Frühling

Das angenehm schöne und sonnige Wetter der letzten Woche hat unseren Vorgarten zum blühen gebracht. Die Osterglocken und Hyazinthen blühen prächtig.

Der Magnolienbaum beginnt gerade zu blühen...

und die ersten Tulpen öffnen sich.

einfach ist schwierig

Ich mag dieses schlichte und auf das Nötigste reduzierte Bog-Design sehr. Aber... ich habe irgendwie auch Mühe damit. Schon öfters dachte ich darüber nach, wie ich es aufpeppen kann. Vielleicht mit einer Grafik in der Kopfzeile. Oder mit einer horizontalen Linie zwischen den einzelnen Beiträgen. Oder mit verschiedenen Schriften für Titel und Beitragstext. Oder...

Das ist ein interessantes Phänomen. Man wünscht sich das Einfache. Doch kaum ist etwas einfach und minimalistisch, dann neigt man dazu, die Sache wieder zu verkomplizieren. Der freie Raum verunsichert und dadurch entsteht eine innere Spannung. Dann denkt man, dass man etwas hinzuzufügen braucht. Man will zwar Freiheit doch kaum ist sie da, wünscht man sich wieder Struktur. Wirklich interessant...

OBike und so...

Seit etwas über einem Jahr gibt es in Zürich den OBike-Veloverleih aus Singapur. Der öffentliche Raum wurde geflutet mit 2'000 dieser hässlich gelben Fahrräder. Seit Beginn dieses Jahres gibt es ein Vergleichsangebot. Diesmal heissen Sie Lime-Bike und sind grün (aber genauso hässlich). Ich stehe dem Ganzen ziemlich ambivalent gegenüber. Einerseits finde ich es begrüssenswert wenn mehr Velo gefahren wird und zudem musste ich schmunzeln, mit welcher Kaltschnäuzigkeit dieser Veloverleih eingeführt wurde. Ohne Bewilligung, ohne Bikestationen, ohne Absprache mit Behörden oder Polizei. Einfach so. Dabei gibt es in Zürich schon seit Jahren den Plan, dass man ein Velo-Verleihsystem anbieten will, doch die Politik machte alles furchtbar kompliziert und so zog sich das Projekt über Jahre hin, ohne dass irgendetwas Nützliches geschah. Und PENG! Plötzlich waren diese OBikes da.

Als ich im letzten Jahr einmal mit einer Rikscha nach Winterthur zu einer Hochzeit fuhr, ist mir der OBike-Sammelpark das erste Mal aufgefallen und auf der heutigen Velorunde habe ich dann ein paar Fotos gemacht. Ich weiss nicht wie viele Fahrräder rund um den Schuppen gestapelt werden, doch es sind bestimmt mehr als 1'000 Stück. Viele davon rosten schon oder sind bereits beschädigt. Welche Ressourcenverschwendung!

Zuhause habe ich dann die Fotos auf den PC geladen und noch etwas gegoogelt. Dabei bin ich auf die nachfolgenden Bilder aus China gestossen. So sieht es dann also aus, wenn ein paar Millionen Menschen mit diesen Verleihbikes gesegnet werden...

Da kann man dann schon mal über Sinn und Unsinn dieser Veloverleihsysteme nachdenken. Oder darüber, worum es denn in Tat und Wahrheit wirklich geht? Lässt sich so mit einem Veloverleih wirklich Geld verdienen? Oder sind diese Firmen Händler von Kundendaten? Das Verleihsystem funktioniert ja vollelektronisch, über Internet und Mobile-App. Man muss sich registrieren und bezahlt via Mobile-Abo oder Kreditkarte. Man kommt also gar nicht umhin um Daten preis zu geben. Ich weiss ehrlich nicht, wie das wahre Geschäftsmodell dieser Firmen aussieht. Wenn man kurz recherchiert erfährt man auch, dass bis anhin gar kein Geld verdient wird, sondern einfach mal zig Millionen in den Geschäftsaufbau investiert werden, die dann irgendwann zurückfliessen sollen. Etwas dubios...

Nachdenklich stimmt mich dieser extreme Einsatz von Ressourcen aber schon. Wenn ein einzelnes dieser Velos bis zu seiner Verschrottung nur ein paar wenige Kilometer fährt, dann ist die ganze Ökobilanz zur Sau. In der Schweiz sollen dieses Jahr sogar neue Räder eingesetzt werden (die eine 3-Gang-Schaltung haben. Die aktuellen haben ja nur einen Gang). Was geschieht denn mit den oben gezeigten Fahrrädern? All die Energie, die für die Produktion, den Transport und die Verschrottung aufgewendet wird... unglaublich... mal ganz abgesehen vom Rohstoffverbrauch...

