beatsociety

Nachdem ich mich in den letzten Jahren eher entpolitisiert und mich vermehrt auf mich selbst und meine direkte Umwelt konzentriert habe, will ich mich zukünftig in der neuen blog-Kategorie beatsociety (wieder) etwas mehr gesellschaftspolitischen Themen zuwenden. Auslöser dafür ist eine Talksendung des hiesigen Lokalfernsehens mit Exponenten von Links und Rechts. Eines der angesprochenen Themen war: "Die Jugend kifft immer früher. Jeder x.te 14-Jährige hat bereits mindestens 1x gekifft. Hat die eidgenössische Drogenpolitik versagt?" Darauf hin begann der bekannte Schlagabtausch von "totales Verbot und verstärken der Repressionspolitik" mit "legalisieren und entkriminalisieren". Hundertmal gehörte Aussagen und Meinungen, welche jedoch am Kern des Themas, an der Frage WARUM völlig vorbei gehen. Ich habe den Fernseher ausgeknipst; das mag ich mir einfach nicht mehr antun...

Meine Meinung dazu: In der heutigen Zeit werden Kinder schon sehr früh auf Leistung, auf besser/schlechter, auf Erfolg und Misserfolg getrimmt. Alles wird eingeteilt in richtig und falsch, nützlich und nutzlos, weiss und schwarz, gut und böse. Es wird jedem eingetrichtert, dass die äussere materielle Welt das einzig Existierende ist. Die/der Heranwachsende spürt jedoch, dass da mehr ist, dass da Emotionen, Gefühle, Ahnungen und Irrationales in ihr/ihm ist und weiss nicht wie damit umgehen. Es werden Ventile gesucht...

Das alles ist Meiner Meinung nach eine Frage der Wertvorstellungen. Die Wertvorstellungen die wir von zuhause aus mitbekommen (ob ausgesprochen oder bloss unterschwellig): "Hast Du was, dann bist Du was und bist Du was, dann hast Du was!" Diese einseitige, alles nicht-materielle ausschliessende Sichtweise leuchtet so überhaupt nicht ein, entspricht aber der heutigen Gesellschaftsform. Wundert es einem da wirklich, dass junge, unverbrauchte Seelen da nicht "mitspielen" wollen? Wenn Wege der "Vereinigung", der "Gleichheit" gesucht werden? Kiffen macht in Gesellschaft nämlich viel mehr Spass als alleine. Man reicht den Joint herum und geniesst es gemeinsam, neue Gefühlsfenster zu öffnen...

Da ich schon seit langem der Meinung bin, dass die "freie Marktwirtschaft mit kapitalistischer Prägung" nicht der Weisheit letzter Schluss ist, möchte ich einen Versuch unternehmen um ein anderes Gesellschaftsmodell zu erarbeiten (zumindest theoretisch). Es müssen "menschlichere" Werte entwickelt werden, welche -modern gesprochen- auch unsere Softskills berücksichtigen. Es sollte z.B. auch über die Abgrenzung zwischen bezahlter und nicht-bezahlter Arbeit (Beispiel Hausfrau und Mutter) nachgedacht werden. Bisher habe ich mich nicht detaillierter mit dem Thema auseinander gesetzt, weil ich immer wieder zur Erkenntnis kam: Ich kann auch kein Wertmodell vorbringen, welches so sinnig und schlüssig ist, dass es von Mehrheiten akzeptiert und gelebt werden könnte.

Es ist nicht so, dass ich nun die grosse Erleuchtung gehabt hätte und eine Lösung gefunden hätte, nein, ich will einfach wieder etwas konzentrierter über Dinge wie diese nachdenken. Animiert hat mich die Annahme, dass ich noch Jahrzehnte vor mir habe, in denen ich dieses blog mit diesem Thema weiterentwickeln kann (hoffentlich). Es muss nicht von jetzt auf sofort irgendwelche Resultate erzielen.

Vielleicht können wir in zehn- fünfzehn Jahren unsere Gedanken und Erkenntnisse mal zusammenfassen oder wir inspirieren Andere damit. Damit wäre schon viel erreicht. Ich möchte alle Leser ganz herzlich einladen um an dieser Reise teilzunehmen. Lasst uns wieder einmal über "eine bessere Welt" philosophieren, etwas träumen und an das Gute im Menschen glauben....

Kommentare

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coffee am :

hallo beat, du sprichst vieles en. es sind die werte. doch kaum mehr werden diese vermittel. konsumdenken, neid und verschobene prioritäten erschweren es heute den ein oder anderen. schubbladendenken und kein gefühl für integration. Ich denke hier wären einige ansatzpunkte.
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