Winterreifen

Continental-Winterreifen
Continental-Winterreifen

Für meine Winterreise 2017 durch Deutschland kaufte ich für das KISH einen Satz Winterreifen, die ich danach, im Frühling, wieder demontierte und im Keller einlagerte. Da ich ab Anfang Jahr mit dem Rad zu meinem neuen 25%-Job radeln will hatte ich schon länger im Hinterkopf, dass ich wohl besser die Winterreifen wieder montieren sollte. Es ist doch wahrscheinlich, dass ich im Januar oder Februar mal mit Schnee rechnen muss. Da kann etwas mehr Grip mit Sicherheit nicht schaden.

Ich habe es bis jetzt nicht getan, weil die montierten Schwalbe Marathon Supreme einfach extrem gut und geräuschlos rollen. Von diesem Reifen bin ich schwer begeistert und deshalb freue ich mich jetzt schon, wenn sie wieder drauf kommen.

Obwohl ich bestimmt schon 2'500 Kilometer mit den Continental Topcontact Winter Reifen gefahren bin, sehen sie noch fast neu aus. Der Vorderradreifen sowieso, aber auch der Hintere hat bestimmt noch 90% Profil. An den Seitenstollen sind noch immer die feinen Gummihaare der Gussform zu sehen. Auch die Lagerung im Keller, liegend mit einem leicht aufgepumpten Schlauch drin, hat problemlos funktioniert und deshalb glaube ich, dass die Reifen in den knapp drei Jahren kaum gealtert sind.

Nach der Reifenmontage setzte ich an der hinteren Scheibenbremse noch neue Beläge ein und danach reinigte und ölte ich die Kette frisch. Natürlich putzte und ölte ich auch die übrigen Teile am Rad, so dass es jetzt blitzblank und bereit für kommende Winterfahrten im Radschuppen steht. :th_up:

ein langer Tag

Weihnachtsdekoration
Weihnachtsdekoration

Um halb fünf Uhr klingelte der Wecker. Nach der Morgentoilette und dem Frühstück bin ich dann in Bikekleidern losgefahren und mit Umziehen am Arbeitsort war ich dann pünktlich, um 05:55 Uhr einsatzbereit. So muss das sein! :th_up:

Nach Arbeitsschluss bin ich dann mit dem KISH ins Stadtzentrum gefahren, weil ich erstens noch eine Buchung vorliegen hatte und zweitens, weil jemand die Hochzeitsrikscha zum selber fahren gemietet hat. Gegen 17:30 Uhr bin ich dann wieder zum Arbeitsplatz gefahren, weil dort eine kleine Weihnachtsfeier auf dem Programm stand. An solchen Anlässen teilzunehmen ist für mich als "Neuer" wichtig, damit ich möglichst viele Mitarbeiter kennenlerne. Das hilft im späteren Umgang ungemein. Auf dieser Velofahrt hat es ganz leicht geregnet und der Wetterbericht sagte, dass ein Föhnsturm über die Alpen zieht und starke Regenfälle mitbringt. Deshalb habe ich in der Garage auch gleich die Regenkleider eingepackt.

Als die Feier so gegen 19:30 Uhr zu Ende ging und ich ins Freie trat, war der Föhnsturm tatsächlich in vollem Gange. Es windete und regnete kräftig. Also Regenkleider anziehen und losfahren. Weil mir für diesen Beitrag noch ein Bild des Tages fehlte, machte ich unterwegs noch einen kurzen Halt um diese Weihnachtsmann-Kutsche zu fotografieren. Obwohl ich es fünf Mal versuchte, brachte die Handycam kein wirklich gutes Bild zu Stande. Extreme Lichtkontraste und Regen sind keine gute Kombination.

Zuhause dann warm duschen, Hauskleider anziehen und den Tag ausklingen lassen. Ganz schnell kriecht eine angenehme Müdigkeit hoch und so kann ich diesen langen Tag zufrieden abschliessen.

Arbeitstier

auf dem Heimweg
auf dem Heimweg

Die letzten drei Tage bin ich mit dem KISH zu meinem neuen Teilzeitjob gefahren. Am Mittwoch war es trocken, am Donnerstag regnete es und heute Morgen lag etwas Schnee und der Strassendienst streute Salz. Wenn ich nun mein KISH ansehe wird mir bewusst, dass Pendel-Fahrräder wohl den extremsten Bedingungen ausgesetzt sind. Sie sehen viele Kilometer, müssen immer funktioniern, bei jedem Wetter, und Temperaturen von unter Null bis um die 30 Grad. Und viele davon werden wohl nur spärlich gepflegt, geputzt und geschmiert. Und nicht wenige stehen nachts nicht an einem trockenen Ort oder parken auch tagsüber irgendwo im Freien.

