Inneres Feuer

Gestern Morgen starb der weltbekannte Physiker Stephen Hawking. Genau. Der körperlich schwer behinderte Mann im Rollstuhl, mit den Erkenntnissen über schwarze Löcher und die Entstehung des Universums. Spät nachts zeigte das Schweizer Fernsehen deshalb einen Spiel-/Dokumentarfilm über ihn, sein Leben und Schaffen. Es war schon sehr spät und deshalb habe ich den Film nur bis etwa in die Mitte verfolgt und ging danach zu Bett. Beeindruckt war ich dennoch…

«Positiv beeindruckt» ist man ja eigentlich immer, wenn man Gesehenes, Gehörtes, Gelesenes, Erlebtes in Bezug zu einem selbst setzt. Man erkennt an Anderen Fähigkeiten, die man selbst auch gerne hätte aber eben nicht hat.

Alle «grossen» Persönlichkeiten verfügen über ein inneres Feuer für irgendein bestimmtes Thema. Das treibt sie an um immer mehr dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln. Bis sie an den Rand des bisher Bekannten vorstossen und dann dank ihres inneren Feuers auch darüber hinausgelangen. So entdecken oder schaffen Sie Neues. Faszinierend!

Tja… und dann sitze ich da vor dem Fernseher und stelle enttäuscht fest, dass dieses «innere Feuer» nie in mir gebrannt hat. Ich war nie wirklich neugierig und wollte nie irgendwo «der Beste» sein. Und nicht nur das. Schon als Kind misstraute ich Bildung. Ich hatte nie das Gefühl, dass mich Schulbildung weiterbringen würde und meinen Horizont erweitern kann. Viel eher dachte ich, dass mich Bildung gleichschalten, festlegen und einengen will um Dinge in einer ganz bestimmten Weise zu sehen. Ich war wohl auch deshalb immer ein schlechter Schüler. Nicht dumm, aber faul und an sehr wenig interessiert. Ich hatte nie ein konkretes Ziel welches ich erreichen wollte und dafür gewillt gewesen wäre, zu brennen. Eigentlich schade…

Man kann das nun noch etwas schönreden und sagen, dass man halt vielseitig und nicht einseitig interessiert war. Dass man viele Facetten des Lebens spannend fand und sich deshalb nicht festlegen wollte. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Richtig ist aber zweifellos, dass man nur dann in einem Fach wirklich Grossartiges erreichen kann, wenn man sich darauf konzentriert und nicht auf vielen verschiedenen Hochzeiten (mittelmässig) tanzt.

Geld...

Am Schluss geht es immer nur ums Geld... ganz egal, wie viel man davon hat.

Geld ist DER zentrale Wert unserer Gesellschaft und der EINZIGE gemeinsame Nenner, den jeder Trottel versteht und der für ALLE gilt (Frau/Mann, jung/alt, weiss/schwarz, etc.). Die Geldmenge wird durch simple und eindeutige Zahlen dargestellt. Da gibt es nichts Schwammiges. Man kann sehr wohl zu wenig Geld haben, doch man hat nie zu viel, denn für Geld gilt: Genug ist nie genug! Geld ist der Steigbügel zu Anerkennung und Macht.

Wir werden schon als Geld-Sklaven geboren. Selbst wenn ich als Selbsternährer auf einer gratis geliehenen Alp leben würde, so schulde ich dem Staat (und der Krankenkasse) Geld. Keinen Zehnten meiner Ernte, kein Gemüse, kein Brennholz, keine Kunst, keine Philosophie, sondern Geld. Wir müssen uns immer verkaufen um unsere Freiheit zu erkaufen (was für ein Irrsinn). Ergo: rennen wir alle dem Geld hinterher. Ein einziger Tanz um das goldene Kalb.

So ist das nun mal. Da gibt es kein Entrinnen! Das eigentlich Perverse an der heutigen Zeit ist, dass es nicht mehr wirklich interessiert, wie jemand zu Geld kommt oder gekommen ist. Ausser offensichtlicher Diebstahl oder Raub ist eigentlich alles erlaubt. Andere übers Ohr hauen, Ausnutzen, Lügen und Betrügen ist ganz normal und spätestens nach dem globalen Justizversagen nach der Finanzkrise 2008 anscheinend auch gesetzlich legitimiert. Es gibt wohl keinen Milliardär auf dieser Welt, der seinen Reichtum ohne Ausbeutung von Natur ohne Menschen erwirtschaftet hat...

