Bike putzen

Am letzten Sonntag stellte ich das TREK 1120 direkt nach der Ankunft aus Italien in den Schuppen und rührte es seither nicht mehr an. Nach den über 800 Kilometern in Italien konnte es durchaus etwas Zuwendung vertragen. Zuerst also ein Schaumbad um den Dreck runterzukriegen. Dann mit "Bike-Shine" und Lappen alles sauber machen. Den Antrieb reinigen und die Sattelstütze wieder auf die korrekte Höhe einstellen. Die Gepäckträger wurden wieder demontiert und zusammen mit den Packsack-Geschirren geputzt und eingelagert. Soweit alles wieder in Schuss.

Alles? Nein. Da ist ja noch das Problem mit dem defekten/reparierten Hinterradreifen. Im Laufe der letzten Woche telefonierte ich mit dem freundlichen Bikehändler und schilderte ihm einerseits das Problem und andererseits meine Ansicht, dass es sich dabei um einen Reifen-Produktionsfehler handelt. Ein neuer Reifen kostet fast einhundert Franken und bei der geringen Laufleistung bin ich schon der Meinung, dass sich die Herstellerfirma dabei kulant zeigen sollte. Ich erwarte ja nicht, dass ich einen neuen Reifen gleich umsonst erhalte, doch ein Preisnachlass sollte schon drin sein. Der Händler sagte, dass er einen neuen Reifen bestelle und ich dann den Defekten gegen den Neuen tauschen könne. Er werde dann mit dem Hersteller schauen, wie deren Position ist. Also machte ich mit dem frisch geputzten Bike nur eine kurze Testrunde vor dem Haus und baute dann das Hinterrad aus und nahm den Reifen ab.

Da nun die Rikschasaison anläuft werde ich das Bike nicht unbedingt brauchen und kann den neuen Reifen abwarten. Sollte ich doch Lust und Zeit für eine Bikerunde finden, dann steht das SANTA CRUZ ja wieder bereit. ;-)

Tag 16 - Heimreise

Kurz vor acht Uhr morgens startete der Regionalzug von Genua und nach knapp zwei Stunden trafen wir in Mailand ein. Wir hatten eineinhalb Stunden Zeit, bis der Intercity nach Zürich losfährt und so konnte mich Peter überreden, dass wir noch eine kurze Sightseeingrunde durch Mailand fahren. Den Dom und die Mailänder Scala wollten wir schon noch sehen.

Der Zug ab Mailand war propevoll und wir mussten zuerst Gepäck aus dem Weg räumen, damit wir unsere Bikes an die reservierten Haken aufhängen konnten. Da unsere Velos ziemlich gross sind, ragten die Lenker in den Durchgang und die Passagiere mussten sich daran vorbeizwängen, was natürlich den einen oder anderen Kommentar auslöste. Uns liess das kalt. Wir haben bezahlt (auch für die Bikes) und reservierte Sitzplätze. Alles gut.

Auf der Fahrt nach Zürich verputzten wir den Kuchen aus Genua, den wir gestern Abend noch in einer Pasticceria gekauft haben. Ein letztes Stück Italien...

Ich war ganz überrascht, als Karin am Hauptbahnhof Zürich auf mich wartete. Sehr lieb! Wir verabschiedeten uns von Peter, der die letzten Kilometer bis zu seinem Wohnort mit dem Bike zurücklegte. Wir fuhren mit dem Auto nach Hause, das Bike stellte ich in den Fahrradschuppen und die Klamotten der letzten zwei Wochen wanderten sogleich in die Waschmaschine. Dann etwas käfele und Geschichten erzählen.

Ich bin also wieder zuhause. Gesund und voller Eindrücke. In den nächsten Tagen werde ich wohl noch ein Fazit zu dieser Reise schreiben. Für heute ist es genug................

Tag 15 - Sightseeing

Durch den Umstand, dass wir unsere Tour um einen Tag verkürzt haben, kamen wir in den Genuss von Ausschlafen und Sightseeing. Nach dem gemütlichen Frühstück im B&B machten wir uns erstmal auf den Weg zum Bahnhof um unsere Zugtickets für den Regionalzug nach Mailand zu kaufen. Danach besuchten wir das Acquario di Genova, welches wirklich sehr eindrücklich war (und wovon ich die besten paar Bilder auch noch ins Fotoalbum gepackt habe). Wären da nicht tausende von anderen Besuchern, und somit ein grosses Gedränge, gewesen, so könnte ich das absolut empfehlen.

