Vorbereitungen

Bin heute mit dem Kish in die Stadt geradelt um drei Rikschas für den morgigen Event bereit zu machen.

Morgen Donnerstag werden wir zum dritten Mal am Swiss Travel Day mit unseren Rikschas einen Shuttle-Service zwischen dem Bahnhof Oerlikon und der Messehalle Stage-One anbieten. Der Messeorganisator sucht dafür jeweils einen Sponsor und dieser erstellt ein Mini-Branding für die Rikschas. Dabei werden speziell bedruckte Rückwände und Dachleisten eingesetzt. Die übrigen Flächen bleiben neutral/weiss.

An meiner persönlichen Rikscha wechselte ich auch noch ein Hinterrad aus, weil da schon zwei Speichen gebrochen sind und ich kein weiteres Risiko eingehen wollte. Die ganze Raparatur- und Umbau-Aktion hat knapp zwei Stunden gedauert. Ich bin unter dem Hochnebel in die Stadt gefahren und als ich dann wieder aus der Garage ans Tageslicht kam war ich positiv überrascht, dass nun die Sonne durchzudrücken begann. Der Hochnebel löste sich langsam aber sicher auf und es zeichnete sich ein schöner Herbstnachmittag ab. Ideal, um in der Innenstadt noch kurz einen Kaffee zu trinken und ein Blog-Foto zu machen. ;-)

Das ist übrigens sehr typisch für den Swiss Travel Day. Schon die ersten zwei Mal war jeweils prächtiges Herbstwetter und auch morgen wird es wohl ein schöner Hersttag werden. So machen solche Einsätze natürich Spass. Und ich bin auch wirklich dankbar, dass es eben nicht regnerisch und kühl sein wird. Bei gutem Wetter wird das Angebot auch viel reger benutzt und am Abend sind alle zufrieden.

Ich genoss es sehr, mit dem Kish wieder einmal etwas länger zu fahren. Auch wenn ich es schon mehrmals geschrieben habe: Das Rad rollt einfach super! Die dünnen, ziemlich hart gepumpten Reifen rollen wie von selbst und nahezu geräuschlos. Das ist natürlich ein Riesenunterschied zum TREK 1120, mit seinen dicken Stollenreifen. Auf flacher Strasse kann man mit dem Kish ganz locker und doch zügig fahren (dahin gleiten). So kann ich auch noch einen kleinen Umweg auf dem Heimweg einbauen. Den schönen Nachmittag und das milde Herbstwetter auskosten. Aus reiner Freude.

Eröffnungs-Event

Heute musste ich früh aufstehen, denn ich war den ganzen Tag gebucht um zu der Eröffnung der Bäckerei Wüst an der Seefeldstrasse 178 in Zürich Schoggistängeli auszufahren. Um 8 Uhr musste ich da auf der Matte stehen und wer mich kennt weiss, dass ich lieber 10 Minuten zu früh als 1 Minute zu spät bin. Und wenn ich schon früh raus muss kann ich auch noch etwas Reserve einplanen, so dass ich nicht hetzen muss. Diese Idee klappte dann so gut, dass ich noch Zeit hatte um bei Marinello auf der Rathausbrücke noch einen Kaffee zu trinken.

Ich geb's zu. Die Bäckerei Wüst war mir bislang kein Begriff. Ich lernte dann jedoch, dass es sich hier im Seefeld nun um die 12. Filiale handelt, die zweite davon in Zürich. Das Hauptgeschäft und die zentrale Bäckerei befindet sich in Wangen (SZ). Die neue Filialie im Seefeld ist nicht sehr gross, doch sehr schön und modern eingerichtet. Zum Eröffnungstag war extra ein Barista (Kaffe-Macher) engagiert, der allen Gästen kleine Kaffees offerierte. (Da hätte ich mir das Geld für den Marinello-Kaffee sparen können). 

