nimm's leicht

An einem der vergangenen Tage habe ich eher aus Langeweile denn aus Interesse in der rechten Seitenleiste auf die Kategorie "Philosophie" geklickt und mir einige ältere Beiträge durchgelesen. Interessant... Manchmal sieht man klarer als meistens. ;-)

Rückblickend stelle ich einfach fest, dass ich heute leichter lebe als früher. Wenn man das so sagen kann. Ich sorge mich weniger weil ich einsah, dass dies nur Sorgen macht. :-)

Ich habe nicht gefunden sondern erkannt, dass Suchen ein sinnloses Spiel ist (welches man nicht unbedingt zu spielen braucht). Wenn Friede/Harmonie/Glückseeligkeit ewig, allumfassend, überall und zu jeder Zeit verfügbar ist, wo und nach was soll man denn noch suchen? Man ist ja schon da...

Nicht-Identifikation ist zu einem Schlüsselbegriff geworden. Es gibt nicht mein Gesehenes, mein Gehörtes, mein Gefühltes, mein Gedachtes, mein Erlebtes. Das ist alles nur eine Geschichte, die sich mein Geist zusammenzimmert (und an diesen Körper heftet). In Wahrheit gibt es nur Aktivität, ganz ohne Anstrengung: sehen, hören, riechen, fühlen, tasten, erleben. Das alles geschieht ganz automatisch, ohne dass irgendein Ich etwas dafür tun müsste. Erst ein Ich fängt an zu interpretieren, zu bewerten und Prioriäten zu setzen. Ohne Ich ist alles viel entspannter, denn es ist einfach... wie es ist... ;-)

Frühlingstag

Heute Morgen hatte ich mit der Rikscha eine Hochzeitsfahrt. Diese endete nur etwa 200 Meter von unserer Garage entfernt. Für den Rest des Tages hatte ich keine Buchungen mehr. Das Wetter war toll und es wurden bis zu 19° Grad prognostiziert. Es wird also bestimmt viele Leute im Stadtzentrum geben und so sollten ein paar Taxifahrten und somit ein paar Franken Umsatz drinliegen.

Mir stand der Sinn jedoch nicht nach Rikscha sondern nach Mountainbike, nicht nach Arbeit sondern nach Vergnügen. Deshalb stellte ich gleich nach der Hochzeitsfahrt die Rikscha wieder in die Garage und fuhr mit dem Motorrad nachhause.

Ich nahm den Schlauch aus dem Hinterrad des TREK 1120, setzte ein Tubeless-Ventil ein, kippte 150ml Dichtflüssigkeit in den Reifen und pumpte ihn auf. Wieder war ich erstaunt, wie leicht die Tubeless-Konvertierung funktioniert. Dann wechselte ich noch die Kette. Nach 1'800 Kilometern war die erste Kette schon etwas gelängt und weil ich weder die Kassette noch das Kettenblatt unnötig verschleissen wollte, montierte ich eine neue Kette. Kostet ja nur 20 Franken und wenn dadurch die anderen Teile länger halten, ist das gut eingesetztes Geld.

Dann war klar, dass ich eine Runde mit dem TREK 1120 drehen wollte. Mittlerweile war es angenehm warm und ich entschloss mich deshalb kurze Bikeshorts anzuziehen. Zur Sicherheit packte ich die Knielinge in den Rucksack. Oben war ich nicht so mutig. Über ein Windstopper-Unterleibchen zog ich ein Langarmshirt an (so muss ich mir auch keine Sonnencreme auf die Arme schmieren). Dann gings los.

Ich fuhr eine bestens bekannte Runde. Irchelturm, Irchel-Hochwacht, Tössegg, Rhinsberg, Eschenmosen. Die Bedingungen waren perfekt. Trockener und griffiger Waldboden, angenehm warm, nahezu kein Wind und Sonnenschein pur. Während den Anstiegen merkte ich, dass ich anscheinend recht gut in Form bin. Es fiel mir leichter als auch schon und so konnte ich die ganze Runde gut geniessen. Im Wald beginnt der Bärlauch zu blühen und die ersten Bäume schlagen aus. Noch ist es noch vorwiegend braun und noch nicht grün. In den nächsten Wochen wird sich das Bild aber rasch ändern und junges grün wird sich Platz schaffen. Schön.