Danach hiess es erst mal runterfahren und dafür eignet sich bekanntlich Capucchino und Gebäck am besten ;-) . Weil wir beide zuvor Genua noch nicht gesehen haben, machten wir uns auf breiten Touri-Pfaden auf den Weg um zumindest die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit eigenen Augen gesehen zu haben. Die Altstadt ist recht gross und man sieht sehr viele schöne und klassische Gebäude. Diese Anstregungen belohnten wir dann mit einem Gelati :-)

Peter hatte noch Lust auf Shopping und weil dies so gar nicht mein Fall ist, ging ich zurück zum B&B, setzte mich mit dem Netbook auf die Dachterasse, genehmigte mir eine feine Tasse Milchkaffee und schrieb die noch ausstehenden Blogbeiträge der letzten Tage.

Zum Abschluss dieser Reise genehmigten wir uns das teuerste Essen der letzten zwei Wochen in einem schicken Restaurant. Die Qualität des Essens war ausgezeichnet und so tat das Bezahlen auch nicht wirklich weh. Dann noch etwas dem Hafen entlang und durch die Altstadt zurück zum Appartement schlendern. Ja, Genua hat durchaus Charme, da könnte man auch mal ein ganzes Wochenende verbringen.

Morgen müssen wir früh aufstehen und werden den Tag dann hauptsächlich in Zügen verbringen, so dass wir gegen Abend wieder in heimischen Gefilden ankommen. Heute hatten auch die Bikes einen Ruhetag und deshalb gibt es auch keinen Track zu sehen. Die neusten Fotos habe ich ins Fotoalbum hochgeladen.

Tag 14 - nach Genua

Wie immer sind wir um acht Uhr aufgestanden, haben gefrühstückt und dann zusammengepackt. Meine langen Bikehosen waren nach der gestrigen Wäsche noch nicht ganz trocken. Ich wollte sie jedoch nicht feucht in einen wasserdichten Packsack verstauen und deshalb entschied ich mich, sie am Körper zu trocknen. Sie anzuziehen war etwas... na ja... doch fünf Minuten später war das auch schon wieder vergessen. ;-)

Die ersten 30 Kilometer folgten wir der Ciclo Via Francigena - Variante Moncenisio. Die Strecke führte sehr schön entlang der Flusses Torrente Lavagna und stieg nur leicht an. Ideal um die langsam verhärtete Muskulatur etwas zu locker und für den kommenden Aufstieg auf den Monte Sant' Alberto aufzuwärmen. Ich war froh, dass dies der letzte Berg dieser Frühlingsreise sein wird. Kurz nach Gattorna zweigt die Via Francigena ab, wir blieben jedoch auf der Hauptstrasse bis nach Ferriere, wo wir auf die alte Passstrasse abbogen. Es folgten 450 Höhenmeter auf etwa 7 Kilometer auf einer gemütlichen Asphaltnebenstrasse, nahezu verkehrsfrei. Ich genoss immer wieder die tolle Aussicht und so langsam überkam mich doch etwas ein wehmütiges Gefühl, weil diese Reise nun schon bald zu Ende sein wird. Durchatmen - Wahrnehmen - Geniessen...

Auf der letzten Abfahrt wollten wir nichts mehr riskieren und wählten deshalb lieber Strassen als Wanderwege. Eingangs Genua nahm der Verkehr und die Hektik dann stetig zu und der Spass nahm rapide ab. Die Strassen sind holperig und schlecht, die Autofahrer lassen einem kaum Platz und hupen schnell und zwischendurch zischen immer wieder Roller-Fahrer an einem vorbei. Da muss man echt auf der Hut sein und gut aufpassen. Ruhig und konzentriert bleiben, ist da die beste Strategie. Wir steuerten zielsicher (oder vom Navi geführt) die Altstadt an und suchten nach einer Gelateria und einem Kaffee. Gefunden - Super! Die Frau Gelateria spricht sogar Deutsch (Mutter aus der Schweiz) und Peter fand da das beste dunkle Schokoladeneis der ganzen Reise. Also: ein Volltreffer!