Hinzu kommt die optische Verschandelung von Stadtzentren. All die wild abgestellten und oftmals defekten Leihräder sind kein schöner Anblick. Hier wird der öffentliche Raum, den andere aufgebaut und bezahlt haben, ganz einfach für die eigenen Zwecke gebraucht (oder missbraucht). Ohne jegliche Rücksicht oder Verantwortungsbewusstsein.

Die nächsten Jahre werden zeigen, wie es diesbezüglich weitergeht. Vermutlich werde ich wieder einmal darüber bloggen.

Grobmotoriker

Mit dem Training des Zehnfingersystems werden meine bescheidenen motorischen Fähigkeiten schonungslos aufgedeckt. Obwohl grundsätzlich ein Bewegungsmensch, bin ich ziemlich grob gestrickt. Meine früheren Yoga-Aktivitäten zeigten, dass ich sehr ungelenk und wenig elastisch bin. Vor etwa 20 Jahren versuchten meine Frau und ich Klavier zu spielen und besuchten zu diesem Zweck etwa ein Jahr lang Klavierstunden. Auch da hatte ich schon das Problem, dass es mir grosse Mühe bereitet, einzelne Finger, unabhänging von den danebenliegenden Fingern, zu bewegen.

Daumen und Zeigfinger sind nicht das Problem. Die braucht man ja immer um etwas zu greifen und zu halten. Mittelfinger geht auch noch so einigermassen. Ganz schlimm ist die gezielte Bewegung des Ringfingers. Da zieht es oft den Mitterfinger mit, oder der kleine Finger zuckt. Es scheint, als sei ich nervlich nicht richtig verdrahtet oder zumindest eingerostet. Es braucht Anstrengung und Zeit, bis die Verbindung von Hirn zu Finger wieder flüssiger läuft. Da hilft wohl nur Übung.

mehr Finger auf die Tastatur!

Ich kann es nicht. Ich konnte es nie. Ich habe es nie gelernt. Das Zehnfingersystem.

Das habe ich schon immer an meiner Frau bewundert. Sie kann am PC sitzen und so schnell schreiben, wie ich höchstens denken kann. Ihre Finger fliegen flink über die Tastatur und ihr Blick bleibt ruhig auf dem Bildschirm. Das ist Maschinenschreiben in Perfektion!

Ganz anders bei mir. Ich tippe mit drei, vier, vielleicht einmal mit 5 Fingern. Dabei blicke ich meist auf die Tastatur um die gesuchten Tasten zu finden und zu treffen. Natürlich funktioniert das auch und überraschenderweise gar nicht mal so langsam. Ich habe mir mein eigenes System nun ja auch schon über 20 Jahre lang antrainiert. Es ist aber schlicht und ergreifend ineffizient. Auch das abwechseld auf die Tastatur oder den Monitor schauen ist doof.

Da ich wegen des schlechten Wetter ja derzeit oft zuhause bin und in Zukunft vermehrt etwas schreiben will, kann ich die Zeit auch nutzen um mich mal an das Zehnfingersystem zu wagen. Kurz gegoogelt und dann gleich für einen kostenlosen Onlinekurs registriert (diesbezüglich ist das Internet einfach super!).

Ich gebe es ganz offen zu: Über die ersten Fingerübungen bin ich noch nicht hinausgekommen. Es fällt mir schon schwer, die Finger auf die richtigen Tasten zu legen ohne gleich zu verkrampfen (vielleicht wäre dafür eine externe Standardtastatur besser als die etwas kleinere und flachere Laptop-Tastatur). Es wird vermutlich nicht ganz einfach werden um ein über Jahre antrainiertes Fehlverhalten zu korrigieren. Dazu werde ich wohl einige Zeit und vor allem viel Übung investieren müssen. Vorgeschlagen wird ein- bis zweimal täglich je 15-30 Minuten. Das sollte machbar sein.

Als Schlussbemerkung vielleicht noch: Ich habe Jahrzehnte in Büros und vor Computern verbracht und dabei festgestellt, dass die grosse Mehrheit meiner Berufskollegen genauso mit einem eigenen Wenigfingersystem arbeiteten. Nur ein paar Wenige konnten blind schreiben. Irgendwie erstaunlich. Und auch wieder nicht, denn eigentlich kamen alle aus technischen Berufen, ohne kaufmässische Grundausbildung. Und ein korrektes Zehnfingesystem erlernen wohl die meisten Menschen da.

