nochmal biken

Habe heute morgen einen alten GPS-Track hervorgekramt, weil ich mich nicht mehr im Detail an die Streckenführung des "Kyburg-Loop" erinnern konnte. Um 11:00 Uhr bin ich losgefahren und es war eine sehr schöne Biketour, mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Fotos habe ich aber keine gemacht.

Mit dem ungefederten TREK 1120 kann ich wirklich die gleichen Touren fahren, wie mit dem vollgefederten SANTA CRUZ Tallboy. Ich finde es noch nicht mal unbequemer, auch wenn es klarerweise mehr holpert und man bergrunter etwas Geschwindigkeit rausnehmen muss.

Anstatt

Bei dem schönen Wetter heute, hätte ich mich auch mit der Rikscha in der Stadt rumtreiben können und versuchen etwas Geld zu verdienen. Aber irgendwie ist bei mir die Luft bezüglich Rikscha fahren im Moment ziemlich draussen. Die Saison war lang und ohne eine Buchung kann ich mich derzeit nur schwer motivieren. Irgendwie habe ich es für dieses Jahr gesehen...

Also nutzte ich das Wetter für eine längere Mountainbikerunde mit dem neuen Velo.

Die gewählte Strecke bin ich früher oft mit Freunden gefahren. Von zuhause nach Pfungen, von da hoch zum Irchelturm, weiter zur Hochwacht, runter zur Tössegg, hoch zum Rhinsberg und dem Hügelkamm entlang bis nach Eschenmosen. Weil ich genug Zeit hatte, fuhr ich runter ans Pistenende bei Oberglatt und genehmigte mir da noch einen Kaffee, bevor ich dann wieder nach Hause fuhr. Das GPS sagt: 49km, 3:21 Std., 1'100 Hm.

Es war einfach nur schön. Das Velo funktioniert nun einwandfrei. Ich wüsste echt nicht, was man noch verbessern könnte. Die Sonne schien, die Luft war kalt und gut zu atmen. Ich war meist völlig alleine, höchstens ein paar Hündeler. Wirklich perfekt!

Anpassungen

Wenn ich ein neues Bike kaufe, dann brauche ich ein paar 100 Kilometer, bis ich wirklich damit zufrieden bin. Damit meine ich, bis ich es auf meine Körpermasse, Bedürfnisse und Vorlieben angepasst habe. Auch diesmal fing es mit Sattel, Lenker, Griffen und Pedalen an. Also alle Kontaktpunkte zwischen Rad und Mensch. Da weiss ich mittlerweile recht gut, was ich mag und was für mich funktioniert.

Am letzten Samstag merkte ich dann, dass ich doch noch etwas kleinere/kürzere Gänge gebrauchen könnte. Auch im Hinblick auf die geplante Radreise, da ich dann ja noch mit Gepäck unterwegs bin und so noch mehr Gewicht berghoch treten muss. Auf Grund des schlechten Wetters hatte ich auch genügend Zeit um in Internet nach Möglichkeiten und Alternativen Ausschau zu halten und mir dann die benötigten Teile zu bestellen. Ich kaufte mir ein neues/kleineres Kettenblatt und eine etwas anders zusammengestellte 11fach-Kassette. Auf dem untenstehenden Bild kann man es kaum erkennen, doch das neue Kettenblatt hat 28 Zähne (vorher 30) und es ist oval, also nicht ganz rund. Die dickste Stelle des Kettenblatts erreicht man bei waagrechter Pedalstellung (also dort wo man die meiste Kraft erzeugt) und die dünnste Stelle erreicht man bei senkrechter Pedalstellung, wo man eben kaum Druck aufs Pedal kriegt. Wer sich dafür interessiert, kann die (pseudo-)wissenschaftlichen Hintergründe hier nachlesen.

Die hintere Kassette ist -wie auch schon die original verbaute- vom schnellsten Gang mit 11 Zähnen bis zum langsamsten Gang mit 46 Zähnen gefächert. Der Unterschied liegt allein in den Abstufungen dazwischen. Die sind bei der neuen Kassette einfach gleichmässiger verteilt. Vereinfacht könnte man sagen, dass im vorher/nachher Vergleich die langsamen Gänge etwas näher beisammen liegen, dafür die schnellen Gänge etwas weiter auseinander.