Ich bin natürlich froh, dass weder der Titanrahmen noch die Edelstahlgepäckträger rosten können, denn das aktuelle Wasser-/Salzgemisch ist ein echter Rost-Beschleuniger. Ich nehme mir aber trotzdem vor, dass ich das Bike mindestens einmal im Monat mit sauberem Wasser putze und -auch wichtig- alle beweglichen Teile gut öle. Das KISH ist so ein feines Rad, das lasse ich auf keinen Fall vergammeln! :love:

Samichlausfahrt

Holzbrücke über die Töss
Holzbrücke über die Töss

Der zähe Nebel der letzten Tage war heute weg und so war es klar, dass ich am Nachmittag noch eine Runde aufs Rad steige. Ich wollte noch ein paar Kleinigkeiten erledigen und deshalb nahm ich das Kish und fuhr in normaler Strassenkleidung.

Ich bin nach Winterthur gefahren und in der Altstadt, spätestens beim Weihnachtsmarkt, wurde mir bewusst, dass heute Samichlaus-Tag ist. Ein Samichlaus mit Schmutzli und Esel war am Weihnachtsmarkt unterwegs und natürlich waren viele Mütter mit ihren Kindern genau deswegen gekommen. Der hatte einen richtig stressigen Job. ;-)

Am Weihnachtsmarkt kaufte ich ein paar frisch gemachte Berliner, denn ich hatte mich bei Marcello für einen Kaffee angemeldet. Kurz vor seinem Wohnort kam ich über die schöne Brücke, wo ich das heutige Tagesbild gemacht habe. Das Treffen war dann echt gemütlich. Ein heisser Kaffe, frische Berliner und dazu etwas plaudern. Genau richtig. Danach gemütlich nach Hause fahren, frisch-kalte Luft atmen, 30 Kilometer auf dem Tacho und gute zwei Stunden Bewegung. Perfekt! :th_up:

die Gedanken sind frei

Imbisstand bei Rümlang
Imbisstand bei Rümlang

Ich hatte Zeit und ein paar kleinere Besorgungen standen auf dem Programm. Der Hochnebel lichtete sich, die Sonne begann milchig durchzudrücken und mit etwa 9° Grad war es für Ende November schon fast angenehm warm.

Weil ich noch ein paar Gedanken nachgehen wollte, entschied ich mich für eine Strassenfahrt mit dem Kish. Das hat mehrere Vorteile. Zum einen kann ich in normaler Strassenkleidung radfahren, was Besuche in Geschäften etwas angenehmer macht und zum anderen muss man auf Strassentouren viel weniger bei der Sache sein als bei Mountainbiketouren im Gelände. Die Bewegung ist gleichmäßiger, es stören keine Geräusche und es holpert viel weniger. So kann man seine Gedanken frei schweifen lassen...

Natürlich war auch ein Kaffeehalt eingeplant, doch heute wollte ich mal an einem anderen Ort als am Pistenende bei Oberglatt einkehren. Auf meiner Route, rund um den Flughafen, gibt es einen zweiten Imbisstand, den Heligrill, der ganz originell in einem alten, ausgedienten Helikopter installiert ist. Doch ich hatte etwas Pech, denn heute (oder zumindest um die Uhrzeit) war da geschlossen. Also doch wieder nach Oberglatt. Auch gut.

Die Sonne setzte sich zunehmend durch, obwohl der Nebel nie ganz verschwand. Das war sinnbildlich für meine Gedankenwelt. Es klarte etwas auf, ohne Mühe, ohne dass ich etwas dazu tun musste. Und doch, es wurde nicht vollständig klar. Muss es auch nicht. Es war ja nicht so, dass ich irgendwelche Probleme zu wälzen oder Entscheidungen zu treffen hatte. Es war kein Suchen nach Lösungen, viel eher ein Schauen, wohin es geht. Eher passiv, ohne Bewertung oder Identifikation. Die Gedanken einfach fliessen lassen... ohne steuern zu wollen.