Danach fuhren wir runter zum Hafen und machten noch etwas Bike-Sightseeing. Dazu mussten wir natürlich auch noch ein Ziel-Foto schiessen (siehe oben). Dann war es langsam an der Zeit um unser Bed and Breakfast zu suchen. Nachdem wir in Siena und Lucca sehr gute Erfahrungen mit zentral gelegenen B&B's machten, haben wir uns für die kommenden zwei Nächte wieder eine Unterkunft mitten in der Altstadt und Fussgängerzone ausgesucht. Auch das ist wieder Speziell. Es liegt im 4. Stock, das heisst, wir mussten zuerst unsere bepackten Bikes vier Etagen hochtragen, damit wir sie sicher im Eingangsbereich abstellen konnten. Von da geht es über eine kleine Treppe noch einmal eine Etage hoch, wo drei Gästezimmer, ein Gemeinschaftsbad und eine Gemeinschaftsküche zu finden sind. Da wir aktuell die einzigen Gäste sind, steht alles zu unserer Verfügung. Der besondere Hit dieser Unterkunft ist jedoch der kleine Dachgarten. Um den zu erreichen, muss man von der Küche aus durch ein Fenster auf's Dach steigen und noch ein paar Stufen hochgehen. Super-herzig!

Maurizio (der Vermieter) hat uns alles gezeigt, uns einen Stadtplan abgegeben und noch ein paar Restauranttips, wo man gut, günstig und lokal essen kann. Natürlich werden wir das entsprechend ausprobieren.

Die Fotos des Tages sind im Fotoalbum und nun folgt der letzte GPS-Track dieser Frühlings-Bike-Tour:

Tag 13 - nach Chavari

Wir wussten, dass das Wetter umschlagen würde und deshalb haben wir eine Routenänderung vorgenommen. Wir bleiben nicht mehr in den Ligurischen Bergen sondern fahren wieder runter ans Meer, wo es ein bisschen wärmer und somit angenehmer ist. Ehrlicherweise muss ich jedoch anfügen, dass das Wetter eigentlich nur der zweite Grund war. Wir stellten einfach fest, dass wir mit unseren Kräften langsam am Ende sind und die geplante Bergroute schlicht zu anstrengend ausfallen würde. Es wäre eine Quälerei geworden und die Gefahr eines Sturzes mit Verletzung war gross. Gerade, wenn es noch nass und rutschig ist.

Dennoch: Als wir um acht Uhr aufgestanden sind, drückte uns die Wetterlage schon noch ziemlich auf's Gemüth. Unser Albergo La Veranda lag auf etwa 700m.ü.M., mitten in den Regenwolken und das Thermometer zeigte 5° Grad. Wir wussten, dass wir zuerst auf etwa 1'000m.ü.M. hochfahren mussten, bevor es dann in Richtung Küste bergrunter ging. Der Start war also harzig und es verwunderte somit nicht, dass wir länger als üblich brauchten, bis wir startklar waren.

Die geplante Route war dann auch nicht weiter motivierend. Wir mussten viel den Wald hochschieben und uns den Weg durch Gestrüpp bahnen. Der Regen wurde stärker und die Sicht war so ziemlich gleich Null. So machten wir am höchsten Punkt dann auch kein Gipfelfoto, sondern fuhren ohne viele Worte weiter. Mein neuer Fotoapparat hat dann zwischenzeitlich den Geist aufgegeben. Er wurde wohl nass und deshalb gibt es vom heutigen Tag nur wenige Bilder. Wir mussten weit runter fahren, bis wir endlich eine offene Bar fanden, in die wir einkehren und uns etwas aufwärmen konnten. Glücklicherweise hörte der Regen auf, was es gleich wesentlich angenehmer machte.

Wir fuhren bis nach Chiavari ans Meer. Eingangs der Ortschaft putzten wir bei einer grösseren Tankstelle unsere Bikes, denn die waren auch kräftig eingesaut. Danach suchten wir uns an der Küstenpromenade eine Gelateria und setzten uns mit zwei Glaces auf eine Parkbank an der Abendsonne.

