Bike Day

Wie schon die letzten Jahre ist am Tag des "Urban City Ride" perfektes Frühlingswetter. Ich entschloss mich deshalb mit dem Bike in die Stadt zu fahren und dann auf die Rikscha zu steigen. Mein Auftrag war, dass ich einen Fotografen und einen Filmer (die beiden Herren unten rechts) durch die Stadt fahre, so dass sie immer wieder gute Fotopositionen einnehmen konnten um den Anlass zu dokumentieren.

Diese zwei Stunden sind für mich ziemlich anstrengend, weil die Fotografen die Radfahrer ja von vorne aufnehmen wollen. Das heisst: Ich muss jeweils mit den Passagieren an die Spitze des Umzugs fahren, die springen raus und machen Aufnahmen, dann springen sie wieder in die Rikscha und ich muss uns wieder durch die Massen von Radfahrern pflügen um wieder an die Spitze des Feldes zu kommen. Zwischendurch schwimmen wir auch mit dem Umzug mit, damit die Fotografen Nahaufnahmen von speziellen Leuten oder Fahrrädern machen können. Ich bin also echt gefordert.

Mittags um zwei Uhr stellte ich die Rikscha wieder in die Garage und machte mich mit dem TREK 1120 auf den Heimweg. Eigentlich wollte ich noch eine etwas ausgedehntere Tour machen doch ich stellte schon bald fest, dass meine Batterien ziemlich leer waren. Ich zog also eine eher gemütliche Rückwegvariante vor und genoss noch etwas den schönen Sonntagnachmittag. Als ich zuhause ankam, war ich doch ziemlich müde. Das GPS sagt: 63 km., 4:06 Std., 650 Hm

der Fühling kommt

Das Wetter der letzten Tage war eigentlich recht schön, wenn da nur nicht diese kalte Bise wäre. Das macht es zusätzlich schwer, unter den aktuell wenigen Menschen in der Stadt, Rikscha-Kunden zu finden. Die ziemlich erfolglosen Tage nagten etwas an mir und deshalb fuhr ich heute nicht in die Stadt zum Rikscha fahren, sondern blieb zuhause und am Nachmittag startete ich auf eine Biketour.

Ich fuhr wieder einmal auf die Lägern Hochwacht und genoss da die Sonne. Nur, wegen der Bise war es nicht wirklich warm. Man musste sich schon ein windgeschütztes Plätzchen suchen, damit man von "geniessen" sprechen konnte. Die Biketour war jedoch sehr schön. Der Untergrund ist trocken und sehr gut zu fahren. Überall spriessen erste Frühlingsblumen und die Bäume beginnen erste Knospen zu öffnen. Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten.

In den nächsten Tage soll die Bise abstellen und für das Wochenende ist sogar richtig schönes Wetter, mit bis zu 18° Grad prognostiziert. Das ist sehr gut. Am Samstag habe ich zwei grosse Stadtrundfahrten und am Sonntag werden Arjun und ich wieder am City Ride des Urban Bike Festivals mitfahren. Einer von uns fährt Fotografen und der andere ein Filmteam. Das ist schon das vierte oder fünte Mal, dass wir dafür gebucht sind. Das ist sehr gut und diese Buchungen helfen um den Monat März zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen. Das GPS sagt: 63 km, 3:41 Std., 850 Hm.

Frühlingstag

Heute Morgen hatte ich mit der Rikscha eine Hochzeitsfahrt. Diese endete nur etwa 200 Meter von unserer Garage entfernt. Für den Rest des Tages hatte ich keine Buchungen mehr. Das Wetter war toll und es wurden bis zu 19° Grad prognostiziert. Es wird also bestimmt viele Leute im Stadtzentrum geben und so sollten ein paar Taxifahrten und somit ein paar Franken Umsatz drinliegen.

Mir stand der Sinn jedoch nicht nach Rikscha sondern nach Mountainbike, nicht nach Arbeit sondern nach Vergnügen. Deshalb stellte ich gleich nach der Hochzeitsfahrt die Rikscha wieder in die Garage und fuhr mit dem Motorrad nachhause.