Als ich knapp drei Stunden später wieder zuhause war, fühlte ich mich aufgeräumt und entstaubt.

Es ist ein unglaubliches Privileg, sich so frei, ohne seelische und körperliche Beschwerden oder existenzielle Ängste bewegen zu können... ich bin mir dessen durchaus bewusst und tief dankbar.

Morgenstund...

Das KISH-Titanrad in der Morgensonne
Das KISH-Titanrad in der Morgensonne

Um acht Uhr morgens hatte ich einen Termin wahrzunehmen und weil es laut Wetterbericht der schönste Tag der Woche geben sollte war klar, dass ich mit dem Fahrrad da hinfahre. Das war eine richtig gute Idee! Es war zwar noch ziemlich frisch, doch die Morgensonne zeigte sich sehr schön.

Gegen 10 Uhr war ich wieder zuhause und erledigte ein paar kleine Dinge rund ums Haus. Die Bewölkung nahm wieder zu und schon gegen Mittag fielen wieder erste Tropfen...


Gegen Abend habe ich mich dann nochmal etwas diesem Blog angenommen. Zuerst habe ich einen Gradient-Hintergrund eingebaut. Wenn man jetzt nach unten zum Seitenende scrollt, wechselt die Hintergrundfarbe fliessend von hellgrau/rosa zu hellblau. Das gefällt mir richtig gut.

Dann habe ich das Google ReCaptcha aus der Kommentarfunktion entfernt und ein anderes Captcha-Plugin installiert. Dieses Plugin baut für Menschen unsichtbar, im Hintergrund zusätzliche Kommentar-Eingabefelder ein, die SPAM-Maschinen dann ausfüllen und somit erkannt und automatisch abgewiesen werden. Clever! :th_up:

Das Google ReCaptcha habe ich vorerst einfach mal deaktiviert, jedoch noch nicht entfernt. Ich beobachte die Situation mal ein paar Wochen und wenn es sich bewährt, lösche ich das Google-Plugin und passe dann auch die Datenschutzerklärung entsprechend an. Mein Ziel ist es, eine völlig Tracker-freie Seite anzubieten und so die grossen Datensammelfirmen eben nicht zu füttern. Man soll hier unbeobachtet rumstöbern können, ohne dass jeder Klick registriert und ausgewertet wird.

So soll es sein!
So soll es sein!

Es ist mir durchaus bewusst, dass es nicht in jedem Fall ohne Tracker gehen wird. Wenn ich z.B. einen GPS-Track via Garmin-Connect einfüge (was ich auf der Tour von Rom nach Genua jeden Tag gemacht habe), so schleust mir dieser Code-Schnipsel gleich vier Tracker auf die Seite. Oder im Fotoalbum, welches mit JAlbum erstellt wird, setzt JAlbum selbst bereits zwei Tracker und die Kommentarfunktion via Facebook-API bringt weitere zwei Stück mit. Doch ich sehe das auch nicht dogmatisch. Wenn es möglich ist, verzichte ich auf Tracker, wenn mir der Nutzen aber gross genug erscheint, nehme ich sie halt in Kauf.

Noch zwei Vergleiche zum Schluss: Wenn ich online den Tagesanzeiger lese, werden 18 Tracker und 6 Skripte zu Aktivitätsverfolgung gezählt... Oder bei meinem Lieblings-Mountainbikeforum werden unglaubliche 31 Tracker und 28 Skripts zur Aktivitätsverfolgung eingesetzt. Da wird wohl jede Mausbewegung registriert und an dutzende von Firmen weitergeleitet...

Vorbereitungen

Bin heute mit dem Kish in die Stadt geradelt um drei Rikschas für den morgigen Event bereit zu machen.

Morgen Donnerstag werden wir zum dritten Mal am Swiss Travel Day mit unseren Rikschas einen Shuttle-Service zwischen dem Bahnhof Oerlikon und der Messehalle Stage-One anbieten. Der Messeorganisator sucht dafür jeweils einen Sponsor und dieser erstellt ein Mini-Branding für die Rikschas. Dabei werden speziell bedruckte Rückwände und Dachleisten eingesetzt. Die übrigen Flächen bleiben neutral/weiss.

