neues Spielzeug

Habe mich heute ziemlich spontan dazu entschieden, mir ein neues Fahrrad zu kaufen. Nachmittags bin ich zum freundlichen Bikehändler gefahren und habe gleich bestellt. Es wird ein TREK 1120

Es ist eine Kreuzung aus Mountainbike und Tourenrad. Modern ausgedrückt nennt man diese Kategorie "Bikepacking" und darunter versteht man mehrtägige Mountainbiketouren, wofür man zwangsläufig etwas Gepäck mitführen muss. Speziell dafür sind die auffallend orangen Gepäckträger an diesem Rad.

Wie es dazu kam? Gute Frage... ich sitze gerade schmunzeld vor dem PC... das ist eine lange Geschichte... Die Kurzform davon geht in etwa so: Früher war ich lange Zeit begeisterter Mountainbiker. Dann begann ich mich für Fahrradreisen zu interessieren und fuhr (wie man in diesem Blog ja nachlesen kann) im Jahr 2011 durch Italien und im Winter 2017 durch Deutschland. Mit dem normalen Reiserad ist man auf festen Untergrund -um nicht zu sagen auf Strassen- angewiesen. Somit ist man zwangsläufig dem motorisierten Verkehr ausgesetzt, was nicht immer lustig und zeitweise auch gefährlich ist. Zudem bewegt man sich so ausschliesslich in bevölkerten Gegenden, wo jeder Trottel hinkommt oder hinfahren kann. Und letztendlich ist das Naturerlebnis kleiner, als wenn man auf schlechten Wegen, abseits von Strassen unterwegs ist.

Wie auch immer... In den letzten Jahren kam nun diese Bikepacking-Geschichte auf und die Hersteller begannen dieses neue Marktsegment zu erschliessen. Speziell an diesem Rad ist noch zu erwähnen, dass es ziemlich dicke Reifen haben wird. Das nennt sich 29+ (Neunundzwanzig Plus) und bezeichnet 29 Zoll grosse Laufräder mit überbreiten Reifen (ca. 7,5cm breit). Das grössere Luftvolumen dient einerseits der besseren Traktion und andererseits ersetzt es in minimaler Form die Federung. Wie man sehen kann, ist das Velo an sich völlig ungefedert, hinten keine Federung, vorne keine Federgabel. Das Konzept ist also "keep it simple" -> alles was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen.

Anyway. Letztendlich war es eine -rasch gefällte- Bauchentscheidung. Ich wollte mir einfach wieder einmal etwas Gutes tun und mich für die sparsamen letzten paar Jahre entschädigen. So in zwei Wochen sollte das Bike beim Händler eintreffen und dann gibt ein paar Live-Bilder.

Natürlich freue ich mich gerade richtig... aber: Der Platz im Fahrradschuppen wird knapp. Ich werde mich wohl von dem einen oder anderen Fahrrad trennen. Es macht einfach keinen Sinn zuviele Fahrräder rumstehen zu haben. Vermutlich werde ich das SANTA CRUZ Fully und das NÖLL Rennrad verkaufen. Das trägt dann auch ein Stückweit zur Finanzierung dieses neuen Spiezeugs bei.

das Nächste

Unser Denken kreist sehr viel um "das Nächste" um die nächste Erfahrung die wir machen wollen. Egal was wir schon alles erlebt und erreicht haben, es scheint nie genug oder einfach gut zu sein. Schon streben wir wieder vorwärts zum Nächsten. Dabei versuchen wir negative Erfahrungen zu vermeiden und positive Erfahrungen zu wiederholen oder zu steigern. Es ist ein Dilemma, ein Hamsterrad... liegt aber wohl in der Natur des Menschen.

Die nächsten Ferien, der nächste berufliche Erfolg, das nächste Auto, der nächste Kunde, das nächste neue Kleidungsstück... immer vermuten wir das Glück im Nächsten. Wir sind nie ganz zufrieden, nie wirklich erfüllt. Auch deshalb wollen wir möglichst lange leben und nicht sterben, denn es fehlt immer noch Etwas. Wir sind zwar meist sehr nahe dran, aber doch noch nicht ganz am Ziel...

Wir unterliegen einem Missverständnis. Wir wollen Licht ohne Schatten, immer Ferien, nie Hunger, keine Krankheit, nur Freunde und keine Feinde. Obwohl uns klar ist, dass dies nicht möglich ist, streben wir stetig danach. Es hängt wohl auch damit zusammen, dass wir unsere Erfahrungen andauernd bewerten. Richtig und falsch, gut und schlecht, schön und hässlich, gesund und ungesund, etc. pp. "Das Problem" dabei ist, dass es bei genauer Betrachtung keine absolut wahre Bewertung gibt. Was wir heute richtig, wahr und schön finden, kann uns in zehn Jahren langweilen. Wir wissen das und schieben es doch immer bei Seite. Was wir jetzt haben oder erleben kann noch so gut sein, "das Nächste" wird noch besser! Ich muss mich nur noch mehr anstrengen, besser, schneller und cleverer sein.

Das ist alles ziemlich ermüdend...

Weil ich diese Erkenntis schon vor einigen Jahren machte, versuche ich seither Dinge, Ereignisse und Erlebnisse weniger zu bewerten. Natürlich tauchen trotzdem wertende Gedanken auf, doch diese nehme ich nicht mehr so ernst wie früher. Sowohl im Negativen, wie auch im Positiven. Dinge geschehen einfach. Das Leben passiert. Egal, was ich darüber denke.

Ein Effekt dieser Haltung ist, dass eine gewisse Entpersönlichung stattfindet. Dinge passieren nicht mir, sondern sie passieren einfach. Ich fühle mich viel seltener persönlich angegriffen und zu einer Reaktion genötigt als noch vor ein paar Jahren. Ich werde weniger von Ereignissen getrieben und brauche nur noch sehr wenig Zeit um meinen Standpunkt zu verteidigen. Sehr oft habe ich gar keinen Standpunkt mehr... ;-) oder nur noch einen spontanen, der nicht auf sehr viel Hintergrund und Gedanken beruht. Ist auch nicht nötig.

Ich verbringe seither mehr Zeit mit "genauer hinsehen", mit "sich auf Dinge und Geschehnisse einlassen". Ich bin "live dabei" und nehme Anteil. Und weil es im Erleben keine Pause gibt, denke ich weniger über Vergangenes nach (und bewerte weniger). Interessant dabei ist, dass eine gewisse Intimität und Erfurcht entsteht. Es ist immer wieder unglaublich, wie sich Dinge entwickeln, wie viel Harmonie in allem liegt. Wie sich eins zum anderen fügt und wie viel unsichtbare Ordnung allem zu Grunde liegt.

Mittlerweile unterscheide ich zwischen "praktischem Leben" und "Sinnsuche, Philosophie, Religion, Metaphysik, etc.". Für das praktische Leben ist der Geist und das logische Denken perfekt. Hier ist auch der Platz für gut und böse, richtig und falsch. Sobald es aber um die Essenz, den Sinn, das Warum, Woher und Wohin geht, da gebe ich mein kleines Hirn nun am Eingang ab... das können keine Gedanken und Worte beschreiben. Das kann ich nicht verstehen und nur schon zu sagen, dass ich es erfahre ist eine Übertreibung. Ich kann es nur sein... was immer das heissen mag.

anstehende Veränderungen

Mein Geschäftspartner kämpft seit ein paar Jahren mit persönlichen Problemen und sein Engagement hat sich dieses Jahr Nahe Null bewegt. Es war ein schleichender Prozess, den ich irgendwie nicht beeinflussen oder aufhalten konnte. Angebotene Hilfe hat er ausgeschlagen und irgendwann dachte ich: "gib ihm einfach Zeit. Das kommt dann schon wieder." Doch dem ist nicht so (leider). Schon im Frühsommer sagte ich ihm, dass ich bis September/Oktober ein klares Statement von ihm erwarte, wie er sich die Zukunft vorstellt. Einerseits warte ich noch darauf, andererseits glaube ich gar nicht mehr daran, dass er überhaupt eine Entscheidung trifft.

Bis Ende September sieht die Situation so aus, dass ich über 80% des Firmenumsatzes generierte und er die restlichen knapp 20% Prozent. Das heisst dann auch, dass ich 80% Prozent der Firmenkosten trage. Auf Dauer bin ich nicht gewillt, das so weiterzuführen. Entweder er ist Partner und engagiert sich dementsprechend oder ich ziehe das Ding alleine durch. Alleine hätte ich Möglichkeiten um Kosten einzusparen und so bliebe mir effektiv mehr Geld als heute. Und dieses "mehr" kann durchaus der Unterschied von "sehr wenig" zu "genügend" sein.

Natürlich bin ich enttäuscht. Er war es, der mich dazu motivierte um die Einzelfirma in eine GmbH umzuwandeln, damit er sich daran beteiligen kann. Ich wusste, dass dies einen höheren administrativen Aufwand und letztendlich mehr Kosten zu Folge hat, doch ich glaubte auch, dass wir zu zweit mehr erreichen können, als alleine. Tja, so kann man sich täuschen. Ausser Spesen nichts gewesen.

Wenn nun die ruhigere Rikscha-Zeit anbricht, kann ich mir vertieft Gedanken darüber machen, wie es weitergehen soll. Will ich nach sieben (mageren) Jahren als Rikschafahrer überhaupt weitermachen? Wenn ja, wie genau? Wenn nein, welche beruflichen Optionen habe ich denn überhaupt noch? Es öffnet sich also wieder einmal ein weites Feld...

Auch wenn ich mir diese Situation nicht gewünscht habe, so mag ich dieses "weite Feld" von Möglichkeiten. Es wird Zeit, wieder mal etwas kreativer über die Zukunft nachzudenken als "weiter wie bisher"... Das finde ich spannend.

Frei-Tag

Ich weiss gar nicht, wie lange es her ist, dass ich einfach wieder einmal einen wirklich freien Tag zu meiner eigenen Verfügung hatte. Von April bis September war ich jeden Monat mindestens 24 Tage mit der Rikscha unterwegs. Da blieben meist nur noch die Sonntage und die verbringe ich nach wie vor gerne mit meiner Frau...

Eigentlich wollte ich an meinem gestrigen Geburtstag einen Ruhetag einlegen, doch dann kam noch eine Buchung herein und somit war's dann wohl doch nichts mit dem Frei-Tag. Ich kann es mir nicht leisten, Buchungen ohne triftigen Grund abzusagen und "ein geplanter Ruhetag" oder "Geburtstag" ist dann doch nicht triftig genug.

Heute nun war es soweit. Am Morgen vereinbarte ich einen Termin zum Haare schneiden. Ganz gemütlich spazierte ich da hin und auch wieder zurück. Dann aktualisierte ich die Geschäftsbuchhaltung und erledigte noch etwas Bürokram. Später setzte ich mich dann mit einem Kaffee und einem Buch auf den Gartensitzplatz... schön...

Die letzten Monate waren ja blogmässig ziemlich leer... Natürlich hätte es ab und zu etwas zu erzählen gegeben. Streetparade, Gartenfest, Hamburg-Weekend, das sind ein paar Stichworte die mir spontan einfallen. Doch ich stelle (leider) fest, dass ich des Nacherzählens etwas müde geworden bin. Das ist ähnlich wie mit dem Fotografieren, auch das bin ich müde geworden. Es ist mir nicht mehr so wichtig...

Und natürlich ist das alles auch saisonal bedingt. Im Sommer sitze ich halt eher wenig vor dem Computer oder wenn, dann rein beruflich. Da mag ich dann nicht mehr wirklich Zeit in den Blog investieren. In der kälteren Jahreszeit habe ich mehr Zeit und Musse dafür, da bin ich eher zu Hause und drinnen am PC. Nach diesen anstrengenden Sommermonaten freue ich mich nun richtig auf diese Zeit und gerade der heutige Tag zeigte mir, dass ich das auch wirklich brauche.

heiss...

Dieses Jahr erinnert stark an den Hitzesommer 2003. Es ist staubtrocken und heiss. Und das schon seit Wochen oder gar Monaten...

Natürlich kann man jetzt über Klimawandel reden, doch das nützt nichts. Die Klimawandel-Ablehner habe ihre Meinung schon längst gebildet und werden nicht davon abrücken. Sachlichkeit ist nicht angesagt. Es ist eher eine Glaubensfrage. Dazu kommt, dass man mit klimaschädigendem und unverantwortungsvollem Handeln halt immer noch mehr Geld verdienen kann als mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Ganz persönlich habe ich es gerne sonnig und warm. Bis 30° Grad finde ich ganz o.k. und das macht mir auch nicht viel aus. Über 30° Grad fange ich aber als Rikschafahrer schon zu leiden an. Die Sadt heizt sich in solchen Perioden richtig auf. Der Asphalt reflektiert die Hitze und die Ozonwerte steigen. Es gibt kein entrinnen. Natürlich suche ich in Pausen den Schatten und trinke viel. Trotzdem belasten solche Hitzeperioden den Körper einfach zusätzlich.

Derzeit ist Sommerferien-Hochsaison und es hat merklich weniger Leute in der Stadt als noch vor ein paar Wochen. Man kriegt das Gefühl, dass die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung in den Ferien ist. Die Stadt ist fast leer (von Einheimischen). Natürlich hat es viele Touristen, doch es wird immer schwieriger, die in eine Rikscha zu kriegen. Gruppenreisende bringen Ihre eigenen Reiseführer mit und Individualtouristen starren auf ihr Smartphone und lotsen sich mit Google-Maps durch die Stadt... Parallelgesellschaften...

unbeschreiblich

Mein Vater und ich hatten immer ein gutes Verhältnis zueinander. Niemand kennt einen besser als die eigene Mutter und der eigene Vater, denn mit niemandem hatte man eine längere Verbindung. Durch den plötzlichen Tod des Vaters stellen sich nun natürlich grundsätzliche Fragen zu Sinn, Glauben und vor allem, wie man mit einem solchen Ereignis umgeht.

Als er da tot auf dem Waldweg lag, habe ich ihn lange betrachtet. Ich wusste, es wird wohl das letzte Mal sein, dass ich seinen Körper vor mir sehe. Ab jetzt folgt nur noch Erinnerung. Er sah unverändert aus. Seine halbgeschlossenen Augen glänzten und die Haut war noch weich und warm. Aber es war klar, da ist kein Leben mehr drin. Das ist nicht mehr vollständig mein Vater sondern nur noch sein toter Körper. Ich fragte mich: Wo ist sein Wesen hin? Ist überhaupt irgendetwas irgendwo hin?

Der Umgang mit Verlust und Trauer ist sehr persönlich. Ich möchte hier auch nicht allzu viele Worte darüber verlieren, denn ich respektiere die Gefühle meiner Mutter, meiner Schwester und alle ihm Nahestehenden. Jede und jeder hat das Recht auf seine eigene Art zu trauern. Da gibt es kein richtig oder falsch. Ich versuche höchstens zu beschreiben, was der Tod meines Vaters in mir ausgelöst hat.

Nach dem ersten Schock fühlte ich mich irgendwie leer, verlassen und verletzlich. Seine schützende Hand ist weggefallen. Dann folgte ein Gefühl der Dankbarkeit. Dafür, was wir alles zusammen erleben durften. Dafür, dass sein Leben ein schnelles (und ich denke schmerzloses) Ende gefunden hat. Es traf ihn wie ein Blitz. Ein kurzes Zucken, dann gingen die Lichter aus. Gerade er, der in den letzten Jahren mit zunehmenden Leiden zu kämpfen hatte und der grosse Angst davor hatte, seine Mobilität zu verlieren. Das ist ihm erspart geblieben. Auch dafür bin ich dankbar.

Dann folgte die Zeit, in der man seine Beerdigung planen musste. Ich habe mich da zurückgehalten. Es muss für meine Mutter stimmen, denn sie trifft dieser Verlust am stärksten. Anfangs stand zur Diskussion, dass meine Schwester und ich einen Teil zur Abdankungsrede beitragen. Das habe ich mir lange überlegt und dann abgesagt. Erstens glaube ich nicht, dass ich das kann und zweitens bezweifle ich, dass ich die richtigen Worte finden würde.

Es ist unbeschreibbar! So ist das menschliche Leben. Alle Worte treffen daneben.

Der Tod meines Vaters wirft mich aber schon auf die "grossen" Fragen das Lebens. Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Gibt es einen Sinn des Lebens? Woran glaube ich? Bietet Religion eine Antwort?

In den letzten Jahren veränderten sich meine Ansichten diesbezüglich weg von den herkömmlichen, christlichen Konzepten, mehr hin zu einer dogma-freien Erfahrungstheorie. Und diese Theorie steht nun ziemlich auf dem Prüfstand... Natürlich schmunzle ich leicht wenn ich das schreibe... einer der Kernpunkte meiner Erkenntnis ist ja gerade, dass sich das Absolute, das wahre Leben, gar nicht beschreiben lässt. Dass es vor jeder Vorstellungskraft und vor der Bildung von Sprache liegt... es ist ein unbeschreibbares Mysterium...

Vater

Heute, kurz nach Mittag, ist mein Vater ganz überraschend gestorben. Auf einem Sonntagsspaziergang mit meiner Mutter brach er zusammen und konnte nicht mehr wiederbelebt werden. Er wurde knapp 81 jährig. - Ruhe in Frieden.

Noch sind die Geschehnisse so frisch, dass ich sie gar nicht richtig einordnen kann. Mein Vater war so vieles... Ein fröhlicher und herzensguter Mensch. Ein Vorbild und der Anker in unserer Familie. Wir werden ihn sehr vermissen...

Regentag

Ich bin schon fast geneigt zu sagen: ENDLICH wieder einmal ein Regentag, an dem ich guten Gewissens zuhause bleiben kann. Der letzte freie Tag unter der Woche war der 17. Mai. Seither war ich immer 6 von 7 Wochentagen mit der Rikscha in Zürich unterwegs.

Natürlich gäbe es nun genügend Dinge, die ich fürs Geschäft machen könnte/müsste. Die neue Datenschutzverordnung verlangt nach Anpassungen an der Homepage und auch sonst gibt es noch einige Arbeiten, die ich angehen könnte/sollte.

Doch ich geniesse lieber diesen freien Tag. Am Morgen liess ich mir die Haare schneiden und ging kurz einkaufen. Seither sitze ich am PC und am Tablet und update beides auf den aktuellen Stand. Zwischendurch lese ich etwas und denke daran, einen Blogeintrag zu schreiben. Und da ist dann wieder diese Leere oder Unsicherheit. Was soll ich nur schreiben?

Ich könnte einige Dinge nacherzählen. Am letzten Sonntag waren wir z.B. mit Freunden mit einem kleinen Boot auf dem Rhein unterwegs, genossen den herrlichen Tag und badeten im Fluss. Das war ein wirklich sehr schöner Tag. Ich habe das Handy zuhause gelassen, deshalb habe ich keine Bilder davon.

Ansonsten setzt sich die, schon seit längerem stattfindende Veränderung zu mehr Stille fort. Das ist sehr schwierig zu beschreiben. Ich werte und beurteile Erlebtes immer weniger und deshalb erfahre ich mehr Stille und Akzeptanz. Ich mag nicht mehr alles benennen und somit Etiketten ankleben, will mich auch nicht allzu lange mit Erlebtem/Gesehenem/Gehörtem/Gelesenem aufhalten, denn schon zeigt sich der nächste Augenblick, den ich auch wieder mit Frische erleben möchte. Da stören allzu viele Gedanken und Worte nur. So erscheint mir das Leben intensiver. Ich habe das Gefühl, mehr bei "der Sache" zu sein und weniger Gedanken und Vorstellungen nachzuhängen.

Und was das Schreiben anbelangt stecke ich immer noch in meinem Sprach-Dilemma... Sprache ist Teil dieser relativen Welt... Sprache ist dualistisch, wie ein zweischneidiges Schwert. Alles was ich sage oder schreibe schliesst das nicht-gesagte und das nicht-geschriebene aus. Es teilt die eine Wirklichkeit in einen sichtbaren und einen unsichtbaren Teil. Es ist also immer nur eine Beschreibung und nicht die volle Wirklichkeit. Das ist einfach eine Realität und an sich kein Problem. Doch es verunsichert mich, weil ich oft denke: "ich könnte das genaue Gegenteil denken/schreiben und es wäre genau so wahr." Ich will mich dann nicht für eine Seite entscheiden... und bleibe still.

Coop-Event

Vor zwei Monaten kriegte ich einen interessanten Auftrag von Coop. An einem Tag sollen in Basel, in Zug und in Zürich je zwei Rikschas unterwegs sein und Fahrgäste zu den "Coop to go" Filialen zu fahren.

Zürich und Zug konnten wir mit unseren eigenen Rikschas abdecken. In Basel arbeiteten wir mit einem anderen Rikschaunternehmen zusammen. Für mich gab das ziemlich viel Arbeit. Ich kümmerte mich um die Bedruckung und Dekoration der Rikschas für Zug und Zürich, organisierte die Fahrer und versuchte alles irgendwie unter Kontrolle zu haben. Am Event-Tag fuhr ich mit einem Miettransporter schon vor 06:00 Uhr nach Zürich um die zwei Rikschas für Zug einzuladen. dann holte ich den zweiten Fahrer ab und wir machten uns auf den Weg nach Zug. Dort standen 9 Stunden Präsenz auf dem Programm. Wir fuhren Rikscha und verteilten Flyer an die Bevölkerung. Abends dann alles wieder zurück und bis ich dann zuhause war, war es kurz nach 21 Uhr... Anstrengend... doch immerhin gut bezahlt.

Fitnesstest

Vor dem heutigen Tag hatte ich ziemlich Respekt. Zuerst war ich für eine 90 Minuten Tour in Zürich gebucht und danach für eine Hochzeitsfahrt in Winterthur.

Über den Winter habe ich ein paar Kilos zugelegt und bin diese bisher nicht mehr losgeworden. Zudem merke ich, dass ich nicht jünger werde und auch mehr Regeneration brauche als früher. Ich wusste ja aus früheren Jahren, dass eine Fahrt nach Winterthur und zurück mit der 95kg schweren Rikscha ziemlich viele Körner braucht. Davor noch eine Rundfahrt... ja, das ist heftig.

Und so bin ich nun auch ziemlich fertig. 5:45 Std. Fahrzeit und 72 Kilometer.

Es überwiegt das Positive. Ich kann's noch immer und dank der gesparten Transporter-Miete stimmt auch das Einkommen. Bleibe wohl morgen etwas länger liegen...