Ich nahm den Schlauch aus dem Hinterrad des TREK 1120, setzte ein Tubeless-Ventil ein, kippte 150ml Dichtflüssigkeit in den Reifen und pumpte ihn auf. Wieder war ich erstaunt, wie leicht die Tubeless-Konvertierung funktioniert. Dann wechselte ich noch die Kette. Nach 1'800 Kilometern war die erste Kette schon etwas gelängt und weil ich weder die Kassette noch das Kettenblatt unnötig verschleissen wollte, montierte ich eine neue Kette. Kostet ja nur 20 Franken und wenn dadurch die anderen Teile länger halten, ist das gut eingesetztes Geld.

Dann war klar, dass ich eine Runde mit dem TREK 1120 drehen wollte. Mittlerweile war es angenehm warm und ich entschloss mich deshalb kurze Bikeshorts anzuziehen. Zur Sicherheit packte ich die Knielinge in den Rucksack. Oben war ich nicht so mutig. Über ein Windstopper-Unterleibchen zog ich ein Langarmshirt an (so muss ich mir auch keine Sonnencreme auf die Arme schmieren). Dann gings los.

Ich fuhr eine bestens bekannte Runde. Irchelturm, Irchel-Hochwacht, Tössegg, Rhinsberg, Eschenmosen. Die Bedingungen waren perfekt. Trockener und griffiger Waldboden, angenehm warm, nahezu kein Wind und Sonnenschein pur. Während den Anstiegen merkte ich, dass ich anscheinend recht gut in Form bin. Es fiel mir leichter als auch schon und so konnte ich die ganze Runde gut geniessen. Im Wald beginnt der Bärlauch zu blühen und die ersten Bäume schlagen aus. Noch ist es noch vorwiegend braun und noch nicht grün. In den nächsten Wochen wird sich das Bild aber rasch ändern und junges grün wird sich Platz schaffen. Schön.

Zufrieden kehrte ich nachhause zurück. Ich hatte nicht den Anflug eines schlechten Gewissens (weil ich eben das Vergnügen der Arbeit vorzog). Das Telefon hat nicht ein einziges Mal geklingelt. Scheinbar wurde ich (mit der Rikscha) nicht vermisst. Auch gut. Das GPS sagt: 40km, 2:42 Std., 820Hm

neuer Reifen, 29x3,0"

Heute konnte ich meinen neuen Hinterreifen beim freundlichen Bikehändler abholen. Ich war ganz überrascht, als mir der Reifen als kostenloser Ersatz für den defekten Reifen angeboten wurde. Super! Damit habe ich echt nicht gerechnet und wie man vielleicht am Preisschild erkennen kann, habe ich somit Fr. 85.00 gespart. Tja, manchmal lohnt es sich eben doch, den lokalen Handel zu unterstützen...

Der Original-Reifen hiess ja Chupacabra und dessen Nachfolgemodell heisst nun XR2. Das Profil ist gleich geblieben. Die Änderung die mir auffiel ist, dass der neue Reifen nun mit einer 120TPI-Karkasse gebaut ist, während der Chupacabra noch mit 60TPI aufgebaut war. TPI heisst Threads Per Inch und beschreibt, wieviele Aramidfäden pro inch (2,54cm) in den Reifenaufbau verwoben wurden. Je dichter dieses Gewebe, desto stabiler der Reifenaufbau und desto geringer die Gefahr eines Durchstichs. Der Originalreifen ist ja direkt an der Felgenflanke eingerissen und ich kann mir schon vorstellen, dass ein dichteres Gewebe auch an der Stelle stabiler ist. Man wird sehen.

Als ich nach der Arbeit nachhause gekommen bin wollte ich den Reifen natürlich gleich montieren. Zuerst legte ich ihn aber auf die Küchenwaage um zu überprüfen, ob der Pneu wirklich nur 850 Gramm schwer ist. Meist schummeln die Hersteller bei Gewichtsangaben und die Reifen wiegen effektiv dann mehr. Das war hier aber nicht der Fall. Die Küchenwaage zeigte 848 Gramm. Passt also. Ich montierte den Reifen vorerst einmal mit Schlauch. Am Sonntag werde ich dann wohl wieder auf Schlauchlos umrüsten. Bis dann kann sich der aufgepumpte Reifen an die Felge anpassen.