Mein Hinterradreifen zeigt ja schon seit dem ersten Plattfuss Auflösungserscheinungen und damit ich damit bis nach Genua komme war klar, dass wir den Reifen irgendwie reparieren müssen. Da hilft nur Nadel und Faden, die wir aber auch zuerst kaufen mussten. Danach suchten wir unser Hotel und in der Grage begannen wir dann mit den Reparaturarbeiten. Peter zeigte mir, wie man eine eingerissene Reifenflanke nähen kann und wie man zum Schluss den Schlauch mit einer Lage Leukoplast schützt. Ich war wirklich dankbar, für seine Hilfe. Danach ab unter die warme Dusche, die dreckigen Bikeklamotten waschen und sich für das Abendessen bereit machen.

Wie immer hatten wir einen Bärenhunger. Zuerst etwas Antipasti, dann Spaghetti Carbonara und danach etwas Fleisch. Zum Dessert -wie fast immer- ein Tiramisu. Lecker!

Während dem Essen besprachen wir unser weiteres Vorgehen. Wir können entweder in einem Tag bis nach Genua fahren und somit am Samstag etwas Sightseeing und Shopping machen, oder wir machen nochmal einen Abstecher in die Berge, so dass wir zwei Tage bis nach Genua brauchen. Wir waren uns rasch einig. Wir planten deshalb eine Route die nochmals über einen Hügelzug führt, dann aber direkt nach Genua führt. Nach etwas Planung hatten wir einen entsprechenden Track mit etwa 60 km und knapp 1'000 Hm zusammengestellt, den wir auf unsere GPS-Geräte laden konnten. Das passt so. Wie immer, sind wir dann sehr, sehr müde zu Bett gegangen.

Nachfolgend noch der Track des heutigen Tages:

Tag 12 - nach Tavarone

Das Bild des Tages ist mit Bedacht gewählt, denn heute mussten wir insgesamt vier mal anhalten und einen platten Reifen (respektive Schlauch) reparieren. Zuerst hatte ich zweimal hinten platt und dann war Peter an der Reihe. Zuerst vorne und dann auch noch hinten. Dreimal waren Dornen die Ursache und einmal ist Peter in ein verrostetes Stück Stacheldraht gefahren. Na ja, Shit happens ;-)

Der Tag hat schon schwierig begonnen, denn die gestrige, recht anstrengende, Tour hat doch Spuren hinterlassen. Wir hatten Mühe aus dem Bett zu kommen und waren eigentlich für die heutige Tour gar nicht sonderlich motiviert. Wir wussten ja einerseits, dass wir weg vom Meer und in die Berge fahren und andererseits prophezeite der Wetterbericht gegen Abend Regen. Wir redeten also nicht allzu viel, packten unsere Sachen zusammen, gingen Proviant einkaufen und machten uns auf den Weg.

Die Laune besserte sich rasch, denn der Himmel war wolkenlos blau und die ersten paar Kilometer führten flach der Küste entlang. Der Veloweg war auf einem ausgedienten Bahntrasse angelegt und führte kilometerlang durch beleuchtete Tunnels, völlig autofrei. Der Luxus pur.

In Fromera unterquerten wir dann die Bahn und die Strasse ging gleich steil berghoch. Die Morgensonne wärmte schon kräftig, so dass ich schon bald zu schwitzen begann. Ich war dankbar, dass die Route auf einer gutmütigen Asphaltstrasse und nicht auf einem holprigen Schotterweg nach oben führte. Irgendwann ging es von der Strasse weg und sogleich folgten schöne Wanderwege und Singletrails, die uns ins nächste Tal führten. Da hofften wir auf einen Capuccino, doch ausser drei Campingplätzen konnten wir nur ein kleines Lebensmittelgeschäft finden. Da kauften wir uns ein Pannini und etwas zu trinken und setzten uns damit in die Sonne.

Die Stärkung erfolgte zur richtigen Zeit, denn nun ging es über eine Stunde lang wieder berghoch. Dann folgten wieder herrliche Singletrails, die immer hoch und runter führten. Natürlich waren auch heute wieder richtig fiese und steile Rampen dabei. Ich war wirklich froh, dass ich vor der Tour noch das Kettenblat wechselte und so mit 28x46 einen richtig kleinen/langsamen Gang zur Verfügung hatte, den ich schon gestern und auch heute sehr oft einsetzte. Das alles macht zwar Spass, doch es zerrt schon ziemlich an der Kraft. Dazu noch die vier Plattfüsse... wir waren wirklich froh, als wir gegen 17 Uhr in das kleine Hügeldorf Tavarone kamen.