Zufrieden kehrte ich nachhause zurück. Ich hatte nicht den Anflug eines schlechten Gewissens (weil ich eben das Vergnügen der Arbeit vorzog). Das Telefon hat nicht ein einziges Mal geklingelt. Scheinbar wurde ich (mit der Rikscha) nicht vermisst. Auch gut. Das GPS sagt: 40km, 2:42 Std., 820Hm

neuer Reifen, 29x3,0"

Heute konnte ich meinen neuen Hinterreifen beim freundlichen Bikehändler abholen. Ich war ganz überrascht, als mir der Reifen als kostenloser Ersatz für den defekten Reifen angeboten wurde. Super! Damit habe ich echt nicht gerechnet und wie man vielleicht am Preisschild erkennen kann, habe ich somit Fr. 85.00 gespart. Tja, manchmal lohnt es sich eben doch, den lokalen Handel zu unterstützen...

Der Original-Reifen hiess ja Chupacabra und dessen Nachfolgemodell heisst nun XR2. Das Profil ist gleich geblieben. Die Änderung die mir auffiel ist, dass der neue Reifen nun mit einer 120TPI-Karkasse gebaut ist, während der Chupacabra noch mit 60TPI aufgebaut war. TPI heisst Threads Per Inch und beschreibt, wieviele Aramidfäden pro inch (2,54cm) in den Reifenaufbau verwoben wurden. Je dichter dieses Gewebe, desto stabiler der Reifenaufbau und desto geringer die Gefahr eines Durchstichs. Der Originalreifen ist ja direkt an der Felgenflanke eingerissen und ich kann mir schon vorstellen, dass ein dichteres Gewebe auch an der Stelle stabiler ist. Man wird sehen.

Als ich nach der Arbeit nachhause gekommen bin wollte ich den Reifen natürlich gleich montieren. Zuerst legte ich ihn aber auf die Küchenwaage um zu überprüfen, ob der Pneu wirklich nur 850 Gramm schwer ist. Meist schummeln die Hersteller bei Gewichtsangaben und die Reifen wiegen effektiv dann mehr. Das war hier aber nicht der Fall. Die Küchenwaage zeigte 848 Gramm. Passt also. Ich montierte den Reifen vorerst einmal mit Schlauch. Am Sonntag werde ich dann wohl wieder auf Schlauchlos umrüsten. Bis dann kann sich der aufgepumpte Reifen an die Felge anpassen.

Bike putzen

Am letzten Sonntag stellte ich das TREK 1120 direkt nach der Ankunft aus Italien in den Schuppen und rührte es seither nicht mehr an. Nach den über 800 Kilometern in Italien konnte es durchaus etwas Zuwendung vertragen. Zuerst also ein Schaumbad um den Dreck runterzukriegen. Dann mit "Bike-Shine" und Lappen alles sauber machen. Den Antrieb reinigen und die Sattelstütze wieder auf die korrekte Höhe einstellen. Die Gepäckträger wurden wieder demontiert und zusammen mit den Packsack-Geschirren geputzt und eingelagert. Soweit alles wieder in Schuss.

Alles? Nein. Da ist ja noch das Problem mit dem defekten/reparierten Hinterradreifen. Im Laufe der letzten Woche telefonierte ich mit dem freundlichen Bikehändler und schilderte ihm einerseits das Problem und andererseits meine Ansicht, dass es sich dabei um einen Reifen-Produktionsfehler handelt. Ein neuer Reifen kostet fast einhundert Franken und bei der geringen Laufleistung bin ich schon der Meinung, dass sich die Herstellerfirma dabei kulant zeigen sollte. Ich erwarte ja nicht, dass ich einen neuen Reifen gleich umsonst erhalte, doch ein Preisnachlass sollte schon drin sein. Der Händler sagte, dass er einen neuen Reifen bestelle und ich dann den Defekten gegen den Neuen tauschen könne. Er werde dann mit dem Hersteller schauen, wie deren Position ist. Also machte ich mit dem frisch geputzten Bike nur eine kurze Testrunde vor dem Haus und baute dann das Hinterrad aus und nahm den Reifen ab.

Da nun die Rikschasaison anläuft werde ich das Bike nicht unbedingt brauchen und kann den neuen Reifen abwarten. Sollte ich doch Lust und Zeit für eine Bikerunde finden, dann steht das SANTA CRUZ ja wieder bereit. ;-)

Rikscha 2019

Der Start in die neue Saison war schwierig. Am Montag fiel noch Schnee. Am Dienstag war das Wetter dann besser und ich war auch mit der Rikscha in der Stadt. Nur, Dienstag im Frühling = wenig Menschen im Stadtzentrum, also wenig Chancen auf Kunden. Abends traf ich dann zwei junge Journalisten, die für ein Online-Magazin verschiedene Berichte über Stadtrundgänge und -führungen schreiben. Sie wollten eine "little nightlife tour" machen. Natürlich kostenlos. Meine Bezahlung soll die dadurch entstehende Online-Werbung sein.