Bike putzen

Am letzten Sonntag stellte ich das TREK 1120 direkt nach der Ankunft aus Italien in den Schuppen und rührte es seither nicht mehr an. Nach den über 800 Kilometern in Italien konnte es durchaus etwas Zuwendung vertragen. Zuerst also ein Schaumbad um den Dreck runterzukriegen. Dann mit "Bike-Shine" und Lappen alles sauber machen. Den Antrieb reinigen und die Sattelstütze wieder auf die korrekte Höhe einstellen. Die Gepäckträger wurden wieder demontiert und zusammen mit den Packsack-Geschirren geputzt und eingelagert. Soweit alles wieder in Schuss.

Alles? Nein. Da ist ja noch das Problem mit dem defekten/reparierten Hinterradreifen. Im Laufe der letzten Woche telefonierte ich mit dem freundlichen Bikehändler und schilderte ihm einerseits das Problem und andererseits meine Ansicht, dass es sich dabei um einen Reifen-Produktionsfehler handelt. Ein neuer Reifen kostet fast einhundert Franken und bei der geringen Laufleistung bin ich schon der Meinung, dass sich die Herstellerfirma dabei kulant zeigen sollte. Ich erwarte ja nicht, dass ich einen neuen Reifen gleich umsonst erhalte, doch ein Preisnachlass sollte schon drin sein. Der Händler sagte, dass er einen neuen Reifen bestelle und ich dann den Defekten gegen den Neuen tauschen könne. Er werde dann mit dem Hersteller schauen, wie deren Position ist. Also machte ich mit dem frisch geputzten Bike nur eine kurze Testrunde vor dem Haus und baute dann das Hinterrad aus und nahm den Reifen ab.

Da nun die Rikschasaison anläuft werde ich das Bike nicht unbedingt brauchen und kann den neuen Reifen abwarten. Sollte ich doch Lust und Zeit für eine Bikerunde finden, dann steht das SANTA CRUZ ja wieder bereit. ;-)

Tag 16 - Heimreise

Kurz vor acht Uhr morgens startete der Regionalzug von Genua und nach knapp zwei Stunden trafen wir in Mailand ein. Wir hatten eineinhalb Stunden Zeit, bis der Intercity nach Zürich losfährt und so konnte mich Peter überreden, dass wir noch eine kurze Sightseeingrunde durch Mailand fahren. Den Dom und die Mailänder Scala wollten wir schon noch sehen.

Der Zug ab Mailand war propevoll und wir mussten zuerst Gepäck aus dem Weg räumen, damit wir unsere Bikes an die reservierten Haken aufhängen konnten. Da unsere Velos ziemlich gross sind, ragten die Lenker in den Durchgang und die Passagiere mussten sich daran vorbeizwängen, was natürlich den einen oder anderen Kommentar auslöste. Uns liess das kalt. Wir haben bezahlt (auch für die Bikes) und reservierte Sitzplätze. Alles gut.

Auf der Fahrt nach Zürich verputzten wir den Kuchen aus Genua, den wir gestern Abend noch in einer Pasticceria gekauft haben. Ein letztes Stück Italien...

Ich war ganz überrascht, als Karin am Hauptbahnhof Zürich auf mich wartete. Sehr lieb! Wir verabschiedeten uns von Peter, der die letzten Kilometer bis zu seinem Wohnort mit dem Bike zurücklegte. Wir fuhren mit dem Auto nach Hause, das Bike stellte ich in den Fahrradschuppen und die Klamotten der letzten zwei Wochen wanderten sogleich in die Waschmaschine. Dann etwas käfele und Geschichten erzählen.

Ich bin also wieder zuhause. Gesund und voller Eindrücke. In den nächsten Tagen werde ich wohl noch ein Fazit zu dieser Reise schreiben. Für heute ist es genug................

Tag 15 - Sightseeing

Durch den Umstand, dass wir unsere Tour um einen Tag verkürzt haben, kamen wir in den Genuss von Ausschlafen und Sightseeing. Nach dem gemütlichen Frühstück im B&B machten wir uns erstmal auf den Weg zum Bahnhof um unsere Zugtickets für den Regionalzug nach Mailand zu kaufen. Danach besuchten wir das Acquario di Genova, welches wirklich sehr eindrücklich war (und wovon ich die besten paar Bilder auch noch ins Fotoalbum gepackt habe). Wären da nicht tausende von anderen Besuchern, und somit ein grosses Gedränge, gewesen, so könnte ich das absolut empfehlen.