Zwei Promotoren beluden die Rikscha mit den Schoggistängelis und schon kurz nach 8 Uhr machten wir uns auf den Weg um kreuz und quer durch das Seefeldquartier zu fahren. Bei jedem Büro und Geschäft hielten wir an und die Promotoren betraten die Geschäfte und verteilten Flyer und Schoggistängeli. Natürlich kam diese süsse Überraschung überall gut an und so machte die ganze Sache auch wirklich Spass. Lustig fand ich dann auch, dass wir über Mittag, also zwischen 12 und 13 Uhr nichts anderes machten als die Seefeldstrasse rauf und runter zu fahren und Passanten mit Schoggistängelis zu beglücken. Wie man am Bild oben erkennen kann, war die Rikscha ja auch mit Werbung bedruckt und hatten wir einen guten Auftritt.

Kurz nach 4 Uhr am Nachmittag war das das Schoggistängeli-Lager leer. Über 800 Stück haben wir unter die Leute gebracht. Wir haben uns zum Abschluss noch einen feinen Latte Macchiato gegönnt und mit dem Firmeninhaber die ganze Aktion besprochen. Alle waren zufrieden und fandes es eine ganz sympathische Sache. Schön so. So soll es sein. Für mich war's natürlich auch ein guter Tag, denn erstens wurde ich gut bezahlt und zweitens konnte ich jede Menge Gratis-Schoggistängeli essen...

Grillparty

Am heutigen Pfingstsonntag haben Karin und ich eine kleine Grillparty organisiert. Das heisst, eigentlich wollten wir am Samstag die Party steigen lassen, doch das durchzogene Wetter hat uns im Laufe der Woche dazu veranlasst, das ganze auf den Sonntag zu verschieben. Das hat sich wirklich auch gelohnt, denn heute war das Wetter wieder besser und für eine Grillparty eigentlich richtig gut. Natürlich ging es bei dieser Party auch darum, dass ich mich von meinen Freunden verabschieden konnte, denn bis ich von meiner Sommeerreise zurückkomme, werde ich die Meisten ja nicht mehr sehen.

Es war ein sehr schöner Abend, mit gutem Essen und vielen anregenden Gesprächen, was mir sehr gut gefallen hat. Klarerweise freue ich mich auf meine langen Sommerferien, doch irgendwie beschlich mich dann doch ein etwas mulmiges Gefühl. Das will ich einfach alles zurücklassen? Wirklich? Dreieinhalb Monate ohne meine Frau, meine Freunde, unsere Katze, das schöne Haus in angenehmer Umgebung, den Schrank voller Kleider und die Garage voller Fahrrräder, das Wasserbett, die schöne Dusche, ... Ja, da hat mich dann doch etwas der Mut verlassen ... klar, das ist das mir Bekannte und vor mir liegt ein Sommer voller neuer Erfahrungen und voller Unbekanntem. Das schüchtert dann doch etwas ein.

Zum Glück stieg nicht Angst in mir auf, sondern Dankbarkeit. Ja, ich bin wirklich sehr dankbar für die Fülle, die mein Leben bietet und all die lieben Menschen, die mich begleiten. Es ist ja auch nicht so, dass ich das alles einfach so hinter mir lasse. Ich werde wiederkommen und würde mich natürlich sehr freuen, mein bekanntes Umfeld wieder anzutreffen. Es ist wirklich nur eine Auszeit und kein Abbruch. Innerlich sehe ich auch mein zukünftiges Leben in dieser Umgebung und mit diesen Menschen. Das gibt mir ein gutes Gefühl mit auf den Weg... Danke Euch allen!

Granfondo, via del sale, Cervia/It.

Für Informationen zum Anlass, geht es hier zur offiziellen Webseite.

Um 05:15 Uhr klingelte mein Handy. Schnell eine Banane und ein Biberli essen, etwas trinken und die schönen Veloklamotten bereitlegen. Vorher gut mit Sunnencreme einschmieren, auch wenn es draussen noch stockfinster ist. Der Wetterbericht verheisst Sonne pur und wieder gegen 24° Grad. Mit dem Auto brauche ich von Riccione bis nach Cervia fast eine Stunde und wo genau nun die "registrazione" ist, weiss ich auch noch nicht. Was ich weiss ist, dass ich Startnummer 7540 erhalte und diese zwischen 06:00 und 07:00 Uhr abholen muss. Ganz schön früh.