Mittwoch und Donnerstag dann wieder Weltuntergangswetter und Büro. Am Freitag buchte mich eine über 80jährige Frau für eine Stadtrundfahrt mit Ihrer Schwester. Ich fuhr im strömenden Regen mit dem Motorrad in die Stadt, zog Velo-Regenkleider an, rollte die Regenverdecke runter und machte mich auf den Weg zum Treffpunkt. Da wartete ich einen Moment auf die zwei betagten Frauen. Die wollten nun plötzlich nicht mehr fahren. Nein, zu viel Regen, gerade eine Erkältung auskuriert, blah, blah. Ich soll Ihnen nicht böse sein, doch Sie kämen dann lieber ein anderes Mal, bei schönerem Wetter. Bevor ich etwas wie "gebucht heisst auch bezahlen" sagen konnte, waren sie um die Ecke verschwunden. Ich wurde wortwörtlich im Regen stehen gelassen. Enkeltrickbetrug mal anders herum... Natürlich war ich angesäuert, doch es hilft ja nichts. Also wieder mit dem Motorrad durch den Regen nach Hause. Ausser Spesen nichts gewesen.

Heute Samstag war dann alles anders. Um 11 Uhr eine stündige Stadtrundfahrt, dann um 13 Uhr eine Hochzeitsfahrt und um 19:30 Uhr nocheinmal eine stündige Rundfahrt. Dazwischen vier oder fünf Taxifahrten. Und das alles bei herrlichem Frühlingswetter, bei etwa 17° Grad. Dazu eine fantastische Sicht in die Berge und Menschen ohne Ende. Ja, so muss es sein! So macht die Arbeit als Rikschafahrer Spass.

Natürlich ging es auch heute nicht ohne psychologischen Dämpfer. Nach der Hochzeitsfahrt war ich mit Arjun Kaffee trinken und wir besprachen dabei seine Zukunft hier in Zürich und als Geschäftspartner von Bike Butler GmbH. Letztes Jahr war seine Beteiligung ja schon unterirdisch und deshalb wollte ich von ihm zu Anfang dieser Saison ein klares Satement, wie er seine Zukunft sieht. Und dieses Statement hat er mir heute abgegeben. Seine Zukunft sieht er nicht mehr in der Schweiz sondern in Neuseeland. Er will möglichst schon im April dahin und deshalb so rasch wie möglich das Kapitel Bike Butler abschliessen. O.K..... das ist eine klare Ansage...

Natürlich bin ich ob dieser Entwicklung enttäuscht. Auch wenn es absehbar war. Ein paar Träume sind geplatzt und das stimmt mich traurig. Ich muss das jetzt erst mal ein paar Tage sich setzen lassen und mir dann überlegen, wie ich weitermachen will. Soll ich die GmbH gleich auflösen und als Einzelfirma weitermachen oder soll ich die GmbH bestehen lassen und nach Möglichkeit einen neuen Geschäftspartner suchen? Oder soll ich gleich alles hinschmeissen, diese Saison noch beenden und mir für die Zukunft einen ordentlichen Job suchen? Da wird nun sehr vieles in Frage gestellt.

Regentag

Heute regnete es den ganzen Tag und deshalb bin ich zuhause geblieben. Es war eh an der Zeit, dass ich die BikeButler-Homepage mal wieder etwas auf Vordermann bringe. Ich habe das in den letzten Monaten immer vor mir hergeschoben und mittlerweile hatte ich einfach keine Ausrede mehr.

Für die Events und Werbefahrten des letzten Jahres musste ich die jeweiligen Bilder zusammensuchen und entsprechend formatieren. Dabei bin ich dann üder das obige Foto gestolpert. Es zeigt den Kniebereich meiner Bontrager-Winterhose. Dieses Foto ist schon über ein Jahr alt und ich habe es schon damals mit dem Hintergedanken gemacht, dass die beiden b's eben für beats blog stehen könnten. Damit es nicht wieder für Jahre in der Versenkung verschwindet, habe ich die damalige Idee nun kurz umgesetzt. Eine kleine Spielerei... ;-)

was soll das?

