macht Spass!

Eigentlich wollte ich heute etwas Bürokram erledigen, doch das neue Bike mit dem neuen Lenker hat mich angefixt und so habe ich am Nachmittag dann doch nocheinmal eine Runde gedreht.

Heute ohne Gepäck und im Mountainbike-Modus mit vielen nassen und schmierigen Singletrails. Das Sitzposition und das Fahrgefühl mit dem Moonmen-Lenker passt nun und so kommt unterwegs viel Freude auf. Das Rad kann wirklich wie ein reinrassiges Mountainbike bewegt werden. Der limitierende Faktor bin ich und nicht das Bike.

Die Bremsen (SRAM Level T) und die Schaltung (Shimano 1x11) funktionieren tadellos. Bei Bestellung war ich etwas skeptisch, ob "nur" 11 Gänge ausreichen werden, denn am SANTA CRUZ fahre ich noch ganz altmodisch 3x9, doch ich gebs ehrlich zu: das reicht. Klar könnte man noch kleinere oder noch grössere Gänge fahren, aber man vermisst sie nicht wirklich. Berghoch finde ich 30x42 ausreichend klein, bergrunter könnte ich schon grössere Gänge als 30x11 treten, doch das braucht es nicht wirklich. Da lasse ich nun halt einfach rollen und geniesse die Aussicht. Super ist, das durch die grössere Spannkraft des Schaltwerks und die hochgezogene Kettenstrebe kein Kettensschlagen mehr vorkommt. Ausser Schaltgeräusche vernimmt man vom Antrieb gar nichts. Noch etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass es keine Ganganzeige gibt. Das bin ich mich nicht gewohnt und so frage ich mich unterwegs schon mal, in welchem Gang ich denn gerade fahre. Während der Fahrt kann ich schlecht zum Ritzelpacket sehen, da die Sitz- und Kettenstreben den Blick versperren. Ich versuche mir nun einzureden, dass es gar nicht wichtig ist, in welchem Gang ich denn gerade fahre. Wenn ich mir die Frage gar nicht stelle, kann ich die Fahrt mehr geniessen. ;-)

Die Sattelstütze knarzt noch immer. Ich werde mal das Sattelgestänge an der Befestigung fetten und auch zwischen Sattelstütze und Rahmen etwas Fett anbringen. Vielleicht hilft das ja. Mal sehen.

Ich habe wirklich Freude an diesem neuen Bike und die Lust auf ein neues Reiseabenteuer steigt ganz gewaltig!

 

Radreisepanzer

Heute konnte ich mein neues Bike abholen. :-)

Ich nutzte den nebelverhangenen Tag dann auch gleich für eine ausgedehnte Testfahrt auf die Lägern Hochwacht. Das Bike ist echt ein Panzer! Ein Velo-SUV! Die 29x3.0 Zoll grossen Reifen sind monströs. Auf Asphalt rollen sie natürlich nur mässig gut. Das ist ein Riesenunterschied zu den halb so breiten und profillosen Reifen, die ich am KISH-Reiserad fahre. Das habe ich aber auch erwartet und deshalb soll das hier nur eine Feststellung sein.

Sobald der Aphalt endet und der Untergrund schlechter wird, zeigen sich dann deutlich die Vorteile. Die Reifen werden nur mit wenig Luftdruck gefahren und überrollen deshalb kleinere Steine ohne dass man diese bemerkt. Berghoch ist die Traktion genial und selbst über feuchte Wurzeln rutscht der Reifen kaum. Offroad ist das Bike dann wirklich in seinem Element.

