Winterwanderung um den Wägitalersee

Das Wetter war einfach zu gut um heute nichts draussen zu unternehmen. Die Sonne schien an einem fast ganz blauen Winterhimmel, nur ein paar hohe Schleierwolken zogen vorüber und die Temperaturen lagen wieder ein paar Grad im Plusbereich. Ideal, für einen Winterspaziergang. Ich überlegte kurz, wo wir hin wollten und kam ganz spontan auf das Wägital. Mir hat das jeweils so gut gefallen und Karin habe ich jedes Mal davon vorgeschwärmt, eine gute Voraussetzung. Ich dachte, rund um den See müsste man in eineinhalb bis zwei Stunden zu Fuss schaffen. Hmmm, etwas lang für meine Frau. Na ja, ich flunkere etwas und frage: "Hättest Du Lust, rund um den Wägitalersee zu laufen? Ich schätze mal, so in etwas über einer Stunde ist man da rum..." Ja? Sehr gut. Also lass uns gute Schuhe anziehen und aufbrechen.

Trotz starkem Sonntagsverkehr kamen wir mit dem Auto zügig voran und kurz vor zwei Uhr parkten wir nahe der Staumauer. Ich war etwas verwundert, denn der ganze See ist zugefroren. Als ich vor genau einem Monat hier mit den Schneeschuhe unterwegs war, war der See noch völlig ohne Eis. Interessant. Und ehrlich, schon bald dachte ich, dass wir das nie und nimmer in zwei Stunden schaffen. Der See ist zu Fuss grösser, als vor dem PC in Google Earth...

Was soll's? Das Wetter war gut und unsere Laune stimmte. Karin merkte auch bald, dass ich mich zeitlich wohl arg verschätzte, doch sie blieb guter Dinge und nahm's mit Humor. Nicht nur das, es hat ihr auch gut gefallen. Die schöne Winterstimmung, die frische, kalte Luft, der weisse Schnee, die imposanten Berge ringsum, das ist einfach schön.

Wir waren bestimmt schon an die zwei Stunden unterwegs, bis wir endlich an einem geöffneten Restaurant vorbei kamen, wo wir dankbar einkehrten. Etwas aufgeschnittenes Fleisch, Käse, Brot, dazu einen Huuskafi und dabei die kalten Hände, Backen und Ohren wieder wärmen, das tat uns richtig gut. Die Sonne stand nun schon ziemlich tief und als wir die letzten Kilometer des Rückwegs in Angriff nahmen, verschwand sie langsam zwischen den Berggipfeln. Bis wir dann wieder beim Auto waren, hatten wir ziemlich runde Füsse und wussten, dass das heute kein Spaziergang sondern eine ausgewachsene Wanderung war. Zuhause habe ich dann die Strecke im GPS nachgezeichnet und siehe da, es waren 13,1 Kilometer, 70 Höhenmeter, bei 4,5 km/h macht dies 3 Stunden Laufzeit. Ja, das war schön, aber auch anstrengend und lange.

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