Zu guter Letzt habe ich aus den Reifen die Schläuche entfernt und durch Dichtmilch ersetzt. Das soll besseren Pannenschutz bieten und ein paar Gramm leichter sein. Tubeless (also: Schlauchlos) wird schon seit Jahren bei Mountainbikes propagiert, doch bis anhin war ich noch nie genügend motiviert um das wirklich ein- oder umzusetzen. Das hat verschiedene Gründe. Hauptsächlich lag es daran, dass ich wirklich selten Plattfüsse einfange und einen Schlauch zu wechseln oder zu flicken ist nun wahrlich keine grosse Sache. Zudem schreckte mich der Umgang mit klebrigen Flüssigkeiten (Dichtmilch) doch noch etwas ab. Na ja, nun hat mich die Marketing-Maschine also auch gekriegt ;-)

Nach der Bastel- und Umbaustunde bin ich dann natürlich auch eine Bikerunde gefahren um alles auszuprobieren. Die veränderte Schaltung ist tip top! Das hat sich gelohnt. Nun fühlen sich die Gangwechsel doch gleichmässiger an und das ist berghoch doch einiges angenehmer. Vom ovalen Kettenblatt habe ich nichts gespürt. Was aber klar war und sich so auch zeigte: Durch das kleinere Kettenblatt haben sich die grossen/schnellen Gänge noch einmal verkürzt. Auf einer flachen Strasse trete ich nun Gang 9 oder 10 und wenn es nur schon leicht bergrunter geht, schalte ich auf den höchsten, den 11ten Gang. Über 30km/h kann ich nicht mehr mittreten. Tja, das ist der Preis einer 11fach Schaltung mit nur einem Kettenblatt. Entweder es funktioniert gut berghoch (wie jetzt bei mir) oder es funktioniert gut bergrunter. Beides gleichzeitig geht nicht.

Die Anpass- und Bastelarbeiten sind nun abgeschlossen. Im Hinblick auf die geplante Reise werde ich mich darum kümmern müssen, welches und wieviel Gepäck ich mitzunehmen gedenke und wo am Rad das dann untergebracht wird. Das hat aber noch Zeit. Jetzt würde ich mich über ein paar trockene Tage freuen, an denen ich das TREK 1120 noch etwas durch die Wälder und Hügel der Umgebung fahren könnte.

meh Dräck...

Heute war ich mit Freunden für eine Bikerunde verabredet. Das letzte Mal "Samstagsbiken" ist ja schon ewig her. Nachdem es gestern Nachmittag und über die Nacht regnete war klar, dass es im Wald dreckig wird.

Und so war es dann auch. Das neue Bike wurde kräftig eingesaut und so konnte oder wollte ich es dann nicht im Schuppen abstellen. Solange der Dreck noch frisch und feucht ist, lässt er sich auch noch relativ gut abwaschen und wegputzen. Das neue Velo hat mir schon etwas leid getan...

Die Tour war nicht allzu lang, aber knackig und ich durfte auch feststellen, dass meine Begleiter gut in Form sind. Es war zeitweise anstrengend und hart um mitzuhalten. Wenn ich alleine unterwegs bin nehme ich es gemütlicher. Soviel ist klar. Aber: Es macht schon Spass mit Freunden unterwegs zu sein und zwischendurch etwas zu plaudern. Auch wenn ich dafür zeitweise leiden muss.

ein erster Plan

Meine Hintergedanken vor dem Kauf des TREK 1120 waren, dass ich gerne eine nächste Radreise unternehmen möchte, die vorwiegend abseits asphaltierter Strassen stattfindet. Die Frage danach, wo diese Reise erfolgen soll, klärte sich relativ rasch. Ich verbinde immer noch sehr positive Gefühle mit der Italien-Radreise von 2011 und dachte schon damals, dass ich irgendwann wieder zurückkehre und die Gegend zwischen Rom und Florenz noch einmal bereisen werde.