Auch wenn manches etwas chaotisch läuft in Italien, sie haben oftmals recht in ihrer unverbindlichen Art. Man findet es dann schon... Man sieht andere Velofahrer, erkennt plötzlich ein Schild "Parchegio Granfondo" und schon bald steht man auf einem grossen Parkplatz, wo schon aus einigen Autos Rennräder ausgeladen werden und sich Leute umziehen. Hier bin ich also genau richtig.

Mein Autoaussenthermometer zeigt um 06:30 Uhr erst 10° Grad. Brrr... Ziemlich kalt in kurz/kurz, da war ich wohl ziemlich optimistisch. Ich ziehe mir eine dünne Jacke über und beschliesse nach der Anmeldung nachmals zum Auto zu kommen. Bis zum Start um 08:25 Uhr bleibt ja noch jede Menge Zeit. Es ist ganz einfach, die registrazione zu finden. Solange einem Radfahrer mit dem Geschenkrucksack entgegen kommen, ist man richtig. Bei dem Zelt, wo die meisten Rennräder draussen stehen, liegt man vermutlich auch nicht schlecht. Und siehe da. Ganz einfach. Mir wird auch einer dieser roten Rucksäcke in die Hand gedrückt, dann gibt es jede Menge Startnummern, Werbekram und dann muss ich noch unterschreiben. Den Zeitmesschip gibt es für 15 Euro am Nebentisch. Die 15 Euro kriegt man wieder zurück, wenn man den Chip nach dem Rennen zurückgibt. Soweit so gut.

Als Nächstes steht ESSEN auf dem Programm. Ich habe noch nicht gefrühstückt und die 107 Kilometer brauchen noch etwas Treibstoff. Ich finde eine schon offene Caffeteria, trinke einen Cappuchino und verdrücke dazu ein grosses Sandwich. Im Geschenkrucksack lag noch ein Energieriegel und ein Gel, die ich gut gebrauchen kann. Zuhause fand ich nur noch einen vor zwei Jahren abgelaufenen Gel, den hatte ich mir schon mal eingesteckt.

Nach dem Frühstück fuhr ich also wieder zum Auto und begann mich fertig zu machen. Die grosse Nummer gehört hinten ans Trikot, die Kleine scheinbar vorne an den Lenker und der Aufkleber mit der Nummer gehört an den Helm. Das habe ich mir bei der Gruppe lauthals tratschender Italiener zwei Autos weiter hinten abgeschaut. Dann die grosse Frage, was nehme ich alles mit? Hmm. Zwei Trinkflaschen. Halt, wo sind die Flaschen? Nein! Die liess ich im Hotelzimmer stehen. Zum Glück gibt es als Werbegeschenk einen kleinen 0,5l Bidon. Zwar wenig, doch besser als gar nichts, auch wenn es bis zum Verpflegungsposten 54 Kilometer weit ist... Ich habe drei Trikottaschen. Links das Futter (1 Riegel, 2 Gel), rechts der Fotoapparat. In der Mitte Geld, Handy, Autoschlüssel, zusammen in einer kleinen Plastiktüte. Auf Werkzeug, Pumpe und Ersatzschlauch verzichte ich völlig. Ich vertraue auf mein Material. Sollte ein Defekt eintreffen, schaue ich dann weiter (das nennt sich: die italienische Strategie).

Den Zeitmesschip binde ich mir ums Bein, ziehe die Handschuhe und den Helm an und dann gilt es halt doch, die wärmende Jacke auszuziehen und an den Start zu fahren. Schon der Weg zum Start ist super organisiert. Die "Cilcoturista" treffen sich ganz hinten. Es wimmelt nur so von Rennradfahrern, es sind wohl weit über 1'000 am Start.

Die Start- und Ziellinie ist zum Glück direkt am Strand, von wo die Sonne doch langsam wärmende Strahlen schickt. Ich friere etwas, meine Muskeln zittern leicht. Oder bin ich etwa nervös? Wohl auch das. Dagegen hilft eine freundliche Begegnung. Plötzlich kommen drei Radler auf mich zu und einer zieht seine schwarze Jacke aus. Darunter trägt er das gnau gleiche "La Ritz" Veloshirt wie ich. Wir lachen und haben Spass. Natürlich müssen alle ein Foto schiessen! Kurz vor dem Start bat ich dann einen anderen Fahrer ein Foto von mir zu machen. Der Apparat wählte wohl automatisch den Blitz zur Gegenlichtaufhellung und so leuchten die Reflexstreifen an den Rädern ganz nett.