O.K. Ich nehme mir vor, dass ich bis Ende Jahr in der Lage bin, mit geschlossenen Augen einen Blogeintrag zu schreiben. Bin gespannt, ob ich das schaffe!

nochmal Winter

Seit gestern Sonntag erleben wir hier noch einmal einen Wintereinbruch mit Kälte und ein paar Schneeflocken.

So wird das nicht viel mit einem erfolgreichen Rikschasaisonstart. Tja. C'est la vie! Werde die nächsten Tage wohl eher zuhause bleiben und noch etwas Grammatik und Schreibtechnik üben.

bessere Texte

Schreiben lag mir schon immer irgendwie. Ansonsten wäre ich vor über 12 Jahren ja nicht auf die Idee gekommen um dieses Weblog zu starten. In dieser Zeit habe ich mich nie sonderlich um meinen Schreibstil gekümmert. Genauso wenig wie ich mich um die potentiellen Leser gekümmert habe. Damit verfolgte ich also kein konkretes Ziel, sondern legte das Ganze als ein Ego-Projekt an, wo vielleicht ab und zu mal jemand anders als ich selbst darin rumstöbert.

Mit der neuen Bike Butler Homepage habe ich auch dort eine Kategorie "News&Blog" eingeführt. Der Hintergrund war rein praktischer Natur. Damit man bei Suchmaschinen gut bewertet wird, muss sich der Seiteninhalt möglichst regelmässig ändern. Da unser Rikscha-Angebot selbst ziemlich statisch ist, kann ich dieses Ziel eigentlich nur durch neuen, sich ändernden, Inhalt erreichen.

Im Internet findet man ganz viele Tipps zur Suchmaschinenoptimierung und fast überall steht zuoberst: Content first. Das heisst: möglichst regelmässig neuen und interessanten Inhalt zu veröffentlichen. Möglichst Inhalt, der dem Leser/Zielpublikum einen gewissen Mehrwert bringt, ihn z.B. hinter die Kulissen schauen lässt oder, der zumindest unterhaltsam ist. Natürlich immer in Bezug auf das eigene Angebot, damit man die nötigen Keywords (Schlüsselwörter, die Suchmaschinen lieben) locker integrieren kann.

Auf der Geschäftshomepage schreibe ich also nicht für mich. Der Text muss demzufolge nicht mir gefallen, sondern einem unbekannten Leser. Im optimalen Fall verleitet der Blogeintrag jemand dazu, um selbst eine Rikschafahrt zu buchen. Denn primär geht es ja nicht um die Suchmaschinen, sondern um die Menschen die durch diese Suchmaschinen auf unsere Internetseite kommen. Der Text muss also ganz bestimmte Kriterien erfüllen und Ziele verfolgen.

Das bedeutet letztendlich: Jeder News&Blog-Eintrag ist wie ein kleiner Werbebrief. Also: Die Überschrift muss Appetit machen um weiterzulesen. Ein paar Bilder (aber nicht zu viele) helfen in der Veranschaulichung. Dann muss der Text interessant und einfach lesbar sein. Nicht zu kurz und nicht zu lang. Und zum Schluss soll der Leser möglichst sanft zu einer Aktion/Buchung aufgefordert werden.

Hier kann ich nun an die letzten Beiträge in diesem Blog anknüpfen. Ich muss lernen und üben. Das hat nichts mit Talent zu tun. Man findet genügend Infomaterial im Netz, welches einem hilft um ansprechende Texte zu schreiben, die letztendlich auch funktionieren. Sowohl für Menschen/Interessenten, wie auch für Suchmaschinen. Also: Mach mal und lerne etwas Neues!

lernschwach

Der letzte Beitrag hat in mir nachgehallt. Es traf einen Punkt in meiner Persönlichkeitsstruktur, den ich zwar schon öfters mal bemerkte, über den ich aber nie wirklich nachgedacht habe. Ich bin nicht dumm, doch ich habe nie wirklich freiwillig und gerne etwas dazugelernt. Vielleicht dachte ich: "man kann etwas oder man kann es eben nicht." - "man hat Talent oder eben nicht." Dass in Wirklichkeit Grosses jedoch aus geschätzten 90% Lernen/Üben/Training und nur zu etwa 10% aus Talent erschaffen wird, habe ich erfolgreich ignoriert. Schon immer legte ich mehr Wert auf "sein" als auf "werden". Hmmm... heisst das aber nicht auch: Stillstand statt Fortschritt?

Boah! Irgendwie tragisch, wenn man sich solche Gedanken erst mit über 50 stellt.

