eine kleine Geschichte von unterwegs

Vor ein paar Tagen erlebte ich eine kleine Geschichte, die mir immer wieder in den Sinn kommt und deshalb will ich sie hier wiedergeben.

Es ist sonnig und ziemlich warm. Ich fahre berghoch und komme durch ein kleines Dorf. Die Strasse wird so steil, dass ich fast im kleinsten Gang hochfahren muss. Der Schweiss tropft nur so runter. Die Strasse führt eng an einem Haus vorbei und macht eine Kurve um dessen Innenhof, wo eine Frau mit einem Knaben am Esstisch sitzt. Ein zweiter Junge, geschätzte 7, 8 Jahre, spielt mit einem Ball und sieht mich dann langsam vorbeikeuchen. Er ruft: "Mamma, Mamma, schau mal!" Sie reagiert nicht. Er ruft wieder: "Mamma, schau mal, ein Velofahrer!". Sie reagiert immer noch nicht. Er wieder: "Mamma, Mamma, schau mal, ein Velofahrer mit viel Gepäck!". Ich sehe sie nicht, höre sie aber ganz trocken antworten: "Der Arme, hat nicht einmal ein Auto".

Ich musste wirklich lachen. Sie sagte das in so einem Ton, als wolle sie dem Jungen sagen: Schau, dass etwas aus Dir wird, damit Du Dir mal ein Auto leisten kannst, sonst musst Du auch einmal mit dem Velo hier hochfahren.

Leider kann ich nicht italienisch schreiben, doch im Original war es einfach köstlich. Dieses "Mamma, Mamma. Guarda!" und die Antwort (in etwa) "Il poveri, non ave una machina.". Herrliche Situationskomik, wie sie nur das Leben schreibt.

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