Radreisepanzer

Heute konnte ich mein neues Bike abholen. :-)

Ich nutzte den nebelverhangenen Tag dann auch gleich für eine ausgedehnte Testfahrt auf die Lägern Hochwacht. Das Bike ist echt ein Panzer! Ein Velo-SUV! Die 29x3.0 Zoll grossen Reifen sind monströs. Auf Asphalt rollen sie natürlich nur mässig gut. Das ist ein Riesenunterschied zu den halb so breiten und profillosen Reifen, die ich am KISH-Reiserad fahre. Das habe ich aber auch erwartet und deshalb soll das hier nur eine Feststellung sein.

Sobald der Aphalt endet und der Untergrund schlechter wird, zeigen sich dann deutlich die Vorteile. Die Reifen werden nur mit wenig Luftdruck gefahren und überrollen deshalb kleinere Steine ohne dass man diese bemerkt. Berghoch ist die Traktion genial und selbst über feuchte Wurzeln rutscht der Reifen kaum. Offroad ist das Bike dann wirklich in seinem Element.

Bergrunter bin ich alle Singletrails gefahren, die ich kenne. Das TREK 1120 fährt sich fast wie ein echtes Mountainbike - einfach mit minimalster Federung. Ich schätze mal, dass die Reifen etwa 3cm federn, mehr nicht. Der Alurahmen und die Carbongabel sind bocksteif. Über wurzelige Passagen holpert es also ganz gewaltig. Kein Vergleich zum Komfort des SANTA CRUZ Fullys mit 10cm Federweg hinten und vorne. Aber: Das weiss man ja und so fährt man halt etwas langsamer - das geht auch. ;-)

Wie man sieht, hatte ich heute nur einen Packsack hinten rechts montiert. Im Gelände funktioniert das System perfekt. Der Packsack hält bombenfest, nichts klappert und nichts kommt einem in den Weg (Fersen/Beine). Das ist wirklich überzeugend.

Nach dieser Tour würde ich sagen, dass dies wirklich ein Reiserad ist, welches möglichst abseits von asphaltierten Strassen bewegt werden soll. So habe ich mir das gewünscht und so ist es auch.

Noch ein Wort zu der Ausstattung. Das Bike hat eine absenkbare Sattelstütze, die man vom Lenker aus bedienen kann. Klar hilft das in steilen bergab-Passagen, doch ich finde das eher ein Gimmick. Ich habe genug Zeit um kurz anzuhalten und eine normale Sattestütze abzusenken. Mit einem guten Schnellspanner ist das eine Sache von 15 Sekunden. Aber zugegeben, ich muss dafür anhalten und absteigen. Auf der Gegenseite ist eine normale Sattelstütze aber locker 300 Gramm leichter und vor allem Null-defektanfällig. Schon vom ersten Kilometer weg knackte die verbaute Stütze. Sobald ich aus dem Sattel gehe, ist das Knacken weg. Es liegt also garantiert an der Stütze. Mich nerven solche Geräusche extrem und ich werde dem sicher nachgehen. Ich vermute aber einmal, dass ich längerfristig die absenkbare Stütze gegen eine ganz normale tauschen werde. (Vom Durchmesser her würde die Stütze auch ans SANTA CRUZ Fully passen und würde da auch mehr Sinn machen. Ich könnte also beide Stützen einfach tauschen, ohne etwas Neues zu kaufen).

Unterwegs habe ich den Lenker zweimal leicht gedreht um eine ideale Handposition zu finden. Nicht so einfach. Ich stellte dann fest, dass für mich der Lenker einfach zu tief positioniert ist. Ich habe zuviel Gewicht auf den Händen und somit kriege ich Taubheitsgefühle. Schon auf dem Nachhauseweg dachte ich an den Moonmen-Titanlenker - der wäre ideal! Eigentlich kaufte ich den ja für das KISH, doch da wurde ich nicht glücklich damit. Später baute ich den Lenker ans SANTA CRUZ und fand ihn da echt toll. Da ich das SANTA CRUZ auf lange Sicht verkaufen will, wäre der Lenker also wieder zu haben. Gesagt getan! Kaum zuhause angekommen baute ich den Lenker ans TREK 1120. BINGO! Perfekt! Als hätte dieser Lenker nur auf dieses Bike gewartet! Ich bin dann nochmals eine 30 Minuten Runde gefahren und bin dann mit einem grossen Lächeln im Gesicht wieder heimgekommen. Das passt nun Super.

Ich freue mich schon auf kommende Offroad-Abenteuer und im Hinterkopf habe ich schon eine Idee für eine mehrwöchige Radreise-/Bikepacking-Tour...

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