(14) back on Track

Nach dem Aufstehen erlebte ich eine kurze Schrecksekunde, denn mein Bike war weg. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass es jemand klaute sondern nahm an, dass die Albergobetreiber es versteckt hatten, damit ich nicht frühmorgens ohne zu bezahlen losfahren würde. Das Restaurant war auch noch nicht offen und deshalb entschied ich mich, zuerst einmal in den Pool zu springen und den Tag ruhig angehen zu lassen. Gegen neun Uhr tauchte dann wirklich jemand auf und mir wurde gesagt, dass sie das Bike zu meiner Sicherheit in den Keller gestellt hätten. Ja, ja...wink das war wohl zu unser beider Sicherheit. Das Frühstück war dann Standard-italienisch (pampige Brioche, Zwieback und Cappuccino). Trotzdem fand ich die Unterkunft sehr gut. Sehr ruhig, mit schönem Pool und gutem Abendessen.

Bis ich alles fertig aufgepackt hatte und zur heutigen Velotour startete, war es schon fast zehn Uhr und schon richtig heiss. Mein heutiger Plan war, irgendwie wieder auf meine vorgeplante Route zurückzukehren. Dies auch deshalb, weil es nun im Flachland richtig heiss wird. 34° Grad waren angesagt und da kann es nicht schaden etwas an Höhe zu gewinnen. Ich fuhr einfach aufs Geratwohl ostwärts und kam nochmals an einem Thermalbadeort vorbei (Monsummato Terme) und bald darauf war ich in Pistoia.

Ein kurzer Blick auf die Karte zeigte mir, dass ich nun einfach nördlich halten muss und in die Berge fahren, so werde ich zwangsläufig meine Route wieder treffen. Schon bald stieg die Strasse kräftig an und der Schweiss begann zu fliessen. Es war vielleicht auch nicht sehr klug, in der grössten Mittagshitze in die Berge zu fahren, doch das machte mir heute nichts aus. Ich fuhr einfach langsam und gemütlich. 800 Höhenmeter auf etwa 10 Kilometer, vorwiegend an der Sonne, da war ich froh, dass regelmässig Quellen und Brunnen am Wegrand anzutreffen waren, wo ich mich etwas erfrischen konnte. Zwei, drei Liter Wasser gingen so rasch weg. Dabei komme ich mir vor wie ein Durchlauferhitzer. Ich schütte das Wasser oben rein und verdampfe es über die Haut wieder. Das tut gut und reinigt Körper und Geist.

Es folgte eine kurze Abfahrt an den Lago di Suviana (Tagesbild). Das ist einer von zwei Stauseen, die zur Energiegewinnung miteinander verbunden sind. Unter der Staumauer des Lago di Suviana liegt ein Wasserkraftwerk und am oberen Ende des Sees befindet sich ein Pumpkraftwerk, welches diesen See mit dem kleineren Lago di Brasimone verbindet, der etwa 300 Höhenmeter höher liegt. Zu meinem Erstaunen sah ich dann an diesem See noch ein Atomkraftwerk. Hier scheint ein grosser Teil der Energie für die Umgebung von Bologna erzeugt zu werden, denn viele Starkstromleitungen führten nordwärts zu der Stadt in der Poebene.

Langsam hatte ich genug und es war später Nachmittag. Zeit also um wieder nach einer Unterkunft zu suchen. Der nächste grössere Ort war Castiglione dei Pepoli, wo ich dann auch rasch fündig wurde. Das Albergo il Ponte ist zwar auch schon älteren Datums, doch für nur 35 Euro für Zimmer und Frühstück kann man nicht meckern. Nach Dusche und Kleider waschen besichtigte ich zu Fuss noch den alten Ortskern, bevor ich mich hungrig in das Restaurant des Hotels setzte. Es gab ein einfaches aber durchaus schmackhaftes Abendessen und so steige ich nun müde und zufrieden ins Bett. Das GPS sagt: 88 km., 5:52 Std., 1'780 Hm.

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.