freien Freitag rein gar nichts!

Dafür mache ich etwas ausgedehntere Morgengymnastik und bewege meinen müden Körper ein. Dann fahre ich kurz mit dem Velo zu Bäckerei und kaufe ein frisches Brötchen zum Frühstück. Huh! Kalt heute! Zum Frühstück die Zeitung und einen Beat-Spezial Latte Macchiato. Fein. Das nenne ich doch mal Regeneration!

Wenn ich mich schon körperlich erhole, kann ich mich auch geistig etwas erholen und wieder einmal länger als nur ein paar Minuten in einem Buch lesen. Dazu überfliege ich die Buchrücken meiner "geistigen Ecke" des Bücherregals und bleibe bei "Yoga, Rückkehr zur Einheit" hängen. Der Buchrücken ist schon ziemlich verblasst, es muss schon ewig her sein, als ich dieses Buch gekauft habe. Damit ziehe ich mich in die Leseecke zurück und schon bald gesellt sich auch unser Kater hinzu. Schön, wenn man so Zeit hat.

Weil draussen aber doch meistens die Sonne scheint und der Wetterbericht für Morgen Schnee angesagt hat, entschliesse ich mich um halb Zwei Uhr doch noch dazu, eine flache Bikerunde zu drehen und das Wetter noch etwas zu geniessen. Sonne und Wolken wechseln sich ab, bei leicht böigem Nordwind und knappen drei oder vier Grad über Null. Es war also schön, aber frisch. Genau richtig um an die zwei Stunden ganz locker zu kurbeln, frische Luft in den Körper zu bringen und etwas den edlen Gedanken nachhängen, die ich zuvor gelesen hatte. Das fand ich tip top und habe während der Bikerunde noch selten so wenig auf den Tacho gesehen. Das war mir nicht wichtig. Ich wollte eher den Gleichklang von Atmung, Bewegung und Belastung finden. Dazu eignen sich flache Runden sehr gut, weil man da einfacher die Belastung steuern kann. Ja, war schön und interessant. Heute reichten mir etwas mehr als 40 Kilometer. Die angedachte 100km-Tour wäre wohl eine Tortour geworden. So war es bestimmt besser. Das GPS sagt: 44 km., 1:54 Std., 300 Hm.