Um 08:39 fuhr ich dann über die Startlinie und startete die GPS-Aufzeichnung. Für das Rennen hatte ich mir folgende Eckdaten gemerkt: 35km flach, 2 Hügel auf 20km, Wellen auf 20km und 32 flache Kilometer zum Schluss. Verpflegung bei km 54. Daraus ergab sich meine Strategie:gemütlich an die Hügel heranfahren (Puls <145), den ersten Hügel piano, den Zweiten dann unter Vollast. Die flachen Kilometer zurück dann ja nach Zustand der Beine.

Nach den ersten paar Kurven lichtete sich das Feld rasch und zerfiel in immer kleinere Grüppchen und Einzelfahrer. Ich war zuerst auch allein, doch nach etwa 10 Kilometer fuhr ich auf eine Gruppe Senioren mit lokalen Biketrikots auf. Einer trug sogar das Shirt aus dem Vorjahr. Sehr gut, dachte ich mir. Die kennen das Ganze, da kann ich etwas im Windschatten mitfahren. Doch die werten Senioren liessen sich das nicht lange gefallen. Bei der nächsten Abzweigung scherten sie bewusst weit aus, dass ich sie zwangsläufig auf der Kurveninnenseite überholen musste. Und so klebten sie mir dann an der Backe, respektive am Hinterrad. Ich hörte immer mal wieder einen Freilauf surren oder ein Wechsel schalten, doch überholen und Führungsarbeit leisten, das wollte keiner mehr von ihnen. Dafür haben sie ja einen Touristen wie mich!

Ich musste schmunzeln, doch behielt stets den Pulsmesser im Auge. 145 war mein Limit und dementsprechend spulte ich mein Programm runter. Ich (und meine Beine) fühlte mich gut und hatte nun gute Betriebstemperatur. Schon bald war ich am Fusse der ersten Steigung mit etwa 300 Höhenmetern und denke mir "locker bleiben". Vor mir werden alle langsamer, es folgt eine Kurve nach links. Nach der Kurve sieht man eine steile Strasse empor und tatsächlich, da schieben welche. Angeschrieben steht: 15% Prozent. Endlich habe ich mit dem MTB Vorteile. Ich schalte locker runter (noch nicht mal auf das kleinste Kettenblatt) und kurble in angenehmem Tempo hoch. Zu meiner Überraschung überhole ich gleich gruppenweise Mitfahrer.

Auf der rassigen Abfahrt ins nächste Tal drücke ich mir den Energieriegel rein und erhole mich etwas, denn der zweite Anstieg ist mit etwa 400 Höhenmeter etwas länger und gemäss Beschreibung soll ein kurzes Stück 18% Prozent steil sein. Meine 0,5l-Trinkflasche ist schon fast leer. Der zweite Anstieg ist dann wie eine kleine Passstrasse. Über mehrere Serpentinen führt die Strasse hoch und man kann überall Velofahrer erkennen. Zudem wird einem schnell klar, dass es wirklich steil und hart wird. Ich fahre viel Wiegetritt und beginne wieder zu überholen. Viele keuchen heftig, während ich mich weiterhin gut fühle. Das überrascht mich nun wirklich. Eigentlich dachte ich, dass ich bergauf immer überholt werde und nicht, dass ich Andere überholen kann. Das kam wirklich unverhofft, hat mir aber wirklich auch Mut gegeben.

Deshalb habe ich an der Verpflegungsstelle auch nur kurz angehalten. Zwei kleine Stück Kuchen, zwei Becher Tee und nun zwei Mal 0,5l ans Velo. Und weiter geht es. Schon bald komme ich an einer Tafel vorbei mit der Aufschrift"40km dal arrivo". Stimmt. Mein GPS sagt 77 Kilometer. Plus 40 macht 107. Was nun?

