Eigenlob

Eigenlob stinkt - doch ich mag den Geruch
Eigenlob stinkt - doch ich mag den Geruch

Ich bin wirklich sehr zufrieden, wie sich dieser Blog im Laufe des Jahres entwickelt hat. Vieles davon geschah im Hintergrund, also für den "Durchschnittsbesucher" unsichtbar. Kleine Unstimmigkeiten oder Fehler wurden beseitigt, es wurden mehr Stichworte angefügt (um die Sortierung und Suche effizienter zu machen) und viele geteilte Beiträge (Anfang + erweiterter Beitrag) wurden zusammengefasst. Auch viele alte, interne Links wurden korrigiert und nun läuft alles wieder wie geschmiert.

Sichtbar war vor allem das Redesign mit dem Wechsel vom Skeleton- zum Next-Theme. Das Original-Next-Theme habe ich ziemlich weit an meine Ideen und Bedürfnisse angepasst und auch die Ansicht für Smartphones verbessert. Und nicht zuletzt die Neuorganisation, mit einer Begrüssungsseite und den Menüpunkten BLOG, Kategorien und Stichworte finde ich recht ansprechend. Zufrieden bin ich auch mit den nun endlich eingebauten rechtlichen Hinweisen und der Linkliste, die ich ja auch schon lange im Hinterkopf hatte. Das alles ist nun integriert, getestet und für gut befunden. Dafür klopfe ich mir auf die Schultern. :applaus:

Für mich selber habe ich aber auch den Wert dieses Blogs wieder schätzen gelernt. Da steckt schon sehr viel Zeit, Aufwand und auch Liebe drin. Und: je älter der Blog wird, desto umfangreicher (und wertvoller) wird dieses elektronische Gedächtnis (zumindest für mich). Deshalb bemühe ich mich auch wieder vermehrt, um Beiträge zu schreiben. Es ist oftmals gar nicht so wichtig, was man schreibt, ob es gehaltvolle oder eher oberflächliche und kurze Beiträge sind. Sie transportieren immer ein Stück Zeitgeschichte, welches ohne Blogeintrag halt einfach verloren geht (oder eben nicht existiert).

Es gibt nicht viele Blogs, die schon länger als 10 Jahre bestehen und immer noch aktiv gepflegt werden. Wenn ich z.B. auf Links von anderen Blogs klicke, die ich in früheren Beiträgen mal erwähnt habe so stelle ich fest, dass die Meisten davon entweder nicht mehr existieren oder schon seit langer Zeit keine neuen Beiträge mehr veröffentlicht wurden. Ja, es ist ein Fakt: traditionelle Blogs sind out.

Viele ursprüngliche Blogger sind zu Facebook und/oder Instagram abgewandert. Ganz einfach, weil dort die Audienz viel grösser ist und man so natürlich deutlich mehr Beachtung findet und auch mehr Feedback erhält. Man ist dort Teil einer Millionen-Community und die Vernetzung mit Freunden oder Followern ist viel einfacher. Zudem braucht man sich nicht um die Technik zu kümmern. Man braucht weder eigenen Webspace, noch URL noch Know-How. Die Systeme sind so gut und einfach aufgebaut, dass auch Technikscheue spielend leicht ein Benutzerkonto eröffnen und loslegen können. Die Kombination aus einfachst möglicher Bedienung und grösstmöglicher Audienz ist das durchschlagende Erfolgsrezept.

Es ist schon längst kein Geheimnis mehr, dass man für diesen «kostenlosen» Service mit seinen Daten und Bildern bezahlt, aber ist das wirklich so wichtig? Meine Texte und Bilder sind ja genauso öffentlich (und bringen mir auch kein Geld)… ob sie jetzt direkt von Facebook und Co. oder indirekt von Google und anderen Datensammlern ausgewertet und vermarktet werden, spielt wohl keine sehr grosse Rolle. Das Internet ist die grosse Glaskugel, an dessen Inhalt sich alle bedienen können. Die Frage, weshalb ich immer noch einen eigenen Blog betreibe und nicht meine Inhalte in Facebook und Co. einbringe ist deshalb berechtigt.

Meine Antwort ist relativ simpel: Mangelndes Vertrauen.

Für Marketingzwecke betreibe ich für Bike Butler seit 2012 eine Facebookseite, in die ich ziemlich regelmässig Einträge poste. Schon vor Jahren stellte ich fest, dass Facebook teilweise alte Einträge löscht. In der Zwischenzeit kann man auch nicht mehr per Link in frühere Jahre zurückspringen und wer scrollt schon 10 Minuten lang nach unten um einen 5 Jahre alten Beitrag anzusehen? Eine Suche gibt es auch nicht. Also stellt sich die Frage: Gibt es denn überhaupt noch die Bike Butler Einträge aus 2013 oder 2014?