Hier haben wir im einzigen Hotel ein Zimmer gebucht. Die heisse Dusche war ein Traum und nun freuen wir uns riesig auf das Nachtessen. Nachdem ich nun schon die Fotos ins Album hochgeladen habe und der Blogeitrag auch gleich fertig geschrieben ist, schaffe ich es heute ganz sicher vor Mitternacht das Licht zu löschen.

Tag 11 - nach Levanto

Heute startete also unser Abenteuer auf der Alta Via. Zu Beginn konnten wir etwas zum Aufwärmen der Küste entlang rollen, doch schon bald ging es stetig berghoch. Wir starteten auf Meereshöhe und der höchste Punkt lag auf etwa 750m.ü.M. Dazwischen gab es immer wieder kleinere Abfahrten und so summierten sich die Höhenmeter kontinuierlich.

Der heutige Tag war schlicht der Hammer! Wir hatten tolles Wetter und uns wurde alles abverlangt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal eine Tagestour mit so hohem Anteil an Wanderwegen und Singletrails gefahren bin. Dass es dazu noch vielfach eine super Aussicht aufs Meer gab, war sozusagen das Tüpfelchen auf dem i.

Ich schätze mal, dass wir heute über 20 Kilometer auf Wanderwegen/Singletrails fahren konnten. Und obwohl es ein stetes auf und ab war schätze ich, dass mehr als 97% Prozent davon fahrbar war. Peter musste nur an ganz wenigen Stellen absteigen und schieben. Für ihn war heute wohl 99% Prozent fahrbar. Ein echter Traum!

Die Abfahrten hatten es teilweise in sich und waren öfters steinübersäht und technisch anspruchsvoll. Zudem musste man an vielen Stellen sicher die Linie halten können, da die Berge hier sehr steil abfallen und würde man auf die talseite stürzen, könnte das schlimm ausgehen. Die Schlussabfahrt nach Levanto forderte uns dann wirklich alles ab. Viele Steine, immer wieder Stufen und Absätze, ausgewaschene Rinnen und alles sehr, sehr steil. Da pumpte kräftig Adrenalin durch unsere Adern.

So ganz ohne Federung am Bike ermüdete ich zusehens und so stand ich zum Schluss wohl wie ein nasser Sack auf dem Bike, denn kurz vor der Küstenstrasse setzte ich mit dem Hinterrad so stark auf einer Steinkante auf, dass ich meinen zweiten Plattfuss kassierte. Der Reifen ist auf die Felge durchgeschlagen und die Felge hat dann gleich zwei Löcher in den Schlauch gestanzt. Der klassische Snakebite. Also Schlauch wechseln, pumpen und weiterfahren. Das war rasch repariert.

Unser Tagesziel, Levanto, ist ein sehr schmucker Küstenort mit einem wunderbaren Sandstrand. Heute trieb das Meer recht grosse Wellen ans Ufer und so verwunderte es nicht, dass viele Surfer/Wellenreiter zu sehen waren. Natürlich in der Jahreszeit mit Neoprenanzügen.

Leider mussten wir auf das ersehnte Gelati in der Abendsonne verzichten, denn wir fanden schlicht keine Gelateria, welche schon Eis verkauft. So setzten wir uns mit einer Büchse Cola auf eine schöne Aussichtsbank, kramten ein paar Guetsli aus dem Rucksack und blinzelten übers Meer in die Abendsonne. Was für ein Tag!

Unser Appartement in der Villa Clelia ist klein aber praktisch und ich genoss nach diesem anstrengenden Tag die heisse Dusche ganz besonders. Danach noch fein Pizza essen und den Tag bei einem Bierchen ausklingen lassen.

Die Fotos von heute habe ich ins Album hochgeladen und der GPS-Track folgt gleich anschliessend.

Tag 10 - nach La Spezia

Der heutige Tag war eine Art Überbrückungstag. Die letzten Tag sind wir fast immer dem Tuscany-Trail in umgekehrter Richtung gefolgt. Dieser Trail startet ab Massa. Ab morgen folgen wir dann der Alta-Via und die startet ab La Spezia. Es galt also für den heutigen Tag: möglichst interessant von Massa nach La Spezia zu kommen. Dafür hatte ich im Vorfeld einen eigenen Track gezeichnet, den wir heute dann auch gefahren sind.