Wellig und flach ist eigentlich mein Terrain. Die Beine sind noch o.k. und im Kopf bin ich gut motiviert. Nun lege also noch ein Bricket nach und erhöhe auf Puls um 150. Der Tacho zeigt meist zwischen 30 und 34km/h. Es lohnte sich wirklich, die Reifen vorher auf 4 bar zu pumpen. So schüttelt es zwar etwas mehr, doch es rollt noch einen Tick leichter. Leider finde ich keine geeignete Gruppe, wo ich über längere Zeit etwas mitfahren konnte und musste immer wieder alleine im Wind fahren. Das kostete natürlich kräftig Körner und so drohte mir gegen Ende des Rennens förmlich das Benzin auszugehen. Ab Kilometer 100 ersehte ich jeden Kilometer bis ins Ziel herbei. Eigentlich wäre ich gerne über die Zielline gesprintet, doch ich war völlig kaputt. Keine Chance um noch irgendwoher etwas Kraft freizusetzen. Weil aber viele freundliche Fotografen an der Ziellinie warteten, jubelte ich wenigstens wie ein Sieger!

Ich brauchte mehrere Getränke, ein paar Früchte und ein Käsebrot, bis ich wieder halbwegs normal fühlte und mein GPS auswerten konnte. 4:03 Std Fahrzeit, 950 Höhenmeter, 26,3km/h im Schnitt! Hut ab! Damit bin ich mehr als zufrieden. Das hätte ich mir vorher nicht zugetraut. Das ergibt Rang 1172 von 1372 Klassierten. Wenn ich daran denke, dass ich als einer der 50 Letzten gestartet bin, dann habe ich fast 150 Rennvelofahrer unterwegs überholt. Das fined ich wirklich Spitze! Ich schaute mir noch etwas die verschiedenen Verkaufsstände an, bevor ich dann zurück zum Auto fuhr.

Ich fuhr dann direkt zurück nach Riccione um mich im Hotel zu duschen und erstmal etwas hinzulegen. Der Tag dauerte ja schon lange. Doch wirklich müde war ich noch nicht, deshalb zog ich mich an und ging noch etwas an den Strand um die müden Beine bei einem Spaziergang etwas zu bewegen. Am heutigen, sonnigen und warmen, Sonntag hatte es einige Leute am Strand, doch im Wasser waren höchstens zwei oder drei kälteunempfindliche Kleinkinder. Dafür war es schon noch zu frisch. Ich setzte mich genüsslich in eine Gelateria und gönnte mir ein grosses Eis zur Belohnung.

Morgen lass ich es etwas ruhiger angehen. Nach drei Tagen auf der Strasse möchte ich gerne eine Mountainbiketour unternehmen. Denise vom Hotel will mir nach dem Frühstück auf einer Karte ein paar gute Trails zeigen, die ich dann mit dem Santa Cruz Tallboy ansteuern werde. Das arme Plastikbike musste bisher immer im dunklen Radkeller stehen... Morgen wird es Zeit um das Bike auch mal zu bewegen.

Bisher läuft alles Bestens und die Ferienwoche hat ganz super begonnen. Der Wetterbericht ist noch für die ganze Woche gut und ich bin wirklich dankbar, dass sich alles so gut zusammenfügt.

Teilchenbeschleuniger 2011

Im Laufe des Nachmittags wollten wir noch etwas unternehmen und so kam uns der Teilchenbeschleuniger 2011 in der roten Fabrik Zürich gerade richtig. An der Occasionsbörse für Veloteile war ich auch schon 2010 und 2009.

Die Preisverleihung für das individuellste E-Bike war schon vorbei als wir da waren, doch das interessierte mich eh nicht sonderlich. Irgendwie habe ich Mühe mit der Motorunterstützung am Fahrrad, egal ob per Benzinmotor oder per Elektromotor. Für mein Geschmack ist ein Velo ausschliesslich muskelbetrieben. Der Motor sitzt oben auf und sonst nirgends. Ist meine Meinung. Dass Elektrovelos in sind und boomen soll mir recht sein, denn eigentlich unterstütze ich alles, was zu mehr Bewegung und zu weniger Erdölverbrauch führt. Aber egal, das ist eine ganz andere Diskussion.

