Tag 2 - nach Capranica

Heute stand ein erster Fitnesstest auf dem Programm. Der GPS-Track versprach 72 Kilometer mit über 1'200 Höhenmetern. Wir starteten kurz nach neun Uhr, doch wir bummelten sehr gemütlich durch Rom, machten noch einige Fotos und als wir dann noch ein Café in der Sonne entdeckten war klar, dass ein erster Capucchino hermusste. Die ersten 10 Kilometer waren also seeeeehr langsam.

Ausgangs Rom warteten dann erste erste kleine Hügel auf uns. Zum Glück windete es nicht mehr ganz so heftig wie gestern, doch es windete immer noch und war auch kühl. Gestern war es kalt, heute nur noch kühl. Es wird also besser ;-)

Erst nach etwa 35 Kilometern kamen wir in eine etwas grössere Ortschaft, wo wir auch mit einem offenen Restaurant rechnen konnten. Es war schon fast ein Uhr mittags und wir hatten gerade mal die Hälte der Strecke hinter uns. Wir verpflegten uns in einer Bar-Pasticceria mit Süssigkeiten doch es war klar, dass wir noch Proviant für unterwegs brauchten. Wir fanden dann auch ein kleines Lebensmittelgeschäft welches heute Sonntag geöffnet war und da kauften wir Brot, Schinken, Salami, Käse, Früchte und ein paar Getränke, die wir im Rucksack verstauten.

Die kleinen Hügel wurden etwas grösser und die Höhenmeter summierten sich kontinuierlich. Wir genossen die schöne Umgebung und als wir an einen kleinen Bach mit Bänken und Tischen sahen war klar, dass wir uns jetzt über die gekauften Sachen hermachen. Nun lagen noch etwas über 20 Kilometer vor uns und dafür konnten wir schon noch etwas Energie vertragen. Etwa 8 Kilometer vor dem Ziel kamen wir nach Sutri mit seinen eindrücklichen Grabstätten der Etrusker. Da kam ich auf meiner Radreise 2011 schon vorbei und das wollte ich nocheinmal sehen. Klar auch, dass wir davon einige Bilder machten (so das Titelbild von heute).

Die letzten 7 Kilometer führten uns dann auf einem herrlichen Wanderweg in ein schmales Tal, das immer wilder und noch schmaler wurde. Irgendwann blockierten umgestürtzte Bäume den Weg und so mussten wir noch ein paar Mal die Bikes über Bäume tragen oder unter ihnen hindurchschieben. Das war der Abenteuerpart des heutigen Tages und auch wenn wir schon ziemlich müde waren, so hat es Spass gemacht. Kurz vor halb sechs, es begann gerade die Abenddämmerung, fuhren wir bei der heutigen Unterkunft vor. Es ist ein herziges Bed & Breakfast und wir wurden herzlich empfangen, konnten die Bikes sicher in einem Schuppen abstellen und so freuten wir uns auf die warme Dusche und noch mehr auf das Abendessen.

Das war dann ausgezeichnet. Zuerst ein paar Bruschettas, dann Spaghetti al Pesto, dann ein grosses Schnitzel und zum Schluss eine schöne Auswahl an Früchten. Dazu Bier oder Wein und einen Kaffe zum Abschluss. Perfekt! Ich spreche nicht gerne über Geld, doch für das Zimmer inklusive Essen und Getränke bezahlten wir nur 50 Euro pro Person. Nochmals: Perfekt!

Morgen geht es nach Bomarzo, worauf ich mich auch schon freue. Der Offroad-Anteil wird zunehmen und es stehen auch noch mehr Höhenmeter als heute auf dem Programm (dafür sind es fast 20 Kilometer weniger). Im gebuchten Appartement werden wir kein WLAN haben. Der nächste Blogeintrag wird also erst übermorgen erscheinen.

Die Fotos von heute sind im Fotoalbung gespeichert. Hier noch der Track aus meinem GPS:

Tag 1 - Rom

Wir mussten heute wirklich früh aufstehen, denn um 06:50 Uhr war Boarding für den Flug nach Rom, Abflug um 07:15 Uhr. Der Flug nach Süden, über die schneebedeckten Alpen, entschädigte dann aber mit einer tollen Aussicht auf die grandiose Berglandschaft. Auch der Anflug zum Flughafen Fumicino war interessant, da wir im Landeanflug vom Festland über das Meer schwenkten.

Ob der Geschwindigkeit des Groundhandlings waren wir bass erstaunt. Kaum kamen wir zum entsprechenden Gepäckband sahen wir schon unsere Taschen herankommen und am Schalter für Sperrgepäck warteten die Velokartons auch schon auf uns. Die freundlichen Flughafenmitarbeiter liessen uns auch gleich die Räder vor Ort zusammenbauen und entsorgten für uns die Verpackungen. Wirklich: ein Spitzenservice. Es war also noch nicht mal 10:00 Uhr, bis wir aus dem Flughafen in die Sonne traten und das obige Bild aufnehmen konnten.

Die Sonne schien an einem wolkenlosen Himmel, doch es war mit etwa 5° Grad doch noch ziemlich frisch. Kaum losgefahren merkten wir dann auch, dass ein heftiger und kalter Nordwind blies und die gefühlte Temperatur so noch niedriger erschien. Mehr als 8° Grad waren nicht angesagt und deshalb waren lange Hose und Langarmjacke Pflicht.

Wir wussten dass die Fahrt nach Rom (inkl. Sightseeing) knapp 45 Kilometer auf den Tacho bringt und dass es nahezu eben verlaufen wird. Die ersten 10 Kilometer quer durch langweilige Industriequartiere, dann etwa 25 Kilometer entlang des Flusses Tiber und die restlichen Kilometer noch quer durch Rom.

Der Wind war wirklich heftig, bissig und kalt. Sonst verlief alles problemlos. Über weite Strecken fuhren wir auf toll ausgebauten Radwegen und waren auch erstaunt, dass wir wirklich viele andere Radfahrer gesehen haben. Nach etwa 25 Kilometern hielten wir Ausschau für einen ersten Kaffeehalt. Wir beobachteten drei andere Radfahrer, die zielsicher eine Bar-Pasticceria ansteuerten. Gute Idee: Man muss lokalen Meschen vertrauen - also hinterher! Und siehe da, es entpuppte sich gleich als Glücksgriff. Capucchino für 1 Euro dazu Gebäck in allen Formen und Farben. Ein echter Genuss, geschmacklich und auch visuell.

Da wir von Süden in die Stadt fuhren, blies uns der Wind oft frontal entgegen. Heftige Böen wirbelten Staub, Dreck und Abfall durch die Luft, das war nicht richtig lustig. Es zeigt sich auch sehr deutlich, dass es hier ein Abfallproblem gibt. Unglaublich wie viel Müll hier herumliegt - und eben durch den Wind herumfliegt. Na ja, als Tourist nimmt man so etwas zur Kenntnis. Mehr nicht.

Das Stadtzentrum war dann (wie erwartet) voller Touristen. Es galt also öfters mal abzusteigen und dies Fahrräder durch die Menschemengen zu schieben. So klapperten wir dann auch einige Touri-Hot-Spots ab: Piazza Navona, Pantheon, Spanische Treppe, Fontana di Trevi, Colloseum, und noch Andere.

Kurz nach 15 Uhr steuerten wir bereits auf unser Hotel zu. Wir mussten es etwas suchen, denn auf der Strassenseite ist nichts angeschrieben. Durch ein Tor und über eine Treppe kommt man dann zur "Terrazze di San Giovanni". Ein ziemlich kleines, doch recht nett eingerichtetes Hotel. Dadurch dass es von der Strasse zurückversetzt ist, dürfte es auch nachts ziemlich ruhig sein. Zudem ist es recht günstig. Da gibt es also nichts zu meckern. Wir entpackten unsere Räder, bezogen die Zimmer, duschten und trafen uns eine Stunde später wieder für Sightseeing und Abendessen.

Lukas hat römische Geschichte studiert und konnte uns anderen viele interessante Dinge erzählen. Das war super spannend. Da nun aber langsam die Sonne unterging und der Wind auch nicht weniger wurde, hatten wir alle bald kalt und suchten nach einem Lokal, wo wir fein essen konnten. Natürlich waren wir mitten im Touristengebiet doch das war auch gut so. Erstens ist da das Angebot gross und zweitens sind wir ja auch Touristen. Wir kamen an einem Lokal vorbei wo ein Koch quasi im Schaufenster frische Pasta herstellte. Er knettete Teig, wallte ihn aus und formte frische Teigwaren. Das hat es uns dann gleich angetan. Kohlenhydrate können nach dem heutigen Tag nicht falsch sein!

Zur Vorspeise bestellten wir und je eine kleine Platte Käse und Fleisch (Salami/Schinken/Copa/u.A.). Danach natürlich Pasta. Die anderen drei tranken Wein und ich ein Bier. Das hat alles wunderbar gepasst und auch hervorragend geschmeckt. Der Preis war... na ja... Touri-mässig halt. Egal. Das war es uns wert.

Es wartete noch ein etwa 40 minütiger Fussmarsch zurück ins Hotel auf uns und deshalb belohnten wir uns kurz vor dem Ziel noch mit einem Gute-Nacht-Bier. Das war ein wirklich gelungener erster Tag. Für die kommenden Tage wünschen wir uns alles so wie heute, einfach mit etwas weniger Wind und ein paar Grad wärmer. Wenn ich da an den Wetterbericht denke, so haben wir auch gute Chancen, dass dies so eintrifft.

Die ersten Fotos sind ins neue Fotoalbum hochgeladen und hier ist noch die GPS-Aufzeichnung des heutigen Tages.

bereit

Heute widmete ich mich noch meinem Win10-Surface-Netbook, welches ich mit auf die Reise mitnehme. Es galt vor allem die nötigen Daten von meinem Arbeits-Notebook aufs Netbook zu kopieren und die nötige Software upzudaten. Dann richtete ich mir Outlook so ein, dass ich nach der Rückkehr die Daten einfach wieder übernehmen kann und probierte alles aus. Soweit o.k.

Hier im Blog erstellte ich ein neues Fotoalbum, in welches dann die Bilder der Reise jeweils hochgeladen werden. Da ich das Programm nicht sehr häufig brauche, benötigte es ein paar Anläufe bis alles so funktionierte wie ich mir das vorstelle.

Dann galt es final zu packen. Laut Wetter.com werden die ersten Tage noch etwas kühl, bevor es dann richtig frühlingshaft warm wird. Phänomenal ist, dass zumindest für die erste Woche Null Regen angesagt ist. SUPER! Also: Die langen Hosen und die Langarmjacke werde ich morgen gleich nach dem Aufstehen anziehen, damit nach Rom fliegen und so dann auch aufs Velo steigen. Alles andere wird eingepackt. Ich hatte noch freien Platz... also doch noch eine zivile Fleece-Jacke um die Abende zu geniessen... o.k. Mit den drei Taschen bin ich zum Schluss auf die Waage gestanden. Packgewicht knapp 6 Kilo. Nicht schlecht. Heute Abend werde ich mit dem vollgepackten Bike zum Flughafen fahren. Dann wird das Bike in eine Kartonschachtel verpackt und die Packsäcke binde ich zusammen und gebe sie als Gepäckstück auf. Bin schon leicht nervös...

Mini Schwiiz

Im letzten November nahm ich an Aufzeichnungen für die Sendung "Mini Schwiiz - Dini Schwiiz" teil. Es geht dabei darum, dass jeweils fünf Kandidaten ihre Stadt, ihr Dorf oder ihren Stadtteil den anderen Teilnehmern vorstellen und diese dann den Tag bewerten. Diese Woche war das Thema Zürich und dabei präsentierte ich die Altstadt, den Kreis 1. Am Montag war Höngg zu sehen, am Dienstag das Industriequartier, heute eben die Altstadt, morgen Donnerstag dann Wiedikon und am Freitag, zum Abschluss, dann Affoltern.

Die Sendung wird im Vorabendprogramm, jeweils zwischen 18:15 und 18:40 Uhr ausgestrahlt. Die Aufnahmearbeiten dauerten jeweils einen ganzen Tag und das Endprodukt ist dann 25 Minuten Fernsehzeit. Ganz schön aufwändig. Diese Woche werden nun die Folgen über Zürich ausgestrahlt.

Ich habe an dieser Sendung nur teilgenommen um mein kleines Rikschabusiness in die Medien zu bringen. Deshalb war es für mich ganz wichtig, dass die BikeButler-Rikschas zu sehen sind. Aus früheren Fernseh-Präsentationen wusste ich, dass so etwas das Geschäft ankurbelt. Dass Menschen, die nichts von dieser Rikschageschichte wissen, darauf aufmerksam werden und unter Umständen so zu Kunden werden. Mal sehen. Ich hoffe natürlich, dass dies auch diesmal der Fall sein wird.

Über diesen Link kann man sich die heutige Folge ansehen.

Probe packen

Am Freitagabend geht's zum Check-in um die Fahrräder und das Gepäck aufzugeben, damit wir am frühen Samstagmorgen nur noch mit unserem Handgepäck zum Flughafen fahren können. Es war also an der Zeit um mal alles zusammenzukramen, bereitzulegen und einzupacken.

Zuerst legte ich die leichteste Bekleidung zur Seite, die ich am Körper tragen werde. Daraus ergibt sich das Maximum an Gepäck, welches ich in die drei Taschen zu verstauen habe. Im Bild links also die Bike-Minimalbekleidung. Im Bild rechts dann, was es einzupacken gibt. Im Kurzform: Für kühlere Tage: Velo-Unterhose mit Sitzpolster, lange Socken, darüber lange Radhose. Oben Merino-Langarmshirt, die blaue Bikejacke, dazu noch Stirnband und Langfingerhandschuhe. Dazu kommt die kurze Regenhose und eine Regenjacke. Für mittlere Temperaturen ein Windstopper-Shirt und Knielinge (zu den kurzen Hosen). Zuoberst dann noch Zivilkleidung wie lange Hose, 2x T-Shirt, Unterwäsche und Socken, dazu noch den Kulturbeutel. Zu guter letzt legte ich noch ein paar leichte Turschuhe (Sneakers) dazu, damit ich abends nicht mit den Bikeschuhen ins Restaurant muss und diese auch mal auslüften können. Eine kleine Tasche mit Ladegeräten und Kabeln legte ich auch noch dazu.

Im Rucksack werde ich eine 1,5l-Trinkblase mitführen. Dazu mein Win10-Netbook, eine kleine Powerbank, Luftpumpe, Werkzeug und Ersatzteile, Geld/Ausweise, sowie die täglich nötige Zwischenverpflegung. In die kleine Tasche auf dem Oberrohr kommt das Handy und der Fotoapparat.

Ich verpackte dann alles in die drei Packsäcke und war erstaunt, dass ich alles recht locker unterbringen konnte. Da kann ich gut darüber nachdenken, ev. noch eine zweite, kurze Radhose mitzunehmen. Platz ist noch da. Ich hätte sogar noch einen grösseren Packsack für vorne, doch den braucht es allem Anschein nach wirklich nicht. Sehr gut. Das Anbringen der hinteren Packsäcke ist etwas fummelig. Pro Seite müssen 5 Riemen eingehängt und gespannt werden. Das braucht wohl etwas Übung. Der Vorteil davon ist jedoch, dass die Taschen dann bombenfest halten und nicht wackeln. Vorne war es ganz simpel. Packsack auf den Träger legen und mit zwei Spanngurten festzurren. Natürlich bin ich dann kurz vor dem Haus hin und her gefahren um das Fahrgefühl zu testen und zu kontrollieren, dass ich beim Kurbeln nicht mit den Fersen an den hinteren Packtaschen streife. Alles gut!

Ausblick

Heute Nachmittag war ich mit Freunden verabredet um noch Details für die Italien-Radreise zu besprechen. In einer Woche geht es ja schon los. Deshalb montierte ich am Morgen auch wieder die Original-Gepäckträger ans Rad.

Zum Treffpunkt machte ich eine gemütliche Sonnenscheinrunde und genoss das frühlingshafte Wetter mit etwa 9° Grad. Es wäre natürlich super, wenn wir dann in Italien so gutes Wetter hätten. Dann wird es perfekt.

Wir quatschen dann länger über unsere Packlisten und minimierten etwas, weil ja nicht unbedingt jeder Werkzeug und Ersatzteile mitführen muss. Dann legten wir noch fest wie wir den Radtransport und das Checkin am Vorabend anpacken wollen. Es war eine angenehme und entspannte Atmosphäre und ich bin guter Dinge, dass wir gut harmonieren werden und uns schöne Erlebnisse bevorstehen. Ja, die Vorfreude ist schon recht gross. Sehr schön.

Tallboy-Runde

Konnte nicht warten und bin heute Morgen bereits vor neun Uhr mit dem SANTA CRUZ Tallboy zu einer Standard-Trainingsrunde gestartet. Es kündigte sich ein prächtiger Tag an und zu der Zeit waren die Trails noch gefroren und trocken. Gute Bedingungen um das frisch geputzte Bike nicht gleich wieder total einzusauen.

Der neue Lenker macht sich sehr gut. Noch finde ich 780mm Breite ungewohnt, doch das passt schon. Trotz der 50mm Erhöhung fand ich den Lenker immer noch etwas tief, das liegt aber vor allem daran, dass eben meine anderen zwei Bikes nicht so viel Sattelüberhöhung haben.

Auf technischen Singletrails ist das Tallboy-Fully sicher das schnellere Bike als das starre TREK 1120. Es macht Spass mit Speed zwischen den Bäumen durchzuzirkeln und das Limit zu suchen. Ja, mir wurde schon wieder klar, weshalb ich früher so gerne mit diesem Bike gefahren bin. Nur, mit zunehmendem Alter reizt mich Geschwindigkeit gar nicht mehr so sehr. Es ist mir weniger wichtiger geworden um schnell und fokussiert vorwärts zu kommen. Heute mag ich mehr die Umgebung und die Situation als Ganzes wahrnehmen...

Aber: Wenn ich wiedereinmal mit Freunden auf eine Trainingstour gehe werde ich bestimmt das SANTA CRUZ nehmen. Da ich als grosser und schwerer Fahrer berghoch mehr Mühe bekunde als die kleineren, leichteren Kollegen, nützt die Effizienz und das geringe Gewicht des Bikes schon. Ja, ich werde das Bike wirklich behalten. Ich mag es immer noch sehr.

Am Nachmittag war ich dann nochmals mit dem TREK 1120 unterwegs und konnte die Unterschiede so ganz direkt erfahren. Mit seinen weichen Monsterreifen ist das TREK ganz prinzipiell ein gemütliches Rad. Fahren im Wiegetritt ist ohne Federung viel einfacher. Es klingt vielleicht etwas blöd, doch das simple Starrbike ist irgendwie ursprünglicher, direkter und ehrlicher. Aber auch langsamer. Für den ganzen Tag sagt das GPS: 62km., 4:03 Std., 1'150Hm.

hoch und breit

Montagabend einen neuen Lenker über Internet in Deutschland bestellt und bereits heute fertig verzollt erhalten. Schöne neue Welt.

Der neue Lenker hat eine Erhöhung von 5cm und so reduzierte sich die Sattelüberhöhung von vorher 8cm auf nun noch 3cm. Zum Vergleich, am TREK 1120 beträgt die Sattelüberhöhung noch 1cm und am KISH Tourenrad sind Sattel und Lenkergriffe auf genau gleicher Höhe. Klar ist, je höher der Lenker (im Vergleich zum Sattel), desto aufrechter sitzt man.

Moderne MTB-Lenker sind im Vergleich zu früher auch viel breiter geworden. Der alte Lenker war 66cm breit und der neue misst nun satte 78cm. Damit man sich wegen der breiteren Griffposition nicht stärker nach vorne neigen muss, baut man kürzere Vorbauten an. So reduzierte ich die Vorbaulänge von 10cm auf nun noch 6cm.

Wie man sieht, habe ich die neuen Teile gleich angebaut und mal grob eingestellt. Dann habe ich noch beide Reifen ausgetauscht. Ich fand noch ein paar neue Schwalbe Nobby Nic, die ich mir vor Jahren mal als Ersatz beschafft habe. Die sind nun sicher gut gelagert. Ich erinnere mich gar nicht mehr daran, wann ich sie gekauft habe. Die lagen nun schon bestimmt über 8 Jahre in einer Schublade. Ich hoffe einfach einmal, dass der Gummi nicht spröde geworden ist. Sie liessen sich zumindest anstandslos aufziehen und laufen auch erstaunlich rund. Natürlich war ich auf das Ergebnis sehr gespannt, doch für mehr als etwas ums Haus rollen und Lenker und Griffpositionen einstellen hat die Zeit nicht gereicht. Aber: Morgen oder übermorgen werde ich ganz sicher eine Tallboy-MTB-Runde drehen. Da freue ich mich drauf!

Strassenrunde

Gestern war ich kurz mit dem KISH-Tourenrad unterwegs und da war ich doch verblüfft, wie gut das rollt. 42mm breite Reifen mit 4 bar Druck rollen auf Asphalt um Welten besser als 78mm breite Reifen mit 0,8 bar Druck. Das war mir schon vorher klar, doch verblüfft war ich trotzdem. Dies vor allem vor dem Hintergrund der zwei langen Tagesetappen der Italienreise mit etwa 80 Kilometern. Ich denke mir: 80km mit dem TREK 1120 werden sich dann wohl wie etwa 120km mit dem KISH anfühlen... das braucht ganz schön Körner...

Mit diesen Gedanken im Kopf und auch weil ich am Samstag das TREK lange und pingelig sauber geputzt habe, wollte ich heute damit eine Asphaltrunde drehen. Ich fuhr in die Stadt Zürich um in der Rikscha-Garage zum rechten zu sehen und um ein paar Bekannte zu treffen und etwas zu tratschen. Wie man auf dem Bild sieht, was das Wetter perfekt. Etwa 7° Grad und strahlender Sonnenschein.

Auf dem Rückweg baute ich noch ein paar Hügel ein, damit auch ein gewisser Trainingseffekt erzielt wird. Wieder zuhause habe ich dann das GPS ausgewertet. Durchschnitt = 17 km/h, mit dem KISH liege ich da meist um 19 km/h. Das ist also der zahlenmässige Unterschied... Egal. Für die Tagesplanung der Italienreise rechne ich ohne Pausen mit 15 km/h und mit Pausen mit 10 km/h. Das heisst: Für 80 Kilometer rechne ich mit 8 Std. Gesamtdauer (vom Hotel 1 zum Hotel 2) bei knapp 6 Std. reiner Fahrzeit. Wenn wir also um etwa 17:00 Uhr beim Hotel ankommen wollen, müssen wir an den langen Tagen spätestens um 09:00 Uhr losfahren. Ja, das scheint realistisch und machbar. Und so bleibt auch hintenheraus noch etwas Reserve, denn Tageslicht sollte bis etwa 18:00 Uhr reichen. Das GPS sagt: 61km, 3:33 Std. 660 Hm

behalten

Nachdem ich das neue TREK 1120 nun öfters als Mountainbike einsetze dachte ich ja, dass ich das SANTA CRUZ Fully verkaufen werde. Um in etwa eine Preisvorstellung zu erhalten, habe ich einige Internetseiten abgesurft, auf denen gebrauchte MTBs angeboten werden. Das war ziemlich ernüchternd... Mein Tallboy ist nun fast neuen Jahre alt. Damals, 2010, habe ich das Bike mit dem besten Material aufgebaut was verfügbar war und letztendlich kostete das Bike etwas mehr als 7'500 Franken. Heute muss ich wohl froh sein, wenn ich noch 1'500 Franken dafür kriege... ein Drama!

Um das Bike verkaufsfertig zu machen, musste ich es erst einmal gründlich putzen und schmieren. Die letzten 6 Jahre ist es ja vorwiegend dreckig im Schuppen gestanden und hat zusätzlich Staub gefangen.

Schon während dem putzen hat mir das Bike leid getan. Ich verbinde doch ein paar schöne Erinnerungen daran und nur weil es älter geworden ist, wurde es ja nicht einfach schlechter. Viele schöne und funktionale Teile sind dran, die alle irgendwie eine Geschichte haben. Und während ich den Antrieb reinigte und ölte, kam ich langsam zur Erkenntnis, dass ich es doch nicht verkaufen will. Es frisst ja kein Heu... Ich machte eine kurze Probefahrt um alles zu testen... ist schon ein klasse Bike! Nur die vornüber geneigte Sitzposition ist nicht mehr meins. Wenn ich es behalten will, muss ich zumindest einen höheren Lenker anbauen, damit ich etwas aufrechter sitze. Man wird ja auch nicht jünger... ansonsten: Alles tip top!

Ich habe also festgestellt, dass dieses Bike in der aktuellen Marktlage nicht mehr viel Wert ist und der emotionale Wert, den ich dem Tallboy zumesse übersteigt diesen Marktwert. Also kann ich das Rad auch noch behalten... vor sich selbst kann man alles irgenwie schönreden und rechtfertigen... ;-)