Aus meiner Sicht sind also Facebook und Co. nur für kurze Zeitspannen interessant (bis ca. ein Jahr Vergangenheit). Das ist ja auch o.k. Nur taugt das nicht als «elektronisches Gedächtnis». Höchstens als Kurzzeitgedächtnis… ;-)

Solange ich selber einen Blog betreibe und hoste, habe ich die Kontrolle -und natürlich auch die Verantwortung- über dessen Inhalt. Hier wird nichts zufällig gelöscht oder soweit versteckt, dass es niemand mehr findet. Hier bestimme ich die Regeln und nicht ein weit entfernter Techgigant, der sich keinen Deut um meine Meinung schert.

DESHALB werde ich auch weiterhin diesen Blog betreiben. Und für diesen Aufwand klopfe ich mir heute auf die Schultern! :beer:

im Kino

Filmplakat - The Irishman
Filmplakat - The Irishman

Seit ewigen Zeiten waren wir heute Nachmittag wieder einmal im Kino. Wir haben uns den neuen Film "The Irishman" mit Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci angesehen. Regie: Martin Scorsese. Thema: Das Leben eines Mafioso. -> gute Voraussetzungen für einen spannenden Kinonachmittag.

Der Film ist wie eine Lebensdokumentation aufgebaut. Der greise, kurz vor dem Tod stehende, Robert De Niro erzählt seine Lebensgeschichte in vielen kleinen und auch grösseren, überaus detailiert dargestellten, Episoden. Der Film dauert fast 3 1/2 Stunden. Da kann auch ein bewegtes Leben ausführlich erzählt werden. Der Film zeigt sehr gefühlvoll, in imposanten Bildern, dass auch Mafiosi nur Menschen sind, die alt werden (zumindest ein paar Wenige) und am Ende ihres Weges vor den gleichen Fragen und Problemen stehen, wie jeder Normalmensch.

Die Leistung der Schauspieler ist grandios. Die Dialoge feinfühlig und authentisch. Soweit alles sehr stimmig und gut. Weil es sich aber um eine Erzählung mit Rückblenden handelt, fehlt zeitweise etwas die Spannung. Zumindest meiner Meinung nach. Aber: Es war wirklich ein schöner und unterhaltsamer Kinonachmittag. So etwas könnten wir öfters mal machen...

nicht 100 Prozent

geklautes Beispiel-Bild
geklautes Beispiel-Bild

Morgens um 10:00 Uhr hatte ich eine Rikscha-Rundfahrt von eineinhalb Stunden. Auf der Fahrt zum Treffpunkt zeigte eine Aussentemperaturanzeige +3° Grad. Noch bedeckte Hochnebel den Himmel doch es war absehbar, dass sich der Nebel lichten wird. Nach der Rundfahrt machte ich eine Kaffeepause. Mir war kalt. Trotz ausreichend Kleidung und Themosocken.

Derzeit ist nicht viel los in der Stadt. Überall werden Weihnachtsstände und -märkte aufgebaut. Am kommenden Donnerstagabend startet dann der ganze Vorweihnachtszirkus. Einerseits freue ich mich darauf, andererseits ist dieser kultivierte Konsumwahn doch irgendwie... ähm... sonderbar?... eklig?... unzeitgemäss? Tja, the show must go on! Das Fest der Liebe ist hierzulande vor allem zu einem Fest des Geldes geworden. Dem kann ich nur noch irgendwie zynisch begegnen. Tja, ist halt so.

Wie auch immer. Ich entschied mich kurz nach Mittag, nach Hause zu fahren. Die Sonne setzte sich wirklich langsam durch. Vielleicht noch eine kurze Runde mit dem Mountainbike?

Auch nach einem heissen Kaffee zuhause war mir an Füssen und Knie noch immer kalt. Wieder nach Draussen in die Kälte? Ich weiss ja nicht. Etwas essen, etwas surfen... nun ist der Himmel mehrheitlich blau. Es wäre zu schade, den Nachmittag in der warmen Stube zu vergeuden. Ich ziehe eine Jacke und Winterschuhe an und putze das TREK 1120 an einem windstillen Plätzchen an der Sonne. So kann ich auch ohne kalten Fahrtwind noch etwas Vitamin D tanken und mich am Bike erfreuen. ;-)

Es gibt halt so Tage, an denen man sich -trotz gutem Willen- nicht so richtig zum 100%-Programm durchringen kann. Zudem nimmt mein Kälteempfinden mit steigendem Alter zu. Ich mag das nicht toll finden, was aber nichts daran ändert.

winterfest

Sitzplatz - bereit für den Winter
Sitzplatz - bereit für den Winter

Heute war UHU-Tag. Das ist eine schweizerdeutsche Abkürzung für "um das Haus herum" -> "Ums Huus Ume". ;-)

Der Laubhügel in der Bildmitte ist das Igel-Winterquartier, welches wir am Sonntag gebastelt haben. Rundherum stand noch einiges von der Blumenwiese, welche ich heute vollständig abgeräumt habe (die etwas dunklere Fläche). Danach warf ich den Rasenmäher an und verpasste der Rasenfläche einen Winterschnitt. Man beachte auf dem Foto auch den Farbunterschied von unserem, weitgehend naturbelassenen, Grundstück zu der gut gedüngten Zuchtrasenfläche des Nachbarn, im Hintergrund. Krass!

Dann galt es das nicht frostsichere Aussenwasser abzustellen und die Leitungen zu entlüften. Danach noch Laub zusammenkehren und die Gartenstühle ins Trockene stellen. Soweit so gut. Der Winter kann kommen.

Igel-Winterhaus

wir bauen ein Igel-Winterquartier
wir bauen ein Igel-Winterquartier

Ich habe hier, im Sommer, schon einmal darüber berichtet, dass wir uns dem allgemeinen Trend nach mehr Biodiversität anschliessen. Deshalb haben wir etwa die Hälfte der Rasenfläche in eine Bienen- und Blumenwiese umgestaltet. Nun ist es an der Zeit, die verblühte Wiese zu mähen und für den Winter bereit zu machen.

Schon in früheren Jahren haben wir vereinzelt Igel in unserem Garten gesichtet und per Zufall sahen wir vor ein paar Tagen einen kurzen Fernsehbericht darüber, wie man für Igel eine Möglichkeit zur Überwinterung herrichten kann. Das fanden wir eine gute Idee und so packten wir heute dieses Vorhaben an.

Eingang und Kuppeldach
Eingang und Kuppeldach
gut isoliert
gut isoliert

Zuerst also mal die Blumenwiese mähen und den Schnitt zur Seite legen. dann eine erste Laubschicht zur Isolation. Darauf legten wir ein paar zusammengebundene Äste und darauf packten wir einen alten Weidenkorb als Dach. Innen ist der Weidenkorb mit Plastik ausgelegt und so bleibt es dann auch bei Regen und Schnee im Igelbau trocken.

hoffentlich zieht auch ein Igel hier ein
hoffentlich zieht auch ein Igel hier ein

Dann packten wir alles mit der abgeschnittenen Blumenwiese ein und zum Schluss bedeckten wir das Ganze nochmals mit einer Schicht Laub. Der gesamte Hügel dürfte am Schluss etwa 80cm hoch und etwas über einen Meter im Durchmesser gross sein. Uns gefällt es und wir hoffen, dass es auch einem Igel gefallen wird und er unser Angebot für ein lauschiges und trockenes Winterquartier annimmt. ;-)

vollständig, stimmig und rund

nochmal: leuchtende Herbstfarben
nochmal: leuchtende Herbstfarben

Bin wegen des wechselhaften Wetters auch heute zuhause geblieben und als sich dann am frühen Nachmittag doch noch für einen Moment die Sonne zeigte, machte ich einen kurzen Spaziergang ins Dorf um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

Auf dem Rückweg hing ich etwas meinen Gedanken nach und weil das so stimmig war, machte ich noch einen kleinen Umweg. Man sah schon die nächsten dunklen Regenwolken herannahen. Ich wollte diesen schönen Spätherbstmoment vollständig auskosten. Was gibt es denn besseres, als mit den ersten Regentropfen nach Hause zu kommen um dann in der warmen Stube einen frischen Kaffee zu trinken und zu sehen, wie es draussen regnet? ;-) . Alles richtig gemacht. Trendbewusst und mit einem schelmischen Zwinkern könnte man das auch "successful living" nennen. :-D

Der heutige Titel beschreibt eigentlich ziemlich gut meinen inneren Zustand der letzten Wochen. Momentan gibt es für mich sehr wenig Pflicht. Es gibt Vieles, was ich tun könnte, doch Nichts was ich unbedingt erledigen muss. Und weil ich nun ziemlich viel Zeit habe, packe ich auch kleine Dinge an, die nie wirklich wichtig genug waren, dass ich mich echt darum gekümmert hätte. Und interessanterweise erzeugen solch erledigte Kleinigkeiten ein rundes und stimmiges Gefühl.