Mein Problem mit dem diesjährigen Teilchenbeschleuniger war, dass ich so rein gar nichts brauchte. Meine Fahrräder stehen so in der Garage, wie ich sie mir wünschte und weshalb sollte ich denn da irgendwelche weiteren Teile hinzu kaufen? -Gedankenpause- Keine Ahnung... also blieb es diesmal beim schauen (und befummeln). Da gab es eine schöne HOPE Scheibenbremse mit rot eloxierten Hebeln zur Hälfte des Neupreises. Oder durchsichtige Gummigriffe. Alle Arten von Gabeln, Lenkern, Vorbauten, Schaltwerken, Naben, Rädern, Rahmen. Viele Rennveloteile und komplette Räder. Hier werden wirklich Teile beschleunigt um möglichst wieder gefahren zu werden. Ein sympathischer Anlass!

Winterwanderung in Flims

Dieses Wochenende fuhren wir mit einem Freund in die Berge. Karin wollte seit langem wieder einmal Ski fahren und ich dachte eigentlich an eine Schneeschuhtour. Nur, dafür lag einfach zu wenig Schnee und deshalb disponierte ich am Freitagabend um. Es soll über zehn ausgeschilderte Winterwanderrouten geben und so etwas konnte ich mir als Alternative gut vorstellen.

Ich entschied mich für die Strecke: Flims - Foppa - Stargels - Naraus. Alles berghoch, nur 3,5 Kilometer, jedoch 800 Höhenmeter. Dann mit dem Sessellift von Naraus runter zur Alp Foppa und von da wieder zu Fuss zurück nach Flims.

Die heutige Tour war eine richtige Beizen-Tour und wie man den Bildern entnehmen kann, war das Wetter absolut hammermässig. Schon bald konnte ich einen Pullover, die Kappe und die Handschuhe ausziehen und im Rucksack verstauen. Am Sonnenhang berghoch wandern gibt schnell warm. Zuerst waren die Wege noch geräumt, doch schon bald kam festgefahrener Schnee und da konnte ich die Nordic Walking Stöcke gut gebrauchen. Im Schnee finden die Spitzen gut Halt und mit gutem Stockeinsatz kann man die Trittsicherheit - gerade auf Schnee und Eis - enorm erhöhen. Nach etwa einer Stunde Wanderzeit kehrte ich das erste Mal ein. Das war bei der Talstation Foppa (Titelbild der Aussicht).

Es folgte dann ein wirklich steiler Abschnitt, den ich ganz langsam und gemütlich hochging. Es gab überhaupt keinen Grund zur Eile. Ich hatte jede Menge Zeit und gerade deswegen lag mir mehr am Genuss und an der herrlichen Aussicht, als an irgendeiner sportlichen Betätigung. Eine stille Geh- und Atemmeditation... Unterwegs machte ich bei einem leerstehenden Ferienhaus eine Pause und setzte mich auf die wunderbar plazierte Aussichtsbank. Ich konnte nur im T-Shirt bekleidet an der Sonne sitzen und war echt froh, im Rucksack auch noch etwas Sonnencreme zu finden. Praktisch. Für Biker und Wanderer geeignet.

Kurz nach 13 Uhr war ich dann am höchsten Punkt meiner Wandertour, der Bergstation Naraus, auf 1'842 Metern über Meer. Dort genehmigte ich mir einen weiteren Kaffe, diesmal mit einem Berliner. Von meinem Platz auf der Aussichtsterasse konnte man sich fast nicht satt sehen. Da war vor mir das prächtige Alpenpanorama (bild links, Grap Sogn Gion im Hintergrund) und hinter mir war das Bergrestaurant und im Hintergrund erkennt man sogar noch die Godelbahn die hoch nach Gassons auf 2'676 Meter führt. Absolut spannend jedoch fand ich, wie sich das Alpenpanorama in den Glasscheiben des Bergrestaurants widerspeigelte. In real konnte man das viel deutlicher erkennen, weil man mit dem Auge gezielt fokussieren kann, leider kommt das auf dem Foto nicht so gut rüber. Es sah auf jeden Fall so aus als ob die Leute, die unmittelbar vor dem Fenster sassen, direkt vor den verschneiten Bergen sitzen. Täuschend echt.