An meiner persönlichen Rikscha wechselte ich auch noch ein Hinterrad aus, weil da schon zwei Speichen gebrochen sind und ich kein weiteres Risiko eingehen wollte. Die ganze Raparatur- und Umbau-Aktion hat knapp zwei Stunden gedauert. Ich bin unter dem Hochnebel in die Stadt gefahren und als ich dann wieder aus der Garage ans Tageslicht kam war ich positiv überrascht, dass nun die Sonne durchzudrücken begann. Der Hochnebel löste sich langsam aber sicher auf und es zeichnete sich ein schöner Herbstnachmittag ab. Ideal, um in der Innenstadt noch kurz einen Kaffee zu trinken und ein Blog-Foto zu machen. ;-)

Das ist übrigens sehr typisch für den Swiss Travel Day. Schon die ersten zwei Mal war jeweils prächtiges Herbstwetter und auch morgen wird es wohl ein schöner Hersttag werden. So machen solche Einsätze natürich Spass. Und ich bin auch wirklich dankbar, dass es eben nicht regnerisch und kühl sein wird. Bei gutem Wetter wird das Angebot auch viel reger benutzt und am Abend sind alle zufrieden.

Ich genoss es sehr, mit dem Kish wieder einmal etwas länger zu fahren. Auch wenn ich es schon mehrmals geschrieben habe: Das Rad rollt einfach super! Die dünnen, ziemlich hart gepumpten Reifen rollen wie von selbst und nahezu geräuschlos. Das ist natürlich ein Riesenunterschied zum TREK 1120, mit seinen dicken Stollenreifen. Auf flacher Strasse kann man mit dem Kish ganz locker und doch zügig fahren (dahin gleiten). So kann ich auch noch einen kleinen Umweg auf dem Heimweg einbauen. Den schönen Nachmittag und das milde Herbstwetter auskosten. Aus reiner Freude.

Abendrunde

Gestern und heute war ich mit der Rikscha nicht sonderlich erfolgreich und deshalb bin ich heute schon früher als üblich nach Hause gekommen. Ich wollte nicht länger in der Stadt rumstehen sondern mit dem Kish noch eine Abendrunde drehen um den Kopf etwas auszulüften. Das Wetter war mit 28° Grad prächtig und nicht mehr so schwülheiss wie in den letzten Tagen.

Ich wählte bewusst eine hüglige Strecke um das Blut etwas in Wallung zu bringen. Hat funktioniert und gut getan!

Sonntagsausfahrt

Das SANTA CRUZ ist verkauft, das TREK zerlegt und beim Lackierer, bleibt also nur noch das KISH für eine gemütliche Sonntagsausfahrt.

Irgendwie kann ich mich nicht vom Moonmen-Riser-Titanlenker trennen. Nachdem ich ihn am TREK gegen einen anderen Lenker tauschte und damit eigentlich eher besser klarkomme, lag der Lenker nun wieder ein paar Wochen in der Werkstatt rum. So rein theoretisch würde er schon am Besten ans KISH passen... Ich weiss... da hatte ich ihn ja ursprünglich dran und dann wieder demontiert. Trotzdem... Ich will ihm nocheinmal eine Chance geben.

Also habe ich den bestehenden Lenker mit Hörnchen und Schaftverlängerung demontiert und den Moonmen-Lenker wieder montiert. Dann bin ich auf eine gemütliche Runde um den Flughafen gestartet. Die Sitzposition ist damit ziemlich aufrecht und entspannt. Fährt sich an und für sich schon gut, wenn mir nur nicht nach etwa einer halben Stunde die kleinen Finger einschlafen würden...

Kleinigkeiten...

Es war ein prächtiger Tag, mit vielen Menschen unterwegs. Ein Genuss-Sommer-Sonntag und so will ich diesen Tag auch in Erinnerung behalten.

eiskalte Erinnerung

Wegen der aktuellen Kältewelle blieb ich in den letzten Tagen vorwiegend zuhause in der warmen Stube. Als ich jedoch heute Morgen die Sonne sah, wollte ich doch wieder einmal etwas raus an die frische Luft und ein paar Velokilometer zurücklegen.

Über die Wintermonate dachte ich schon ein paar Mal daran, auf die Lägern-Hochwacht zu fahren, doch meist war ich zu faul und konnte mich nicht richtig motivieren. In den MTB-Anfangszeiten waren die Lägern quasi mein Hausberg, doch seit wir vor 15 Jahr umgezogen sind, haben die Besuche auf der Aussichtplattform immer mehr abgenommen. Seit ich Rikscha fahre und eigentlich nur noch in den Wintermonaten freie Zeit finde, bin ich schon froh, wenn ich es einmal pro Jahr schaffe. Ich schaue kurz nach... hier, am 30. Oktober 2016, also vor fast 1 1/2 Jahren, war ich das letzte Mal dort oben. Es war also wirklich wieder einmal an der Zeit.