Danach hiess es erst mal runterfahren und dafür eignet sich bekanntlich Capucchino und Gebäck am besten ;-) . Weil wir beide zuvor Genua noch nicht gesehen haben, machten wir uns auf breiten Touri-Pfaden auf den Weg um zumindest die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit eigenen Augen gesehen zu haben. Die Altstadt ist recht gross und man sieht sehr viele schöne und klassische Gebäude. Diese Anstregungen belohnten wir dann mit einem Gelati :-)

Peter hatte noch Lust auf Shopping und weil dies so gar nicht mein Fall ist, ging ich zurück zum B&B, setzte mich mit dem Netbook auf die Dachterasse, genehmigte mir eine feine Tasse Milchkaffee und schrieb die noch ausstehenden Blogbeiträge der letzten Tage.

Zum Abschluss dieser Reise genehmigten wir uns das teuerste Essen der letzten zwei Wochen in einem schicken Restaurant. Die Qualität des Essens war ausgezeichnet und so tat das Bezahlen auch nicht wirklich weh. Dann noch etwas dem Hafen entlang und durch die Altstadt zurück zum Appartement schlendern. Ja, Genua hat durchaus Charme, da könnte man auch mal ein ganzes Wochenende verbringen.

Morgen müssen wir früh aufstehen und werden den Tag dann hauptsächlich in Zügen verbringen, so dass wir gegen Abend wieder in heimischen Gefilden ankommen. Heute hatten auch die Bikes einen Ruhetag und deshalb gibt es auch keinen Track zu sehen. Die neusten Fotos habe ich ins Fotoalbum hochgeladen.

Tag 14 - nach Genua

Wie immer sind wir um acht Uhr aufgestanden, haben gefrühstückt und dann zusammengepackt. Meine langen Bikehosen waren nach der gestrigen Wäsche noch nicht ganz trocken. Ich wollte sie jedoch nicht feucht in einen wasserdichten Packsack verstauen und deshalb entschied ich mich, sie am Körper zu trocknen. Sie anzuziehen war etwas... na ja... doch fünf Minuten später war das auch schon wieder vergessen. ;-)

Die ersten 30 Kilometer folgten wir der Ciclo Via Francigena - Variante Moncenisio. Die Strecke führte sehr schön entlang der Flusses Torrente Lavagna und stieg nur leicht an. Ideal um die langsam verhärtete Muskulatur etwas zu locker und für den kommenden Aufstieg auf den Monte Sant' Alberto aufzuwärmen. Ich war froh, dass dies der letzte Berg dieser Frühlingsreise sein wird. Kurz nach Gattorna zweigt die Via Francigena ab, wir blieben jedoch auf der Hauptstrasse bis nach Ferriere, wo wir auf die alte Passstrasse abbogen. Es folgten 450 Höhenmeter auf etwa 7 Kilometer auf einer gemütlichen Asphaltnebenstrasse, nahezu verkehrsfrei. Ich genoss immer wieder die tolle Aussicht und so langsam überkam mich doch etwas ein wehmütiges Gefühl, weil diese Reise nun schon bald zu Ende sein wird. Durchatmen - Wahrnehmen - Geniessen...

Auf der letzten Abfahrt wollten wir nichts mehr riskieren und wählten deshalb lieber Strassen als Wanderwege. Eingangs Genua nahm der Verkehr und die Hektik dann stetig zu und der Spass nahm rapide ab. Die Strassen sind holperig und schlecht, die Autofahrer lassen einem kaum Platz und hupen schnell und zwischendurch zischen immer wieder Roller-Fahrer an einem vorbei. Da muss man echt auf der Hut sein und gut aufpassen. Ruhig und konzentriert bleiben, ist da die beste Strategie. Wir steuerten zielsicher (oder vom Navi geführt) die Altstadt an und suchten nach einer Gelateria und einem Kaffee. Gefunden - Super! Die Frau Gelateria spricht sogar Deutsch (Mutter aus der Schweiz) und Peter fand da das beste dunkle Schokoladeneis der ganzen Reise. Also: ein Volltreffer!

Danach fuhren wir runter zum Hafen und machten noch etwas Bike-Sightseeing. Dazu mussten wir natürlich auch noch ein Ziel-Foto schiessen (siehe oben). Dann war es langsam an der Zeit um unser Bed and Breakfast zu suchen. Nachdem wir in Siena und Lucca sehr gute Erfahrungen mit zentral gelegenen B&B's machten, haben wir uns für die kommenden zwei Nächte wieder eine Unterkunft mitten in der Altstadt und Fussgängerzone ausgesucht. Auch das ist wieder Speziell. Es liegt im 4. Stock, das heisst, wir mussten zuerst unsere bepackten Bikes vier Etagen hochtragen, damit wir sie sicher im Eingangsbereich abstellen konnten. Von da geht es über eine kleine Treppe noch einmal eine Etage hoch, wo drei Gästezimmer, ein Gemeinschaftsbad und eine Gemeinschaftsküche zu finden sind. Da wir aktuell die einzigen Gäste sind, steht alles zu unserer Verfügung. Der besondere Hit dieser Unterkunft ist jedoch der kleine Dachgarten. Um den zu erreichen, muss man von der Küche aus durch ein Fenster auf's Dach steigen und noch ein paar Stufen hochgehen. Super-herzig!

Maurizio (der Vermieter) hat uns alles gezeigt, uns einen Stadtplan abgegeben und noch ein paar Restauranttips, wo man gut, günstig und lokal essen kann. Natürlich werden wir das entsprechend ausprobieren.

Die Fotos des Tages sind im Fotoalbum und nun folgt der letzte GPS-Track dieser Frühlings-Bike-Tour:

Tag 13 - nach Chiavari

Wir wussten, dass das Wetter umschlagen würde und deshalb haben wir eine Routenänderung vorgenommen. Wir bleiben nicht mehr in den Ligurischen Bergen sondern fahren wieder runter ans Meer, wo es ein bisschen wärmer und somit angenehmer ist. Ehrlicherweise muss ich jedoch anfügen, dass das Wetter eigentlich nur der zweite Grund war. Wir stellten einfach fest, dass wir mit unseren Kräften langsam am Ende sind und die geplante Bergroute schlicht zu anstrengend ausfallen würde. Es wäre eine Quälerei geworden und die Gefahr eines Sturzes mit Verletzung war gross. Gerade, wenn es noch nass und rutschig ist.

Dennoch: Als wir um acht Uhr aufgestanden sind, drückte uns die Wetterlage schon noch ziemlich auf's Gemüth. Unser Albergo La Veranda lag auf etwa 700m.ü.M., mitten in den Regenwolken und das Thermometer zeigte 5° Grad. Wir wussten, dass wir zuerst auf etwa 1'000m.ü.M. hochfahren mussten, bevor es dann in Richtung Küste bergrunter ging. Der Start war also harzig und es verwunderte somit nicht, dass wir länger als üblich brauchten, bis wir startklar waren.

Die geplante Route war dann auch nicht weiter motivierend. Wir mussten viel den Wald hochschieben und uns den Weg durch Gestrüpp bahnen. Der Regen wurde stärker und die Sicht war so ziemlich gleich Null. So machten wir am höchsten Punkt dann auch kein Gipfelfoto, sondern fuhren ohne viele Worte weiter. Mein neuer Fotoapparat hat dann zwischenzeitlich den Geist aufgegeben. Er wurde wohl nass und deshalb gibt es vom heutigen Tag nur wenige Bilder. Wir mussten weit runter fahren, bis wir endlich eine offene Bar fanden, in die wir einkehren und uns etwas aufwärmen konnten. Glücklicherweise hörte der Regen auf, was es gleich wesentlich angenehmer machte.

Wir fuhren bis nach Chiavari ans Meer. Eingangs der Ortschaft putzten wir bei einer grösseren Tankstelle unsere Bikes, denn die waren auch kräftig eingesaut. Danach suchten wir uns an der Küstenpromenade eine Gelateria und setzten uns mit zwei Glaces auf eine Parkbank an der Abendsonne.

Mein Hinterradreifen zeigt ja schon seit dem ersten Plattfuss Auflösungserscheinungen und damit ich damit bis nach Genua komme war klar, dass wir den Reifen irgendwie reparieren müssen. Da hilft nur Nadel und Faden, die wir aber auch zuerst kaufen mussten. Danach suchten wir unser Hotel und in der Grage begannen wir dann mit den Reparaturarbeiten. Peter zeigte mir, wie man eine eingerissene Reifenflanke nähen kann und wie man zum Schluss den Schlauch mit einer Lage Leukoplast schützt. Ich war wirklich dankbar, für seine Hilfe. Danach ab unter die warme Dusche, die dreckigen Bikeklamotten waschen und sich für das Abendessen bereit machen.

Wie immer hatten wir einen Bärenhunger. Zuerst etwas Antipasti, dann Spaghetti Carbonara und danach etwas Fleisch. Zum Dessert -wie fast immer- ein Tiramisu. Lecker!

Während dem Essen besprachen wir unser weiteres Vorgehen. Wir können entweder in einem Tag bis nach Genua fahren und somit am Samstag etwas Sightseeing und Shopping machen, oder wir machen nochmal einen Abstecher in die Berge, so dass wir zwei Tage bis nach Genua brauchen. Wir waren uns rasch einig. Wir planten deshalb eine Route die nochmals über einen Hügelzug führt, dann aber direkt nach Genua führt. Nach etwas Planung hatten wir einen entsprechenden Track mit etwa 60 km und knapp 1'000 Hm zusammengestellt, den wir auf unsere GPS-Geräte laden konnten. Das passt so. Wie immer, sind wir dann sehr, sehr müde zu Bett gegangen.

Nachfolgend noch der Track des heutigen Tages:

Tag 12 - nach Tavarone

Das Bild des Tages ist mit Bedacht gewählt, denn heute mussten wir insgesamt vier mal anhalten und einen platten Reifen (respektive Schlauch) reparieren. Zuerst hatte ich zweimal hinten platt und dann war Peter an der Reihe. Zuerst vorne und dann auch noch hinten. Dreimal waren Dornen die Ursache und einmal ist Peter in ein verrostetes Stück Stacheldraht gefahren. Na ja, Shit happens ;-)

Der Tag hat schon schwierig begonnen, denn die gestrige, recht anstrengende, Tour hat doch Spuren hinterlassen. Wir hatten Mühe aus dem Bett zu kommen und waren eigentlich für die heutige Tour gar nicht sonderlich motiviert. Wir wussten ja einerseits, dass wir weg vom Meer und in die Berge fahren und andererseits prophezeite der Wetterbericht gegen Abend Regen. Wir redeten also nicht allzu viel, packten unsere Sachen zusammen, gingen Proviant einkaufen und machten uns auf den Weg.

Die Laune besserte sich rasch, denn der Himmel war wolkenlos blau und die ersten paar Kilometer führten flach der Küste entlang. Der Veloweg war auf einem ausgedienten Bahntrasse angelegt und führte kilometerlang durch beleuchtete Tunnels, völlig autofrei. Der Luxus pur.

In Fromera unterquerten wir dann die Bahn und die Strasse ging gleich steil berghoch. Die Morgensonne wärmte schon kräftig, so dass ich schon bald zu schwitzen begann. Ich war dankbar, dass die Route auf einer gutmütigen Asphaltstrasse und nicht auf einem holprigen Schotterweg nach oben führte. Irgendwann ging es von der Strasse weg und sogleich folgten schöne Wanderwege und Singletrails, die uns ins nächste Tal führten. Da hofften wir auf einen Capuccino, doch ausser drei Campingplätzen konnten wir nur ein kleines Lebensmittelgeschäft finden. Da kauften wir uns ein Pannini und etwas zu trinken und setzten uns damit in die Sonne.

Die Stärkung erfolgte zur richtigen Zeit, denn nun ging es über eine Stunde lang wieder berghoch. Dann folgten wieder herrliche Singletrails, die immer hoch und runter führten. Natürlich waren auch heute wieder richtig fiese und steile Rampen dabei. Ich war wirklich froh, dass ich vor der Tour noch das Kettenblat wechselte und so mit 28x46 einen richtig kleinen/langsamen Gang zur Verfügung hatte, den ich schon gestern und auch heute sehr oft einsetzte. Das alles macht zwar Spass, doch es zerrt schon ziemlich an der Kraft. Dazu noch die vier Plattfüsse... wir waren wirklich froh, als wir gegen 17 Uhr in das kleine Hügeldorf Tavarone kamen.

Hier haben wir im einzigen Hotel ein Zimmer gebucht. Die heisse Dusche war ein Traum und nun freuen wir uns riesig auf das Nachtessen. Nachdem ich nun schon die Fotos ins Album hochgeladen habe und der Blogeitrag auch gleich fertig geschrieben ist, schaffe ich es heute ganz sicher vor Mitternacht das Licht zu löschen.