Ich stöberte ein paar Stunden im Internet und wurde auf folgende Strecken aufmerksam:

Die erste Idee war dann von Rom bis nach Mailand zu fahren. Zuerst ein Stück entlang der Italy Divide Route, dann grosse Teile des Tuscany Trails bis nach Massa und von da entlang der Via Francigena bis in die Nähe von Mailand. Es galt aber auch ein paar eigene Ideen einzuflechten. Wie zum Beispiel den Park der Monster in Bomarzo oder das unglaublich schöne Hügeldorf Civita di Bagnioregio. Auf der anderen Seite kann ich z.B. auf Florenz verzichten. Da war ich schon mehrmals, da will ich lieber etwas anderes sehen.

Schon bald stand der erste Abschnitt fest. Start in Rom und Ziel in Massa (am Mittelmehr, in der Nähe von Carrara und La Spezia). Oben in Magenta/Violett dargestellt. Streckenlänge ca. 540 Kilometer, zu überwindende Höhendifferenz ca. 10'000 Höhenmeter. Verteilt auf 8 Reistage macht das dann 68km und 1'250Hm pro Tag. Machbar. Hier der Link zu geplanten Strecke.

Den ersten Gedanken, von Massa aus der Via Francigena zu folgen habe ich später wieder verworfen. Oben in Blau dargestellt. Bei genauerer Betrachtung zeigte sich die vorgeschlagene Route überwiegend auf Asphaltstrassen und die Werbung auf der Seite für E-Bikes hat mich auch nicht sonderlich motiviert. Hinzu kam, dass sich ein fast gänzlich flacher Schlusstag, durch die Po-Ebene bis nach Mailand nicht vermeiden lässt. Die Po-Ebene habe ich als furchtbar langweilig in Erinnerung. Also eher nicht.

Die bikepacking.com-Beschreibung der Alta Via hat mir da gleich viel besser gefallen. Oben in Rot dargestellt. Das ist zwar deutlich anstrengender, doch halt auch viel spannender und mit super hohem offroad-Anteil. Ich plane nun einen Überbrückungstag von Massa nach La Spezia und folge dann der Alta Via Strecke bis kurz vor Genua, wo ich dann runter ans Meer abbiege. Für die geplanten 6 Reisetage stehen dann nur 280km, jedoch knapp 8'000 Höhenmeter auf dem Programm (Im Schnitt 47km und 1'350Hm pro Tag). Hier der Link zur geplanten Strecke.

Eine erste Streckenplanung steht also. Start in Rom, Ziel in Genua, 14 Reisetage, 820 Kilometer, 18'000 Höhenmeter.

Die Frage wie komme ich nach Rom und wie komme ich von Genua wieder nach Hause hat sich relativ schnell geklärt. Ich werde wohl mit Flixbus reisen. Laut Auskunft auf deren Webseite werden Fahrräder mittransportiert und die Kosten sind einfach extrem niedrig. So rechne ich für Zürich-Rom mit etwa 70 Franken und für Genua-Zürich mit etwa 50 Franken. Unglaublich... Zugegeben: Eine Zugreise wäre ökologischer, doch mit dem Velo nur sehr schwer zu planen und vermutlich deutlich teuerer.

Als erstes Zeitfenster legte ich mal Montag, 25. Februar bis Dienstag 12. März 2019 fest. Klar würde ich lieber erst im Wonnemonat Mai reisen, doch mein Rikschageschäft lässt dies einfach nicht zu. Ich denke mal, das dies so in etwa noch vertretbar ist. Ab Mitte März muss ich dann schon wieder mit der Rikscha in Zürich präsent sein.

So. Das ist also mein erster Plan... da kann sich noch vieles ändern, doch eine erste Richtschnur ist nun gespannt. Ich freue mich!