Ich wusste: Es ist und bleibt kalt. Doch spätestens seit meiner Winterreise 2017 weiss ich auch, wie ich mich dafür zu kleiden habe. Zwei paar Socken an den Füssen, darüber feste Wanderschuhe. Gepolsterte Unterhose, dann eine lange Merino-Unterhose und als Aussenschicht eine winddichte Winterradhose. Oben zuerst ein kurzes Thermo-Shirt, dann ein Merino-Langarmshirt, darüber ein dünner Fleece-Pullover und zum Schluss eine gefütterte Windstopper-Jacke. Ein Buff für Hals und Kinn, sowie ein dickes Stirnband für die Ohren und darüber eine Fleece-Mütze. Und natürlich zwei verschiedene paar Handschuhe (1x dünn für berghoch und 1x dicker für flach und bergrunter). Nach diesem Tenü-Marathon konnte es also loslegen.

Ich brauche etwa eine Stunde Anfahrtsweg. Zum Warmfahren zuerst über einen Hügel mit etwa 150 Höhenmetern und danach vorwiegend flach. Vor allem in der Fläche kamen die Erinnerungen an die Winterradreise wieder deutlich hoch. Es ist kalt, man kurbelt so vor sich hin, die Natur ist im Winterschlaf, der Spass hält sich in Grenzen... Am Fuss der etwa 400 Höhenmeter langen Steigung mache ich einen kurzen Halt. Ich ziehe den Fleece-Pullover unter der Jacke aus und verstaue diesen in der Seitentasche. Dann ziehe ich die dünneren Handschuhe an, setze mich wieder auf und fahre weiter.

Irgendwie werden die Berge mit zunehmendem Alter immer steiler... Mein Fitness-Level ist nicht gerade prickelnd... ich muss runter schalten, auf's kleine Kettenblatt... das konnte ich auch schon besser... dranbleiben... gleichmässig atmen... nicht übertreiben... in der Ruhe liegt die Kraft...

Die gewählte Route zwingt mich die letzten etwa 50 Höhenmeter das Fahrrad durch den Wald hoch zu schieben. Das ist auch im Sommer zu steil um zu fahren, im Winter mit Schnee und Eis dann unmöglich. Es stört mich nicht. Im Gegenteil. Mal eine andere Art der Bewegung und auch eine gute Belastung. Doch am schattigen Nordhang ist es schon sehr kalt... das GPS sagt - 11,2° Grad... Immerhin, das Ziel, die Aussichtsplattform, liegt dann nicht mehr im Schatten. Nur hat sich in der Zwischenzeit eine Art milchiger Hochnebel gebildet und deshalb ist die Aussicht nicht wirklich gut. Hier zeigt das GPS nun -8,5° Grad, doch es weht ein unangenehmer Nordwind. Auch die noch schneebedeckten Bänke laden nicht wirklich zum Verweilen ein. Deshalb mache ich nur ein paar Fotos, schaue ein paar Mal in die Ferne, ziehe mich wieder warm an und schon bald geht es wieder runter.

Es ist ganz klar, dass ich auf dem Nachhausweweg noch eine Kaffeepause einlegen werde und dafür bietet sich der Imbiss am Flughafen-Pistenende bei Oberglatt förmlich an. Das ist ein guter Belohnungsort, denn von da gibt es nur noch einen Hügel und weniger als 10 Kilometer bis nach Hause. Ich geniesse den heissen Milchkaffee und schaue den Flugzeugen bei der Landung zu. Flugzeuge, egal ob beim Start oder bei der Landung sind immer wunderbare Gedankenspender. Wo kommen die jetzt wohl her? War es dort sonnig und heiss? Ferien oder Business? Freuen sie sich wieder zu Hause zu sein oder steigen sie hier nur um? Herrlich, was man sich da alles zusammendichten kann... Bei mir ist es ganz sicher. Ich fahre jetzt nach Hause und stelle mich unter die heisse Dusche. Darauf freue ich mich! Das GPS sagt: 49,9km, 2:59 Std., 830 Hm.