Frau Merkel würde sagen: "Es ist alternativlos..."

Traurig ist, dass wir trotz x-tausend Jahren Marktwirtschaft wirklich keine Alternative finden können...

Frühlingsdepression

Es ist jedes Jahr das Gleiche! Über den Winter schliesse ich das alte Jahr ab und bereite mich auf die neue Rikscha-Saison vor. Anfang März starte ich dann ausgeruht und gut motiviert. Das Wetter ist durchzogen und kühl... und das Interesse an Rikschfahrten nahe Null. Gestern habe ich in fünf Stunden 30 Franken verdient... ich könnte kotzen!

Es ist ja nun mal nicht so, dass ich das nur aus reinem Spass an der Sache mache. Ich betrachte das als Arbeit, als Dienstleistung, die mindestens soviel Geld abwerfen sollte, damit ich davon meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Wenn Geld wirklich keine Rolle spielen würde, würde ich wohl weniger Zeit dafür aufbringen. Es zeigt sich aber immer wieder, dass sich mit einem mehr an investierter Zeit nicht automatisch ein mehr an Geld/Einkommen erzielen lässt.

Ich muss da nun mal selbstkritisch sein. Ich unternehme zu wenig um das Geschäft anzukurbeln. Ich verhalte mich zurückhaltend/distanziert und hoffe einfach darauf, dass es schon irgendwie klappen wird. Ich bin zu passiv, zu introvertiert. Ich erwarte, dass die Menschen von sich aus Rikscha fahren wollen, ohne dass ich sie dazu überreden muss. Doch mit dieser Einstellung lässt sich nichts erreichen. Es dümpelt einfach so vor sich hin...

Diese Erkenntnisse sind ja alle nicht neu. Ich erlebe nun meinen siebten Rikscha-Frühlung und die siebte Frühlingsdepression. Trotzdem habe ich in all den Jahren nichts an meiner Strategie geändert. Will ich nicht, kann ich nicht, oder woran liegt es? Es lassen sich natürlich externe Faktoren und Gründe finden. Die findet man immer. Aber das grundlegende Problem liegt wohl schon in meiner Persönlichkeitsstruktur und der scheinbaren Unfähigkeit um über meinen Schatten zu springen und mich zu ändern.

Das zeigt sich auch sehr deutlich, wenn ich in diesem Blog zurückblättere und stöbere. Da lese ich immer wieder von loslassen, von fliessen lassen und von der Akzeptanz dessen, was ist. Sehr wenig "ich will" oder "ich mache", geschweige denn von "Plänen" oder "Zielen"... als sei ich ein passiver Zuschauer und nicht ein aktiv Handelnder... tja, da kann einem schon eine Frühligsdepression überkommen...

ernüchternd

Irgendwie hofft man ja, dass die Menschheit dauernd schlauer wird. Dass wir nicht die Fehler unser Eltern wiederholen und unsere Kinder (falls man denn welche hat) nicht die Unserigen. Hofft man...

Im Laufe des heutigen Nachmittags hatte ich ziemlich kalte Füsse und deshalb besuchte ich ein Restaurant um mich bei einem Kaffee etwas aufzuwärmen. Am Nebentisch sassen zwei Jugendliche. Ich wollte die zwei nicht belauschen, doch die junge Frau sprach so laut, dass ich halt gar nicht anders konnte. Zuerst sprachen sie über die kommende Maturaprüfung (die zwei sind also intelligent und knapp 20 Jahre alt). Sie sprach ihm ins Gewissen, dass er mit dem Lernen frühzeitig beginnen soll und mit Party und Drogen sich zumindest bis nach den Prüfungen etwas zurücknimmt. Wohl kein schlechter Rat. Danach wechselte das Thema zu ein paar Mitschülern und dann sprachen sie über Politik...

Vielleicht muss ich noch vorausschicken, dass sie perfekt Hochdeutsch sprach. Dem Gespräch entnahm ich, dass sie in Tschechien geboren wurde, ihre Kindheit wohl in Deutschland verbrachte und nun eben hier in Zürich vor der Matura steht. Er hat einen amerikanischen Vater, schien aber von hier zu sein, mit eindeutigem Zürcher Dialekt.