SamSonntag

Heute wurde ich mit der Rikscha schon sehr zeitig für eine Hochzeitsfahrt gebucht. Wie meist war ich dann etwa 15 Minuten zu früh beim Treffpunkt und deshalb wollte ich um die Ecke noch eine Zigarette rauchen. Ich setzte mich dazu hinten in die Rikscha und drehte mir eine Zigi. Ich hatte das Feuerzeug in der Hand und wollte schon anzünden als ich plötzlich dachte "wieso steht die Rikscha so schief?". Ich stieg aus und sah, dass ich hinten rechts einen Plattfuss eingefangen hatte. Also nix mit rauchen, sondern in Windeseile Werkzeug, Pumpe und Ersatzschlauch hervorkramen, die Rikscha auf den Rücken stellen und den Schlauch wechseln. Zum Glück habe ich die Scherbe im Reifen sehr schnell gefunden und so war ich dann trotz diesem Schreckmoment pünktlich vor dem Standesamt. Die Rikschafahrt war dann ganz nett, weil die halbe Hochzeitsgesellschaft ebefalls mit Fahrrädern unterwegs war und wir so in einem kleinen Konvoi quer durch die Stadt radelten.

Kurz nach 10:00 Uhr war der Job erledigt und erste Sonnenstrahlen zeigten sich am Himmel. Was also jetzt tun? Ich hatte keine weitere Buchung mehr im Kalender, doch das Wetter versprach noch ein paar Taxifahrten zu offerieren. Oder doch lieber rasch zusammenpacken und dann zuhause noch eine Bikerunde drehen? Der Entscheid fiel rasch... ;-)

Als ich daheim ankam war Karin gleich aufgestanden und so genehmigte ich mir mit ihr zusammen ein zweites Frühstück. Dann nahm ich das neue Bike aus dem Schuppen und demontierte die orangen Gepäckträger. So wie ich das Bike momentan nutze, braucht es die schlicht nicht. Wenn dann wirklich eine Bikreise ansteht, sind sie schnell wieder montiert. So ist das Bike nicht nur gleich ein Kilo leichter, es ist auch nicht mehr ganz so auffällig.

Ich stürzte mich also wieder in Radklamotten und fuhr los. Gemütlich genoss ich das immer besser werdende Wetter. Mit etwa 8 Grad war es auch deutlich angenehmer als die letzten paar Tage. Ein richtiger Sonn-Tag.

Ohne klaren Plan rad-wanderte ich ein paar Hügel in der Umgebung ab. Nach den Hochnebeltagen tat mir die Sonne richtig gut und meine Stimmung war aufgeräumt, zufrieden und dankbar. Nach den vielen Strassenkilometern der letzten Jahre sind diese Forststrassen und Singletrails wie ein Nachhause kommen. Die einstige Liebe zu Mountainbiketouren flammt wieder auf. Es ist nicht ein hitziges auflodern, sondern eher ein warmes, bekanntes und gereiftes Gefühl. Ein Wiedersehen mit heimischer Natur, mit Hügeln, Feldern, Wälder, Wiesen. Alles ganz direkt und klar. Insgesamt machte ich dreimal Pause. Blinzelte in die Sonne und genoss die stille und friedliche Atmosphäre. Nicht mal das eher hektische Treiben am Pistenende beim Flughafen hat mich irritiert. Es fühlte sich einfach alles rund und stimmig an. 

nix zu meckern

Bin heute nochmals eine MTB-Tour unter der Hochnebeldecke gefahren.

Der Offroad-Anteil lag heute bei geschätzten 90% Prozent. Auf 34 Kilometer kamen etwas über 900 Höhenmeter zusammen. Eine vergleichbare Runde bin ich zuletzt mit dem SANTA CRUZ Fully mit 10cm Federweg gefahren. Heute also ungefedert oder zumindest nur durch die dicken Reifen, mit geschätzten 3cm Dämpfung. Unterwegs experimentierte ich etwas mit dem Luftdruck in den Reifen. Zuviel Luftdruck lässt das Rad springen und zuwenig Luftdruck erhöht die Gefahr von Durchschlägen und verschlechtert die Lenkung. So um die 13psi (oder etwa 0,9bar) zeigten sich als guten Kompromiss.

Wirklich auffallend ist die sehr gute Traktion, wenn es steil berghoch geht. Die grosse Aufstandsfläche -zusammen mit dem geringen Luftdruck- sorgt dafür, dass das Hinterrad immer noch irgendwo Grip findet. Auch über Wurzeln oder groben Schotter rollt man leichter drüber und kurbelt einfach weiter. Echt cool!

Da es heute öfters steil berghoch ging, bin ich auch viel im kleinsten Gang gefahren. Ja, ich hätte noch weiter runtergeschaltet, wenn denn noch kleinere Gänge zur Verfügung gestanden wären. Der Gedanke an eine Radreise mit etwa 15kg Zusatzgepäck am Rad lässt mich schon überlegen, ob diese Übersetzung dann wirklich ausreicht. Man wird es dann sehen...

Bergrunter, auf steilen und wurzelübersähten Wegen, holpert es so ohne Federgabel dann ziemlich heftig. Im Vergleich zum Fully muss man schon Geschwindigkeit rausnehmen wenn man nicht riskieren will, dass es einem plötzlich den Lenker aus den Händen schlägt. Mit eingeschaltetem Kopf und einer vorausschauenden Linienwahl klappte aber auch der steile Schanzentrail vom Irchelturm runter nach Dättlikon ohne Probleme.

Im Grossen und Ganzen gibt es also am neuen TREK 1120 nichts auszusetzen. Vom gekauften Originalzustand änderte ich Sattel, Vorbau und Lenker um es auf meinen Körper und auf die bevorzugte Sitzposition anzupassen. Ich fühlte mich heute auf der ganzen Tour wohl und verkrampfte mich nicht. Es gab auch weder Sitzbeschwerden noch Taubheitsgefühle in den Händen. Ja, ich bin zufrieden! Das Bike ist sicher kein Fehlkauf.

macht Spass!

Eigentlich wollte ich heute etwas Bürokram erledigen, doch das neue Bike mit dem neuen Lenker hat mich angefixt und so habe ich am Nachmittag dann doch nocheinmal eine Runde gedreht.

Heute ohne Gepäck und im Mountainbike-Modus mit vielen nassen und schmierigen Singletrails. Das Sitzposition und das Fahrgefühl mit dem Moonmen-Lenker passt nun und so kommt unterwegs viel Freude auf. Das Rad kann wirklich wie ein reinrassiges Mountainbike bewegt werden. Der limitierende Faktor bin ich und nicht das Bike.

Die Bremsen (SRAM Level T) und die Schaltung (Shimano 1x11) funktionieren tadellos. Bei Bestellung war ich etwas skeptisch, ob "nur" 11 Gänge ausreichen werden, denn am SANTA CRUZ fahre ich noch ganz altmodisch 3x9, doch ich gebs ehrlich zu: das reicht. Klar könnte man noch kleinere oder noch grössere Gänge fahren, aber man vermisst sie nicht wirklich. Berghoch finde ich 30x46 ausreichend klein, bergrunter könnte ich schon grössere Gänge als 30x11 treten, doch das braucht es nicht wirklich. Da lasse ich nun halt einfach rollen und geniesse die Aussicht. Super ist, das durch die grössere Spannkraft des Schaltwerks und die hochgezogene Kettenstrebe kein Kettensschlagen mehr vorkommt. Ausser Schaltgeräusche vernimmt man vom Antrieb gar nichts. Noch etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass es keine Ganganzeige gibt. Das bin ich mich nicht gewohnt und so frage ich mich unterwegs schon mal, in welchem Gang ich denn gerade fahre. Während der Fahrt kann ich schlecht zum Ritzelpacket sehen, da die Sitz- und Kettenstreben den Blick versperren. Ich versuche mir nun einzureden, dass es gar nicht wichtig ist, in welchem Gang ich denn gerade fahre. Wenn ich mir die Frage gar nicht stelle, kann ich die Fahrt mehr geniessen. ;-)

Die Sattelstütze knarzt noch immer. Ich werde mal das Sattelgestänge an der Befestigung fetten und auch zwischen Sattelstütze und Rahmen etwas Fett anbringen. Vielleicht hilft das ja. Mal sehen.

Ich habe wirklich Freude an diesem neuen Bike und die Lust auf ein neues Reiseabenteuer steigt ganz gewaltig!

 

Radreisepanzer

Heute konnte ich mein neues Bike abholen. :-)

Ich nutzte den nebelverhangenen Tag dann auch gleich für eine ausgedehnte Testfahrt auf die Lägern Hochwacht. Das Bike ist echt ein Panzer! Ein Velo-SUV! Die 29x3.0 Zoll grossen Reifen sind monströs. Auf Asphalt rollen sie natürlich nur mässig gut. Das ist ein Riesenunterschied zu den halb so breiten und profillosen Reifen, die ich am KISH-Reiserad fahre. Das habe ich aber auch erwartet und deshalb soll das hier nur eine Feststellung sein.

Sobald der Aphalt endet und der Untergrund schlechter wird, zeigen sich dann deutlich die Vorteile. Die Reifen werden nur mit wenig Luftdruck gefahren und überrollen deshalb kleinere Steine ohne dass man diese bemerkt. Berghoch ist die Traktion genial und selbst über feuchte Wurzeln rutscht der Reifen kaum. Offroad ist das Bike dann wirklich in seinem Element.

Bergrunter bin ich alle Singletrails gefahren, die ich kenne. Das TREK 1120 fährt sich fast wie ein echtes Mountainbike - einfach mit minimalster Federung. Ich schätze mal, dass die Reifen etwa 3cm federn, mehr nicht. Der Alurahmen und die Carbongabel sind bocksteif. Über wurzelige Passagen holpert es also ganz gewaltig. Kein Vergleich zum Komfort des SANTA CRUZ Fullys mit 10cm Federweg hinten und vorne. Aber: Das weiss man ja und so fährt man halt etwas langsamer - das geht auch. ;-)

Wie man sieht, hatte ich heute nur einen Packsack hinten rechts montiert. Im Gelände funktioniert das System perfekt. Der Packsack hält bombenfest, nichts klappert und nichts kommt einem in den Weg (Fersen/Beine). Das ist wirklich überzeugend.

Nach dieser Tour würde ich sagen, dass dies wirklich ein Reiserad ist, welches möglichst abseits von asphaltierten Strassen bewegt werden soll. So habe ich mir das gewünscht und so ist es auch.

Noch ein Wort zu der Ausstattung. Das Bike hat eine absenkbare Sattelstütze, die man vom Lenker aus bedienen kann. Klar hilft das in steilen bergab-Passagen, doch ich finde das eher ein Gimmick. Ich habe genug Zeit um kurz anzuhalten und eine normale Sattestütze abzusenken. Mit einem guten Schnellspanner ist das eine Sache von 15 Sekunden. Aber zugegeben, ich muss dafür anhalten und absteigen. Auf der Gegenseite ist eine normale Sattelstütze aber locker 300 Gramm leichter und vor allem Null-defektanfällig. Schon vom ersten Kilometer weg knackte die verbaute Stütze. Sobald ich aus dem Sattel gehe, ist das Knacken weg. Es liegt also garantiert an der Stütze. Mich nerven solche Geräusche extrem und ich werde dem sicher nachgehen. Ich vermute aber einmal, dass ich längerfristig die absenkbare Stütze gegen eine ganz normale tauschen werde. (Vom Durchmesser her würde die Stütze auch ans SANTA CRUZ Fully passen und würde da auch mehr Sinn machen. Ich könnte also beide Stützen einfach tauschen, ohne etwas Neues zu kaufen).