Inneres Feuer

Gestern Morgen starb der weltbekannte Physiker Stephen Hawking. Genau. Der körperlich schwer behinderte Mann im Rollstuhl, mit den Erkenntnissen über schwarze Löcher und die Entstehung des Universums. Spät nachts zeigte das Schweizer Fernsehen deshalb einen Spiel-/Dokumentarfilm über ihn, sein Leben und Schaffen. Es war schon sehr spät und deshalb habe ich den Film nur bis etwa in die Mitte verfolgt und ging danach zu Bett. Beeindruckt war ich dennoch…

«Positiv beeindruckt» ist man ja eigentlich immer, wenn man Gesehenes, Gehörtes, Gelesenes, Erlebtes in Bezug zu einem selbst setzt. Man erkennt an Anderen Fähigkeiten, die man selbst auch gerne hätte aber eben nicht hat.

Alle «grossen» Persönlichkeiten verfügen über ein inneres Feuer für irgendein bestimmtes Thema. Das treibt sie an um immer mehr dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln. Bis sie an den Rand des bisher Bekannten vorstossen und dann dank ihres inneren Feuers auch darüber hinausgelangen. So entdecken oder schaffen Sie Neues. Faszinierend!

Tja… und dann sitze ich da vor dem Fernseher und stelle enttäuscht fest, dass dieses «innere Feuer» nie in mir gebrannt hat. Ich war nie wirklich neugierig und wollte nie irgendwo «der Beste» sein. Und nicht nur das. Schon als Kind misstraute ich Bildung. Ich hatte nie das Gefühl, dass mich Schulbildung weiterbringen würde und meinen Horizont erweitern kann. Viel eher dachte ich, dass mich Bildung gleichschalten, festlegen und einengen will um Dinge in einer ganz bestimmten Weise zu sehen. Ich war wohl auch deshalb immer ein schlechter Schüler. Nicht dumm, aber faul und an sehr wenig interessiert. Ich hatte nie ein konkretes Ziel welches ich erreichen wollte und dafür gewillt gewesen wäre, zu brennen. Eigentlich schade…

Man kann das nun noch etwas schönreden und sagen, dass man halt vielseitig und nicht einseitig interessiert war. Dass man viele Facetten des Lebens spannend fand und sich deshalb nicht festlegen wollte. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Richtig ist aber zweifellos, dass man nur dann in einem Fach wirklich Grossartiges erreichen kann, wenn man sich darauf konzentriert und nicht auf vielen verschiedenen Hochzeiten (mittelmässig) tanzt.

Geld...

Am Schluss geht es immer nur ums Geld... ganz egal, wie viel man davon hat.

Geld ist DER zentrale Wert unserer Gesellschaft und der EINZIGE gemeinsame Nenner, den jeder Trottel versteht und der für ALLE gilt (Frau/Mann, jung/alt, weiss/schwarz, etc.). Die Geldmenge wird durch simple und eindeutige Zahlen dargestellt. Da gibt es nichts Schwammiges. Man kann sehr wohl zu wenig Geld haben, doch man hat nie zu viel, denn für Geld gilt: Genug ist nie genug! Geld ist der Steigbügel zu Anerkennung und Macht.

Wir werden schon als Geld-Sklaven geboren. Selbst wenn ich als Selbsternährer auf einer gratis geliehenen Alp leben würde, so schulde ich dem Staat (und der Krankenkasse) Geld. Keinen Zehnten meiner Ernte, kein Gemüse, kein Brennholz, keine Kunst, keine Philosophie, sondern Geld. Wir müssen uns immer verkaufen um unsere Freiheit zu erkaufen (was für ein Irrsinn). Ergo: rennen wir alle dem Geld hinterher. Ein einziger Tanz um das goldene Kalb.

So ist das nun mal. Da gibt es kein Entrinnen! Das eigentlich Perverse an der heutigen Zeit ist, dass es nicht mehr wirklich interessiert, wie jemand zu Geld kommt oder gekommen ist. Ausser offensichtlicher Diebstahl oder Raub ist eigentlich alles erlaubt. Andere übers Ohr hauen, Ausnutzen, Lügen und Betrügen ist ganz normal und spätestens nach dem globalen Justizversagen nach der Finanzkrise 2008 anscheinend auch gesetzlich legitimiert. Es gibt wohl keinen Milliardär auf dieser Welt, der seinen Reichtum ohne Ausbeutung von Natur ohne Menschen erwirtschaftet hat...

Frau Merkel würde sagen: "Es ist alternativlos..."

Traurig ist, dass wir trotz x-tausend Jahren Marktwirtschaft wirklich keine Alternative finden können...