kalte Rikschafahrt

Heute wurde ich von Schweiz Tourismus für eine individuelle Tour mit einem belgischen Journalisten gebucht. Leider war es ein klassischer Februartag. Nur knapp über Null Grad, grauer Hochnebel. Ich bin natürlich froh, dass die gewählte Tour gut angekommen ist und der Gast mir versichert hat, dass er Bike Butler in seinem Reisebericht erwähnt.

unverhofft

Gestern Abend, so gegen halb acht Uhr, klingelte mein Handy und jemand wollte für heute, 11:00 Uhr eine 60 Min. Stadtrundfahrt buchen. Habe ich nun Ferien und das Geschäft ist geschlossen oder nehme ich die Buchung an? -> Geld verdienen ist immer gut. Und die Hochzeitsdekoration für kommenden Freitag könnte ich ja auch schon anbringen. Also gut!

Ich bin kurz vor halb 10 Uhr mit dem Velo losgefahren und gegen 10:30 Uhr in der Garage.. Genug Zeit um die Rikscha startklar zu machen und dann zum Treffpunkt fahren.

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Rikscha-Unterhalt

  • vor 3 Wochen: Gebrochene Rikscha um Bruchstelle sauber entlacken.
  • vor 2 Wochen: Reparatur und einschweissen zusätzlicher Verstrebungen.
  • letzte Woche: Reparaturstellen neu lackieren (Rahmen und Dach)
  • diese Woche: Instandsetzung 2018

Heute morgen bin ich kurz vor 10 Uhr mit dem Velo in Richtung Stadt und Rikscha-Garage gestartet. Der Wetterbericht war gut. Morgens noch hochneblig, doch man dürfe durchaus auch ein paar Sonnenstunden im Flachland erwarten, bei Temperaturen zwischen 4 und 10 Grad Plus. Also durchaus angenehm.

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Rikscha-Operation

Heute war es nun soweit, dass die gebrochene Rikscha geschweisst werden konnte. Ich habe also einen Transporter gemietet, damit die Rikscha in Zürich abgeholt, eingeladen und bin mit ihr zu einer mechanischen Werkstätte gefahren. Interessanterweise gehört die einem ehemaligen Schulfreund aus der Primarschule (ja, ja, lang ist's her und die Welt ist klein).

Es hat sich gelohnt, dass ich mir die Mühe nahm, den Lack zu entfernen, denn so konnten wir gleich loslegen. Zuerst galt es, den verzogenen Rahmen zu richten und dann wurde geschweisst. Zur Verstärkung wurden noch zwei zusätzliche Bleche eingeschweisst und nun dürfte die Rikscha ewig halten (oder sie bricht zumindest nicht mehr an dieser Stelle).

Wir hatten noch etwas Zeit und so richteten wir auch noch das Dach und überschweissten mehrere angerissene Schweissnähte. Ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden bin. Das ist wirklich professionell repariert! Und das alles zu einem Freundschaftspreis! Super und VIELEN DANK!

Danach die ganze Transportgeschichte wieder zurück und nun wartet die Rikscha darauf, wieder gestrichen zu werden, damit man letztendlich nichts mehr vom Schaden sieht. Kommt gut.

entlacken

Heute fuhr ich wieder mit dem Velo in die Stadt um den mit Abbeizer vorbehandelten Rikscharahmen weiter zu bearbeiten. Nachdem ich die Frischhaltefolie entfernt hatte, sah ich wie an vielen Stellen die Pulverbeschichtung aufgequollen war und deutete dies als gutes Zeichen. Ich begann mit dem Spachtel die Farbe abzukratzen und musste aber schon bald feststellen, dass ich heute wohl noch nicht zum Ziel kommen werde. Ich kratzte und schabte etwa ein Stunde und entfernte die Farbe so gut es eben ging. Wie man auf dem Bild gut sehen kann, gibt es noch einige Farbflecken, die ich trotzdem nicht weggekriegt habe. Das ist noch nicht gut genug und deshalb schmierte ich das Ganze nocheinmal mit Abbeizer ein und lasse es wieder einwirken. Wenn ich das nächste mal in die Garage fahre, werde ich noch Schleifpapier mitnehmen, damit ich die Farbflecken, die dann noch übrig bleiben runterschleifen kann.

Nach dieser Aktion besuchte ich Katrin Barth in Ihrem Nähatelier im Kries 4. Dazu eine kurze Vorgeschichte: Katrin lernte ich 2012 kennen. Sie war die erste Kundin, welche die Hochzeitsrikscha für ihre beste Freundin buchte. Darüber habe ich diesen Blogbeitrag geschrieben. Letztes Jahr, ich glaube es war im September oder Oktober buchte dann die besagte Freundin die Hochzeitsrikscha um zusammen mit Karin von zu Hause zum Standesamt zu fahren (zu Katrins Hochzeit). So sahen wir uns wieder. Auf der Fahrt zum Standesamt fragte ich Katrin, ob Sie immer noch Rucksäcke schneidert und ob sie sich auch vorstellen könnte Dachverkleidungen und Regenverdecke für Rikschas herzustellen. So kam es dann zu der lockeren Verabredung für "kommenden Winter".

Nach im Schnitt fünf Jahren sind die Dachverkleidungen der Rikschas teilweise ramponiert und die Regenverdecke zerkratzt und nicht mehr wirklich transparent. Es ist also an der Zeit, dass ich mich um Ersatz kümmere. Die Originalteile aus Deutschland kosten fast 600 Euro pro Rikscha. Mal 4 Rikschas = teuer. Für so viel Geld kann man durchaus darüber nachdenken, diese Teile hier fertigen zu lassen. Und als Kleingewerbler ist es ratsam, andere lokale Kleingewerbler zu unterstützen. Wir besprachen die Sache nocheinmal gründlich und kamen überein, dass ich ihr Anfang nächster Woche alle Teile einer Rikscha mitbringe, damit sie ein konkretes Angebot machen kann. Es würde mich sehr freuen, wenn das klappt.

Nach diesem Treffen fuhr ich mit dem Velo auf direktem Weg nach Hause. Das Wetter war heute kalt/feucht/neblig/hochneblig, etwa 4° Grad und nicht so prickelnd um Rad zu fahren. Zudem wirkten die Kilometer und Höhenmeter von gestern noch etwas nach. Aufgefallen ist mir, dass man bei Nebel die Abgase der Autos deutlich besser riecht, als wenn es trocken ist. Ich glaube das liegt daran, dass die Stink-Moleküle an den feinen Nebel/Wasser-Molekülen anhaften und man sie deshalb deutlicher wahrnimmt. Nur so ein Gedanke... Das GPS sagt: 1:59 Std., 37,5 km, 300 Hm.

Nichts hält ewig

Bei meinem letzten Rikscha-Einsatz ist mir während der Fahrt das Gestänge des Sattels gebrochen.

Na ja, nichts hält ewig... dennoch bin ich etwas überrascht, denn gerade von BROOKS-Sätteln sagt man ja, einmal kaufen - ein Leben lang fahren. War wohl nichts. Der Sattel war ganz nach hinten montiert und brach direkt hinter der Befestigungsschelle. Ich kann mir schon vorstellen, dass meine 90kg eine grosse Belastung bringen, wenn ich ganz hinten sitze. Vielleicht war auch die Klemmung zu fest angezogen und hat das Gestänge eingekerbt. Wie auch immer... dieser Sattel, BROOKS PROFESSIONAL, hat das zeitliche gesegnet. Nach fünf Jahren Einsatz und geschätzten 30'000 Kilometern.

Als Ersatz nehme ich den Sattel vom KISH. Das ist ein BROOKS Cambium C17. Den habe ich mir letztes Jahr gekauft und finde ihn nicht unbequem, aber eher etwas breit. Da ich auf der Rikscha aufrechter sitze als auf dem KISH, dürfte er gut passen. Am KISH habe ich den alten Sattel, mit dem ich die Italienreise gefahren bin, wieder montiert. Das ist ein VeloPlus-Sattel, den es mittlerweile aber nicht mehr gibt. Null Kult-Status, doch immer noch ganz. :-)

neue Webseite

Seit etwa einem Monat beschäftige ich mich mit dem Aufbau einer neuen Webseite für Bike Butler. Natürlich soll alles schöner, moderner und mehr interaktiv werden - wie immer, wenn man ein solches Projekt startet ;-)


Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf "responsive Design" oder "Mobile first". Das heisst in Deutsch: Das Erscheinungsbild der Webseite soll nach Möglichkeit immer gleich sein, egal ob mit PC, Tablet oder Smartphone darauf zugegriffen wird. Die Darstellung soll sich also automatisch an die verschiedenen Grössen (Auflösung) der Displays anpassen. Weil immer mehr Menschen mit Handys im Internet surfen liegt der Fokus also auf der Darstellung für kleine Displays.

Zusätzlich möchte ich eine Newsletter-Funktion integrieren und ab nächstem Jahr dann jeden Monat ein E-Mail an Kunden und Interessierte versenden, in dem auf Neuigkeiten hingewiesen wird. Das soll dann wiederum mehr Besucher auf die Webseite bringen.

Es gibt also viel zu tun und deshalb verbrachte ich in den letzten Wochen viel Zeit vor dem PC. Den aktuellen Stand meiner Arbeiten kann man sehen, wenn man auf das obige Bild klickt. Der Aufbau der neuen Seite passiert also parallel zur bestehenden Webseite. Wenn dann mal alles fertig ist, wird die alte Seite durch die Neue ersetzt. Klarerweise ist derzeit noch nicht alles fertig (und bis jetzt alles nur in deutsch). Trotzdem würde ich mich über Kommentare dazu freuen.

Rikscha-Rahmenbruch

Heute ist an Arjun's Rikscha der untere Hauptträger der Rikscha gebrochen, was einen ziemlichen Totalschaden darstellt. Natürlich werden wir eine Reparatur versuchen, doch so einfach wird das nicht. Zuerst müssen wir mal jemanden finden, der Aluminium schweissen kann. Dann muss die Stelle zusätzlich verstärkt werden, denn sonst wird der nächste Riss/Bruch -direkt neben der Schweissnaht- nicht lange auf sich warten lassen. Es wird also etwas Zeit und Aufwand brauchen, bis diese Rikscha wieder einsatzfähig sein wird.

Zum Glück neigt sich die Saison dem Ende entgegen und es sind keine Buchungen mit 4 Rikschas mehr anstehend. Arjun wird also die 3. Rikscha fahren, bis eine Lösung gefunden und umgestzt ist. Es zeigt sich, dass es durchaus wichtig ist, Ersatz zu haben.

Test mit Google Maps

Ich beschäftige mich derzeit mit Überlegungen zu der neuen Bike Butler Homepage. Eine wichtiger Teil dabei ist, dass unsere Standard-Touren vernünftig darstellt und beschrieben werden. Heute ist mir die Idee gekommen, dies mit Google Maps auszuprobieren. Dafür suchte ich mir zuerst eine kleine Anleitung und danach zeichnete ich mal eine kleine 30 Minuten-Tour auf. Nachfolgend nun das Ergebnis.

-> Bild entfernt, weil später auf Google Maps gelöscht <-

Der erste Wurf gefällt mir schon mal recht gut. Die Zoom-Möglichkeiten sind Spitze und dass man Zusatzinformationen durch Klicks auf verschiedene Kartensymbole abrufen kann, erachte ich als einen echten Mehrwert.

In einem zweiten Schritt versuchte ich, mehrere Touren in einer Karte darzustellen (z.B. alle 30 Min. Touren). Hier das Ergebnis:

Hmmm... Überlappende Linien werden zum Problem. Immerhin, wenn man auf eine Linie/Tour klickt, sieht man sie vollständig und erhält die Zusatzinformationen. Noch überzeugt mich das noch nicht wirklich. Da muss ich noch etwas rumtüfteln.

ich werde alt...