Unterwegs habe ich den Lenker zweimal leicht gedreht um eine ideale Handposition zu finden. Nicht so einfach. Ich stellte dann fest, dass für mich der Lenker einfach zu tief positioniert ist. Ich habe zuviel Gewicht auf den Händen und somit kriege ich Taubheitsgefühle. Schon auf dem Nachhauseweg dachte ich an den Moonmen-Titanlenker - der wäre ideal! Eigentlich kaufte ich den ja für das KISH, doch da wurde ich nicht glücklich damit. Später baute ich den Lenker ans SANTA CRUZ und fand ihn da echt toll. Da ich das SANTA CRUZ auf lange Sicht verkaufen will, wäre der Lenker also wieder zu haben. Gesagt getan! Kaum zuhause angekommen baute ich den Lenker ans TREK 1120. BINGO! Perfekt! Als hätte dieser Lenker nur auf dieses Bike gewartet! Ich bin dann nochmals eine 30 Minuten Runde gefahren und bin dann mit einem grossen Lächeln im Gesicht wieder heimgekommen. Das passt nun Super.

Ich freue mich schon auf kommende Offroad-Abenteuer und im Hinterkopf habe ich schon eine Idee für eine mehrwöchige Radreise-/Bikepacking-Tour...

wofür?

Natürlich ist die Frage berechtigt, weshalb und wofür ich mir ein neues Fahrrad kaufe. Die kurze und einfache Antwort ist: Einfach so! Zum Spass! Weil ich mir wieder einmal etwas Neues gönnen will. Es braucht nicht immer eine lange und sinnvolle Antwort.

Aber Ja, es gibt natürlich schon zugrundeliegende Gedanken weshalb ich mir nun genau dieses Rad bestellt habe. Klar ist, auch in Zukunft werde ich Radreisen unternehmen. Und weil man jedesmal etwas dazulernt, entwickelt man auch eine zunehmend konkretere Vorstellung davon, wie diese zukünftigen Radreisen aussehen sollen. Ich habe es ja im letzten Beitrag schon erwähnt: Ich mag Mountainbiken und ich mag Radreisen. Das neue Fahrrad soll nun eine Kombination aus beidem ermöglichen. Denn: je kleiner und schmaler der Weg, desto weniger andere Verkehrsteilnehmer sind anzutreffen, ergo: desto grösser ist das Naturerlebnis und die Ruhe.

Dem gegenüber steht mein Komfort- und Hygienebedürfnis. Zelten in freier Wildbahn dürfte kaum ein neues Hobby von mir werden. Ich glaube nicht, dass ich wochenlang draussen schlafen und notdürftig kochen werde oder Touren fahre, auf denen ich 10 Liter Wasser mitschleppen muss. Derart abgelegene und einsame Gegenden stehen nicht auf meiner Wunschliste. Was ich mir aber vorstellen kann ist, abwechselnd zu zelten und in Hotels zu übernachten, je nachdem, was die Gegend hergibt oder wie ich mich aktuell dann gerade fühle. Es erweitert einfach das Spektrum. Es bietet ein stückweit Freiheit um spontan zu entscheiden.

Was ich auch super spannend finde ist, dass es in der heutigen Zeit gar nicht mehr so schwierig ist, eine solche Reise zu planen. Es gibt immer mehr solche "unsupported bicycle adventures" wie z.B. 540km durch die Toskana (Tuscany Trail) oder 1'100km von Neapel an den Gardasee (Italy Divide) und viele, viele andere mehr. Etwas zum träumen zum Beispiel der Colorado Trail in den USA. Das tolle daran ist, dass man von eigentlich allen diesen Strecken irgendwo im Netz die entsprechenden GPS-Daten findet und man so die Strecke ganz einfach abfahren, respektive nachfahren, kann. Zu genau der Jahreszeit in der man Zeit findet und ohne den ganzen Trubel einer offiziellen Veranstaltung mitmachen zu müssen. Bei diesen GPS-Tracks weiss man, dass sie funktionieren und man nicht im Nirgendwo stecken bleibt. Und man kann sie ja auch ganz einfach noch an eigene Bedürfnisse anpassen.

Im Moment denke ich, dass ich vor dem Beginn der Rikscha-Saison 2019 eine erste solche Bikepacking-Tour unternehmen werde. Mal sehen...