Zum Glück kann ich mich nicht an den genauen Wortlaut erinnern, doch die Kernaussagen waren in etwa diese:

Die Menschen sind so dumm und lassen sich so leicht manipulieren. Alle Mainstreammedien sind von links manipuliert, da wird einem nur Wohlfühlmist erzählt. Nur schlecht informierte Menschen haben bei No-Billag Nein gestimmt, weil sie zu doof sind die richtigen Quellen zu suchen. Die wollen nur dumm bleiben und deshalb wünschen sie sich Staatsmedien die ihnen sagen, was sie zu denken haben. Unfassbar und ein Armutszeugnis, dass sich all die Dummen durchsetzen konnten. Kennst Du übrigens den YouTube-Channel von xxx?. Der sagt mal richtig und ungefiltert, wo es langgeht. Warte ich schicke Dir den Link. Und übrigens: Es ist ja klar, dass Donald Trump gewählt wurde. Er war der Einzige, der auf die Misstände des Establishments aufmerksam machte und echte Lösungen für den kleinen Mann anbot. CNN und andere US-Medien haben ihn immer verdreht dargestellt und verunglimpft, nur weil er ohne stattliche Förderung erfolgreich wurde und auch nicht auf deren Meinung angewiesen ist. Die amerikanischen Waffengesetze haben nichts mit den Schulmassakern zu tun, denn Waffen sind einfach geil. Es sollte sowieso jeder ein Knarre haben. In Amerika gibt es einfach mehr Unfälle mit Waffen, deshalb mehr Tote durch Schusswaffen. Schweden und Norwegen sind sozialistische Höllen, die nur die gesetzliche Unterdrückung des freien Willens und die Gleichmacherei anstreben. Angela Merkel treibt die Islamisierung Deutschlands voran und wird voraussichtlich 2040 ihr Ziel erreichen. Dann werden nämlich die Muslimen in der Mehrheit in Deutschland sein. Das ist einfach ein Skandal und Verrat am eigenen Volk. Rechtsradikalität hat rein gar nichts mit Nazis zu tun, sondern strebt grösstmögliche persönliche Freiheit mit möglichst geringer staatlicher Kontrolle an. (Sie:) Ich überlege mir echt, ob ich nach der Matura zurück nach Deutschland gehen soll um Politikwissenschaft zu studieren. Danach in der Politik Karriere machen und die Sache mal aufmischen... usw... usw...

oh my god...

Zeitweise dachte ich, ich sei bei "Verstehen Sie Spass" oder dass ich etwas falsch verstanden habe. Doch sie sprach so laut und so deutlich, dass dabei nichts falsch zu verstehen war... Sie redete weit mehr wie er. Doch er widersprach nicht. Im Gegenteil. Er freue sich schon, wenn er nach der Maturaprüfung wieder nach Texas reisen werde. Als erstes werde er dann auf einer Shooting-Ranch wieder einmal so richtig rumballern. Denn er habe von einer neuen Waffe gelesen, die grössere Kaliber als Magnum verschiessen könne.... das müsse er unbedingt austesten...

Beim letzten Schluck aus meiner Kaffeetasse überlegte ich mir, ob ich die zwei ansprechen soll um ihnen mal richtig meine Meinung zu sagen. Doch ehrlich gesagt wusste ich gar nicht wo ich anfangen und wo ich aufhören sollte. Es war ein viel zu breites Spektrum und mein Gedankengut stand praktisch allem diametral gegenüber. Eine kurze Ansage hätte nichts gebracht. Man hatte schon eingehender über einzelne Punkte diskutieren sollen. Doch dafür hatte ich keine Lust und die zwei wohl auch nicht. So prallten halt einfach zwei verschiedene Weltanschauungen aufeinander und voneinander ab... Ich ging also ohne ein Wort zu sagen nach draussen. Aber, ich war wirklich beeindruckt und auch enttäuscht.

