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106km rund um den Vierwaldstättersee

Wie gestern geplant bin ich heute schon früh aufgestanden, machte meine 20 Minuten Morgengymnastik, holte dann die Zeitung und genoss ein ausgiebiges Frühstück. Heute durften es ruhig ein paar Kalorien mehr sein, die wurden später alle wieder verbrannt.

Um 09:15 Uhr startete ich die Aufzeichnung der heutigen Biketour und machte mich auf den Weg nach Luzern. Das ging ganz locker und brauchte nur eine halbe Stunde. Das war mir dann für eine längere Pause doch zu früh und so machte ich nur einen kurzen Fotohalt beim Seebecken im Stadtzentrum. Für das Bild links habe ich eine Fussgängerin gebeten, das Foto zu schiessen. Sie war ganz freundlich und interessiert und wir haben dann gemainsam den Bildausschnitt gewählt. Sie stand knipsbereit da und ich musste mich nur noch ins Bild bewegen. Das ist gut geworden. Gefällt mir. Man sieht auch, dass morgens das Wetter noch recht sonnig war und man noch einige Stellen blauer Himmel finden konnte. Im Laufe des Tages verdichtete sich die Bewölkung zusehends und schon bald bildeten die Wolken eine dichte Decke. Zwar schade, doch ziemlich genau so, wie vom Wetterbericht prophezeit. Die Temperatur lag bei angenehmen 10 Grad.

Von Hergiswil nach Stanssstad war die Strasse samt Veloweg gesperrt, weil umfangreiche Forstarbeiten durchgeführt wurden. Die Autos wurden auf die Autobahn umgeleitet und für Fussgänger und Velofahrer wurde ein Bootsdienst eingerichtet. So musste ich etwas warten und nutzte diese Zeit, indem ich in einer nahegelegenen Bäckerei ein feines Brötchen und ein Schokogebäck kaufte, welches ich dann auf der Fähre verdrückte. Auf dem Foto erkennt man rechts die Glasfabrik Hergiswil und im Hintergrund den Pilatus, den Hausberg von Luzern. Ich konnte die zugeführte Energie gut gebrauchen denn nachdem ich den Bürgenstock auf der Rückseite passiert hatte, kam ich schon bald nach Beckenried, wo der 400Hm-Aufstieg auf den Seelisberg beginnt. Ich kurble da eher gemütlich hoch und geniesse die stets besser werdende Aussicht.

Die Abfahrt vom Seelisberg nach Bauen an den Urnersee war dann in etwa so, wie ich es anhand der Karte erwartet habe, nämlich: unfahrbar! Es gibt keine Strassenverbindung oder eine Alternativroute, es gibt nur diesen sehr steilen Wanderweg (man beachte, wie viele Höhenlinien geschnitten werden). Ich muss absteigen und beginne das Bike zu tragen. Es folgen lange, gepflasterte Treppen und weiter auseinander liegende Stufen. Das wäre mit Rennveloschuhen nicht machbar. Man braucht guten Halt um da sicher runter zu tragen. Nach etwa 20 Minuten sind die 300 Höhenmeter vernichtet und ich kann am Seeufer wieder aufsteigen. Da kommt gerade ein Kursschiff und so fotografiere ich von Bauen aus über den Urnersee auf die Gegenseite. Man erkennt deutlich die Axenstrasse, auf welcher ich später zurückfahren werde.

So langsam werde ich müde und spüre jeden zusätzlichen Kilometer. Von der Fahrt entlang der Axenstrasse wurde ich dann etwas enttäuscht. Der Veloweg führt meist direkt entlang der Hauptstrasse, die sehr stark befahren ist. Es folgen viele stinkige Tunneldurchfahrten, bis ich endlich nach Brunnen komme, wo ich einen nächsten Verpflegungshalt einlege. Ein Rivella rot, dazu ein Mandelgipfel und ein Latte Macchiato. Das gibt zwar wieder etwas Brennstoff, doch auf den letzten Kilometern werde ich trotzdem immer langsamer. Ich bin einfach geschafft und deshalb froh, dass es die letzten Meter nach Küssnacht bergab geht. Als ich beim Auto ankomme, schlägt die Kirchturmuhr gerade vier Uhr nachmittags. Das heisst, ich war eine Stunde schneller als geplant. Nachdem ich das GPS-Gerät durchgesehen habe war mir auch klar, weshalb. Wegen des kühlen Wetters machte ich nur wenige und ziemlich kurze Pausen. Das GPS sagt: 106km., 5:17 Std., 1'110 Hm.

Im Nachhinein betrachtet war die Tour o.k. aber nicht super. Ich war sehr oft mitten im Verkehr unterwegs und die 20 Minuten Bike-wandern fand ich auch nicht so prickelnd. Dazu die leichte Enttäuschung an der Axenstrasse... na ja, ich weiss nicht, ob ich die Tour so je noch einmal fahren werde. Im Vergleich dazu ist die Zürichseeumrundung schöner (zwar fast gleich lang, jedoch deutlich flacher). Vor allem gibt es rund um den Zürichsee deutlich mehr und bessere Velowege. Schön war's heute dennoch.

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Kommentare

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Als Aargauer unterwegs am :

Danke für den ausführlichen Bericht. Unbekannt war mir deine Tragepassage. Die Axenstrasse in Süd-Nordrichtung liebe ich gar nicht. Bekomme da immer ein Gnusch mit den Radwegen und den Markierungen. In Nord-Südrichtung habe ich schon bessere Erfahrungen gemacht. Ich überlege es mir noch.

Spoony am :

Danke für den Bericht, ich war schon ganz gespannt, hatte ich doch in einem Forum irgendwas über eine Tragepassage und Treppen gelesen. Es gibt sicher schöneres, aber der Vierwaldstättersee (ist übrigens nicht der Walensee ;-) ) ist eben nicht irgendein See, Hauptstrassen hin oder her.

Hans am :

Dein Bericht ist inspirierend. Ich habe mit 60 ein Einrad bekommen und liebe es, damit um Seen zu kurven. Kürzlich stand der Vierwaldstättersee auf dem Programm, allerdings in umgekehrter Richtung und zweitägig, dafür inklusive Alpnachersee. Radlergrüsse Hans https://plus.google.com/photos/117010431691768719149/albums/5789882299996525009

Anonym am :

Hallo zusammen ich liebe See-Rundfahrten sehr. Aber ich achte darauf immer in der Richtung zu fahren dass ich den Seeseite befahre meistens hat es einen Veloweg und es ist nicht so gefährlich. Den Vierwaldstättersee fahre von Luzern Küssnacht-Weggis-Brunnen-Altdorf-über die steileTreppe nach Seelisberg und nachher via Beckenried sind etwa 106 km. Man kann in Bauen auch das Schiff besteigen und nach Luzern gelangen. Die Treppe ist relativ anstrengend habe heute die ganze Rundfahrt in 8 Stunden geschafft. Traumhaft wirklich.

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