Zuerst fuhren wir von Massa nach Carrara und schauten uns die Steinbrüche und die Marmorwerke etwas genauer an. Danach folgten einige Kilometer in der Ebene. Nach der Überquerung des Flusses Magra begann dann die Strasse anzusteigen. Recht gemütlich erklommen wir die etwa 250 Höhenmeter bis zum Montemarcello. Welch cooler Name! Natürlich musste ich von da ein Handybild an Marcello schicken. ;-)

Es folgten ein paar wellige Kilometer, bis wir an den steilen Anfang eines Wanderweg-Downhills kamen. Aufgrund meiner Recherche wusste ich zwar, dass es sehr steil nach unten gehen wird, doch wie steinig und verblockt das Ganze war, konnte ich natürlich anhand von Karten oder von Google Earth nicht erkennen. Das wurde unser heutiger Abenteuer-Abschnitt. Ich schätze mal, dass wir auf den nächsten 5 Kilometern etwa 4 Kilometer geschoben und getragen haben und nur etwa 1 Kilometer fahrbar war. Trotzdem hat uns dieser Abschnitt viel Spass gemacht, denn es gab immer wieder tolle Ausblicke aufs Meer und natürlich konnten wir auch ein paar lässige Fotos schiessen.

Wir waren dann aber doch ziemlich erleichtert, als wir in Tellaro wieder auf eine asphaltierte Strasse kamen. Danach folgten einige schöne Kilometer entlang der Küste, bevor es noch über einen letzten Hügelzug nach La Spezia ging.

Morgens war das Wetter bewölkt und im Laufe des Tages nahm die Bewölkung stetig zu, so dass wir uns nicht wunderten, als etwa um drei Uhr mittags die ersten Regentropfen fielen. Zum Glück nur recht zaghaft und wir liessen die Regenkleider in unseren Taschen. Erst auf unserer Sightseeing-Runde durch La Spezia begann es richtig zu regnen, so dass wir dann doch noch nass wurden, bevor wir zu unserem heutigen B&B Echi del Mare kamen. Die Unterkunft ist im dritten Stock eines grossen, alten Wohnhauses. Die drei Zimmer (mit Bad) sind alle ganz frisch renoviert und recht schön eingerichtet. Alles funktioniert tip top und bis zur Fussgängerzone mit vielen Restaurants sind es auch nur etwa 100 Meter. Also eine gute Wahl!

Auch für heute gilt: Die neusten Fotos findet ihr in diesem Fotoalbum und den GPS-Track des Tages seht ihr unten.

Tag 9 - nach Massa

Kurz nach dem Aufstehen verabschiedeten wir Remy und Lukas und danach genehmigten wir uns das feine Frühstück im B&B La Romea. Das war wirklich eine super Unterkunft und so fiel uns Abschied nehmen schon fast etwas schwer. Die Sonne schien an einem wolkenlosen Himmel und die ersten 10 Kilometer entlang des Flusses Serchio waren ein willkommenes und gemütliches Einrollen.

Danach ging es immer leicht ansteigend einem Taleinschnitt entlang und so konnte man die Muskeln etwas anwärmen um fit für die kommende Steigung zu sein. Von etwa 20m.ü.M. sind wir dann auf etwa 400m.ü.M. hochgefahren und von da weg führte eine traumhaft schöne Waldstrasse an der Hügelflanke entlang. Zeitweise hiess die Strasse "Via Panoramica" und diesen Ausdruck hatte sie durchaus verdient. Es folgte etwas welliges Terrain, bevor es nochmals über ein paar steile Rampen hochging. Das kostete ein paar Körner und so war klar, dass wir die nächste Bar oder das nächste Restaurant für eine Verpflegungspause ansteuern.

Schon bald hatten wir ersten Sichtkontakt zum Mittelmeer. Es folgte eine längere Abfahrt und danach noch etwa 20 flache Kilometer bis nach Massa. Dabei kamen wir an einigen Steinbrüchen und vielen steinverarbeitenden Betrieben vorbei. Massa bildet zusammen mit Carrara eine Provinz und Carrara ist bekannt für seinen weissen Marmor.

Die Tagesetappe war weder sehr lang, noch waren sehr viele Höhenmeter zu überwinden und deshalb waren wir schon um etwa 3 Uhr nachmittags im Stadtzentrum von Massa. Wir hatten also genug Zeit um einen Abstecher ans Meer (Marina di Massa) und auch in die Altstadt zu machen. Dabei stand uns der Sinn nach einem Gelati, doch dies ist an einem Sonntag und vor allem zu dieser Jahreszeit nicht so einfach zu realisieren. Wir suchten also die Altstadt ab, bis wir endlich fündig wurden und uns mit einem Eis belohnen konnten.