Eigentlich sollte heute meine Rikschasaison 2019 starten. Doch schon der gestrige Wetterbericht liess nichts Gutes vermuten und so war ich nicht allzusehr verwundert, als es heute Morgen mal kräftig schneite. Trotzdem: So habe ich mir das nicht vorgestellt!

Schlimm war es jedoch nicht, denn so hatte ich Zeit, um mich administrativ auf Vordermann zu bringen. Es galt die noch ausstehenden Anfragen der letzten zwei Wochen zu bearbeiten, Zahlungen zu machen und auch die Daten, die sich während der Italienreise anhäuften auf unserem Netzwerkspeicher am richtigen Ort zu verstauen. Nun bin ich also parat. Morgen gibt es dann auch keine Ausreden mehr, denn eine erste Buchung steht auf dem Programm.

Tag 16 - Heimreise

Kurz vor acht Uhr morgens startete der Regionalzug von Genua und nach knapp zwei Stunden trafen wir in Mailand ein. Wir hatten eineinhalb Stunden Zeit, bis der Intercity nach Zürich losfährt und so konnte mich Peter überreden, dass wir noch eine kurze Sightseeingrunde durch Mailand fahren. Den Dom und die Mailänder Scala wollten wir schon noch sehen.

Der Zug ab Mailand war propevoll und wir mussten zuerst Gepäck aus dem Weg räumen, damit wir unsere Bikes an die reservierten Haken aufhängen konnten. Da unsere Velos ziemlich gross sind, ragten die Lenker in den Durchgang und die Passagiere mussten sich daran vorbeizwängen, was natürlich den einen oder anderen Kommentar auslöste. Uns liess das kalt. Wir haben bezahlt (auch für die Bikes) und reservierte Sitzplätze. Alles gut.

Auf der Fahrt nach Zürich verputzten wir den Kuchen aus Genua, den wir gestern Abend noch in einer Pasticceria gekauft haben. Ein letztes Stück Italien...

Ich war ganz überrascht, als Karin am Hauptbahnhof Zürich auf mich wartete. Sehr lieb! Wir verabschiedeten uns von Peter, der die letzten Kilometer bis zu seinem Wohnort mit dem Bike zurücklegte. Wir fuhren mit dem Auto nach Hause, das Bike stellte ich in den Fahrradschuppen und die Klamotten der letzten zwei Wochen wanderten sogleich in die Waschmaschine. Dann etwas käfele und Geschichten erzählen.

Ich bin also wieder zuhause. Gesund und voller Eindrücke. In den nächsten Tagen werde ich wohl noch ein Fazit zu dieser Reise schreiben. Für heute ist es genug................

Tag 15 - Sightseeing

Durch den Umstand, dass wir unsere Tour um einen Tag verkürzt haben, kamen wir in den Genuss von Ausschlafen und Sightseeing. Nach dem gemütlichen Frühstück im B&B machten wir uns erstmal auf den Weg zum Bahnhof um unsere Zugtickets für den Regionalzug nach Mailand zu kaufen. Danach besuchten wir das Acquario di Genova, welches wirklich sehr eindrücklich war (und wovon ich die besten paar Bilder auch noch ins Fotoalbum gepackt habe). Wären da nicht tausende von anderen Besuchern, und somit ein grosses Gedränge, gewesen, so könnte ich das absolut empfehlen.

Danach hiess es erst mal runterfahren und dafür eignet sich bekanntlich Capucchino und Gebäck am besten ;-) . Weil wir beide zuvor Genua noch nicht gesehen haben, machten wir uns auf breiten Touri-Pfaden auf den Weg um zumindest die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit eigenen Augen gesehen zu haben. Die Altstadt ist recht gross und man sieht sehr viele schöne und klassische Gebäude. Diese Anstregungen belohnten wir dann mit einem Gelati :-)

Peter hatte noch Lust auf Shopping und weil dies so gar nicht mein Fall ist, ging ich zurück zum B&B, setzte mich mit dem Netbook auf die Dachterasse, genehmigte mir eine feine Tasse Milchkaffee und schrieb die noch ausstehenden Blogbeiträge der letzten Tage.

Zum Abschluss dieser Reise genehmigten wir uns das teuerste Essen der letzten zwei Wochen in einem schicken Restaurant. Die Qualität des Essens war ausgezeichnet und so tat das Bezahlen auch nicht wirklich weh. Dann noch etwas dem Hafen entlang und durch die Altstadt zurück zum Appartement schlendern. Ja, Genua hat durchaus Charme, da könnte man auch mal ein ganzes Wochenende verbringen.