Gestern war wiedereinmal Streetparade in Zürich. Um die 900'000 Menschen strömten ans Zürcher Seebecken um "Love never ends" zu zelebrieren. Das ist naturgemäss eine der umsatzstärksten Nächte als Rikschafahrer und deshalb ein absolutes MUSS.

Kurz vor zwei Uhr nachmittags machte ich mich auf ins Getümmel. Zu Beginn ist die Bahnhofsregion ein guter Fang-Standort um Leute möglichst nahe ans Seebecken zu bringen, wo die eigentliche Parade zwischen etwa drei und sechs Uhr stattfindet. Dieses Jahr war es mit etwa 20° Grad relativ kühl. Schnell stellte ich fest, dass die Sicherheitsmassnahmen der Polizei nochmals deutlich erhöht wurden und es schwierig war überhaupt in die Nähe des Sees vorzustossen. Nach den Terroranschlägen der letzten Jahren in Europa habe ich dafür auch durchaus Verständnis.

Schnell wird einem klar, wie viel Streetparade mit hemmungslosem Alkohol- und Drogenkonsum zu tun hat. Leere Alkflaschen werden auf die Strasse geschmissen und so werden viele Scherben zum Spasskiller für Rikschafahrer (und Fussgänger). Kurz vor sechs Uhr hatte ich dann erstamals einen platten Vorderreifen. Nach etwa 15 Minuten Reparatur ging es dann weiter. Kaum eine Stunde später dann ein platter Hinterreifen. Langsam beginnt es mich zu ärgern...

Die angetrunkenen Leute nehmen stetig zu. Die Müllberge wachsen. Dauernd heulen Sirenen von Polizei und Krankenwagen. Leute kotzen an den Strassenrand oder pinkeln an parkierte Autos. In was für einer Welt leben wir? Anstand und Hemmungen gehen verloren. Jeder will einfach PARTY, ohne Rücksicht auf Verluste. So sieht also "Love never ends" aus...

Natürlich ist das Ganze eine Altersfrage. Es gibt noch einige alte Raver, doch vermutlich ist 80% des Publikums unter 30 Jahren. Für Viele bedeutet Streetparade nichts anderes als Party machen und wieder einmal richtig die Sau rauslassen. Ich bin nun schon deutlich über 50 und habe auch wenig (oder keine) Beziehung zum jungen Partyvolk. Vieles ist mir zu laut, zu hektisch, zu abgedreht. Schlicht eine schwierige Beziehung...

Ich nahm mir vor, mindestens bis um Mitternacht durchzuhalten. Wenn ich gut drauf bin, bis 02:00 Uhr und sollte es spitzenmässig laufen, so gerne auch noch länger. So der Plan... Um 21:00 Uhr hatte ich dann Hunger und erste Motivationsprobleme. Ich machte eine halbe Stunde Essenspause, dann ging es weiter. Die betrunkenen Fahrgäste nahmen zu. Je länger je mehr ging mir die ganze Sache auf die Nerven. Ich schaute vermehrt auf die Uhr.

Kurz vor Mitternacht stiegen dann Gäste zu, die ganz in die Nähe unserer Garage wollten. Das war dann wie ein Zeichen. Schon während der Fahrt war mir klar, dass ich danach die Segel streiche. Ich hatte genug. Das Ganze ist einfach nicht meine Welt. Modern ausgedrückt: " Ich bin zu alt für diesen Scheiss!" Auch wenn die anderen Rikschafahrer vermutlich noch lange unterwegs waren und einiges mehr verdienten als ich, darum geht es gar nicht. Das ist nicht die Art von Rikschageschäft wie ich es mir vorstelle. Das entspricht mir einfach nicht und nur für diesen Tag (oder für diese paar Franken mehr) will ich mich auch nicht verstellen. Jeder hat so seine Stärken und Schwächen. Das Nachtgeschäft ist nicht mein Ding und das kann ich auch so akzeptieren.