mehr Futter

ganz untypisch
ganz untypisch

Seit ich als Rikschafahrer unterwegs bin, habe ich etwa 5 Kilo Körpergewicht verloren. Das kommt natürlich hauptsächlich davon, dass ich mich viel mehr bewege, als zu meinen Sesselfurzerzeiten. Es hängt aber auch ein klitzekleines bisschen damit zusammen, dass ich viel weniger Geld verdiene und ich deshalb unter anderem (fast) keine Snacks mehr kaufe. Auch auswärts essen habe ich stark reduziert, weil selber kochen halt einfach günstiger ist (und meistens auch besser schmeckt).

Ab heute wird das aber wieder anders! ;-)

Ich habe einen 25% Zusatzjob angetreten und werde von nun an zwei oder drei Morgen pro Woche als Lagerist/Magaziner tätig sein. Das ist eine gute Sache, denn morgens habe ich höchst selten Rikscha-Buchungen und das Zusatzgeld kann ich wirklich gut gebrauchen. Zudem freue ich mich, wieder einmal mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten und nicht immer nur auf mich selbst gestellt zu sein.

Einziger Nachteil: Ich muss jeweils morgens um 6:00 Uhr auf der Matte stehen :sik: . Ja, wenn ich vorher noch duschen, rasieren, frühstücken und mit dem Velo zum Arbeitsplatz fahren will, muss ich verdammt früh aufstehen! Heute brauchte ich knapp 40 Minuten für die 13 Kilometer (100 Höhenmeter). Als dann um 12:00 Uhr Schluss war, hatte ich mächtig Hunger und deshalb machte ich auf dem Nachhauseweg einen Döner-Halt. Man muss das Geld, welches man verdient, ja auch wieder unter die Leute bringen :grins: .

Während dem Essen dachte ich, dass ich möglichst zu jedem Blogeintrag ein Bild zeigen will. Auch wenn es noch so banal ist. Ich freue mich nämlich immer an Bildern in alten Beiträgen und mit der Handy-Fotoknipse ist ein Bild ja schnell gemacht.

modern times

Gestern Abend stellten wir fest, dass sich an unserem (vielleicht drei Jahre alten) Geschirrspüler kein anderes Programm, als das letztgenutzte Eco-Programm, einstellen lässt. Man konnte Knöpfe drücken wie man wollte, zum Schluss wurde immer wieder der Eco-Modus angezeigt. Blöd... was tun? Na ja, nutzen wir doch einfach den Eco-Modus. :-D

Heute dachte ich mir, bevor ich einen Techniker aufbiete, nehme ich die Maschine mal vom Strom. Nach dem Motto: Ein Boot tut immer gut! Schliesslich ist eine Waschmaschine heutzutage auch ein Computer. Also: Stecker raus! Ich räume das frisch gewaschene Geschirr wieder in die Schränke und als ich das erledigt hatte, steckte ich den Stecker wieder in die Steckdose und wartete kurz. Und siehe da: Alles funktioniert wieder wie es soll. -> "welches Programm hätten's denn gerne?" ;-)


meine Sekretärin ;-)
meine Sekretärin ;-)

Dann schraubte ich wieder einmal etwas am Blogdesign herum und war eigentlich mit dem Resultat ganz zufrieden. Ich schaute mir das am PC und am Mobile an -> passt. Dann nahm ich Karin's iPad zur Hand und stellte erstaunt fest, dass die Bilder auf der Startseite nicht angezeigt werden. Wieso denn nicht?

Google ist Dein Freund und so kam ich dem Problem schnell auf die Schliche. Vor ein paar Wochen habe ich das Dateiformat der Bilder auf der Startseite von .jpg auf .webp geändert. Dies nachdem ich einen Speedtest durchgeführt habe und dort wurde mir der Ratschlag erteilt, dass ich webp-Bilder verwenden sollte, weil diese weniger Daten speichern und somit dann auch schneller geladen werden. Klingt einleuchtend. Das war dann auch rasch gemacht und ich hielt die Sache für erledigt. - Bis heute. Denn heute sah ich mit eigenen Augen: Apples Safari Browser kann keine webp-Bilder darstellen. Webp ist ein von Google forcierter Standard, weshalb sollte sich Apple darum kümmern? Für mich hiess das dann: zurück auf Feld 1 :grrr:

Zum Glück sind auf der Startseite insgesamt nur drei Bilder und diese Bilder hatte ich ja schon von früher im jpg-Format. Es war also schnell erledigt und jetzt klappt es auch mit dem Apfel-Browser. Tja, dass sind unsere modernen Zeiten. Manchmal bin ich dafür sogar etwas zu modern... ;-)

Regenrundfahrt

bereit für eine Rundfahrt im Regen
bereit für eine Rundfahrt im Regen

Seit über acht Jahren besitze ich kein Auto mehr. Meist fahre ich Fahrrad. Zur Arbeit pendle ich jedoch mit dem Motorrad. Diese Entscheidung bereue ich höchst selten (eigentlich fast nie). Ich schätze mal, dass 350 Tage im Jahr das Motorrad die bessere Wahl ist. Das heisst es bleiben etwa 15 Tage, an denen Motorradfahren so überhaupt gar kein Spass macht. Am schlimmsten ist es bei Schnee, und knapp dahinter folgen kalte, verregnete Fahrten bei Dunkelheit. Und genau so eine Fahrt stand heute auf dem Programm.

Ich hatte erst um 18:30 Uhr eine gebuchte Rikschafahrt und so bin ich etwa um 17:30 Uhr mit dem Motorrad in die Stadt gefahren. Es regnete, es war kalt und es war dunkel... also vorsichtig fahren. Ich sehe nachts eh schon schlecht, doch mit Regentropfen auf dem Helmvisier und hellem Licht von entgegenkommenden Autos kommt es mir vor, als fahre ich auf ein Lichtervorhang zu. Würde in einem solchen Augenblick ein Hindernis auf der Strasse liegen, ich würde es nicht erkennen...

In der Garage angekommen hiess es dann die nassen Motorradkleider ausziehen und Velo-Regenhose sowie -Regenjacke für die Rikschafahrt anziehen. Luftdruck an den Rikscharädern kontrollieren, Regenverdecke herunterrollen, Wolldecke einpacken, Akkulicht anbringen, Mütze und Handschuhe anziehen und los geht's. Immerhin. es regnete dann nicht die ganze Stunde während der Fahrt und zwischendurch konnten wir das vordere Regenverdeck auch mal hochrollen. Das ist für die Fahrgäste doch deutlich angenehmer.

Wenn ich Velo-Regenkleider trage macht es für mich keinen Unterschied, ob es regnet oder nicht. Nach einer Stunde bin ich so oder so nass. Weniger von Aussen sondern mehr von Innen. So viel Atmungsaktivität gibt es gar nicht, damit ich die produzierte Körperwärme über Kleidermembrane effektiv verdampfen könnte. Im Sommer und an warmen Tagen ist das relativ egal. Aber im Winter, wenn es kalt ist, wird das schnell zum Problem. Kaum lässt die körperliche Beanspruchung nach, kriegt man kalt und beginnt in den feuchten Kleidern zu frieren.

Also nicht lange herumstehen, sondern rasch wieder in die Garage. Doch mit feuchten Bikekleidern in noch halbnasse Motorradbekleidung zu steigen ist auch nicht so lässig und wärmt auch nicht sonderlich. Vor allem während der Fahrt. Wenn ich dann zuhause bin und alle feuchten und nassen Kleider zum Trocknen aufhänge denke ich: Ganz schön viel Aufwand für relativ wenig Ertrag.

Aber hey, ich will mich nicht beklagen. Jedes Leben hat Sonnen- und Regentage und wenn mein Verhältnis im Jahr wirklich 350:15 ist, so kann ich mich glücklich schätzen.  :th_up:

hat was

so ist es!
so ist es!

Dieses Foto hat mir meine Frau von einem Weihnachtsmarkt geschickt. Noch besser hätte es mir gefallen, wenn darauf ein Mountainbike abgebildet wäre. Aber auch so hat es was...

War heute nicht sehr produktiv... :-( Oder sagen wir es so: Womit ich mich beschäftigt habe, das hat sich zum Schluss als unbrauchbar erwiesen. Tja, das gibt es halt manchmal.

Mimimi

kurze Frischluftrunde
kurze Frischluftrunde

Ich habe ziemlich schlecht geschlafen und bin deshalb eher schlecht gelaunt aufgestanden. Es kommt selten vor dass ich schlecht schlafe, doch das erste Fondue des Jahres, welches ich gestern Abend mit Freunden gegessen habe, hat meinen Magen ziemlich beschäftigt. Dann hat auch noch eine der Katzen mitten in der Nacht eine Maus nach Hause gebracht...

Um elf Uhr war ich für eine Stadtrundfahrt gebucht. Eine junge Mutter mit ihrem ca. 5jährigen Sohn. Sie war hübsch, gut gelaunt, sehr kommunikativ und freundlich. So ging die Stunde schnell vorbei und das hat meine Stimmung zumindest etwas aufgehellt. Doch das hielt nicht lange an... Ich trieb mich fast zwei Stunden in der Stadt herum, ohne auch nur eine einzige Fahrt an den Mann oder die Frau zu bringen... Frust. :-(

Es war zwar kalt, aber die Sonne schien und deshalb bin ich mit dem Motorrad nach Hause gefahren, habe ein paar Bikekleider gewechselt und nahm das TREK aus dem Schuppen um meine schlechte Laune mit frischem Sauerstoff zu kurieren. Auch das hat nur bedingt funktioniert. Es war zu windig, zu kalt, zu dreckig, zu... Irgendwie war ich heute echt Mimimi... hatte immer etwas auszusetzen und zu jammern... habe wohl nicht nur schlecht geschlafen sondern bin auch noch mit dem falschen Fuss aufgestanden. :-P

Schwarzmaler

scharzes Brett
schwarzes Brett

Es regnete leicht, es war kühl und trotzdem war ich für eine Stadtrundfahrt gebucht. Ich war etwas früh zum Treffpunkt unterwegs und deshalb suchte ich unter einem Vordach Schutz um noch ein paar Minuten im Trockenen warten zu können.

Der Standort ist nur etwa 100 Meter vom Hauptbahnhof entfernt und lange Zeit war hier ein exklusives Herrenbekleidungsgeschäft eingemietet. Im Frühling 2018 ist dieses Geschäft an einen anderen Standort gezogen und seither ist das Ladengeschäft ungenutzt. Kaum war das Geschäft leer, wurden die Schaufenster mit einer Bretterwand abgedeckt. Dies vermutlich deshalb, um im Inneren Umbauarbeiten ohne Beobachter durchzuführen und wohl auch, um die grosse Fensterfront vor Vandalen zu schützen. Dann kündigte eine riesige Werbeblache an, dass hier bald ein italienisches/japanisches Restaurant eröffnen würde. "Coming soon". Ich fand die Kombination Italienisch und Japanisch etwas merkwürdig oder zumindest aussergewöhnlich.

Ein Jahr später stand da immer noch "Coming soon"... Diesen Sommer wurde die Werbefläche demontiert und innert weniger Wochen hinterliessen verschiedenste Sprayer und andere selbsternannten Künstler ihre Werke auf der Holzwand. Ende Oktober wurde die ganze Wand dann schwarz gestrichen und so sieht es nun heute aus.

Es ist schon erstaunlich, dass an einem so zentral gelegenen und gut frequentierten Standort ein Ladengeschäft fast zwei Jahre leer steht. Zu teure Miete (das war zumindest der Grund, weshalb der Herrenausstatter umgezogen ist)? Zu lange Vertragsdauer? Irgend etwas in die Richtung wird es wohl sein. Erstaunt bin ich trotzdem, dass der Eigentümer wohl lieber jahrelang auf Mieteinnahmen verzichtet, als die Konditionen attraktiver zu gestalten.

kurz vor Monatsende

Es ist wieder viel Zeit vergangen seit dem letzten Eintrag und wenn der November nicht ganz leer ausgehen soll, so ist heute die letzte Chance für einen Blogbeitrag.

Am 31. Oktober sind Karin und ich nach Bangkok geflogen. Da trieben wir uns eine Woche in der Stadt rum, bevor wir dann nach Ko Phangan weiterreisten um zwei Wochen Insel- und Strandferien zu geniessen. Das waren sehr schöne Ferien und wir kamen dann auch entspannt und top erholt wieder zurück in die Schweiz. Natürlich könnte ich nun ein paar Ferienanekdoten erzählen oder in Erinnerungen schwelgen. Aber was bringt's? Die eindrücklisten Erlebnisse speichert man im Hirn und das ist auch gut so...

Wir sind auch sehr gerne wieder nach Hause gekommen. Ferien sind eine Auszeit aus dem "normalen Leben" und gerade dieser Kontrast ist bereichernd. Unser "normales Leben" ist ja recht stimmig und angenehm und so kehrt man auch wieder gerne wieder zurück. Unsere zwei Wollknäuel-Katzen haben uns natürlich auch gefehlt...

Seit knapp zwei Wochen sind wir also wieder da und in der Zeit bin ich natürlich häufig diesem Blog begegnet und habe mir überlegt, ob ich etwas schreiben soll und wenn ja, was. Es wird zunehmend schwierig. Ich habe immer weniger Lust, mich mitzuteilen. Oder, ich habe immer mehr das Gefühl, dass ich gar nichts zu sagen habe. Das nichts so wichtig wäre, um es hier festzuhalten. Ist noch schwierig zu erklären. Ich versuche es mal andersherum: Wenn jemand einen Blog schreibt der öffentlich zugänglich ist, dann glaubt er irgendwo im Hinterkopf entweder, dass er etwas (besonderes) zu erzählen hat oder, dass er durch diese Tätigkeit Bestätigung und Anerkennung findet. Wäre dem nicht so, so könnte er ja auch ein privates Word-Dokument oder ein Papier-Tagebuch führen.

Wenn ich also in der Vergangenheit erzählte/schrieb, dass ich diesen Blog vorwiegend für mich selbst, als eine Art elektronische Gedächtnisstütze, mache, so war das wohl nicht ganz falsch, doch eher ein vorgeschobenes Motiv. Der Hintergedanke "ich bin etwas Besonderes" und habe deshalb auch etwas zu erzählen, ist wohl genauso wahr. Genau gleich, wie das Heischen nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Beides hat in den letzten Jahren jedoch an Bedeutung verloren. Ich lerne mich selbst besser kennen und das stabilisiert mich. Ich bin deshalb nicht mehr so stark auf Feedback von aussen angewiesen. Der Glaube "ich bin etwas Besonderes" hat sich fast vollständig verflüchtigt.

Das soll nun gar nichts Enttäuschtes ausdrücken, im Gegenteil. Es ist eher eine Beruhigung, eine Entspannung, ein Loslassen von falschen eigenen Erwartungen und Vorstellungen. Es ist gar nicht notwendig "etwas" oder "jemand" zu sein, es reicht vollkommen, zu sein. Und dieses "sein" läuft immer im jetzt, von Moment zu Moment ab. Das verlangt Offenheit, Achtsamkeit und Unvoreingenommenheit. Das hat so gar nichts zu tun mit dem Nacherzählen von Erlebnissen oder Erfahrungen. Der Fokus verschob und verschiebt sich immer mehr auf das was ist und nicht auf das, was war. Ich verliere an Vorstellungen wie etwas sein sollte und an persönlichen Meinungen darüber, wie etwas ist. Es ist, wie es ist. Und das ist gut so...

Winterzeit

Am Sonntag durften wir ja eine Stunde länger schlafen, weil auf Winterzeit umgestellt wurde. Morgens merkte ich das nicht sonderlich, doch als es gegen fünf Uhr abends schon einzudunkeln begann, war ich doch überrascht. Nach 17:30 Uhr ist es nun schon fast zu düster um draussen zu arbeiten.  

Novembertage sind hier oft Nebeltage und während es über dem Nebel prächtiges Herbstwetter ist, frösteln wir in der milchig feuchten Nebelsuppe und sind schon dankbar, wenn sich am Mittag oder gegen Abend mal kurz etwas die Sonne zeigt. Das wären eigentlich ideale Bedingungen um schöne Herbsttouren mit dem Mountainbike im Zürcher Oberland zu fahren...

Noch beschäftige ich mich lieber (und fast ausschliesslich) mit dem Fertigbau des Gartenhauses. Angedacht war ja, dass mein Motorrad im Gartenhaus abgestellt werden soll. Diesen Plan habe ich in der Zwischenzeit verworfen. Wie man auf dem Bild sehen kann, wird es nun eine Velogarage. Wenn ich alle Velosachen aus der Garagenbox räume, hat das Motorrad in der Garage neben Karins Auto Platz und das ist der bessere Ort für ein Motorfahrzeug, als ein Gartenhaus. Da passen Velos besser rein.

Heute montierte ich nun erste Regale an die Trennwand Velogarage/Gartenhaus, damit ich einen Teil meiner Velowerkzeuge, -ersatzteile und -utensilien zügeln konnte. Danach war der Weg frei für das Motorrad in die Garage. Perfekt. Somit ist eigentlich mein ursprüngliches Bedürfnis, einen sicheren Unterstand für mein neues Motorrad zu haben, erfüllt.

Bis auf die Wand mit der Eingangstüre und die beiden Fenster bin ich mit dem Bau des neuen Gartenhauses nun ziemlich fertig. Schade, dass ich nun noch eine Woche auf die Lieferung warten muss.

Kopfgeschichten: Vorurteile

Gestern Sonntag war auf den Strassen sehr viel los. Sonntag und schönes Wetter, das trieb Alle hinaus. Ich war nicht so angestrengt und konnte schön meinen Vorurteilen fröhnen.

Als erstes die Motorradfahrer. Da gibt es viele verschiedene Kategorien. Hier in Italien gibt es viele kleine Valentino Rossi's. Ducati Super Corsa und andere Rennraketen sieht man unglaublich viele. Das sind die Leute, die sich die Freiheit nehmen, auch mal zu schnell zu fahren. Dann die vielen Harley Fahrer (Typ John Travolta, Red Hawk Ledergilet über Jeansjacke, wie in dessen Film Easy Rider). Die sind alle entweder schon taub oder sie sind mit Gehörschutz unterwegs. Gerne in Gruppen. Die nehmen sich die Freiheit, es mal so richtig knattern zu lassen. Dann die BMW- und andere Tourenfahrern mit vielen Koffern am Motorrad. Oft mit Sozius, mit Gegensprechanlage und mit der Freiheit alles dabei zu haben, was der sicherheitsliebende Mensch von heute so braucht. Des Weiteren gibt es hier viele Enduro- und Crossfahrer die sich die Freiheit nehmen auch mal abseits öffentlicher Strassen Gas zu geben. Dann die vielen Rollerfahrer, oft mit starken Motoren unterwegs. Die Kategorie der Praktiker. Unter der Woche mit einem Motorrad zur Arbeit und am Wochenende auf Tour. Am liebsten in kurzen Hosen und T-Shirt. Und ein paar Rat-Biker habe ich auch gesehen. Das sind die Harleyfahrer, die ihr Motorrad vergammeln lassen und möglichst nie putzen. Dazu dreckige Jeans, Bart und irgend eine Schüssel als Helm. Der moderne Outlaw. Putzen und waschen ist etwas für Hausfrauen aber nichts für wahre Männer...wink

Nun zu den Autofahrern. Die schlimmsten Hindernisse sind die Wohnmobile. Sperrig und meist schlecht motorisiert. Zudem schaut die ganze Familie aus dem Fenster und macht schon während der Fahrt Ferien. Dann die Cabriolet-Fahrer, entweder mit Hut oder Stirnband, meist über 50. Tja, man kann es sich halt leisten und Motorrad fahren ist ihnen zu gefährlich. Eine üble Kategorie sind die SUV-Fahrer (die Bürgersteigspanzer à la BMW X5, Audi Q7, Mercedes ML, etc.). Mir ist schleierhaft, weshalb die meisten während dem Fahren am telefonieren sind und weshalb einem gerade diese Autos meist ganz knapp überholen. Vermutlich denken sie einfach, dass neben ihnen niemand mehr Platz hat. Positiv fallen mir die vielen Kleinwagenfahrer auf, von denen es hier viel mehr gibt als bei uns. Einfache Menschen mit Anstand.

Und ich will es nicht verschweigen, es gibt auch genauso viele Kategorien von Velofahrern. An der Spitze stehen die helmlosen Rennradfahrer mit verspiegelter Sonnenbrille und Teamtrikot. Dazu das neuste Karbonvelo und Hightech-Laufräder. Die grüssen nicht und machen immer einen sehr gestressten Eindruck. Die pissen ungeniert an den Strassenrand (mit den komischen Schuhen können sie ja nicht gehen) und wollen scheinbar zeigen, dass sie fitter und schneller sind als alle anderen. Hier in Italien fahren sie immer nebeneinander, egal wie viel Verkehr herrscht. Dann die Mountainbiker... weshalb sieht man hier so viele auf der Strasse? Immerhin grüssen die fast alle sehr freundlich. Dann die Praktiker mit dem Alltagsrad, meist mit Körbchen oder Packtasche. Und ab und zu trifft man auch andere Reiseradler wie mich, die mit Sack und Pack unterwegs sind. Die Kategorie der Öko-Spinner, Selbst-Sucher und Möchtegern-Aussteiger...

In Lucca sass ich etwa eine Stunde in einem Restaurant und beobachtete spazierende Touristen. Davon gibt es genauso viele Kategorien und auch hier könnte man endlos viele Vorurteile pflegen. Der Typ: Ich fotografiere alles! Oder: Schau mal Schatz, was es hier Originelles zu kaufen gibt! Oder: Kind komm her, mach dies nicht und das auch nicht! Oder: Glotzt nur auf meinen dicken Bauch, die weissen Beine in kurzen Hosen und das unpassende Hawai-Hemd. Ist mir egal, denn so bin ich nun mal. Oder: die Reiseführertypen, die alles genau so wie vorgeschrieben abwandern. Und, und, und...

Ich stelle fest, dass ich ganz schön viele Vorurteile mit mir herumtrage, die ich besser vergessen würde. Ich schubladisiere hier Individuen ohne sie zu kennen. Ist etwas armseelig und nimmt einem zeitweise auch die Möglichkeit auf neue, interessante Kontakte. Vielleicht hilft es, wenn ich mir dessen schon einmal bewusst werde. Das Bild des Tages zeigt meine Füsse, die so quasi den Negativabdruck meiner Radschuhe zeigen. -> Dieser Beitrag ist eh für die Füsse (oder Füchse)...angel

genauer betrachtet...

Nachdem ich mich gestern ausgiebig mit Haushalt und Garten beschäftigte, war heute mein freier Tag. Klar, dass ich auf's Velo wollte um das schöne Wetter etwas zu geniessen. Wie in den Ferien bin ich zeitig aufgestanden, habe reichlich gefrühstückt und mich dann für die Fahrt bereit gemacht. Draussen war es sonnig, doch ziemlich kühl und windig. Um halb zehn Uhr wurden elf Grad angezeigt und mehr wie 14 oder 15 würde es auch nicht werden. Schönes Frühlingsbikewetter für lange Hose, Windstoppershirt und Langarmjacke, aber nichts für kurze Hosen. Schön war es alleweil.

Während der Fahrt dachte ich an den letzten Blogeintrag und die Kommentare dazu. Erstmal einfach: VIELEN DANK! Man erkennt den gesellschaftlichen Stellenwert des Themas. Dann scheint es mir aber nun doch wichtig, auf ein paar Punkte genauer einzugehen.

Der Titel war: "man sah es kommen..." das heisst, ich war nicht überrascht. Die ganze Geschichte war ein längerer Prozess, der über mehrere Gespräche zu diesem Punkt führte. Ich konnte aber hier, im öffentlichen Blog, nicht darüber berichten.

Ich wollte eigentlich schon lange nicht mehr und war der Sache überdrüssig. Schon die Reduktion von 100 auf 60 Prozent vor -nun auch schon- drei Jahren war ein erster Schritt zur Loslösung. Nun folgt der Zweite und Entscheidende. Nun werde ich zukünftig wieder auf meinen eigenen Beinen zu stehen haben.

Ich bin kein Opfer irgendeiner Strategie! Natürlich trägt mein Stellenabbau (nur einer unter vielen) zur Erreichung der Firmenziele bei. Doch er trägt auch zur Erreichung meiner persönlichen Ziele bei. Man ist fair mit mir umgegangen und hat meinen erbrachten Einsatz entsprechend gewürdigt. Auch die noch weiter gebotene Unterstützung durch ein spezialisiertes Stellenbüro finde ich bemerkenswert. Etwas überspitzt ausgedrückt könnte man sagen, dass wir uns im gegenseitigen Einvernehmen getrennt haben und dadurch eine win-win Situation eingetreten ist, die beiden dient...

Deshalb bin ich derzeit auch nicht traurig oder frustriert. Alles erinnert mich an einen alten Bilderwitz, der mir immer in Erinnerung geblieben ist. Da steht ein kleiner Angestellter vor einem riesigen Chefpult. Dahinter sitzt ein dicker Chef und in seiner Sprechblase steht: "I give you the biggest opportunities of your lifetime! You're fired!" zu deutsch: "Ich gebe Ihnen die grössten Chancen Ihres Lebens! Sie sind gekündigt!"... Dieser Witz ist eigentlich ziemlich zynisch, und doch hat er etwas... aber im positiven Sinne. Mir wurde gekündigt und nun stehe ich vor den grössten Möglichkeiten meines Lebens. (Fast) alles steht mir nun offen.

Ich weiss, was ich nicht mehr will und nicht mehr kann. Das habe ich nun fast dreissig Jahre lang gemacht. Für die zweite Hälfte meines Berufslebens suche ich mehr Berufung und weniger Broterwerb. Noch weiss ich nicht wirklich, was es dann sein wird, doch es wird ganz bestimmt weniger mit Technik zu tun haben, als bisher. Näher ans Leben, näher an die Menschen, so in die Richtung... Die Vitaltrainerausbildung 2008+09 war mal ein erster Schuss ins Blaue und der Grundgedanke, Fitness für Senioren, interessiert mich noch immer. Da lässt sich bestimmt etwas machen und in die Richtung werde ich bestimmt wieder aktiver werden.

Ich werde also -zumindest vorerst- keinen neuen Job suchen. Im Gegenteil. Ich werde möglichst lange von meinen Ersparnissen leben und mir wirklich viel Zeit lassen. Zuerst muss ich mich vom alten Ballast befreien, muss mich reinigen und leer machen. Bevor überhaupt etwas Neues entstehen kann muss ich in mir, in meinem Kopf und in meinem Leben einen Platz dafür schaffen. Eine lange Veloreise wäre dafür ein geeignetes Vehikel...

Auch diese Gedanken sind nicht neu, doch auch darüber konnte ich ja schlecht schreiben. Um es kurz zu machen: Ich plane diesen Sommer, von Mitte Juni bis Ende September möglichst weit durch Italien zu fahren. Wenn es geht: Italien runter bis Sizilien und über Sardinien, Korsika und Elba wieder nach Hause. Mit dem Bike, mit Zelt und Schlafsack. Dreieinhalb Monate oder 100 Tage... Die 100 Tage haben sich eher zufällig so ergeben. Meine Definition war zu Beginn ganz einfach "den Sommer hindurch"...

Es wird sich also etwas tun hier.

Und dies bringt mich nun wieder zum heutigen Tag. Natürlich brauche ich nun einiges an Vorbereitung, an Material und Equipment für so ein Unternehmen. Zelt, Matte, Schlafsack. Gepäckträger, Taschen hinten und eventuell auch vorne am Lenker, um nur ein paar Punkte zu nennen. Heute wollte ich ein paar Teile rekognoszieren. Zelt, Matte, Schlafsack. Dafür war ich nochmals bei TRANSA und habe mich da entsprechend beraten lassen. Da wüsste ich nun in etwa, was ich will. Zelt 2kg, Matte 1kg, Schlafsack 1kg. Soweit so klar.

Ich plane, nach GPS zu fahren und wenn möglich den Blog von unterwegs zu pflegen. Dafür wäre ein kleines Netbook ganz nett. Darauf könnte ich auch Bilder sichern und Beiträge vorschreiben. Also fahre ich zu Mediamarkt und schaue mir verschiedene Modelle an. Hmm. Da bin ich noch unschlüssig. Eilt nicht, kann ich weiter überlegen.

Dann folgte ein Abstecher ins Buchgeschäft. Ich bestellte mir das Buch "Radreisen, Basishandbuch, Reise Know-How" und das Buch "Radfahren ultraleicht". Bevor ich mich entscheide wie ich mein Gepäck transportiere, will ich mich erst noch etwas schlau machen.

Auf dem Nachhauseweg besuchte ich noch eine Vitaltrainerkollegin und wurde da freundlich zum Kaffee eingeladen. Danke, das war sehr nett. So bin ich heute den ganzen Tag mit dem Velo unterwegs gewesen und habe einiges gesehen. Interessant und schön war's. Das GPS sagt: 70 km., 3:52 Std., 500 Hm.