Morgen müssen wir früh aufstehen und werden den Tag dann hauptsächlich in Zügen verbringen, so dass wir gegen Abend wieder in heimischen Gefilden ankommen. Heute hatten auch die Bikes einen Ruhetag und deshalb gibt es auch keinen Track zu sehen. Die neusten Fotos habe ich ins Fotoalbum hochgeladen.

Tag 14 - nach Genua

Wie immer sind wir um acht Uhr aufgestanden, haben gefrühstückt und dann zusammengepackt. Meine langen Bikehosen waren nach der gestrigen Wäsche noch nicht ganz trocken. Ich wollte sie jedoch nicht feucht in einen wasserdichten Packsack verstauen und deshalb entschied ich mich, sie am Körper zu trocknen. Sie anzuziehen war etwas... na ja... doch fünf Minuten später war das auch schon wieder vergessen. ;-)

Die ersten 30 Kilometer folgten wir der Ciclo Via Francigena - Variante Moncenisio. Die Strecke führte sehr schön entlang der Flusses Torrente Lavagna und stieg nur leicht an. Ideal um die langsam verhärtete Muskulatur etwas zu locker und für den kommenden Aufstieg auf den Monte Sant' Alberto aufzuwärmen. Ich war froh, dass dies der letzte Berg dieser Frühlingsreise sein wird. Kurz nach Gattorna zweigt die Via Francigena ab, wir blieben jedoch auf der Hauptstrasse bis nach Ferriere, wo wir auf die alte Passstrasse abbogen. Es folgten 450 Höhenmeter auf etwa 7 Kilometer auf einer gemütlichen Asphaltnebenstrasse, nahezu verkehrsfrei. Ich genoss immer wieder die tolle Aussicht und so langsam überkam mich doch etwas ein wehmütiges Gefühl, weil diese Reise nun schon bald zu Ende sein wird. Durchatmen - Wahrnehmen - Geniessen...

Auf der letzten Abfahrt wollten wir nichts mehr riskieren und wählten deshalb lieber Strassen als Wanderwege. Eingangs Genua nahm der Verkehr und die Hektik dann stetig zu und der Spass nahm rapide ab. Die Strassen sind holperig und schlecht, die Autofahrer lassen einem kaum Platz und hupen schnell und zwischendurch zischen immer wieder Roller-Fahrer an einem vorbei. Da muss man echt auf der Hut sein und gut aufpassen. Ruhig und konzentriert bleiben, ist da die beste Strategie. Wir steuerten zielsicher (oder vom Navi geführt) die Altstadt an und suchten nach einer Gelateria und einem Kaffee. Gefunden - Super! Die Frau Gelateria spricht sogar Deutsch (Mutter aus der Schweiz) und Peter fand da das beste dunkle Schokoladeneis der ganzen Reise. Also: ein Volltreffer!

Danach fuhren wir runter zum Hafen und machten noch etwas Bike-Sightseeing. Dazu mussten wir natürlich auch noch ein Ziel-Foto schiessen (siehe oben). Dann war es langsam an der Zeit um unser Bed and Breakfast zu suchen. Nachdem wir in Siena und Lucca sehr gute Erfahrungen mit zentral gelegenen B&B's machten, haben wir uns für die kommenden zwei Nächte wieder eine Unterkunft mitten in der Altstadt und Fussgängerzone ausgesucht. Auch das ist wieder Speziell. Es liegt im 4. Stock, das heisst, wir mussten zuerst unsere bepackten Bikes vier Etagen hochtragen, damit wir sie sicher im Eingangsbereich abstellen konnten. Von da geht es über eine kleine Treppe noch einmal eine Etage hoch, wo drei Gästezimmer, ein Gemeinschaftsbad und eine Gemeinschaftsküche zu finden sind. Da wir aktuell die einzigen Gäste sind, steht alles zu unserer Verfügung. Der besondere Hit dieser Unterkunft ist jedoch der kleine Dachgarten. Um den zu erreichen, muss man von der Küche aus durch ein Fenster auf's Dach steigen und noch ein paar Stufen hochgehen. Super-herzig!

Maurizio (der Vermieter) hat uns alles gezeigt, uns einen Stadtplan abgegeben und noch ein paar Restauranttips, wo man gut, günstig und lokal essen kann. Natürlich werden wir das entsprechend ausprobieren.

Die Fotos des Tages sind im Fotoalbum und nun folgt der letzte GPS-Track dieser Frühlings-Bike-Tour: