lange Zürichseerunde

Ich brauchte wieder einmal frische Luft. Nachdem ich die letzten Tage viel Zeit für die Routenplanung der Sommerreise brauchte, wollte ich heute wieder einmal praktisch Velo fahren und nicht theoretisch...

Den Tag liess ich ruhig starten. Draussen war es noch kühl und wolkenverhangen und so liess ich mir Zeit für ein ausgedehntes Frühstück mit Zeitung. Dann packte ich eine der zwei Seitentaschen. Werkzeug, Regenjacke, 1.Hilfe-Set, Badehose und -tuch, Beleuchtungsset, Knielinge, Langarmtrikot, leichte Jacke, Kabelschloss. Die Tasche ist erst halbvoll... Also noch das Netbook und ein Taschenbuch einstecken (auch wenn ich das heute garantiert nicht brauchen werde). Dann fülle ich die 1,5l PET-Flasche und die 7,5l Trinkflasche. Zuletzt die kleine Lenkertasche (Ausweise, Geld, Handy, Fotoapparat), dann bin ich bereit. Ich schätze mein heutiges Zusatzgewicht auf 6-8 Kilo.

Schon beim Losfahren hatte ich einen ziemlich klaren Plan der heutigen Tour. Ich starte über Winterthur, fahre das ganze Tösstal hoch bis nach Wald, von da nach Jona an den Zürichsee und via Schmerikon und Lachen um den Obersee. Bei Pfäffikon entscheide ich, ob ich über den Seedamm nach Rapperswil fahre und rechtsseitig dem See bis nach Zürich folge oder ob ich auf der linken Seeseite bleibe und so via Zürich nach Hause fahre. Wichtig ist mir einzig, dass ich viel Zeit im Sattel verbringen kann. Mein Ziel sind mindestens fünf Stunden Bewegung und die werde ich so ganz bestimmt kriegen.

Das Wetter will nicht so wirklich. Leichte graue Schleierwolken verdecken immer wieder die Sonne und so bin ich froh, dass es im Tösstal immer leicht ansteigt. So überwindet man auf 30 Kilometer ganz angenehm an die 300 Höhenmeter, welche man dann runter an den Zürichsee wieder vernichtet, wo man ganz locker hinrollen kann. Erst in Schmerikon mache ich bei einer Bäckerei einen Verpflegungshalt und gönne mir ein Sandwich und ein Spitzbueb mit Latte Macchiato. Das war auch wirklich nötig, denn mittlerweile hatte ich schon über 70 Kilometer auf dem Tacho.

Ich entschied mich auf der linken Seeseite zu bleiben und fuhr in einem Stück bis zur roten Fabrik in Zürich. Die vielen schönen Seeblicke entschädigen etwas für die ziemlich stark befahrene Hauptstrasse. Das hatte aber auch damit zu tun, dass es nun schon gegen 17 Uhr war und der Feierabendverkehr einzusetzen begann. Bei der roten Fabrik genehmigte ich mir zuerst ein Eis und dann einen Milchkaffee. Man kann schön draussen, direkt am See sitzen und so langsam merkte ich schon, dass die Hundertergrenze hinter mir lag. Für die letzten Kilometer wollte ich mich noch etwas erleichtern und als ich die Toilette betrat, war ich schon etwas verwirrt... Noch nie machte ich ein Foto in einem Pissoirbereich, doch heute musste es einfach sein... (man beachte die blitzsauberen Pissoirs)

In der Nähe des Seebeckens machte ich dann ein letztes Foto. A propos Foto. In den letzten Tagen bin ich nicht so foto-motiviert. Es beschleicht mich oft das Gefühl, das alles schon so oder so ähnlich fotografiert zu haben. Die Monate zuvor, oder die Jahre zuvor. Wie auch immer... Kurz bevor ich zu Hause ankam kehrte ich in mein ehemaliges Stammlokal ein und gönnte mir eine grosse Portion Spaghetti Carbonara. Nun war ich wirklich platt und konnte einen Berg Kohlenhydrate gut gebrauchen. Bis ich dann zuhause vor der Garage das GPS stoppte, war es kurz vor acht Uhr abends. Schön war's, lang war's, anstrengend war's. Nun ab unter die Dusche. Das GPS sagt: 145 km., 6:15 Std., 700 Hm.

Kommentare

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Spoony am :

Das Pissoir Foto ist für die Ewigkeit... Genial!
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david am :

Wow, da scheinst du ja gut in Form zu sein für dein Giro. Mit der beladung eine so weite Tour: Respekt. Und das Pissoir-Foto ist in der Tat genial :-)
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Sattelsenker Beat am :

Hallo Beat, eine Frage habe ich noch zu Deiner Ausrüstung. Nimmst Du Steckspritzschütze für Hinter- und Vorderrad mit? Hoffentlich sieht man Dich bald wieder einmal beim Biken. Gruess
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