Später bin ich mit dem Sessellift runter zur Alp Foppa gefahren und bin dann von da die fast gleiche Strecke zurückgelaufen, die ich am Morgen herkam. Auch wenn berghoch gehen anstrengender ist, so ist es auf alle Fälle angenehmer, als bergrunter zu gehen. Auf dem Schnee ist es oft rutschig und das stete Bremsen geht doch ordentlich in die Knie und in die Beine.

Gegen Abend haben wir uns in Flims wieder getroffen und sind von da mit dem Auto weiter nach Safien gefahren, wo unser Freund ein Ferienhaus besitzt. Da haben wir uns dann rasch eingerichtet und schon bald blubberte der Käse in der Fonduepfanne. Der ganze Tag an der frischen Luft hat uns allen einen mächtigen Hunger beschert und so freuten wir uns schon heftig auf das feine Fondue. Das ist natürlich genau der Klassiker für so eine Alpen-Hütten-Romantik. Der perfekte Tag!

Fondue-biken

Einmal jeden Winter unternehmen wir eine Abendbiketour mit anschliessendem Essen. Wir fahren eine Biketour zu einem schönen Restaurant, treffen da unsere Frauen und essen gemeinsam Fondue. Die Frauen kommen meist mit dem Auto und so kann nachher jeder frei entscheiden, ob er noch mit dem Bike in der Dunkelheit heimfährt oder ob er das Rad lieber ins Auto packt.

Am schönsten sind solche Touren natürlich bei Schnee und winterlichen Bedingungen. Wenn es draussen eisig kalt ist, schmeckt Fondue in der warmen Gaststube gleich noch etwas besser. Heute war jedoch ganz anderes Wetter. Etwa 8° Grad, unter einer geschlossenen Hochnebeldecke. Viele nasse Forststrassen mit da und dort ein paar Schneeresten, Durch den Regen der letzten Tage war alles richtig dreckig, mit teils tiefen und morastigen Singletrails. Es war Killerwetter für teure Edelteile... Schutzbleche wären nicht schlecht gewesen... Wir liessen uns aber nichts anmerken. Wir hatten gute Laune und waren gewillt vorher ein paar Kalorien zu verbrennen, damit wir nachher beim Fondue voll zuschlagen können. Ausserdem macht richtig dreckig ja auch richtig gut Eindruck bei den Frauen...

Nach dem Essen bin ich dann gemeinsam mit Peter mit dem Bike nach Hause gefahren. Wir wollten eigentlich noch die Räder bei einer Autowaschanlage putzen, doch nach 20:00 Uhr war dann da bereits geschlossen. Schade. So musste er ein dreckiges Bike ins saubere Auto verladen und ich stellte das zugesaute Bike in die Garage. Da weiss ich schon jetzt, was ich morgen mal machen werde... 41km., 3:00 Std., 1'000 Hm.

Vorbereitung für die verschiedenen Weihnachtsessen

Heute Abend feiern wir -wie immer an Heiligabend- Familienweihnachten. Dieses Jahr treffen wir uns bei meiner Schwester, essen gemeinsam, singen ein paar Weihnachtslieder und tauschen ein paar kleine Geschenke aus. Ganz traditionell, ganz familiär, ganz normal.  

Da nun ein paar kalorienreiche Tage bevorstehen, studierte ich das Groupfitnessprogramm des Fitnesscenters und entschied mich spontan, über Mittag an einer Stunde Spinning teilzunehmen. Zur Feier des Tages zog ich mein "La Ritz"-Veloshirt an, was bei den Beteiligten auch promt gut ankam. Wir verlebten eine lustige und schweisstreibende Stunde bei guter Musik, auch wenn wir heute mit nur fünf TeilnehmerInnen ein eher kleines Grüpplein waren.

Nach dem Spinning gönnte ich mir nochmals je eine Runde Dampfbad und Sauna. Das tut meiner verspannten Rückenmuskulatur sehr gut. Die Schmerzen haben in den letzten Tagen nicht wirklich nachgelassen und die Reduzierung der Schmerzmittel lässt mich das auch spühren. Egal, für heute vergesse ich die Schmerzen ganz einfach und freue mich auf den besinnlichen Abend.

Allen Lesern dieses Blogs wünsche ich natürlich auch ganz schöne Weihnachten, im Kreise Eurer Lieben.

sprachgewandt

Heute Abend konnte ich ein letztes Geburtstagsgeschenk einlösen. Karin schenkte mir zwei Tickets für ein Livekonzert von Konstantin Wecker, im Volkshaus Zürich, und sie erlaubte mir auch, dass ich mit Jürg und nicht mit ihr hinging (Danke!). Vor etwa 25 Jahren hörten Jürg und ich viel Musik von Wecker und wir waren zu der Zeit an selber Stelle auch schon an einem Konzert. Ein super Geschenk also, um alte Erinnerungen aufzufrischen.

Wobei, das mit den Erinnerungen ist so eine Sache. Vieles hat sich verändert in 25 Jahren, die eigenen Interessen und Ansichten haben sich gewandelt und einiges, was ich in jungen Jahren ganz toll fand, interessiert mich heute überhaupt nicht mehr. Und dazu gehören irgendwie auch sozial-politisch-psychologisch-philosophisch angehauchte Liedermacher wie Konstantin Wecker. Na ja, neugierig war ich auf alle Fälle und ich freute mich auch auf diesen Abend.

Der Herr Wecker ist mittlerweile ja auch über 60 und dementsprechend war auch das Publikum. Alt-68er, Linke, Intellektuelle oder solche wie wir, die dafür etwas spät geboren sind, mit dem Gedankengut aber sympathisieren... Viel Handgestricktes, Selbst-Gebliebenes, um Originalität ringendes...

Das Programm war eine Art Karriererückblick und so bis etwa zur Pause hin hätten wir fast jedes Lied mitsingen können. Da war sie wieder, die geistige Revoluzzer-Zeit. Auch wenn wir heute über vieles nur noch schmunzeln. Später kamen dann die neueren Stücke, die wir nicht mehr kannten. Das Muster und der Grundtenor blieb sich dabei jedoch gleich, denn Wecker bleibt Wecker und seine Energie reicht noch lange um aufmüpfig und unbeugsam zu sein.

Das fand ich generell sehr spannend. Ich habe diesen Mann also 25 Jahre nicht mehr gesehen, er ist ü60, doch die Energie und Präsenz die von ihm ausgeht, ist noch immer so stark wie früher. Er brennt noch immer, sprüht und lebt sein "leben im Leben" (Titel des Abendprogramms). Oder aber, er kann sich an der Konzertsituation derart aufladen, dass er sich in die Welt seiner Lieder versenkt und dadurch die entsprechende Stimmung und Athmosphäre zum Publikum transportieren kann. Seine Konzerte sind Handwerk, Arbeit, die nötige Geldmaschine um den angestrebten Lebensstandard zu ermöglichen. Er rackerte sich ab, schwitzte, bot ehrliche Arbeit und liess uns an seiner Sprach- und Musikkunst teilhaben.

Nach fast drei Stunden Konzert sind wir zufrieden nach Hause gefahren. Es war ein gelungener Abend, der ein paar alte Saiten wieder zum schwingen brachte (und das durchaus in einem angenehmen, positiven Sinn).

Pfingsten in Paris

Wir haben ein unglaubliches Wochenende hinter uns. Am Freitagmorgen starteten wir zu viert in Zürich und fuhren mit dem TGV nach Paris, wo uns herrliches Frühlingswetter erwartete. Dann folgten drei Tage mit vielen Highlights. Unter Anderem waren wir zuoberst auf dem Eiffelturm und besuchten eine Aufführung im Variété Moulin Rouge. Karin und ich waren dabei eigentlich "nur" die Begleitung meiner Eltern, die diese Reise zu ihrem 50. Hochzeitstag von allen Freunden und Verwandten geschenkt bekamen. Das war ein richtig tolles Geschenk, welches wir an diesem Prachtswochenende einlösen konnten. Heute Montagabend sind wir dann mit dem TGV wieder zurück gekommen und nun sind wir müde und voller einmaliger Eindrücke, an die wir uns bestimmt noch lange erinnern werden.