Ist das die junge Elite, die unsere Zukunft prägen wird??? Nein. Das war nur eine kurze Momentaufnahme von zwei jungen Menschen. Nichts davon darf man überbewerten und schon gar nicht auf die grosse Mehrheit übertragen. Irritiert hat es mich aber schon. Sogar so stark, dass ich darüber noch diesen Beitrag schreibe...

on the road again

Heute startete so quasi die offizielle Rikschasaison 2018. Januar und Februar war ich fünf oder sechs Mal mit der Rikscha unterwegs, doch das zählt irgendwie nicht wirklich. Denn erstens hat Bike Butler "offiziell" geschlossen und zweitens war ich nur für ganz gezielte Buchungen im Einsatz. Das heisst: Ich nahm die Rikscha aus der Garage und führte die gebuchte Hochzeits- oder Rundfahrt durch und fuhr anschliessend wieder direkt in die Garage und nach Hause.

Heute nun fuhr ich kurz nach 11 Uhr aus der Garage obwohl ich keine einzige Buchung hatte. Das heisst ich kreuze die Stadt auf, stelle mich an gut frequentierten Punkten auf und hoffe darauf, spontan Kunden zu finden.

Dies ist nun meine siebte Saison und ich weiss, dass man zum Saisonstart im März nichts erwarten darf. Heute war es zwar ziemlich sonnig und mit knapp 10° Grad auch nicht sehr kalt, doch wirklich motivierend um Rikscha zu fahren ist es halt doch noch nicht. Es geht also vorwiegend darum um Präsenz zu zeigen, damit die Leute wieder registrieren, dass es uns immer noch gibt. Ich war also mental gut eingestellt und nutzte den Tag auch um bekannte Gesichter (Imbissbetreiber, Kioskangestellte, Polizisten, etc.) zu begrüssen, mit Ihnen einen kurzen Schwatz zu halten und sich gegenseitig alles Gute zu wünschen. Das Stadtzentrum ist meine Arbeitsumgebung und ich freute mich richtig, wieder da zu sein. Es ist, wie wenn man nach den Ferien heimkommt.

Es schauten nur zwei, drei kleine Taxifahrten heraus. Zudem traf ich einen langjährigen Stammgast. Es war also (wie erwartet) wirtschaftlich nicht der Bringer und trotzdem fand ich es einen schönen und interessanten Tag. Nun hoffe ich natürlich, dass das Wetter gut mitspielt und dies der Anfang einer erfolgreichen Saison darstellt.

Ich bin ein INFP-A

Wenn es draussen schneit und ich deshalb zu Hause vor dem Computer und nicht in der Stadt auf der Rikscha sitze, dann habe ich schon mal einfach freie Zeit und surfe ziel- und planlos durch die Weiten des Internets. Ich surfe von einer Seite über einen Link auf die Nächste und so weiter. Heute landete ich dann irgendwann auf 16personalities.com. surprise

Einschub: Ich glaube genau so wenig an Persönlichkeitstests wie an Horoskope. Ich will nicht sagen, dies sei alles Humbug, doch ich mag halt generell diese Schubladisierungen nicht. Ob es nun 12 Horoskop-Schubladen oder 16 Persönlichkeits-Schubladen sind, ist mir dabei ziemlich egal. Die Resultate oder Vorhersagen sind eigentlich immer positiv verfasst und so formuliert, dass sich jede und jeder irgendwie darin wiederfindet und deshalb glaubt, dass dies richtig und wahr ist. Und wer auf Facebook registriert ist begegnet ja immer wieder solchen Kurztests über die man nur den Kopf schütteln kann.

Egal. Ich hatte also zu viel Zeit und deshalb konnte ich mir auch die 15 Minuten nehmen, um die geschätzten 60 Multiple-Choice-Fragen zu beantworten. Und nun weiss ich es also. Ich bin ein Mediator, ein INFP-A. In Kurzform bedeutet diese Abkürzung: Ich bin mehr Introvertiert als extrovertiert, mehr iNtuitiv als sensorisch, mehr Fühlen als denken und eher sPontan als entschieden. Zudem neige ich eher zu -Aktion als zu Zurückhaltung.

Nach dem Test kann man sich durch mehrere Erklärungsseiten durchlesen und natürlich wird man dabei gebauchpinselt und die Vorzüge des jeweiligen Typen werden blumig beschrieben. Und klar will uns die Seite zum Schluss auch noch etwas verkaufen. Nach der gelesenen Analyse kann uns ein umfangreiches e-Book für knappe 30 Dollar den Weg aufzeigen, wie wir zu einem ausgefüllten, glücklichen und unserem Typ entsprechenden Leben finden... so schön... laugh

Natürlich gefällt mir auch die auf das eine Wort Mediator reduzierte Typisierung. Wer wäre nicht gerne ein guter Zuhörer, der andere Meinungen respektiert und eine harmonische Lösung für Alle anstrebt? Ist doch toll, oder? Wer weiss, vielleicht sollte ich mich wirklich in diese Richtung vertiefen. Irgendwann mag ich nicht mehr mit der Rikscha Menschen durch die Gegend strampeln. Da käme mir eine ruhige, sinnvolle und harmoniestiftende Tätigkeit doch sehr entgegen. Ein Mediator ist bestimmt auch besser bezahlt als ein Rikschafahrer. Vom höheren gesellschaftlichen Status ganz zu schweigen... smiley

PS: Damit ich mich nicht nur lustig mache. Falls es jemanden interessiert, Wikipedia beschreibt diese Testreihe, welche auf den Psychologen C.G.Jung zurückgehen soll ziemlich detailliert. Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Verlässlichkeit dieser Methode nicht erwiesen werden konnte.

Saisonstart?

Ich war doch ziemlich überrascht als ich nach dem Aufstehen sah, dass es schneite... Hmm... Eigentlich sollte heute meine Rikscha-Saison 2018 starten... Doch bei Schneefall sehe ich das eher nicht so... Buchungen gibt es auch keine... da kann ich gleich zu Hause bleiben.

Immerhin. Der Wetterbericht für die kommenden Tage ist besser und so werde ich wohl spätestens zu Beginn der nächsten wieder mit der Rikscha auf Zürichs Strassen unterwegs sein.

eiskalte Erinnerung

Wegen der aktuellen Kältewelle blieb ich in den letzten Tagen vorwiegend zuhause in der warmen Stube. Als ich jedoch heute Morgen die Sonne sah, wollte ich doch wieder einmal etwas raus an die frische Luft und ein paar Velokilometer zurücklegen.

Über die Wintermonate dachte ich schon ein paar Mal daran, auf die Lägern-Hochwacht zu fahren, doch meist war ich zu faul und konnte mich nicht richtig motivieren. In den MTB-Anfangszeiten waren die Lägern quasi mein Hausberg, doch seit wir vor 15 Jahr umgezogen sind, haben die Besuche auf der Aussichtplattform immer mehr abgenommen. Seit ich Rikscha fahre und eigentlich nur noch in den Wintermonaten freie Zeit finde, bin ich schon froh, wenn ich es einmal pro Jahr schaffe. Ich schaue kurz nach... hier, am 30. Oktober 2016, also vor fast 1 1/2 Jahren, war ich das letzte Mal dort oben. Es war also wirklich wieder einmal an der Zeit.

Ich wusste: Es ist und bleibt kalt. Doch spätestens seit meiner Winterreise 2017 weiss ich auch, wie ich mich dafür zu kleiden habe. Zwei paar Socken an den Füssen, darüber feste Wanderschuhe. Gepolsterte Unterhose, dann eine lange Merino-Unterhose und als Aussenschicht eine winddichte Winterradhose. Oben zuerst ein kurzes Thermo-Shirt, dann ein Merino-Langarmshirt, darüber ein dünner Fleece-Pullover und zum Schluss eine gefütterte Windstopper-Jacke. Ein Buff für Hals und Kinn, sowie ein dickes Stirnband für die Ohren und darüber eine Fleece-Mütze. Und natürlich zwei verschiedene paar Handschuhe (1x dünn für berghoch und 1x dicker für flach und bergrunter). Nach diesem Tenü-Marathon konnte es also loslegen.

Ich brauche etwa eine Stunde Anfahrtsweg. Zum Warmfahren zuerst über einen Hügel mit etwa 150 Höhenmetern und danach vorwiegend flach. Vor allem in der Fläche kamen die Erinnerungen an die Winterradreise wieder deutlich hoch. Es ist kalt, man kurbelt so vor sich hin, die Natur ist im Winterschlaf, der Spass hält sich in Grenzen... Am Fuss der etwa 400 Höhenmeter langen Steigung mache ich einen kurzen Halt. Ich ziehe den Fleece-Pullover unter der Jacke aus und verstaue diesen in der Seitentasche. Dann ziehe ich die dünneren Handschuhe an, setze mich wieder auf und fahre weiter.

Irgendwie werden die Berge mit zunehmendem Alter immer steiler... Mein Fitness-Level ist nicht gerade prickelnd... ich muss runter schalten, auf's kleine Kettenblatt... das konnte ich auch schon besser... dranbleiben... gleichmässig atmen... nicht übertreiben... in der Ruhe liegt die Kraft...

Die gewählte Route zwingt mich die letzten etwa 50 Höhenmeter das Fahrrad durch den Wald hoch zu schieben. Das ist auch im Sommer zu steil um zu fahren, im Winter mit Schnee und Eis dann unmöglich. Es stört mich nicht. Im Gegenteil. Mal eine andere Art der Bewegung und auch eine gute Belastung. Doch am schattigen Nordhang ist es schon sehr kalt... das GPS sagt - 11,2° Grad... Immerhin, das Ziel, die Aussichtsplattform, liegt dann nicht mehr im Schatten. Nur hat sich in der Zwischenzeit eine Art milchiger Hochnebel gebildet und deshalb ist die Aussicht nicht wirklich gut. Hier zeigt das GPS nun -8,5° Grad, doch es weht ein unangenehmer Nordwind. Auch die noch schneebedeckten Bänke laden nicht wirklich zum Verweilen ein. Deshalb mache ich nur ein paar Fotos, schaue ein paar Mal in die Ferne, ziehe mich wieder warm an und schon bald geht es wieder runter.

Es ist ganz klar, dass ich auf dem Nachhausweweg noch eine Kaffeepause einlegen werde und dafür bietet sich der Imbiss am Flughafen-Pistenende bei Oberglatt förmlich an. Das ist ein guter Belohnungsort, denn von da gibt es nur noch einen Hügel und weniger als 10 Kilometer bis nach Hause. Ich geniesse den heissen Milchkaffee und schaue den Flugzeugen bei der Landung zu. Flugzeuge, egal ob beim Start oder bei der Landung sind immer wunderbare Gedankenspender. Wo kommen die jetzt wohl her? War es dort sonnig und heiss? Ferien oder Business? Freuen sie sich wieder zu Hause zu sein oder steigen sie hier nur um? Herrlich, was man sich da alles zusammendichten kann... Bei mir ist es ganz sicher. Ich fahre jetzt nach Hause und stelle mich unter die heisse Dusche. Darauf freue ich mich! Das GPS sagt: 49,9km, 2:59 Std., 830 Hm.

scroll-to-top Button

Ich habe wirklich Freude, wie dieser Blog nun auf Handys/Smartphones angezeigt wird. Klar, einfach, simpel, mit schöner Schrift und wirklich gut lesbar. Fehlt eigentlich nur noch die Möglichkeit, dass man von jeder Seitenposition aus wieder sehr einfach an den Seitenanfang gelangt. Gerade bei viel Text scrollt man ja andauernd nach unten und wenn man zurück will ist es überhaupt nicht benutzerfreundlich, wenn man alles wieder hochscrollen muss. Also muss ein scroll-to-top Button her.

Eigentlich dachte ich, dass dies simpel zu realisieren sei. Serendipity wird wohl ein entsprechendes Plugin dafür anbieten. Doch da habe ich mich geirrt. Nicht nur das. Auch im Forum wurde anscheinend noch nie danach gefragt... Komisch... Also stellte ich mal die Frage, ob das so simpel sei, dass ich es einfach nicht gesehen/gefunden habe. Es folgte die zweite Überraschung. "Nein, das gibt es nicht und das hat bisher auch noch niemand gewünscht." - "ist auch zu simpel für ein eigenes Plugin. Kannst Du Dir einfach mit etwas JavaScript und CSS ins eigene Template einbauen."

So, so... surprise

Habe dann etwas gegoogelt, um Hilfe gebeten, ausprobiert und siehe da: Unten rechts ist dieser Button nun zu sehen. smiley Supi!

frostig kalt

Am kommenden Donnerstag, 1. März, startet die neue Rikscha-Saison. Eigentlich bin ich motiviert, doch wenn ich mir den aktuellen Wetterbericht ansehe bin ich mir nicht so sicher, ob ich wirklich am Donnerstag starten werde. Mal sehen...