Bergrunter bin ich alle Singletrails gefahren, die ich kenne. Das TREK 1120 fährt sich fast wie ein echtes Mountainbike - einfach mit minimalster Federung. Ich schätze mal, dass die Reifen etwa 3cm federn, mehr nicht. Der Alurahmen und die Carbongabel sind bocksteif. Über wurzelige Passagen holpert es also ganz gewaltig. Kein Vergleich zum Komfort des SANTA CRUZ Fullys mit 10cm Federweg hinten und vorne. Aber: Das weiss man ja und so fährt man halt etwas langsamer - das geht auch. ;-)

Wie man sieht, hatte ich heute nur einen Packsack hinten rechts montiert. Im Gelände funktioniert das System perfekt. Der Packsack hält bombenfest, nichts klappert und nichts kommt einem in den Weg (Fersen/Beine). Das ist wirklich überzeugend.

Nach dieser Tour würde ich sagen, dass dies wirklich ein Reiserad ist, welches möglichst abseits von asphaltierten Strassen bewegt werden soll. So habe ich mir das gewünscht und so ist es auch.

Noch ein Wort zu der Ausstattung. Das Bike hat eine absenkbare Sattelstütze, die man vom Lenker aus bedienen kann. Klar hilft das in steilen bergab-Passagen, doch ich finde das eher ein Gimmick. Ich habe genug Zeit um kurz anzuhalten und eine normale Sattestütze abzusenken. Mit einem guten Schnellspanner ist das eine Sache von 15 Sekunden. Aber zugegeben, ich muss dafür anhalten und absteigen. Auf der Gegenseite ist eine normale Sattelstütze aber locker 300 Gramm leichter und vor allem Null-defektanfällig. Schon vom ersten Kilometer weg knackte die verbaute Stütze. Sobald ich aus dem Sattel gehe, ist das Knacken weg. Es liegt also garantiert an der Stütze. Mich nerven solche Geräusche extrem und ich werde dem sicher nachgehen. Ich vermute aber einmal, dass ich längerfristig die absenkbare Stütze gegen eine ganz normale tauschen werde. (Vom Durchmesser her würde die Stütze auch ans SANTA CRUZ Fully passen und würde da auch mehr Sinn machen. Ich könnte also beide Stützen einfach tauschen, ohne etwas Neues zu kaufen).

Unterwegs habe ich den Lenker zweimal leicht gedreht um eine ideale Handposition zu finden. Nicht so einfach. Ich stellte dann fest, dass für mich der Lenker einfach zu tief positioniert ist. Ich habe zuviel Gewicht auf den Händen und somit kriege ich Taubheitsgefühle. Schon auf dem Nachhauseweg dachte ich an den Moonmen-Titanlenker - der wäre ideal! Eigentlich kaufte ich den ja für das KISH, doch da wurde ich nicht glücklich damit. Später baute ich den Lenker ans SANTA CRUZ und fand ihn da echt toll. Da ich das SANTA CRUZ auf lange Sicht verkaufen will, wäre der Lenker also wieder zu haben. Gesagt getan! Kaum zuhause angekommen baute ich den Lenker ans TREK 1120. BINGO! Perfekt! Als hätte dieser Lenker nur auf dieses Bike gewartet! Ich bin dann nochmals eine 30 Minuten Runde gefahren und bin dann mit einem grossen Lächeln im Gesicht wieder heimgekommen. Das passt nun Super.

Ich freue mich schon auf kommende Offroad-Abenteuer und im Hinterkopf habe ich schon eine Idee für eine mehrwöchige Radreise-/Bikepacking-Tour...

wofür?

Natürlich ist die Frage berechtigt, weshalb und wofür ich mir ein neues Fahrrad kaufe. Die kurze und einfache Antwort ist: Einfach so! Zum Spass! Weil ich mir wieder einmal etwas Neues gönnen will. Es braucht nicht immer eine lange und sinnvolle Antwort.

Aber Ja, es gibt natürlich schon zugrundeliegende Gedanken weshalb ich mir nun genau dieses Rad bestellt habe. Klar ist, auch in Zukunft werde ich Radreisen unternehmen. Und weil man jedesmal etwas dazulernt, entwickelt man auch eine zunehmend konkretere Vorstellung davon, wie diese zukünftigen Radreisen aussehen sollen. Ich habe es ja im letzten Beitrag schon erwähnt: Ich mag Mountainbiken und ich mag Radreisen. Das neue Fahrrad soll nun eine Kombination aus beidem ermöglichen. Denn: je kleiner und schmaler der Weg, desto weniger andere Verkehrsteilnehmer sind anzutreffen, ergo: desto grösser ist das Naturerlebnis und die Ruhe.

Dem gegenüber steht mein Komfort- und Hygienebedürfnis. Zelten in freier Wildbahn dürfte kaum ein neues Hobby von mir werden. Ich glaube nicht, dass ich wochenlang draussen schlafen und notdürftig kochen werde oder Touren fahre, auf denen ich 10 Liter Wasser mitschleppen muss. Derart abgelegene und einsame Gegenden stehen nicht auf meiner Wunschliste. Was ich mir aber vorstellen kann ist, abwechselnd zu zelten und in Hotels zu übernachten, je nachdem, was die Gegend hergibt oder wie ich mich aktuell dann gerade fühle. Es erweitert einfach das Spektrum. Es bietet ein stückweit Freiheit um spontan zu entscheiden.

Was ich auch super spannend finde ist, dass es in der heutigen Zeit gar nicht mehr so schwierig ist, eine solche Reise zu planen. Es gibt immer mehr solche "unsupported bicycle adventures" wie z.B. 540km durch die Toskana (Tuscany Trail) oder 1'100km von Neapel an den Gardasee (Italy Divide) und viele, viele andere mehr. Etwas zum träumen zum Beispiel der Colorado Trail in den USA. Das tolle daran ist, dass man von eigentlich allen diesen Strecken irgendwo im Netz die entsprechenden GPS-Daten findet und man so die Strecke ganz einfach abfahren, respektive nachfahren, kann. Zu genau der Jahreszeit in der man Zeit findet und ohne den ganzen Trubel einer offiziellen Veranstaltung mitmachen zu müssen. Bei diesen GPS-Tracks weiss man, dass sie funktionieren und man nicht im Nirgendwo stecken bleibt. Und man kann sie ja auch ganz einfach noch an eigene Bedürfnisse anpassen.

Im Moment denke ich, dass ich vor dem Beginn der Rikscha-Saison 2019 eine erste solche Bikepacking-Tour unternehmen werde. Mal sehen...

neues Spielzeug

Habe mich heute ziemlich spontan dazu entschieden, mir ein neues Fahrrad zu kaufen. Nachmittags bin ich zum freundlichen Bikehändler gefahren und habe gleich bestellt. Es wird ein TREK 1120

Es ist eine Kreuzung aus Mountainbike und Tourenrad. Modern ausgedrückt nennt man diese Kategorie "Bikepacking" und darunter versteht man mehrtägige Mountainbiketouren, wofür man zwangsläufig etwas Gepäck mitführen muss. Speziell dafür sind die auffallend orangen Gepäckträger an diesem Rad.

Wie es dazu kam? Gute Frage... ich sitze gerade schmunzeld vor dem PC... das ist eine lange Geschichte... Die Kurzform davon geht in etwa so: Früher war ich lange Zeit begeisterter Mountainbiker. Dann begann ich mich für Fahrradreisen zu interessieren und fuhr (wie man in diesem Blog ja nachlesen kann) im Jahr 2011 durch Italien und im Winter 2017 durch Deutschland. Mit dem normalen Reiserad ist man auf festen Untergrund -um nicht zu sagen auf Strassen- angewiesen. Somit ist man zwangsläufig dem motorisierten Verkehr ausgesetzt, was nicht immer lustig und zeitweise auch gefährlich ist. Zudem bewegt man sich so ausschliesslich in bevölkerten Gegenden, wo jeder Trottel hinkommt oder hinfahren kann. Und letztendlich ist das Naturerlebnis kleiner, als wenn man auf schlechten Wegen, abseits von Strassen unterwegs ist.

Wie auch immer... In den letzten Jahren kam nun diese Bikepacking-Geschichte auf und die Hersteller begannen dieses neue Marktsegment zu erschliessen. Speziell an diesem Rad ist noch zu erwähnen, dass es ziemlich dicke Reifen haben wird. Das nennt sich 29+ (Neunundzwanzig Plus) und bezeichnet 29 Zoll grosse Laufräder mit überbreiten Reifen (ca. 7,5cm breit). Das grössere Luftvolumen dient einerseits der besseren Traktion und andererseits ersetzt es in minimaler Form die Federung. Wie man sehen kann, ist das Velo an sich völlig ungefedert, hinten keine Federung, vorne keine Federgabel. Das Konzept ist also "keep it simple" -> alles was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen.

Anyway. Letztendlich war es eine -rasch gefällte- Bauchentscheidung. Ich wollte mir einfach wieder einmal etwas Gutes tun und mich für die sparsamen letzten paar Jahre entschädigen. So in zwei Wochen sollte das Bike beim Händler eintreffen und dann gibt ein paar Live-Bilder.

Natürlich freue ich mich gerade richtig... aber: Der Platz im Fahrradschuppen wird knapp. Ich werde mich wohl von dem einen oder anderen Fahrrad trennen. Es macht einfach keinen Sinn zuviele Fahrräder rumstehen zu haben. Vermutlich werde ich das SANTA CRUZ Fully und das NÖLL Rennrad verkaufen. Das trägt dann auch ein Stückweit zur Finanzierung dieses neuen Spiezeugs bei.

Urban Bike Festival

Gestern waren wir mit zwei Rikschas am City-Ride des Urban Bike Festivals engagiert. Das war nun schon das dritte oder vierte Jahr, an dem wir Fotografen und Videofilmer an der Massen-Stadtfahrt begleiteten. Das Wetter war (wie immer) prächtig!

Natürlich habe ich während der Fahrt nicht wirklich viel Zeit um Fotos zu schiessen. Am Ziel habe ich jedoch noch etwas Fahrräder angeguckt und bewunderte unter anderem die sehr schönen Holz-Rahmen, die nun wieder gebaut werden. Über Sinn und Zweck will ich gar nicht lange diskutieren. Die Verarbeitungsqualität ist einfach beeindruckend. Es ist auch irgendwie eine Homage an die Erfindung des Fahrrads vor 200 Jahren. Die ersten Lauf- und Fahrräder waren ja ebenfalls aus Holz gefertigt. Hier zwei schöne Exemplare von Holz isch heimelig!:

eiskalte Erinnerung

Wegen der aktuellen Kältewelle blieb ich in den letzten Tagen vorwiegend zuhause in der warmen Stube. Als ich jedoch heute Morgen die Sonne sah, wollte ich doch wieder einmal etwas raus an die frische Luft und ein paar Velokilometer zurücklegen.

Über die Wintermonate dachte ich schon ein paar Mal daran, auf die Lägern-Hochwacht zu fahren, doch meist war ich zu faul und konnte mich nicht richtig motivieren. In den MTB-Anfangszeiten waren die Lägern quasi mein Hausberg, doch seit wir vor 15 Jahr umgezogen sind, haben die Besuche auf der Aussichtplattform immer mehr abgenommen. Seit ich Rikscha fahre und eigentlich nur noch in den Wintermonaten freie Zeit finde, bin ich schon froh, wenn ich es einmal pro Jahr schaffe. Ich schaue kurz nach... hier, am 30. Oktober 2016, also vor fast 1 1/2 Jahren, war ich das letzte Mal dort oben. Es war also wirklich wieder einmal an der Zeit.

Ich wusste: Es ist und bleibt kalt. Doch spätestens seit meiner Winterreise 2017 weiss ich auch, wie ich mich dafür zu kleiden habe. Zwei paar Socken an den Füssen, darüber feste Wanderschuhe. Gepolsterte Unterhose, dann eine lange Merino-Unterhose und als Aussenschicht eine winddichte Winterradhose. Oben zuerst ein kurzes Thermo-Shirt, dann ein Merino-Langarmshirt, darüber ein dünner Fleece-Pullover und zum Schluss eine gefütterte Windstopper-Jacke. Ein Buff für Hals und Kinn, sowie ein dickes Stirnband für die Ohren und darüber eine Fleece-Mütze. Und natürlich zwei verschiedene paar Handschuhe (1x dünn für berghoch und 1x dicker für flach und bergrunter). Nach diesem Tenü-Marathon konnte es also loslegen.