I'm blue

blau und violett - meine Lieblingsfarben

Auch heute war es grau und trüb, doch es regnete immerhin nicht mehr. Feuchte Wolken hingen in den umliegenden Hügeln. Es ist kalt geworden. Nichts mehr mit kurzen Hosen oder Kurzarm-Shirt...

Dennoch. Ich wollte nicht den ganzen Tag drinnen vor dem PC verbringen und deshalb schwang ich mich im Laufe des Nachmittags doch noch aufs Bike. Ich hatte nichts grosses vor. Auch wollte ich nicht das -am Sonntag so fein säuberlich geputzte- Bike wieder völlig einsauen. Es ging mehr darum, um überhaupt etwas nach draussen zu gehen und etwas frische Luft zu schnappen. Eine Art Bewegungstherapie. ;-)

Da eignet sich eine Fahrt ans Pistenende ganz gut. Hin und zurück sind das etwa 25 Kilometer, ein Hügelzug ist dabei zu überqueren, was knappe 400 Höhenmeter bringt. Mit Kaffeepause etwa zwei Stunden frische Luft, knapp eineinhalb Stunden in Bewegung. Das passt. Ich bin dann also vorwiegend Strasse und Waldwege gefahren und dabei fiel mir auf, wie viel mehr Laub nun am Boden liegt. Der Wind und Regen der letzten Tage zeigt Wirkung. Schon bald sind die Laubbäume winterlich und blattlos.

Heute wollte ich mal nicht nur ein Bild meines Bikes und deshalb habe ich einen anderen Besucher der Imbissbude angequatscht, damit er ein Foto von mir, mit Bike, macht. Als ich mir das Foto dann angeschaut habe, musste ich richtig schmunzeln. Blau und violett sind ganz offensichtlich meine Lieblingsfarben. Das sieht man an mir, an meinem Bike und auch am Design dieses Blogs. Da kam mir natürlich unweigerlich der Song "I'm blue" von Eiffel 65 in den Sinn (leider kann ich nicht so toll tanzen wie die Girls in dem Video). Etwas erstaunt bin ich, dass mir das nicht schon früher einmal aufgefallen ist. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht und es hat sich einfach so ergeben, ohne bewusste Wahl oder Entscheidung.

Bürowetter

Es sieht nicht gut aus:

Schon seit Montag ist es grau, trüb und nass und so soll es anscheinend noch bis zum kommenden Sonntag weitergehen. Ich habe nur am Samstag eine Buchung für eine Rikschafahrt und so werde ich also die kommenden Tage vorwiegend zuhause verbringen.

Das macht mir nichts aus. Nein, im Moment schätze ich das sogar. Ich widme mich der Bike Butler Homepage, führe die Buchhaltung nach, surfe im Internet und "grümschele" einfach etwas rum... ;-)

Und à propos Regenwetter: Die Hände nass machen kann ich mir auch ohne nach draussen zu gehen... ich streichle einfach unsere nasse Katze, nachdem sie hereingekommen ist. Das mag sie... :love:

easy sunday

in Zürich, Schwäne am Utoquai

Nach einem späten Frühstück wollte ich das dreckige Mountainbike putzen, damit es an diesem Sonntag sauber in der Garage auf die nächste Ausfahrt warten kann... ;-)

Danach tranken meine Frau und ich noch gemütlich einen zweiten Kaffee und besprachen, was wir heute unternehmen wollen. Tourasia-Rikscha mit neuem DesignGegen Ende der Woche habe ich eine neu bedruckte Rückwand für meine Tourasia-Rikscha erhalten und diese Rückwand sollte natürlich rasch montiert werden. Auf dem Motorrad kann ich sie aber nicht transportieren und so entschieden wir uns, dass wir diesen Auto-Transport mit einem Spaziergang in der Zürcher Innenstadt verbinden. Für den nächsten Tourasia-Newsletter sollten noch ein paar aktuelle Rikscha-Bilder her und deshalb sind wir mit der Rikscha noch kurz aus der Garage gefahren um ein paar Fotos bei Tageslicht zu machen. Auch gleich erledigt - sehr gut. Danach parkierten wir das Auto in der Altstadt und flanierten etwas durch die Stadt. Mit einem kleinen Imbiss bewaffnet setzten wir uns dann beim Utoquai ans Seebecken, blinzelten in die Sonne und sahen zu, wie viele hier die Schwäne fütterten.

Danach sind wir noch etwas durch die Einkaufsstrassen gebummelt, leisteten uns etwas feine Schokolade bei Teuscher und tranken einen (nicht mal sehr teuren) Latte Macchiato in der neuen Bar45, beim UBS-Hauptsitz, an der Bahnhofstrasse. Alles ganz easy und sonntäglich... :th_up:

schlechtes Gedächtnis

Man kann durchaus behaupten, dass ich ein ziemlich schlechtes Gedächtnis habe. Es passiert mir z.B. andauernd, dass sich Fahrgäste bei der Begrüssung mit Ihrem Vornamen vorstellen und ich zwei Minuten später nicht mehr den geringsten Schimmer habe, wie sie heissen.

Heute war ich für eine Rundfahrt in Neu-Oerlikon gebucht. Wie immer war ich pünktlich vor Ort und schon bald traten meine Kunden an mich heran. Ich schaute mir die zwei Frauen an und war mir nicht bewusst, dass ich sie schon je zuvor gesehen habe. Während der Fahrt erzählten sie mir dann, dass sie nun schon zum vierten Mal mit mir unterwegs sind. Seit vier Jahren buchen sie immer im Herbst eine Rundfahrt und erkunden dabei immer einen anderen Stadtteil von Zürich. Im letzten Herbst seien wir gemeinsam durch Zürich West gefahren und das sei Ihnen noch in bester Erinnerung... Ehrlich? :shame: Ich sah mir die zwei Frauen nocheinmal an und stellte dennoch fest, dass da gar nichts klingelt. Meinerseits ist da nicht ein Hauch einer Erinnerung hängen geblieben. :shame:

Natürlich könnte ich jetzt rationale Gründe vorbringen wie: Ich fahre pro Jahr geschätzte 600 Mal Kunden mit der Rikscha durch Zürich. Ich sitze vorne und die Kunden sitzen hinter mir. Nur wenn ich Ihnen etwas erzähle oder beschreibe, drehe ich mich zu ihnen um und schaue in Ihre Gesichter. Die meiste Zeit schaue ich nach vorne, auf den übrigen Verkehr, auf Fussgänger und auf den Weg, den ich einschlagen möchte. Ich treffe so viele neue, mir unbekannte Menschen, dass ich sie mir unmöglich alle merken kann.

Die Wahrheit ist jedoch viel einfacher. Ich lege keinerlei Wert auf ein gutes Gedächtnis. Im Gegenteil: Ich liebe es zu vergessen! Vergessen macht glücklich! Was interessiert mich denn der Schnee von gestern? Das ist vorüber und vorbei.

Diese grundlegende Haltung habe ich schon seit vielen Jahren und das hilft dann in den Situationen, wie oben geschildert, überhaupt nicht. Natürlich ist mir das manchmal peinlich, doch so funktioniere ich nun mal. Obwohl in der Allgemeinheit ein gutes Gedächtnis und Erinnerungsvermögen als positive Eigenschaften gelten, so ist mir persönlich das überhaupt nicht wichtig. Ja, ich glaube wirklich, dass Vergessen ein wichtiger Bestandteil ist, um glücklich zu sein. Ich habe doch schon einige Menschen kennengelernt, die all die negativen Erfahrungen ihres Lebens einfach nicht vergessen können, verbittert werden und kaum mehr Lebensfreude finden. Das soll mir nicht passieren.

Das bringt mich dann auf diesen Blog, dem ich ja den Untertitel "externes Gedächtnis, seit 2005" gegeben habe. Ich erzähle hier vorwiegend positive Geschichten aus meinem Alltag. Das ist kein Mecker-Blog, wo ich meinem Frust Ausdruck verleihe und mich gross über Dinge auslasse, die mich stören. Das interessiert mich einfach nicht. Wenn ich hier in der Vergangenheit stöbere, dann lese ich gerne über die kleinen Dinge, die mich gefreut haben.

Natürlich ist auch bei mir nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt auch ab und an mal kritische Beiträge oder ich berichte über Unfälle, Verletzungen oder Krankheit. Doch die Grundstimmung ist positiv. Sich ans Gute erinnern und das Schlechte vergessen, das finde ich einen praktikablen Lebensgrundsatz. Denn wenn es mir mal wirklich schlecht gehen sollte, dann kann ich mich hier an vielen positiven Beiträgen erfreuen und dadurch wird mir dann sicher (oder hoffentlich) bewusst, dass die grundsätzliche Bilanz positiv ausfällt. Diese Idee gefällt mir. :-)