kleine Sonntagsbikerunde

Nachdem ich gestern nicht aufs Bike konnte war ich heute schon froh, die nötigen 2, 3 Stunden Zeit zu finden. Seit längerem war ich mal wieder alleine unterwegs und auch seit längerem hatte ich wieder einmal Lust, zumindest einen Teil meiner Lieblings-Hometrails abzufahren. Es ist ganz normal, dass man im Sommer mehr fremde Strecken fährt, dafür über die Winterzeit die nahegelegenen Hometrails abfährt.

Es war zwar meist sonnig, doch ein kühler Nordwind und vorüberziehende Wolken liessen die Tmperatur kaum über 13, 14° Grad ansteigen. Ich hatte also wieder lange Hose, Windstoppershirt und ein Langarmtrikot an. Wirklich: brrr. von kurz/kurz direkt auf lang/lang, ohne Zwischensaison mit Knielingen...

Ich startete über den ersten Hügel und fuhr dabei bewusst langsam. Die mir ansonsten gut bekannte Umgebung hat sich seit meiner letzten Heimrunde doch ziemlich verändert.  Das satte Grün des Sommers muss nun nach und nach dem kräftigen Braun des Herbstes weichen. Die Wälder werden wieder durchsichtiger. Aufgefallen ist mir auch, dass einige Trails ziemlich ausgefahren sind und scheinbar auch von vielen anderen Bikern frequentiert werden, während man auf anderen Abschnitten wieder völlig allein in der Natur ist. Spannend. Es gibt hier so viele schmale Waldwege, dass wohl jeder sich seine eigene, schöne Hometrail-Runde zusammensetzen kann.

Auf dem Weg hoch zum Irchelturm fuhr ich durch die übervoll behangenen Rebberge der Hueb. Für mich sieht das nach einer guten Ernte aus. Jeder Stock trägt viele, schöne Trauben. Danach freute ich mich auf das Standard-Foto oben am Irchelturm, weil es doch schon so lange her ist, seit ich dort das letzte Mal geknipst habe. Doch als ich mich dem Turm nähere wird mir klar, dass dies heute nichts wird. Rauchende Grillfeuer, mehrere Familien, herumspringende Kinder, Hunde, da war echt etwas los. Da will ich nicht ein paar Leute verscheuchen, nur damit ich zu meinem Standard-Foto komme. Ich fahre also dran vorbei und freue mich auf die kommenden Singletrails runter nach Freienstein. Der Boden ist sehr griffig, stellenweise noch etwas feucht, doch sehr gut zu fahren. Eigentlich ideal. Und siehe da... nun beginnt mein kleines Herzlein doch noch zu lächeln... herrlich schlängelt sich der Weg durchs Unterholz. Mal schnell, mal langsam, meist bergrunter, mit zwei, drei kniffligen Stellen. Die Sonne scheint durch das Blätterdach und das Farbenspiel ist einfach gewaltig. Klar ist Herbst traurig, doch oft auch traurig schön. Glücklich sterbende Blätter fallen nicht einfach vom Baum, nein, sie wirbeln noch etwas durch die Luft, lassen sich vom Wind mittragen und reflektieren das Licht in unserem Auge in Millionen Variationen. Und dann legen sie sich hin. Sie fallen nicht, nein sie legen sich hin. Süsse Melancholie... Es war eine wirklich schöne Sonntagsrunde. In Ruhe. Ohne Druck und ohne Verpflichtung.

Auf dem Rückweg besuchte ich noch kurz meine Eltern, wo sich die ganze Familie zu Kaffee und Kuchen traf. Mein Vater feierte gestern seinen 71. Geburtstag. Ein schöner Grund um sich wiedereinmal zu sehen und etwas miteinander zu plaudern. Schön war's. Richtig sonntäglich. Danke. Der Tacho sagt: 35 km., 2:16 Std., 850 Hm.

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