Ich brauche etwa eine Stunde Anfahrtsweg. Zum Warmfahren zuerst über einen Hügel mit etwa 150 Höhenmetern und danach vorwiegend flach. Vor allem in der Fläche kamen die Erinnerungen an die Winterradreise wieder deutlich hoch. Es ist kalt, man kurbelt so vor sich hin, die Natur ist im Winterschlaf, der Spass hält sich in Grenzen... Am Fuss der etwa 400 Höhenmeter langen Steigung mache ich einen kurzen Halt. Ich ziehe den Fleece-Pullover unter der Jacke aus und verstaue diesen in der Seitentasche. Dann ziehe ich die dünneren Handschuhe an, setze mich wieder auf und fahre weiter.

Irgendwie werden die Berge mit zunehmendem Alter immer steiler... Mein Fitness-Level ist nicht gerade prickelnd... ich muss runter schalten, auf's kleine Kettenblatt... das konnte ich auch schon besser... dranbleiben... gleichmässig atmen... nicht übertreiben... in der Ruhe liegt die Kraft...

Die gewählte Route zwingt mich die letzten etwa 50 Höhenmeter das Fahrrad durch den Wald hoch zu schieben. Das ist auch im Sommer zu steil um zu fahren, im Winter mit Schnee und Eis dann unmöglich. Es stört mich nicht. Im Gegenteil. Mal eine andere Art der Bewegung und auch eine gute Belastung. Doch am schattigen Nordhang ist es schon sehr kalt... das GPS sagt - 11,2° Grad... Immerhin, das Ziel, die Aussichtsplattform, liegt dann nicht mehr im Schatten. Nur hat sich in der Zwischenzeit eine Art milchiger Hochnebel gebildet und deshalb ist die Aussicht nicht wirklich gut. Hier zeigt das GPS nun -8,5° Grad, doch es weht ein unangenehmer Nordwind. Auch die noch schneebedeckten Bänke laden nicht wirklich zum Verweilen ein. Deshalb mache ich nur ein paar Fotos, schaue ein paar Mal in die Ferne, ziehe mich wieder warm an und schon bald geht es wieder runter.

Es ist ganz klar, dass ich auf dem Nachhausweweg noch eine Kaffeepause einlegen werde und dafür bietet sich der Imbiss am Flughafen-Pistenende bei Oberglatt förmlich an. Das ist ein guter Belohnungsort, denn von da gibt es nur noch einen Hügel und weniger als 10 Kilometer bis nach Hause. Ich geniesse den heissen Milchkaffee und schaue den Flugzeugen bei der Landung zu. Flugzeuge, egal ob beim Start oder bei der Landung sind immer wunderbare Gedankenspender. Wo kommen die jetzt wohl her? War es dort sonnig und heiss? Ferien oder Business? Freuen sie sich wieder zu Hause zu sein oder steigen sie hier nur um? Herrlich, was man sich da alles zusammendichten kann... Bei mir ist es ganz sicher. Ich fahre jetzt nach Hause und stelle mich unter die heisse Dusche. Darauf freue ich mich! Das GPS sagt: 49,9km, 2:59 Std., 830 Hm.

unverhofft

Gestern Abend, so gegen halb acht Uhr, klingelte mein Handy und jemand wollte für heute, 11:00 Uhr eine 60 Min. Stadtrundfahrt buchen. Habe ich nun Ferien und das Geschäft ist geschlossen oder nehme ich die Buchung an? -> Geld verdienen ist immer gut. Und die Hochzeitsdekoration für kommenden Freitag könnte ich ja auch schon anbringen. Also gut!

Ich bin kurz vor halb 10 Uhr mit dem Velo losgefahren und gegen 10:30 Uhr in der Garage.. Genug Zeit um die Rikscha startklar zu machen und dann zum Treffpunkt fahren.

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Mountainbike Ausflug

Ich muss nicht nachdenken, wann ich zum letzten Mal das SANTA CRUZ Tallboy gefahren bin. Ich frage einfach diesen Blog und siehe da: Es war am Sonntag, 14. Mai 2017. Also vor 8 Monaten. Seither steht es in der Garage, beide Räder fast ohne Luft, doch ansonsten startklar.

Heute wollte ich eigentlich die frühere Standardroute fahren. Das war: Irchelturm, Irchel-Hochwacht, Tössegg, Rhinsberg, Eschenmosen. Ich startete etwas spät und zwischen dem Irchelturm und der Hochwacht habe ich mich dann auch noch verfahren. Siehe Schleife rechts.

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vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr bin ich auf meine Deutschland-Veloreise gestartet. Damals war es etwa 10° Grad kälter als heute, dafür deutlich trockener und windarmer. Es ist schön, über das Seitenleisten-Plugin "vor einem Jahr" darauf hingewiesen zu werden und ich werde wohl in den nächsten fünf Wochen öfters mal einen der damals geschriebenen Beiträge anklicken.

Diesen Winter bleibe ich zuhause. Obwohl ich verschiedentlich daran dachte, die Rikscha-freie Zeit wieder für eine Radreise zu nutzen, so lasse ich es -zumindest dieses Jahr- doch sein. Ich fand kein Reiseziel, für das ich mich wirklich wirklich begeistern konnte und in meinem Kopf schwirren noch ein paar Dinge rum, die ich von zuhause aus besser in Angriff nehmen oder erledigen kann.

geh raus!

Ich finde einfach und problemlos Gründe um in dieser Jahreszeit lieber in der warmen Stube und vor dem PC zu sitzen, als nach draussen zu gehen und mich etwas zu bewegen. Mein innerer Schweinehund ist da sehr erfindungsreich. Das Problem dabei ist, dass mir Bewegungsarmut auf Dauer auf das Wohlbefinden und die Moral schlägt. Tage und Wochen vor dem PC machen mich unzufrieden.

Seit Anfang Dezember, seit wir aus den Ferien zurückgekehrt sind, sank der Umfang an körperlicher Bewegung langsam gegen Null. Vor Weihnachten hatte ich noch ein paar Rikschafahrten, doch danach wurde ich faul. Zur Entschuldigung sage ich nun, dass ich noch viel Arbeit an der neuen Bike Butler Homepage hatte und die Blog-Aktualisierung mit all den Fotoalben auch viel Zeit benötigte. Zudem habe ich die Betriebsbuchhaltung für 2017 bereits abgeschlossen und gestern dem Treuhänder geschickt. Soweit so gut, doch wie gesagt: zuviel im Büro sitzen schlägt mir auf's Gemüt.

Letztes Jahr bin ich ja von Mitte Januar bis Mitte Februar einen Monat lang mit dem Velo durch Deutschland gereist. Langfristig machte sich das bezahlt, denn ich war danach geistig frisch und körperlich gut in Form um Anfang März in die Rikschasaison zu starten. Da ich für diesen Winter keine Velotour vorgesehen habe muss ich also schauen, dass ich bis Anfang März nicht ganz ausser Form gerate und dass nicht nur die Personenwaage zur Höchstform aufläuft. Ich habe mir deshalb vorgenommen, dass ich die wettermässig schönen Tage nutzen werde um hier in der Gegend etwas Rad zu fahren. Damit das dann nicht ganz so sinnfrei passiert, kann ich das mit offenen Themen verknüpfen, die ich eh in diesen Wintermonaten zu erledigen habe.

Eines dieser Themen ist die Reparatur der gebrochenen Rikscha. Gestern bin ich mit dem Velo zu der Werkstatt eines ehemaligen Schulfreunds gefahren um abzuklären, ob er die Rikscha reparieren kann. Ja, kann er. Wir haben dann auch gleich einen Termin abgemacht, an dem ich mit der Rikscha bei ihm in der Werkstatt vorbeikomme. Um die Kosten tief zu halten, sollte ich die Rikscha entsprechend vorbereiten, damit er die nötigen Schweissarbeiten ohne grosse Vorarbeit erledigen kann. Es geht vor allem darum, dass rund um die Bruchstelle alle Farbe entfernt wird, damit das blanke Aluminium dann geschweisst werden kann. Weil wir zusätzliche Verstrebungen anschweissen wollen, muss der Rahmen also ziemlich grossflächig entlackt werden. Zudem muss die Fahrgastkabine abgebaut werden, damit er gut an die entsprechende Stelle hinkommt.

Heute morgen habe ich dann kurz gegoogelt wie man pulverbeschichtete Alurahmen am besten entlackt. Dann nahm ich das KISH aus der Garage und machte mich auf den Weg zu einem Baumarkt. Da kaufte ich chemischen Abbeizer, Pinsel, Spachtel, Schleifpapier und Frischhaltefolie. Damit machte ich mich dann auf den Weg in die Garage. Der Abbeizer ist richtig aggressiv und giftig! Auf der Verpackung steht: Tragen Sie Handschuhe, Schutzbrille und Atemschutz... hätte ich wohl schon im Baumarkt lesen sollen. Gummierte Handschuhe hatte ich, eine normale Brille trage ich, Atemschutz fällt aus...

Zuerst habe ich die Pulverbeschichtung so gut es ging etwas angeschliffen. Dann mit einem Lappen geputzt und danach den Abbeizer mit dem Pinsel aufgetragen. Zum Schluss wickelte ich alles so gut es ging in Frischhaltefolie ein. Die soll dazu dienen, dass die aggressiven Chemikalien des Abbeizers nicht so rasch ausdünsten und gut einwirken können. Das kann nun einen Tag brüten und morgen schaue ich mal, ob ich die Farbe dann wirklich ab kriege.

Danach stieg ich wieder auf's Velo, fuhr auf die Rathausbrücke um dort einen Kaffee zu trinken (wie ich es während der Rikschasaison täglich mache). Dann machte ich mich auf den Heimweg. Ich nahm mir Zeit und kreuzte die Gegend noch etwas auf. In einem Neubauquartier kam ich an einer Stelle vorbei, wo ich vor vermutlich über 10 Jahren Jahren schon mal ein Foto vom KISH gemacht habe. Links sieht man nun das Bild vom 3. Oktober 2008 und rechts dasjenige von heute. Fast 10 Jahre Zeitdifferenz. Nicht nur das KISH hat sich verändert. Wenn man die Bilder genau vergleicht sieht man, dass auf der linken Seite heute 5 Zeilen neue Häuser stehen (die neusten sind noch im Bau). Innert 15 Jahren entsteht hier ein neuer Stadtteil. Auffallend ist auch, wie stark verschmutzt der Betonboden im Vordergrund mittlerweile ist. Tja, alles ist im Fluss... so ändern sich die Zeiten.

Die Hochnebeldecke lichtete sich zusehens und so konnte ich ruhig noch einen Hügel auf dem Nachhauseweg einbauen. Eine letzte Pause machte ich dann bei Gerlisberg, bei einem Baum, den ich früher auch schon oft fotografierte (da führte einst mein Velo-Arbeitsweg durch, als ich in Zürich Seebach arbeitete). Dann fuhr ich gemütlich nach Hause. Angekommen stellte ich zufrieden fest, dass ich a) 3 Std. Rad gefahren bin und b) über 50 Kilometer zusammen gekommen sind. Sehr gut! Morgen werde ich wieder mit dem Velo in die Stadt fahren und mal schauen, wie weit ich mit dem entlacken komme. Das GPS sagt: 3:08 Std., 57,3 km, 560 Hm.