Danach fuhren wir in unser "Hotel Annunziato". Ein etwas liebloser 70er Jahre Bau. Alles ist eher funktional als schön. Ein ziemlicher Unterschied zu dem stilvollen B&B von Lucca. Doch wir wollen uns nicht beklagen. Die Dusche funktioniert mit ausreichend heissem Wasser, wir konnten gut unsere verschwitzen Bikekleider waschen und getrennte Betten gibt es auch. Es ist also alles in Ordnung.

Da wir etwas faul geworden sind, sind wir dann auch gleich in die, zum Hotel gehörende, Pizzeria zum Nachtessen gegangen. Die Ravioli zur Vorspeise und die Pizza zum Hauptgang hat sehr gut geschmeckt und günstig war es auch noch. So können wir also zufrieden in die Federn steigen und uns auf die morgige Küstenfahrt nach La Spezia freuen.

Die Fotos von heute sind bereits im Fotoalbum und hier ist noch der GPS-Track von heute:

Tag 8 - nach Lucca

Der letzte Tag der ersten Woche war zwar auch über 70 Kilometer weit, doch mit nur etwa 500 Höhenmetern nicht sehr anstrengend. Wir starteten auf etwa 400m.ü.M. in tollstem Sonnenschein, sahen aber direkt auf das Nebelmeer, in welches wir schon ein paar Minuten später eintauchten. Das machte die Fahrt nicht nur kühl, es bot auch Null Aussicht und das war natürlich etwas schade.

Wir machten unsere gewohnten Kaffepausen und kamen gut voran. Um die Mittagszeit lichtete sich der Nebel nach und nach und so wurden auch die Temperaturen angenehmer. So konnten wir die letzten Kilometer dann auch in kurz/kurz bei etwa 15° Grad so richtig geniessen. Die Strecke selbst war heute sehr unterschiedlich. Von stark befahrenen Autostrassen über wenig fequentierte Seitenstrassen, bis zu Forststrassen, Waldwegen und Wiesenpassagen war alles dabei. Es war also sehr abwechslungsreich und somit blieb es interessant.

Das Highlight des heutigen Tages war aber ganz sicher Lucca, unser Zielort. Ich war hier schon mit Karin und auch auf meiner Veloreise 2011 fuhr ich durch Lucca. Die Altstadt ist einfach bezaubernd und für Velofahrer absolute Spitze ist, dass man auf einem Festungswall rund um die Altstadt herumfahren kann und immer wieder tolle Einblicke in die Stadt erhält. Das heutige Titelbild wurde auch auf diesem Wall aufgenommen. Später kämpften wir uns durch die vielen Touristen zur Piazza Amfiteatro, wo wir genüsslich in der Sonne sassen, ein Gelati und danach noch ein Bier genossen.

Heute war der letzte Tag für Remy und Lukas. Sie werden morgen mit dem Zug nach Hause reisen. Zu ihrem Tourabschluss gönnten wir uns ein feines Abendessen und danach noch einen nächtlichen Spaziergang durch die Stadt. Im Eingangsbereich unseres sehr schönen Bed & Breakfasts machten wird dann noch ein letztes Gruppenfoto.

Die erste Woche verlief völlig problemlos. Wir hatten enormes Wetterglück. Zwar war es oft kalt/kühl, doch meist sonnig und wir konnten die Regenkleider immer zuunterst in unseren Packtaschen liegen lassen. Das ist für Ende Februar, Anfang März, doch erwähnenswert. Wir haben viele tolle Orte gesehen. Sutri, Bomarzo, Bagnioregio, Bolsena, Pienza, Siena, San Gimignano, um nur die wichtigsten zu nennen. Auch die Unterkünfte waren durchs Band gut bis sehr gut. Spitzenklasse war das B&B in Siena und nun dieses hier in Lucca. Es war eine wirklich schöne Woche und ich hoffe natürlich, dass Peter und mir dieses Glück auch nächste Woche begleiten wird.

Die neusten Fotos sind im Fotoalbum zu finden und hier ist noch der GPS-Track des heutigen Tages: